Dreizehntes Hauptstück. Steuern vom Golde.

Das Steigen der Güterpreise wird sich zuletzt, zufolge der Besteuerung oder Schwierigkeit der Hervorbringung, in allen Fällen einstellen; aber die Dauer der Zwischenzeit, ehe sich der Marktpreis der Güter ihrem natürlichen Preise gleichstellt, muss von der Natur des Gutes und von der Leichtigkeit abhängen, womit seine Menge vermindert werden kann. Könnte die Menge des besteuerten Gutes nicht verringert werden, könnte z. B. das Kapital des Pachters oder Hutmachers nicht hinweg und in andere Geschäfte hinüber gezogen werden; so würde es von keiner Folge sein, wenn ihre Gewinnste vermittelst der Steuer unter den allgemeinen Gleichstand herabgesetzt würden; so lange die Nachfrage nach ihren Waaren nicht wüchse, würden sie niemals in Stand kommen, den Marktpreis von Getreide und Hüten auf den gesteigerten natürlichen Preis zu erhöhen. Ihre Drohungen, ihre Gewerbe zu verlassen und ihre Kapitalien in mehr begünstigten Geschäften anzulegen, würden als leere Drohreden behandelt werden, die nicht in Erfüllung gebracht werden könnten; und es würde folglich der Preis nicht durch Verringerung der Hervorbringung gesteigert werden. Indessen es können Güter aller Gattungen in der Menge herabgesetzt werden und das Kapital kann aus Gewerben, die weniger gewinnbringend sind, gezogen und solchen zugewendet werden, die es mehr sind, aber mit verschiedenen Graden von Schnelligkeit. Im Verhältnisse als das Angebot eines besonderen Gutes, ohne Ungelegenheit für den Hervorbringer, leichter verringert werden <163> kann, wird sein Preis rascher steigen, nachdem die Schwierigkeit seiner Hervorbringung durch die Besteuerung oder irgend ein anderes Mittel vermehrt worden ist. Getreide ist für Jedermann ein unumgänglich nothwendiges Gut; darum wird auf die Nachfrage danach durch eine Steuer wenig Einfluss geäussert werden und desshalb könnte auch das Angebot davon nicht lange übermässig sein, selbst wenn die Hervorbringer bei der Zurückziehung ihrer Kapitalien vom Boden grossen Schwierigkeiten begegneten. Aus diesem Grunde wird der Getreidepreis durch die Besteuerung schnell gesteigert werden und der Pachter in Stand kommen, die Steuer von sich auf den Zehrer überzuwälzen.

Wären die Gruben, welche uns mit Gold versehen, in unserem Lande und wäre das Gold besteuert, so könnte es im gegenseitigen Tauschwerthe gegen andere Dinge nicht steigen, bis seine Menge abgenommen hätte. Dies würde insbesondere um so mehr der Fall sein, wenn Gold ausschliesslich zu Geld gebraucht würde. Es ist gewiss, dass die wenigst ergiebigen Gruben, diejenigen, welche keine Rente bezahlen, nicht länger bearbeitet werden könnten, da sie den allgemeinen Gewinnstsatz nicht zu geben vermöchten, bis der verhältnissmässige Tauschwerth des Goldes um so viel stiege, als die Steuer beträgt. Die Menge des Goldes und demnach auch jene des Geldes würde langsam verringert werden; sie würde in einem Jahre um ein Weniges, in einem anderen um ein wenig mehr abnehmen, und zuletzt würde sein Tauschwerth im Verhältnisse zur Steuer in die Höhe gehen; allein in der Zwischenzeit würden die Eigenthümer oder Actionäre, da sie die Steuer entrichteten, der leidende Theil sein, und nicht diejenigen, welche das Geld gebrauchen. Wenn die Regirung von jedem 1000 Quarter Weizen im Lande und von jedem in Zukunft erzielten 1000 Quarter 100 Quarter als Abgabe erhöbe, so würden die tibrigen 900 Quarter gegen dieselbe Menge anderer Güter umgetauscht werden, gegen welche es vorher die 1000 Quarter wurden; allein wenn dasselbe in Betreff des Goldes stattfände, wenn nun die Regirung von jedem 1000 £ Geld, das sich schon im Lande befindet oder in Zukunft erst herein gebracht würde, 100 £ als Steuer erheben könnte, so würden die übrigen 900 £ sehr <164> wenig mehr erkaufen, als 900 £ vorher. Die Abgabe würde auf denjenigen fallen, dessen Eigenlhum in Geld bestände, und würde dies so lange thun, bis die Geldmenge im Verhältnisse zur Vermehrung der Hervorbringungskosten, die durch die Steuer verursacht wurde, abgenommen hätte.

