Fünfzehntes Hauptstück. Auflagen auf die Gewinnste.

Abgaben von denjenigen Gütern, welche allgemeinhin Gegenstände des Wohllebens genannt werden, fallen blos auf diejenigen, welche von diesen Gebrauch machen. Eine Auflage auf Wein wird von dem Verzehrer des Weines bezahlt. Eine Auflage auf Lustpferde oder Kutschen wird von denjenigen bezahlt, welche sich solche Vergnügungen bereiten, und genau im Verhältnisse, als sie sich solche bereiten. Allein Auflagen auf Bedürfnisse treffen die Verbraucher von Bedürfnissen nicht im Verhältnisse zur Menge, welche sie davon brauchen, sondern oft in einem weit höheren. Eine Getreidesteuer, haben wir bemerkt, trifft einen Gewerksmann nicht blos in dem Verhältnisse, als er und seine Familie Getrieide verzehrt, sondern sie verändert auch den Kapitalgewinnstsatz und trifft desshalb auch sein Einkommen. Was immer den Arbeitslohn steigert, das erniedrigt den Kapitalgewinnst; desshalb hat auch jede Auflage auf die vom Arbeiter verbrauchten Güter ein Streben, den Gewinnstsatz zu erniedrigen.

Eine Auflage auf Hüte wird den Preis der Hüte erhöhen; eine Auflage auf Schuhe den Preis der Schuhe; wäre dies nicht der Fall, so würde die Steuer zuletzt vom Gewerksmanne bezahlt; sein Gewinn würde unter den allgemeinen Gleichstand herabgedrückt werden und er sein Geschäft verlassen. Eine einseitige Auflage auf Gewinnste wird den Preis der Güter, auf welche sie fällt, erhöhen; eine Abgabe z. B. vom Gewinnste des Hutmachers würde den Preis der Hüte steigern; denn, wäre <176> sein Gewinn besteuert, und nicht auch der eines anderen Gewerbes, so würde sein Gewinn, wenn er den Preis seiner Hüte nicht höher setzte, unter dem allgemeinen Gewinnstsatze stehen, und er seine Unternehmung gegen eine andere vertauschen.

Auf dieselbe Weise würde eine Auflage auf den Gewinnst des Pachters den Getreidepreis erhöhen; eine Auflage auf den Gewinnst des Tuchmachers den Tuchpreis; und, würde auf alle Gewerbe im Verhältnisse zu den Gewinnsten eine Steuer gelegt, so würden alle Waaren im Preise steigen.

Das würde bedeuten, dass die Armen die Steuern der Reichen zahlen.

Allein, wenn das Bergwerk, welches uns den Geldstoff liefert, in unserem Lande läge, und der Gewinnst des Bergmanns ebenfalls besteuert würde, so würde keine Waare im Preise steigen, Jedermann gäbe einen gleichen verhältnissmässigen Antheil von seinem Einkommen her, und Alles wäre wie vorher.

Wird das Geld nicht besteuert und wird ihm daher fernerhin sein Tauschwerth gelassen, während jeder andere Gegenstand der Steuer unterliegt und im Tauschwerthe steigt, so wird der Hutmacher, Pachter, Tuchmacher, wenn jeder dieselben Kapitalien anwendet und dieselben Gewinnste bezieht, den nämlichen Steuerbetrag bezahlen. Ist die Steuer 100 £, so werden die Hüte, das Tuch und das Getreide, jedes, im Tauschwerthe um 100 £ steigen. Gewinnt der Hutmacher an seinen Hüten 1100 £ anstatt nur 1000 £, so wird er an den Staat 100 £ als Steuer entrichten, und noch 1000 £ für Gegenstände seines eigenen Verbrauches übrig behalten. Allein, da Tuch, Getreide und alle anderen Güter aus derselben Ursache im Preise steigen werden, so wird er für seine 1000 £ nicht mehr erlangen, als vorher mit 910 £, und so wird er zu den Staatsbedürfnissen mit Verringerung seiner Ausgaben beitragen; er wird, durch die Steuerzahlung, einen Theil vom Erzeugnisse des Bodens und der Arbeit des Landes dem Staate zur Verfügung gestellt haben, anstatt denselben selbst zu gebrauchen. Schlägt er die 1000 £, anstatt sie auszugeben, zu seinem Kapitale, so wird er am Steigen des Arbeitslohnes und an den gesteigerten Kosten seiner Rohstoffe und Maschinen finden, dass seine 1000 £ Erspamiss sich nicht höher belaufen, als sich ein Ersparniss von 910 £ vorher belief.

