Neuntes Hauptstück. Steuern von Roherzeugnissen.

Ich habe in einem früheren Theile dieses Werkes, wie ich hoffe zur Genüge, das Grundgesetz dargethan, dass der Preis des Getreides durch seine Hervorbringungskosten auf demjenigen Boden ansschliesslich oder vielmehr mit demjenigen Kapitale ausschliesslich bestimmt wird, welche keine Rente bringen. Daraus folgt, dass Alles, was irgend die Hervorbringungskosten vermehrt, auch den Preis erhöht, und was auch immer dieselben vermindert, auch den Preis herabsetzt. Die Nothwendigkeit, ärmeren Boden zu bebauen oder auf bereits angebauten Boden vermittelst eines Kapitalzusatzes einen geringeren Ertrag zu bekommen, wird unausweichlich den Tauschwerth der Roherzeugnisse erhöhen. Die Erfindung von Maschinen, welche den Anbauer in Stand setzen, sein Getreide mit weniger Hervorbringungskosten zu erlangen, wird natürlich seinen Tauschwerth verringern. Jede Steuer (tax), welche dem Anbauer auch immer auferlegt ist, sei es in Gestalt der Landtaxe (land-tax), des Zehnten, oder einer Auflage auf das Erzeugniss (tax on the produce), wenn er ein solches bezieht, wird die Hervorbringungskosten vermehren und folglich den Preis der Roherzeugnisse steigern.

Wenn der Preis der Roherzeugnisse nicht hoch genug stiege, um den Anbauer für die Steuer zu entschädigen, so würde er natürlich ein Geschäft verlassen, in welchem sein Gewinnst unter dem allgemeinen Gleichstand der Gewinnste stände; dies würde eine Verminderung des Angebotes verursachen; bis der <128> ungeschwächte Begehr ein solches Steigen im Preise der Roherzeugnisse hervorgebracht hätte, dass dadurch der Bodenanbau gleich gewinnbringend würde, wie die Anlage des Kapitals in irgend einem anderen Geschäfte.

Ein Steigen des Preises ist das einzige Mittel, wodurch er die Steuer bezahlen, und fortfahren könnte, den üblichen und allgemeinen Gewinnst aus dieser Kapitalanwendung zu ziehen. Er könnte ohnedies die Steuer von der Rente nicht abziehen, und den Grundherrn nicht sie zu zahlen zwingen, denn er bezahlt keine Rente. Er würde sie nicht von seinem Gewinnste abziehen; denn es ist kein Grund vorhanden, warum er mit einer Kapitalanwendung fortfahren sollte, die ihm kleine Gewinnste gibt, während doch alle andere Geschäfte grössere eintragen. Es kann sich daher hier nur darum handeln, dass er die Macht habe, den Preis der Roherzeugnisse um eine, der Steuer gleichkommende, Summe zu erhöhen.

Eine Steuer von Roherzeugnissen wird nicht von dem Grundherrn, auch nicht vom Pachter, sondern vom Verzehrer in einem erhöheten Preise bezahlt.

Rente ist, man muss sich daran erinnern, der Unterschied zwischen dem Erzeugnisse, das man durch Anwendung gleicher Theile Kapital und Arbeit auf Boden der nämlichen oder verschiedener Art und Beschaffenheit erlangt. Zudem ist zu erinnern, dass die Geldrente und Getreiderente sich nicht in gleichem Verhältnisse verändern.

Bei einer Steuer von Roherzeugnissen, bei einer Landtaxe oder beim Zehnten wird sich die Getreiderente verändern, während die Geldrente dieselbe bleibt, wie zuvor.

Wenn, wie wir schon früher angenommen haben, der in Anbau befindliche Boden von dreierlei Art und Beschaffenheit wäre und mit gleichem Kapitalbetrage

180 Quarter Getreide gewonnen würden von Boden No. 1,
170 2,
160 3,

so würde die Rente von No. 1 sein 20 Quarter, der Unterschied zwischen dem Ertrage von No. 3 und No. 1; die Rente von No. 2 aber 10 Quarter, der Umerschied zwischen dem Ertrage von No. 3 und No. 2; während No. 3 gar keine Rente bezahlt. <129>

Wenn nun der Getreidepreis 4 £ p. Quarter wäre, so würde die Geldrente von No. 1 sein 80 £ und jene von No. 2 dagegen 40 £.

