Zehntes Hauptstück. Steuem von der Rente.

Eine Auflage auf die Rente würde blos die Rente treffen; sie würde ganz auf die Grundherren fallen und könnte nicht auf irgend eine Klasse der Zehrer (consumers) übergewälzt werden. Der Grundherr könnte seine Rente nicht steigern, weil er den Unterschied zwischen dem Erzeugnisse, welches von dem mindest hervorbringenden angebauten Boden bezogen wird, und demjenigen, welches man von Boden jeder anderen Beschaffenheit erlangt, unverändert lassen würde. Drei Bodenarten, No. 1, 2 und 3, sind angebaut und ertragen bei gleicher Arbeit entsprechend 180, 170 und 160 Quarler Weizen; aber No. 3 gibt keine Rente und ist deshalb steuerfrei; die Rente von No. 2 kann nicht über den Tauschwerth von zehn, und jene von No. 1 nicht über jenen von 20 Quarter gesteigert werden. Solch' eine Steuer könnte den Preis der Roherzeugnisse nicht erhöhen, weil der Anbauer von No. 3, da er weder Rente noch Steuer bezahlt, durchaus nicht im Stande wäre, den Preis des hervorgebrachten Gutes zu steigern. Eine Steuer von der Rente würde vom Anbaue neuen Bodens nicht abschrecken, denn solcher Boden zahlt keine Rente und würde steuerfrei sein. Wenn No. 4 in Anbau gebracht würde und 150 Quarter trüge, so würde für solchen Boden keine Steuer bezahlt werden; aber er würde auf No. 3 eine Rente von 10 Quarter verschaffen, welcher dann anfangen würde, die Steuer zu bezahlen.

Eine Steuer von der Rente, nach den dermaligen Bestand <145> theilen der letzteren (as rent is constituted), würde von dem Bodenanbau abhalten, weil sie eine Steuer von den Gewinnsten des Grundherrn wäre. Der Ausdruck Grundrente, wie ich schon anderswo bemerkt habe, wird von dem ganzen Betrage des Tauschwerthes gebraucht, welchen der Pachter an den Grundherrn bezahlt und wovon nur ein Theil eigentlich Rente ist. Die Baulichkeiten, die wand-, nied- und nagelfesten Geräthe und andere vom Grundherrn vorausgemachte Anlagen, bilden eigentlich einen Theil des Pachtgutkapitals und würden, wenn sie der Grundherr nicht gestellt hätte, vom Pachter haben besorgt werden müssen. Rente ist die an den Grundherrn für die Benutzung des Bodens und für die Benutzung des Bodens allein bezahlte Summe. Die weitere Summe, welche an denselben unter dem Namen Rente entrichtet wird, wird für den Gebrauch der Baulichkeiten u. s. w. gegeben und ist wirklich Gewinnst von dem Kapitale des Grundherrn. Bei der Besteuerung der Rente würde, wenn man keinen Unterschied zwischen dem für die Benutzung des Bodens und dem für den Gebrauch des Kapitals des Grundherrn bezahlten Antheile machte, ein Theil der Steuer auf die Gewinnste des Grundherrn fallen und deshalb den Muth zum Bodenanbaue benehmen, es sei denn, dass der Preis des Bodenerzeugnisses in die Höhe ginge. Von demjenigen Boden, für dessen Benutzung keine Rente bezahlt würde, könnte dem Grundherrn unter diesem Namen eine Vergütigung für den Gebrauch der Baulichkeiten entrichtet werden. Diese Baulichkeiten würden nicht errichtet, auch würden auf solchem Boden keine Roherzeugnisse gezogen werden, bis der Preis, zu welchem sie verkauft werden, nicht blos alle üblichen Auslagen, sondern auch noch die weitere der Steuer decken würde. Dieser Theil der Steuer fällt nun weder auf den Grundherrn, noch auf den Pachter, sondern auf den Verzehrer des Roherzeugnisses.

Da kann nicht lange ein Zweifel obwalten, dass, wenn eine Steuer auf die Rente gelegt würde, die Grundherren alsbald einen Weg finden würden, um zu unterscheiden zwischen demjenigen, was an sie für die Benutzung des Bodens, und dem. jenigen, was für den Gebrauch der Baulichkeiten und der Verbesserungen entrichtet wird, welche mit Hilfe des Kapitals der Grundherren gemacht sind. Das Letztere würde entweder Haus <146> und Baurente genannt werden oder aber es müssten auf allem frisch in Anbau genommenen Boden solche Baulichkeiten und Verbesserungen vom Pachter, und nicht vom Grundherrn übernommen werden. Des Grundherrn Kapital könnte in der That wirklich zu diesem Behufe verwendet werden; es könnte dem Namen nach vom Pachter ausgelegt werden, während der Grundherr ihm dazu die Mittel böte, entweder in der Form eines Anleihens oder durch Kauf einer Zeitrente für die Dauer der Pachtzeit. Ob nun wirklich unterschieden oder nicht, es besteht ein wirklicher Unterschied zwischen der Natur der Vergütigungen, welche der Grundherr für diese verschiedenen Gegenstände bekommt; und es ist ganz gewiss, dass eine Steuer von der wirkliehen Grundrente gänzlich auf den Grundherrn, dagegen aber eine Steuer von derjenigen Vergütigung, welche der Grundherr für den Gebrauch seines auf das Pachtgut verwendeten Kapitals erhält, in einem vorschreitenden Lande, auf den Verzehrer des Roherzeugnisses fällt. Wenn man eine Steuer auf die Rente legen würde, ohne die Mittel zur Sonderung der Vergütigung, welche dermalen vom Pachter an den Grundherrn unter dem Namen Rente bezahlt wird, zu ergreifen, so würde die Steuer, in so weit sie die Rente von den Baulichkeiten und wand-, niet- und nagelfesten Geräthen beträfe, niemals irgend eine Zeit lang auf den Grundherrn, sondern auf den Verzehrer fallen. Das auf diese Baulichkeiten u. s. w. verwendete Kapital muss den üblichen Kapitalgewinnst einbringen; allein es würde aufhören, diesen Gewinnst auf dem zuletzt angebauten Boden zu ertragen, wenn die Ausgaben für diese Baulichkeiten u. s. w. nicht auf den Pachter fielen; und wenn sie dies thäten, so würde der Pachter aufhören, seinen üblichen Gewinnst zu machen, es sei denn, dass er dessen Zahlung dem Verzehrer aufladen könnte. <147>