Wird das Geld besteuert oder aus irgend einer anderen <177> Ursache sein Tauschwerth verändert, und bleiben alle Güter genau auf demselben Preise wie zuvor, so werden auch die Gewinnste des Gewerksmannes und des Pachters die nämlichen sein, wie zuvor; sie werden fernerhin 1000 £ betragen, und, da sie, ein jeder, 100 £ an den Staat zu zahlen haben, nur 900 £ übrig bleiben welche ihnen weniger Verfügung über die Erzeugnisse des Bodens und der Arbeit des Landes geben werden, mögen sie dieselben auf hervorbringende oder nichthervorbringende Arbeit verwenden. Genau was sie einbüssen, gewinnt der Staat. In dem ersten Falle würde der Steuerzahler für 1000 £ eine eben so grosse Menge von Gütern haben, als vorher um 910 £; in dem zweiten würde er blos so viel dafür haben, als vorher für 900 £, denn der Güterpreis würde unverändert bleiben und er würde nur 900 £ auszugeben haben. Dies kommt von der Verschiedenheit des Steuerbetrages her; im ersten Falle macht er nur ein Elfttheil seines Einkommens aus, in dem zweiten ein Zehnttheil; das Geld ist in beiden Fällen von verschiedenem Tauschwerthe.

Allein obschon, wenn das Geld nicht besteuert ist und sich im Tauschwerthe nicht verändert, alle Güter im Preise steigen werden, so werden sie doch nicht alle im nämlichen Verhältnisse steigen; sie werden nach der Steuerumlage nicht denselben gegenseitigen Tauschwerth Eines gegen das Andere haben, welchen sie vor derselben hatten. In einem früheren Theile dieses Werkes erörterten wir die Wirkungen der Theilung des Kapitals in stehendes und umlaufendes, oder besser in dauerhaftes und vergängliches, auf die Preise der Güter. Wir zeigten, dass zwei Gewerbsunternehmer genau den nämlichen Kapitalbetrag anwenden und daraus genau den gleichen Gewinnstbetrag beziehen könnten, dagegen aber ihre Waaren um sehr verschiedene Geldsummen verkaufen würden, je nachdem die angewandten Kapitalien schnell oder langsam vernutzt und wieder hervorgebracht werden. Der Eine könnte seine Güter um 4000, der Andere um 10,000 £ absetzen und beide doch 10,000 £ Kapital angewendet haben und 20 % oder 2000 £ Gewinn beziehen. Das Kapital des Einen könnte z. B. aus 2000 £ umlaufendem, das wieder hervorzubringen wäre, und aus 8000 £ stehendem, in Gebäuden und Maschinen, bestehen; das des Anderen dagegen <178> aus 8000 £ umlaufendem und nur 2000 £ stehendem in Gebäuden und Maschinen. Wenn nun eine jede dieser zwei Personen mit 10 % oder 200 £ von ihrem Einkommen zu besteuern wäre, so müsste die Eine, um aus ihrem Gewerbe den allgemeinen Gewinnstsatz zu beziehen, den Preis ihrer Güter von 10,000 auf 10,200 £ erhöhen; und die Andere wäre eben so gezwungen, den Preis ihrer Güter von 4000 £ auf 4200 £ zu steigern. Vor der Steuerumlage waren die von dem Einen dieser Gewerbsunternehmer abgesetzten Güter 2 1 / 2 mal mehr werth als die des Anderen; nach derselben werden sie 2,42 mal mehr werth sein; die Einen sind um 2, die Andern um 5 % gestiegen; folglich würde eine Einkommensteuer, so lange das Geld im Tauschwerthe unverändert bliebe, den gegenseitigen Preis und Tauschwerth der Güter verändern. Dies würde ebenfalls seine Richtigkeit haben, wenn die Steuer, anstatt auf die Gewinnste, auf die Güter selbst gelegt würde. Vorausgesetzt, sie seien im Verhältnisse des zu ihrer Hervorbringung verwendeten Kapitals besteuert, so würden sie gleichmässig steigen, welches auch immer ihr Tauschwerth sein möchte, und desshalb nicht das nämliche Tauschwerthsverhältniss bewahren, das sie vorher hatten. Eine Waare, welche von zehn- auf elftausend Pfund Sterling gestiegen wäre, würde nicht mehr im nämlichen Tauschwerthsverhältnisse, wie vorher, zu einer anderen stehen, welche von zwei- auf dreitausend gestiegen wäre. Stiege unter diesen Umständen das Geld im Tauschwerthe, aus welcher Ursache es auch immer kommen möchte, so würde dies die Waarenpreise nicht im nämlichen Verhältnisse treffen. Dieselbe Ursache, welche den Preis der Einen von 10,200 auf 10,000 £ oder um weniger als 2 % herabsetzen würde, würde jenen der Anderen von 4200 auf 4000 £ oder um 4 3 / 4 % erniedrigen. Fielen sie in irgend einem anderen Verhältnisse, so würden die Gewinnste nicht gleich sein; denn um sie gleich zu machen, müsste, wann der Preis der ersten Waare 10,000 £ war, jener der zweiten 4000 £, und wann der Preis der Ersten 10,200 £ war, jener der zweiten 4200 £ sein.