Gesetzt, es werde auf Getreide eine Steuer von 8 sh. per Quarter gelegt; dann würde der Preis auf 4 £ 8 sh. steigen; und wenn die Grundherren noch eben so viel Getreiderente, wie vorher, bezögen, so würde die Geldrente von No. 1 sein 88 £ und von No. 2 dagegen 44 £. Allein sie würden eben nicht eine eben so grosse Getreiderente beziehen; die Steuer würde schwerer auf No. 1 als auf No. 2, und schwerer auf No. 2 als auf No. 3 fallen, weil sie von einer grösseren Menge von Getreide erhoben würde. Die Schwierigkeit der Hervorbringung auf No. 3 bestimmt den Preis; und das Getreide steigt auf 4 £ 8 sh., damit der Gewinnst von dem auf No. 3 angelegten Kapitale mit dem allgemeinen Gewinnste in Gleichgewicht sein kann.

Das Erzeugniss und die Steuer von den drei Bodenarten wird sein, wie folgt:

No. 1 erträgt 180 Quarler zu 4 £ 8 sh. p. Qr. 792 £
Ab den Tausch
werth von 16,3 Qr. oder 8 sh. p. Qr. von 180 72 £
Reinerzeugniss
an Getreide 163,7 Qr. an Geld 720 £
No. 2 erträgt 170 Quarter zu 4 £ 8 sh. p. Qr. 748 £
Ab den Tausch-
werth von 15,4 Qr. oder 8 sh. p. Qr. von 170 68 £
Reinerzeugniss
an Getreide 154,6 Qr an Geld 680 £
No. 3 erträgt 160 Quarter zu 4 £ 8 sh. p. Qr. 704 £
Ab den Tausch
werth von 14,5 Qr. oder 8 sh. p. Qr. von 160 64 £
Reinerzeugniss
an Getreide 145,5 Qr an Geld 640 £.

Die Geldrente von No. 1 würde immer noch 80 £ oder der Unterschied zwischen 640 und 720 £ sein, und jene von No. 2 nur 40 £ oder der Unterschied zwischen 640 und 680 £, genau eben so viel wie zuvor; aber die Getreiderente wird von <130> 20 Quarter bei No. 1 auf 18,2 Quarter, den Unterschied zwischen 145,5 und 163,7 Quarter, jene von No. 2 aber von 10 auf 9,1 Quarter, den Unterschied zwischen 145,5 und 454,6 Quarter herabgehen.

Eine Steuer vom Getreide würde also auf den Verzehrer des Getreides fallen und dessen Tauschwerth, im Vergleiche mit allen anderen Gütern, in einem, zur Steuer im Verhältnisse stehenden, Grade erhöhen. Im Verhältnisse als Roherzeugnisse bei der Verfertigung anderer Güter mit einlaufen, würde auch ihr Tauschwerth gesteigert werden, es sei denn, dass der Steuer durch andere Ursachen die Waage gehalten würde. Sie würden in der That mittelbar besteuert und ihr Tauschwerth würde im Verhältnisse zur Steuer steigen.

Indessen eine Steuer von Roherzeugnissen und von den Bedürfnissen der Arbeiter würde eine andere Wirkung haben, - sie würde den Arbeitslohn in die Höhe treiben.

Da das Hauptnahrungsmittels der Arbeiter das Getreide ist, würden sich die Preis- und Lohnerhöhung gegenseitig aufheben.

Wegen der Wirkung des Bevölkerungsgesetzes auf die Zunahme der Menschheit bleibt der Arbeitslohn der niedrigsten Klasse niemals viel über dem Satze stehen, welchen Natur und Gewohnheit zum Unterhalte der Arbeiter erheischen. Diese Klasse vermag niemals irgend einen beträchtlichen Antheil an der Besteuerung zu tragen; und sie würde folglich, wenn sie für den Weizen p. Qr. noch 8 sh. mehr zu zahlen hätte und in etwas geringerem Maasse auch bei anderen Bedürfnissen, von demselben Arbeitslohne, wie zuvor, nicht leben und das Geschlecht der Arbeiter nicht fortpflanzen können. Der Arbeitslohn würde unausweichlich und nothwendig steigen; und in dem Verhältnisse, wie er steigen würde, würde der Gewinnst fallen. Der Staat würde von allem im Lande verbrauchten Getreide eine Steuer von 8 sh. erheben, wovon ein Theil unmittelbar von den Verzehrern des Getreides, der andere aber mittelbar von Denjenigen, welche die Arbeit anwenden, bezahlt und den Gewinnst auf dieselbe Weise treffen würde, wie wenn der Arbeitslohn wegen der gestiegenen Nachfrage nach Arbeit im Vergleiche mit dem Regehre oder wegen der zunehmenden Schwierigkeit, die für die Arbeiter erforderlichen Nahrungs- und anderen Redürfnissmittel zu erlangen, in die Höhe getrieben worden wäre.