Dies würde vielleicht besonders noch mehr der Fall sein in Bezug auf ein zu Geld gebrauchtes Metall, als bei jedem anderen Gute, weil die Nachfrage nach Geld nicht auf eine bestimmt begrenzte Menge geht, wie die Nachfrage nach Tüchern oder Lebensmitteln. Die Nachfrage nach Geld wird durchaus von seinem Tauschwerthe bestimmt, und sein Tauschwerth von seiner Menge. Wäre Gold von doppelt so grossem Tauschwerthe, so würde die Hälfte seiner Menge im Umlaufe die nämlichen Dienste leisten, und wäre es nur von halb so grossem Tauschwerthe, so würde eine doppelt so grosse Menge davon nothwendig. Steigt der Markt-Tauschwerth des Getreides wegen der Besteuerung oder wegen der Schwierigkeit der Hervorbringung um ein Zehnttheil, so ist es noch zweifelhaft, ob irgend eine Wirkung dadurch auf die verzehrte Menge hervorgebracht würde, weil Jedermanns Nachfrage nur eine bestimmte Menge betrifft, und desshalb ein Jeder, wenn er die Mittel zum Kaufen hat, fortfahren wird, so viel zu verzehren als vorher; allein beim Gelde, da steht die Nachfrage genau im Verhältnisse zu seinem Tauschwerthe. Niemand könnte zweimal so viel Getreide verzehren, als er gewöhnlich zu seinem Unterhalte nothwendig hat; aber Jedermann, der nur die nämliche Menge von Gütern kauft und verkauft, kann genöthigt sein, zwei-, drei- oder mehrmal mehr Geld zu verwenden.

Die Beweisführung, deren ich mich so eben bediente, passt nur für diejenigen Zustände der Gesellschaft, in welchen die Edelmetalle zu Geld gebraucht werden und wo kein Papierkredit (paper credit) hergestellt ist. Das Metall Gold hat gleich allen anderen Waaren auf dem Markte seinen Tauschwerth, der zuletzt durch die verglichene Leichtigkeit oder Schwierigkeit seiner Hervorbringung bestimmt wird; und obschon es wegen seiner dauerhaften Natur und wegen der Schwierigkeit, seine Menge zu verringern, seinem Markt-Tauschwerthe nach nicht leicht Veränderungen unterworfen ist, so ist dennoch diese Schwierigkeit <165> durch den Umstand sehr vergrössert, dass man es zu Geld braucht. Wäre die Goldmenge auf dem Markte zum Behufe des Verkehrs nur 10,000 Unzen, und der jährliche Verbrauch in unseren Gewerken 2000 Unzen, so könnte es in einem Jahre im Tauschwerthe um ein Viertheil oder 25 % in die Höhe getrieben werden, sobald das jährliche Angebot ausbliebe; würde aber, zufolge seiner Verwendung zu Geld, eine Menge von 100,000 Unzen gebraucht, so würde sein Tauschwerth vor wenigstens zehn Jahren nicht um ein Viertheil steigen. Da Geld, welches aus Papier gemacht ist, in seiner Menge leicht vermindert werden kann, so würde sein Tauschwerth, obgleich ihm das Gold als Maassstab dient, so rasch wie der des Metalles selbst zunehmen; wenn das Metall, als ein nur ganz kleiner Theil des Umlaufes, einen sehr leisen Zusammenhang mit dein Gelde hätte.