Die Betrachtung dieser Thatsache wird zum Verständnisse des sehr wichtigen Grundgesetzes führen, auf welches, glaub' ich noch niemals aufmerksam gemacht worden ist. Es ist dieses: <179> dass in einem Lande, wo es keine Besteuerung gibt, die Veränderung im Tauschwerthe des Geldes, in so fern sie von Mangel oder Ueberfluss daran herrührt, in gleichem Verhältnisse auf die Preise aller Güter wirken wird; dass, wenn ein Gut von 1000 £ Tauschwerth auf 1200 & steigt oder auf 800 £ fällt, ein Gut von 10,000 £ Tauschwerth auf 12,000 £ steigen oder auf 8000 £ fallen wird; allein in einem Lande, wo die Preise künstlich zufolge der Besteuerung gesteigert sind, wird Geldüberfluss zufolge des Geldeinströmens, oder dessen Ausfuhr und daraus entstandener Mangel zufolge ausländischer Nachfrage danach nicht in gleichem Verhältnisse auf die Preise aller Güter wirken; manche werden um 5, 6 oder 12 % steigen oder fallen, andere um 3, 4 oder 7 %. Wäre ein Land nicht besteuert und sollte das Geld im Tauschwerthe fallen, so würde sein Ueberfluss auf jedem Markte gleiche Wirkung hervorbringen. Stiege das Fleisch um 20 %, so würde Brod, Bier, Schuhe, Arbeit und jedes Gut ebenfalls um 20 % in die Höhe gehen; es ist nothwendig, dass sie dies so thun, um einem jeden Gewerbe den gleichen Gewinnstsatz zu sichern. Allein dies ist nicht mehr richtig, wann irgend Eines von diesen Gütern besteuert ist; würden sie in diesem Falle sämmtlich im Verhältnisse zu dem Sinken des Tauschwerths des Geldes steigen, so würden die Gewinnste ungleich gemacht; in dem Falle, wenn Güter besteuert wären, würden die Gewinnste über den allgemeinen Gleichstand hinaus erhöhet und Kapital von einer Unternehmung in die andere übertragen werden, bis ein Gleichgewicht der Gewinnste wieder hergestellt wäre, das nur stattfinden könnte, wenn die verhältnissmässigen Preise verändert wären.

Wird dieses Grundgesetz nicht die verschiedenen Wirkungen erklären, welche, wie bemerkt worden, durch die TauschwerthsVeränderung des Geldes während der Bankrestriction auf die Preise der Güter hervorgebracht wurden? Es ist denjenigen, welche behaupteten, das Umlaufsmittel sei in dieser Periode zufolge des zu grossen Ueberflusses an Papiergeld im Tauschwerthe gesunken, eingewendet worden, dass, wenn dies der Fall gewesen wäre, alle Güter in gleichem Verhältnisse hätten steigen müssen; allein man hat gefunden, dass manche sich im Preise beträchtlich mehr als andere verändert hatten und davon <180> hat man abgeleitet, dass das Steigen der Preise von etwas herrühre, was den Tauschwerth der Güter betreffe, und nicht von einer Veränderung im Tauschwerthe des Umlaufsmittels. Es zeigt sich indessen, wie wir bereits gesehen haben, dass in einem Lande, wo Güter besteuert sind, diese Letzteren sich nicht sämmtlich im nämlichen Verhältnisse verändern, sei es zufolge einer Erhöhung oder einer Erniedrigung des Tauschwerthes des Umlaufsmittels.