In so weit als die Steuer die Verzehrer träfe, würde sie <131> eine gleiche Steuer sein, allein in so fern sie den Gewinnst träfe, würde sie eine ungleiche Steuer sein; denn sie würde weder auf den Grundherrn noch auf den Kapitaleigenthümer wirken, da sie fortwährend, der Eine dieselbe Geldrente, der Andere dieselben Zinsen, erhalten würden, als wie zuvor. Eine Steuer von den Bodenerzeugnissen würde denn also wirken, wie folgt:

  1. Sie würde den Preis der Roherzeugnisse um eine der Steuer gleichkommende Summe steigern und folglich auf jeden Zehrer fallen im Verhältnisse seiner Verzehrung.
  2. Sie würde den Arbeitslohn erhöhen und den Gewinnst erniedrigen.

Man kann denn nun gegen solch' eine Steuer einwenden:

  1. Dass sie, indem sie den Arbeitslohn erhöhet und den Gewinnst erniedrigt, eine ungleiche Steuer ist, in so fern sie das Einkommen des Pachters, Handelsmannes und Gewerksmanues trifft und das Einkommen des Grundherrn, Kapitalisten und Anderer, welche festes Einkommen geniessen, steuerfrei lässt.
  2. Dass zwischen dem Steigen des Getreidepreises und jenem des Arbeitslohnes eine beträchtliche Zeit verstreicht, während welcher die Arbeiter viel Ungemach erfahren würden.
  3. Dass die Erhöhung des Arbeitslohnes und die Erniedrigung des Gewinnstes ein Abschreckungsmittel gegen Kapitalansammlung ist und auf dieselbe Weise wirkt, wie natürliche Armuth des Bodens.
  4. Dass durch Steigerung des Preises der Roherzeugnisse die Preise aller Güter, bei deren Verfertigung Roherzeugnisse mit einlaufen, in die Höhe getrieben werden und wir folglich auf dem allgemeinen Markte mit den ausländischen Gewerken unler gleichen Bedingungen nicht mitbewerben können.

In Betreff des ersten Einwurfes, dass sie, indem sie den Arbeitslohn erhöht und den Gewinnst erniedrigt, ungleich wirkt, in so fern sie das Einkommen des Pachters, Handelsmannes und Gewerksmanues trifft, und das Einkommen des Grundherrn, Rapitaleigenthümers und Anderer, die ein festes Einkommen beziehen, steuerfrei lässt, - kann erwidert werden, dass, wenn <132> die Wirkung der Steuer ungleich ist, es der Gesetzgebung zusteht, sie gleich zu machen durch die unmittelbare Besteuerung der Grundrente und der Kapitalzinsen. Dadurch würden alle Gegenstände einer Einkommensteuer erreicht, ohne die Unbequemlichkeit, seine Zuflucht zu der schädlichen Maassregel einer Durchspähung der Angelegenheiten eines Jeden nehmen zu müssen und Beamte mit Vollmachten zu bewaffnen, welche den Gewohnheiten und Gefühlen eines freien Landes widerstreiten.

In Betreff des zweiten Einwurfes, dass zwischen dem Steigen des Getreidepreises und jenem des Arbeitslohnes eine beträchtliche Zeit verstreiche, während welcher die Arbeiter viel Ungemach erfahren würden, - erwidere ich, dass, unter verschiedenen Umständen, der Arbeitslohn dem Preise der Roherzeugnisse mit sehr verschiedenen Graden der Schnelligkeit folgt; dass in einigen Fällen durch das Steigen des Getreidepreises gar keine Wirkung auf den Arbeitslohn hervorgebracht wird; dass in anderen Fällen das Steigen des Arbeitslohnes dem Steigen des Getreidepreises vorausgeht, dagegen in manchen die Wirkung auf den Arbeitslohn langsam, in anderen aber rasch ist.