Wäre Gold das Erzeugniss eines einzigen Landes und allgemein zu Geld gebraucht, so könnte auf dasselbe eine recht beträchtliche Auflage gelegt werden, welche auf kein Land fiele, ausgenommen im Verhältnisse, als ein solches das Gold in Gewerken und zu Geräthen gebrauchte; von dem Theile, welcher zu Geld verwendet wäre, würde, wenn auch eine starke Steuer erhoben werden könnte, dieselbe doch Niemand bezahlen. Dies ist eine besondere Eigenthümlichkeit des Geldes. Alle anderen Güter, wovon es eine beschränkte Menge gibt und welche nicht durch Mitbewerb vermehrt werden können, sind in Betreff ihres Werthes vom Geschmacke, von der Laune und von den Mitteln der Käufer abhängig; Geld dagegen ist ein Gut, welches zu vermehren, kein Land irgend einen Wunsch oder Bedürfniss hat; es entsteht kein grösserer Vortheil aus dem Gebrauche von zwanzig Millionen, als von zehn Millionen Umlaufsmitteln. Ein Land könnte einen Alleinhandel mit Seide oder Wein haben, und doch könnten die Preise von Seide und Wein fallen, weil in Folge von Laune, Mode oder Geschmack, Tuch und Branntwein vorgezogen und an die Stelle gesetzt werden könnten; dieselbe Wirkung könnte in einem gewissen Grade mit Gold stattfinden, in so fern als dasselbe in Gewerken gebraucht wird; allein während Geld das allgemeine Tauschmittel ist, so ist die Nachfrage danach keine Sache freier Wahl, sondern stets der <166> Noth wendigkeit. Ihr müsset es im Tausche für euere Güter nehmen, und deshalb gibt es keine Grenzen für die Menge davon, welche euch im auswärtigen Handel aufgedrungen wird, wenn es im Tauschwerthe sinkt, und keine Verminderung derselben, der ihr euch nicht unterwerfen müsset, wenn er steigt. Ihr könnet wohl in der That Papiergeld an dessen Stelle setzen, aber dadurch werdet und könnet ihr die Geldmenge nicht verringern, denn diese wird durch den Tauschwerth des Hauptgutes bestimmt, gegen welches es umtauschbar ist; nur durch die Erhöhung der Preise könnet ihr die Ausfuhr von Gütern aus einem Lande, wo sie mit wenig Geld gekauft werden, in ein anderes, wo sie für mehr verkauft werden können, verhüten, und diese Erhöhung kann nur durch Einfuhr von metallischem Gelde aus dem Auslande oder durch Schaffung oder Hinzugabe von Papiergeld im Inlande bewirkt werden. Wenn denn nun der König von Spanien, vorausgesetzt er sei im ausschliesslichen Besitze der Gruben, und Gold allein werde zu Geld gebraucht, auf Gold eine beträchtliche Abgabe legte, so würde er dessen natürlichen Tauschwerth um sehr viel steigern; und da sein Markttauschwerth in Europa zuletzt durch seinen natürlichen Tauschwerth in Spanisch-Amerika bestimmt wird, so würden von Europa für eine gegebene Menge Goldes mehr Waaren gegeben werden. Aber in Amerika würde nicht die nämliche Menge Goldes hervorgebracht werden, da sein Tauschwerth nur im Verhältnisse zur Verringerung seiner Menge erhöhet würde, die wieder eine Folge der Vermehrung der Hervorbringungskosten wäre. In Amerika würde man nicht mehr Güter, als vorher, im Tausche für all' sein Gold erhalten; und man kann fragen, wo denn eigentlich der Vortheil Spaniens und seiner Kolonien liegen würde? Er würde darin bestehen, dass, wenn weniger Gold hervorgebracht würde, zu dessen Hervorbringung weniger Kapital verwendet würde; aus Europa würde vermittelst der Anwendung des kleineren Kapitals der gleiche Tauschwerth an Gütern eingeführt werden, welcher zuvor vermittelst Anwendung eines grösseren erlangt wurde; und deshalb würden alle Erzeugnisse, welche vermittelst der Anwendung des, den Goldgruben entzogenen, Kapitals erlangt würden, ein Vortheil sein, welchen Spanien aus der Umlage <167> jener Steuer bezöge, und welchen es nicht in solcher Reichlichkeit oder mit solcher Gewissheit beziehen würde, wenn es den Alleinhandel mit irgend einer anderen Waarengattung besässe. Von solch' einer Steuer, in so weit sie das Geld betrifft, würden die Völker von Europa keinerlei Nachtheil erleiden; sie werden die nämliche Gütermenge, und folglich auch dieselberi Genussmittel haben, wie zuvor, aber diese Gtlter würden durch eine geringere, weil werthvallere, Menge Geldes in Umlauf gesetzt.