Würde der Gewinn aller Gewerbe besteuert, ausgenommen der des Pachters, so würden alle Güter im Geldtausch werthe steigen, mit Ausnahme der Roherzeugnisse. Der Pachter würde das nämliche Einkommen an Getreide haben, wie vorher, und sein Getreide auch um denselben Geldpreis verkaufen; allein, da er gezwungen sein würde, einen erhöheten Preis für alle die Waaren, welche er verbraucht, mit Ausnahme des Getreides, zu bezahlen, so würde es für ihn eine Auflage auf die Ausgabe sein. Auch würde er um diese Steuer durch eine Aenderung im Tauschwerthe des Geldes nicht erleichtert werden, denn eine solche könnte alle die besteuerten Waaren auf ihren früheren Preis herabdrücken, aber die unbesteuerte Einzige würde auch unter ihren früheren Preisstand sinken; und darum würde der Pachter, wenn er auch seine Waaren zum nämlichen Preise wie zuvor kaufen würde, dennoch weniger Geld zu ihrem Ankaufe haben.

Der Grundherr würde auch genau in derselben Lage sein; er würde die nämliche Getreideund die nämliche Geldrente haben, wie zuvor, wenn alle Waaren im Preise stiegen und das Geld denselben Tauschwerth behielte; und er würde die nämliche Getreide-, aber eine kleinere Geldrente haben, wenn alle Waaren zu demselben Preise zu haben wären: so dass er in beiden Fällen, obschon sein Einkommen nicht direkt besteuert wäre, indirekt zu der erhobenen Geldsumme beitragen würde.

Allein gesetzt, der Gewinnst des Pachters werde auch besteuert, alsdann würde er in derselben Lage sein, wie andere Gewerbsunternehmer; sein Roherzeugniss würde steigen, so dass er, nach Entrichtung der Steuer, das nämliche Geldeinkommen hätte, aber er würde für alle Waaren, welche er ver <181> zehrte, die Roherzeugnisse mit eingeschlossen, einen höheren Preis bezahlen.