Diejenigen, welche behaupten, dass es der Preis der Bedürfnisse sei, welcher den Preis der Arbeit bestimme, jedesmal nach der besonderen Stufe des Fortschrittes, auf welchem sich die Gesellschaft befindet, scheinen zu bereitwillig zugegeben zu haben, dass auf ein Steigen oder Fallen des Preises der Bedürfnisse sehr langsam eine Erhöhung oder Erniedrigung des Arbeitslohnes folge. Ein hoher Preis der Lebensmittel kann von verschiedenen Ursachen herrühren und demgemäss auch sehr verschiedene Wirkungen hervorbringen. Er kann herrühren

  1. von unzureichendem Angebote;
  2. von stufenweise zunehmender Nachfrage, welche zuletzt noch von vermehrten Hervorbringungskosten begleitet sein kann;
  3. von einem Sinken des Tauschwerthes des Geldes;
  4. von Auflagen auf die Bedürfnisse.

Diese vier Ursachen sind von Denjenigen nicht hinlänglich unterschieden und getrennt worden, welche über den Einfluss eines hohen Preises der Bedürfnisse auf den Arbeitslohn Unter <133> suchungen angestellt haben. Wir wollen sie, eine jede ftlr sich, besonders prüfen.

Eine schlechte Ernte wird einen hohen Preis der Nahrungsmittel hervorbringen, und der hohe Preis ist das einzige Mittel, wodurch die Verzehrung gezwungen wird, sich nach dem Stande des Angebotes zu richten. Wären alle Getreidekäufer reich, so könnte der Preis auf jede Höhe steigen, und dennoch würde das Ergebniss kein anderes sein; der Preis würde am Ende so hoch werden, dass die wenigst Reichen gezwungen wären, sich den Gebrauch eines Theiles von der Menge, welche sie gewöhnlich verzehrten, zu versagen, da durch Verminderung der Verzehrung allein die Nachfrage innerhalb der Grenzen des Angebotes zurückgebracht werden kann. Unter solchen Umständen kann keine Staatsmaassregel verkehrter sein, als die gewaltsame Bestimmung des Geldlohnes nach dem Preise der Nahrungsmittel, wie häufig bei unrichtiger Anwendung der Armengesetze geschehen ist. Solch' eine Maassregel verschafft dem Arbeiter keine wirkliche Erleichterung, weil ihre Wirkung ist, den Getreidepreis noch höher zu steigern, und weil er am Ende gezwungen wird, seine Verzehrung im Verhältnisse des beschränkten Angebotes zu beschränken. Im natürlichen Gange der Ereignisse würde ein zufolge schlechter Jahreszeiten unzureichendes Angebot, ohne alles verderbliche und unkluge Einmischen des Staates, kein Steigen des Lohnes zur Folge haben. Die Erhöhung des Lohnes ist für die Empfänger desselben nur nominal; sie vermehrt den Mitbewerb auf dem Getreidemarkte, und ihre letzte Wirkung ist die Steigerung der Gewinnste der Getreidebauer und Getreidehändler. Der Arbeitslohn wird der Wirklichkeit nach durch das Verhältniss zwischen Angebot und Nachfrage nach Bedürfnissmitteln und zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeit bestimmt; und das Geld ist blos das Mittel oder der Maassstab, worin der Arbeitslohn ausgedrückt wird. In diesem Falle ist denn das Elend der Arbeiter unabwendbar und keine Gesetzgebung kann ein Gegenmittel herbeischaffen, ausgenommen durch die Einfuhr von mehr Nahrungsmitteln oder durch Annahme der geeignetsten Ersatzmittel.