Würde in Folge der Steuer nur ein Zehnttheil der gegenwärtigen Goldmenge aus den Gruben bezogen, so würde dieses Zehnttheil von gleichem Tauschwerthe sein, w ie die jetzt erbeuteten zehn Zehnttheile. Allein der König von Spanien ist nicht ausschliesslich im Besitze der Edelmetallgruben; und wenn er's auch wäre, so würde sein Vortheil aus dem Besitze und seine Steuergewalt durch die Begrenzung des Begehrs und Verbrauchs in Europa zufolge der allgemeinen, in grösserem oder geringerem Grade eingeführten, Ausgabe von Papiergeld um sehr vieles verringert werden. Das Uebereinstimmen der Markt- und natürlichen Preise der Güter hängt zu allen Zeiten von der Leichtigkeit ab, womit das Angebot erhöht oder erniedrigt werden kann. Bei Gold, Häusern und Arbeit, so wie auch bei manchen anderen Dingen, kann diese Wirkung, unter gewissen Umständen, nicht leicht hervorgebracht werden. Allein anders ist es bei denjenigen Gütern, welche von Jahr zu Jahr verbraucht und wieder hervorgebracht werden, wie z.B. bei Hüten, Schuhen, Getreide und Tuch; sie können herabgesetzt werden, wenn es nöthig ist, und es kann keine lange Zwischenzeit verstreichen, bis das Angebot im Verhältnisse zur vergrösserten Ausgabe für die Hervorbringung verkürzt ist.

Eine Auflage auf Roherzeugnisse von der Erdoberfläche wird, wie wir gesehen haben, auf die Verzehrer fallen und auf keine Weise, die Rente berühren, es sei denn, dass sie durch Verminderung der Mittel zur Erhaltung der Arbeit den Arbeitslohn herabsetzt, die Bevölkerung verringert und die Nachfrage nach Getreide erniedrigt. Allein eine Abgabe vom Erzeugnisse der Goldgruben muss, durch Erhöhung des Tauschwerthes dieses Metalls, nothwendig die Nachfrage danach herabstimmen, und deshalb Kapital aus der Anwendung entfernen, zu welcher es <168> angelegt war. Wenngleich nun Spanien aus einer Auflage auf Gold alle die Vortheile einernten würde, welche ich dargethan habe, so würden doch die Eigenthümer derjenigen Gruben, aus denen Kapital weggezogen worden war, ihre ganze Rente einbüssen. Dies wäre eine Zubusse für Einzelne, aber kein Verlust für das Volk; denn Rente ist keine Schaffung, sondern vielmehr nur eine Uebertragung von Vermögen: der König von Spanien und die Eigenthümer der Gruben, welche bebauet zu werden fortfahren, würden zusammen nicht blos dasjenige empfangen, was das befreite Kapital hervorbrächte, sondern auch alles dasjenige, was die anderen Eigenthümer verlören.

Gesetzt, es würden die Gruben der 1., 2. und 3. Klasse bebauet, die Ausbeute sei entsprechend 100, 80 und 70 Pfunde Gold und darum die Rente von No. 1 dreissig und von No. 2 zehn Pfunde. Angenommen nun, die Steuer bestehe aus 70 Pfunden Gold jährlich von jeder im Gange befindlichen Grube, und es könne folglich nur die No. 1 mit Vortheil bebauet werden; so ist es einleuchtend, dass alle Rente unmittelbar verschwinden würde. Vor der Steuerauflage wurde von den 100 Pfunden, die aus No. 1 gewonnen wurden, eine Rente von 30 Pfunden bezahlt, und der Bearbeiter der Grube behielt noch 70 übrig, eine Summe, gleich dem Erzeugnisse der wenigst ergiebigen Grube. Der Tauschwerth davon denn, was dem Kapitalisten der Grube No. 1 noch verbleibt, muss so gross sein wie zuvor, oder derselbe würde nicht den gemeinen Kapitalgewinn einnehmen; und folglich muss, nach der Entrichtung von 70 Pfunden als Steuer von jenen 100 Pfunden, der Tauschwerth der übrig gebliebenen 30 Pfunde so gross sein, als der von 70 Pfunden zuvor und eben deshalb auch der Tauschwerth des ganzen Hunderts so gross als jener von 233 Pfunden zuvor. Sein Tauschwerth könnte wohl höher sein, allein nicht niedriger, oder selbst diese Grube würde verlassen werden. Da das Gold eine Monopol-Waare ist, so könnte es seinen natürlichen Tauschwerth übersteigen und alsdann würde es eine Rente bezahlen, gleich diesem Ueberschusse; allein kein Kapital würde auf diese Grube verwendet werden, wenn das Gold unter diesem Tauschwerthe stände. Zur Gegengabe für ein Dritttheil der auf die Gruben verwendeten Arbeit und Kapitalien würde Spanien so <169> viel Gold erhalten, dass es dafür die nämliche oder beinahe dieselbe Gütermenge eintauschen, könnte, als wie vorher. Es würde um den Ertrag der, aus den Gruben frei gemachten, zwei Dritttheile der Arbeit und Kapitalien reicher sein, als vorher. Sollte derTauschwerth der 100 Pfunde Gold gleich jenem der vorher erbeuteten 250 Pfunde sein, so würde der Antheil des Königs von Spanien, seine 70 Pfunde, nach dem früheren Tauschwerthe 175 Pfunden gleich sein: nur ein geringer Theil der königlichen Auflage würde auf die eigenen Unterthanen fallen, der grössere Theil würde durch die bessere Vertheilung des Kapitals erlangt.