Sein Grundherr indessen würde sich in einer anderen Lage befinden; dieser würde durch die Auflage auf seines Pachters Gewinnste in Vortheil kommen, da er für den erhöheten Preis, zu welchem er seine Gewerkswaaren erkaufen würde, wenn sie stiegen, entschädigt würde; und er würde dasselbe Geldeinkommen haben, wenn die Waaren, in Folge einer Erhöhung des Tauschwerthes des Geldes, zu ihrem früheren Preise verkauft würden. Eine Auflage auf den Gewinnst des Pachters ist keine zum Rohertrage des Bodens im Verhältniss stehende Steuer, sondern sie steht im Verhältnisse zum Reinertrage nach Entrichtung der Rente, des Arbeitslohnes und aller anderen Lasten. Da die Bebauer der verschiedenen Bodengattungen Nr. 1, 2, und 3 genau das gleiche Kapital anwenden, so werden sie auch genau den gleichen Gewinnst beziehen, wie gross auch immer ihr Rohertrag sein mag, der bei dem Einen mehr als bei dem Anderen sein kann; und folglich werden auch alle gleich, besteuert werden. Angenommen, der Rohertrag des Bodens Nr. 1 sei 180 Quarter, der von Nr. 2 aber 170 Quarter, -und jener von Nr. 3 endlich 160 Quarter, und ein jeder werde mit 10 Quarter besteuert, so wird der Unterschied zwischen den Erträgen von Nr. 1, 2 und 3, nach Entrichtung der Steuer, der nämliche sein wie zuvor; denn, wird Nr. 1 auf 170, Nr. 2 auf 160, und Nr. 3 auf 150 Quarter herabgesetzt, so wird der Unterschied zwischen 3 und 1 wie vorher 20 Quarter, und zwischen Nr. 3 und 2 ebenso 10 Quarter sein. Wenn nach der Steuerumlage die Preise des Getreides und jedes anderen Gutes die nämlichen blieben wie vorher, so würde die Geldrente so wie die Getreiderente unverändert bleiben; sollte dagegen der Preis des Getreides und jedes anderen Gutes in Folge der Steuer. in die Höhe gehen, so wird die Geldrente im nämlichen Verhältnisse ebenfalls steigen. Wäre der Getreidepreis p. Quarter 4 £, so würde die Rente von Nr. 1 gleich 80 £ und jene von Nr. 2 gleich 40 £ sein; stiege dagegen das Getreide um 5 % oder auf 4 £ 4 sh., so würde die Rente ebenfalls um 5 % steigen, denn zwanzig Quarter Getreide würden alsdann 84 £, und zehn Quarter 42 £ werth sein, so dass in jedem Falle der Grundherr <182> von einer solchen Steuer nicht getroffen würde. Eine Auflage auf die Kapitalgewinnste lässt die Getreiderente stets unverändert, und darum ändert sich die Geldrente mit dem Getreidepreise; aber eine Auflage auf die Roherzeugnisse, oder der Zehnte, lässt die Getreiderente niemals unverändert, dagegen lässt sie die Geldrente die nämliche sein, wie vorher. In einem anderen Theile dieses Werkes habe ich bemerkt, dass, wenn eine Grundsteuer von dem nämlichen Geldbetrage auf sämmtliche Gattungen bebaueten Bodens gelegt wäre, ohne Rücksicht auf Verschiedenheit der Fruchtbarkeit, dieselbe in ihren Wirkungen sehr ungleich sein würde, da dies ein Vortheil für den Eigenthümer des ergiebigeren Bodens wäre. Sie würde den Getreidepreis im Verhältnisse der Lasten erhöhen, welche der Pachter des schlechtesten Bodens zu tragen hätte; allein da dieser erhöhete Preis für die grössere Masse auf besserem Boden erzielter Erzeugnisse erlangt wird, so würden die Pächter solchen Bodens während der Pachtzeit im Vortheile sein und nach Ablauf derselben würde der Vortheil dem Grundherrn in Gestalt einer Zunahme der Rente zufliessen. Der Einfluss einer gleichen Steuer auf -die Gewinnste des Pachters ist genau der nämliche; sie steigert die Geldrente des Grundherrn, wenn das Geld im nämlichen Tauschwerthe verbleibt; allein da die Gewinnste aller anderen Gewerbe so gut besteuert sind als wie die der Pächter und folglich die Preise aller Güter so gut erhöhet werden als jener des Getreides, so verliert der Grundherr so viel durch den gesteigerten Geldpreis der Güter und des Getreides, für welche er seine Rente wieder ausgibt, als er durch das Steigen seiner Rente gewinnt. Sollte das Geld im Tauschwerthe steigen und sollten alle Dinge, nach einer Steuerumlage auf die Kapitalgewinnste, auf ihre früheren Preise herabgehen, so würde die Rente ebenfalls dieselbe bleiben, wie vorher. Der Grundherr würde die nämliche Geldrente einnehmen und alle Waaren, auf welche er sie verwendet, um ihren früheren Preis erhalten; so dass er unter allen Umständen unbesteuert bleiben würde1. <183>

Dies Verhältniss ist eigenthümlich. Durch Besteuerung der Gewinnste des Pachters belastet ihr ihn nicht mehr, als wenn ihr dieselben steuerfrei liesset, und der Grundherr hat entschieden sein Interesse daran, dass seines Pachters Gewinnste besteuert werden, da er nur unter dieser Bedingung selbst in Wirklichkeit unbesteuert bleibt.

Eine Auflage auf die Kapitalgewinnste würde auch die Geld-Kapitalisten treffen, wenn alle Güter im Verhältnisse zur Steuer steigen würden; allein wenn alle Güter zufolge der Veränderung des Tauschwerthes des Geldes auf ihren früheren Preis sänken, so würde der Geld-Kapitalist nichts zu der Steuer beitragen; er würde alle seine Waaren zu dem nämlichen Preise einkaufen, aber noch immer die nämlichen Geldzinsen einnehmen.

Gibt man zu, dass zufolge der Besteuerung der Gewinnste eines einzigen Gewerbsmannes der Preis seiner Güter steigen würde, um ihn den anderen Gewerbsleuten gleich zu stellen; und dass zufolge der Besteuerung zweier Gewerbsleute die Preise zweier Gattungen von Gütern steigen müssten: so sehe ich nicht ein, wie man noch darüber streiten kann, dass zufolge der Besteuerung aller Gewerbsunternehmer die Preise aller Guter steigen würden, vorausgesetzt, dass die Bergwerke, welche uns mit Geld versehen, im Lande liegen und unbesteuert bleiben. Allein da das Geld oder der Geldstoff eine von Aussen eingeführte Waare ist, so können die Preise nicht aller Güter steigen; denn solch' eine Wirkung könnte nicht eintreten ohne einen Zuwachs zur Geldmenge2, welchen man, wie im fünften Hauptstücke gezeigt <184> ist, nicht durch Eintausch gegen theure Güter erlangen könnte. Uebrigens könnte ein solches Steigen, wenn es möglich wäre, nicht andauernd sein, denn es würde einen mächtigen Einfluss auf den auswärtigen Handel äussern. Als Gegengabe für eingeführte Waaren könnten diese theueren Güter nicht ausgeführt werden, und desshalb müssten wir für einige Zeit zu kaufen fortfahren, obschon wir zu verkaufen aufgehört hätten, und so lange Geld oder Barren ausführen, bis die verhältnissmässigen Preise der Waaren beinahe dieselben wären, wie vorher. Es scheint mir unbedingt wahr zu sein, dass eine gut eingerichtete Auflage auf die Gewinnste zuletzt die Waaren, sowohl der inländischen als auch der ausländischen Gewerbe, wieder auf denselben Geldpreis stellen würde, welchen sie vor der Steuerumlage hatten.

Da Auflagen auf Roherzeugnisse, Zehnten, Abgaben vom Arbeitslohne und von den Bedürfnissen der Arbeiter durch Erhöhung des Arbeitslohnes die Gewinnste erniedrigen werden, so werden, wenn auch nicht gerade in gleichem Maasse, alle von denselben Folgen begleitet sein.

Die Erfindung von Maschinen, welche die inländischen Gewerbe wesentlich verbessert, strebt immer den verhältnissmässigen Tauschwerth des Geldes zu steigern, und darum zu dessen Einfuhr zu ermuthigen. Jede Besteuerung, alle vermehrten Hindernisse, sei es für den Gewerksmann, oder für den Pflanzer von Gegenständen, streben dagegen den verhältnissmässigen Tauschwerth des Geldes zu erniedrigen und zu dessen Ausfuhr zu ermuthigen. <185>


1. Dass die Gewinnste der Pächter allein und nicht auch die Gewinnste anderer Kapitalisten besteuert würden, wäre für die Grundherren höchst vortheilhaft. Dies wäre in der That eine Auflage auf die Verbraucher von Roheraeugnissen, theils zum Nutzen des Staates, theils zum Nutzen der Grundherren.

2. Bei weiterem Nachdenken bezweifle ich, ob zur Besorgung des Umlaufs derselben Gütermenge mehr Geld erforderlich sein würde, wenn die Preise durch die Besteuerung und nicht durch die Schwierigkeit der Hervorbringung erhöhet würden. Gesetzt, es werden 100,000 Quarter Getreide in einer gewissen Gegend und Zeit zu 4 £ für den Quarter verkauft und es steige der Preis des Getreides, zufolge einer direkten Auflage von 8 sh. auf den Quarter, auf 4 £ 8 sh., so wird, denk' ich, die nämliche Menge Geldes und nicht mehr erforderlich sein, um dieses Getreide zu dem erhöheten Preise in Umlauf zu setzen. Kaufte ich vorher 11 Quarter zu 4 £ und bin ich in Folge der Auflage genöthigt, meinen Verbrauch auf 10 Quarter zu vermindern, so brauche ich nicht mehr Geld, denn in beiden Fällen zahle ich 44 £ für mein Getreide. Das Publicum würde in der That ein Elftel weniger verzehren und die Regirung diesen Theil verbrauchen.
Das Geld zu dessen Ankauf würde durch die 8 sh. vom Quarter erzielt werden, welche von den Pächtern in Gestalt der Auflage zu erheben sind, aber der erhobene Betrag wird gleichzeitig denselben für ihr Getreide bezahlt werden. Desshalb ist die Auflage eine Naturalsteuer und macht nicht nöthig, dass mehr Geld, oder, wenn auch, nur so wenig mehr Geld angewendet wird, dass der Mehrbedarf ganz wohl ausser Acht gelassen werr den kann.