Die Rechnung würde für Spanien so stehen:

Früheres Ergebniss:
Gold 250 Pfunde (angenommen) gleich dem
Tauschwerthe von 10,000 Yards Tuch.
Jetziges Ergebniss:
Von den zwei Kapitalisten, welche die Gruben
verliessen, derselbe Tauschwerth von
140 Pfunden Gold, der früher dafür ein-
getauscht wurde, gleich 5,600
Von dem Kapitalisten, der die Grube No. 1
betreibt, 30 Pfunde Gold nach der Tausch-
werthsvermehrung von 1 zu 2 1 / 2 uns
deshalb nur im Tauschwerthe gleich 3,000
Abgabe an den König von 70 Pfunden, eben
so nach der Tauschwerthserhöhung von
1 zu 2 1 / 2 , und deshalb jetzt im Tausch-
werthe gleich 7,000
15,600 Yards Tuch.

Von den 7000, die der König einnimmt, würde das spanische Volk nur 1400 entrichten und 5600 wären reiner Gewinn, bewirkt durch das aus den Gruben befreite Kapital.

Wenn die Auflage, anstatt eine feste Summe von jeder bebauten Grube zu sein, einen bestimmten Theil ihres Ertrags ausmachte, so würde die Menge nicht unmittelbar dem zufolge geringer werden. Würde die Hälfte, ein Viertheil oder ein Dritttheil der Ausbeute jeder Grube durch die Steuer wegge <170> nommen, so läge es doch nichtsdestoweniger im Vortheile der Eigner, die Ausbeute ihrer Gruben so reichlich zu machen, als vorher; allein wäre die Menge nicht verringert, sondern, blos ein Theil der Ausbeute vom Eigner auf den König übertragen, so würde ihr Tauschwerth nicht steigen; die Auflage würde auf das Kolonialvolk fallen, und kein Vortheil gewonnen werden. Eine Steuer dieser Gattung würde die Wirkung haben, welche nach A. Smith' s Annahme Abgaben von Roherzeugnissen auf die Grundrente ausüben würden; sie würde gänzlich auf die Grubenrente fallen. Triebe man sie noch ein wenig weiter, dann würde in der That die Steuer nicht nur die ganze Rente verschlingen, sondern sogar den Bearbeiter der Grube um den gemeinen Kapitalgewinnst berauben, und derselbe würde demgemäss sein Kapital aus der Hervorbringung von Gold hinwegziehen. Würde die Steuer noch mehr erhöhet, dann würde auch die Rente noch besserer Gruben verschlungen und noch mehr Kapital zurückgezogen werden; und so würde die Menge des Goldes fortwährend abnehmen, sein Tauschwerth steigen und es würden sich die nämlichen Wirkungen einstellen, welche wir bereits auseinandergesetzt haben; ein Theil der Abgabe würde von dem spanischen Kolonialvolke getragen werden und der andere eine Schaffung neuer Erzeugnisse sein, indem er die Kraft desjenigen Werkzeuges erhöhete, welches als Tauschmittel gebraucht wird.

Auflagen auf Gold sind von zweierlei Gattung, die Eine auf die wirkliche in Umlauf befindliche, die Andere auf die jährlich aus den Gruben erbeutete Menge Goldes. Beide haben das Streben, die Goldmenge zu verringern, und den Tauschwerth des Goldes zu erhöhen; aber durch keine von beiden wird sein Tauschwerth gesteigert werden, bis dessen Menge verringert würde; und darum werden solche Auflagen eine Zeit lang, bis das Angebot abgenommen hat, auf die Geldbesitzer fallen; allein zuletzt wird derjenige Theil, welcher fortwährend auf das Gemeinwesen fällt, von dem Grubeneigner in der Herabsetzung seiner Rente und von den Käufern desjenigen Theiles vom Golde entrichtet werden, der als ein Genussgut für Jedermann gebraucht und nicht ausschliesslich als Umlaufsmittel abgesondert wird. <171>