Wann ein hoher Getreidepreis die Folge erhöhter Nachfrage ist, dann ist ihm jedesmal eine Erhöhung des Arbeitslohnes <134> vorher gegangen, denn die Nachfrage kann nicht grösser werden, ohne Vermehrung der Mittel unter dem Volke zur Bezahlung dessen, was es begehrt. Eine Kapitalansammlung bringt natürlich eine erweiterte Mitbewerbung unter den Anwendern der Arbeit und demzufolge eine Erhöhung ihres Preises hervor. Der erhöhte Arbeitslohn wird nicht immer unmittelbar für Nahrungsmittel ausgegeben, sondern vielmehr zuerst bestimmt, zu den anderen Genüssen des Arbeiters beizutragen. Seine verbesserte Lage bewegt ihn und setzt ihn in Stand zu heirathen, und alsdann überwiegt die Nachfrage nach Nahrung zum Unterhalte seiner Familie natürlich jener nach diesen anderen Genüssen, für welche sein Arbeitslohn zu Zeiten ausgegeben wurde. Das Getreide steigt alsdann im Preise, weil die Nachfrage danach zunimmt, weil es in der Gesellschaft Leute gibt, welche mehr Mittel zu dessen Bezahlung haben; und der Gewinnst des Pachters wird über den allgemeinen Gleichstand der Gewinnste erhöht werden, bis die erforderliche Menge von Kapital auf dessen Hervorbringung verwendet ist. Ob, nachdem sich dies eingestellt hat, das Getreide wieder auf seinen früheren Preis zurücksinken oder anhaltend höher bleiben werde, wird von Art und Beschaffenheit des Bodens abhängen, von welchem die vergrösserte Menge Getreides bezogen worden ist. Wird dieselbe von Boden von der nämlichen Fruchtbarkeit, als wie derjenige ist, welcher zuletzt in Anbau stand, und ohne grössere Kosten der Arbeit bezogen, so wird der Preis auf seinen früheren Stand fallen; wird sie aber von ärmerem Boden bezogen, so wird er sofort anhaltend höher bleiben. Der hohe Arbeitslohn in dem ersten Falle rührt von einer Zunahme der Nachfrage nach Arbeit her: in so weit er zur Verehelichung ermuntert und die Mittel zum Unterhalte der Kinder herbeischafft, bringt er die nämliche Wirkung hervor wie die Erhöhung der Nachfrage nach Arbeit. Wann aber das Angebot herbeigeschafft ist, dann wird der Arbeitslohn wieder auf seinen früheren Stand herabsinken, wenn das Getreide auch auf seinen früheren Preis herabgegangen isl; er wird aber auf einen höheren Stand, als der frühere war, steigen, wenn das erhöhete Angebot an Getreide auf Boden niederer Art und Beschaffenheit hervorgebracht worden ist. Ein hoher Preis ist durchaus nicht unvereinbar <135> mit reichlichem Angebote: der Preis ist anhaltend hoch, nicht weil die Menge unzureichend ist, sondern weil die Hervorbrngungskosten gestiegen sind. Allgemein stellt sich heraus, dass, wann die Bevölkerung einen Antrieb zur Vergrösserung erhalten hat, eine grössere Wirkung hervorgebracht wird, als der Fall erfordert; die Bevölkerung kann um so viel vergrössert werden und wird es auch, dass sie, ungeachtet der gesteigerten Nachfrage nach Arbeit, im Verhältnisse zu den Mitteln für Erhaltung der Arbeiter doch mehr beträgt, als vor der Vermehrung des Kapitals. In diesem Falle wird eine Gegenwirkung eintreten, der Arbeitslohn wird unter den natürlichen Gleichstand stehen, und es bleiben, bis das übliche Verhältniss zwischen Angebot und Nachfrage wieder hergestellt ist. In diesem Falle nun geht dem Steigen des Getreidepreises eine Erhöhung des Arbeitslohnes voraus und darum bricht kein Ungemach über die Arbeiter herein.

Ein Sinken des Tauschwerthes des Geldes, zufolge des Zuflusses von Edelmetallen aus den Bergwerken oder des Missbrauches von Bankvorrechten, ist eine fernere Ursache vom Steigen des Preises der Nahrungsmittel; aber es bringt keine Aenderung in der hervorgebrachten Menge. Es lässt ferner auch die Arbeiterzahl unverändert, so wie auch die Nachfrage nach Arbeitern; denn dabei ist weder eine Vermehrung, noch eine Verminderung des Kapitals vorhanden. Die Menge von Bedürfnissmitteln, welche den Arbeitern zuzufallen hat, hängt von dem verglichenen Begehre und Angebote von solchen nebst dem verglichenen Begehre und Angebote von Arbeit ab, da Geld nur das Mittel ist, in welchem die Menge ausgedrückt wird; und da keines davon verändert wird, so ändert sich auch der wirkliche Lohn des Arbeiters nicht. Der Geldlohn wird steigen, aber er wird ihn nicht in Stand setzen, sich mit der nämlichen Menge von Bedürfnissmitteln zu versehen, als wie zuvor. Diejenigen, welche dieses Grundgesetz bestreiten, sind gehalten zu zeigen, warum eine Vermehrung der Geldmenge nicht auf die Steigerung des Preises der Arbeit, deren Menge sich nicht vermehrt hat, dieselbe Wirkung äussern sollte, welche sie, wie sie anerkennen, auf den Preis der Schuhe, der Hüte und des Getreides haben würde, wenn die Menge dieser Güter nicht <136> vergrössert wäre. Der gegenseitige Markttauschwerth der Hüte und Schuhe wird durch Nachfrage und Angebot von Hüten, verglichen mit Nachfrage und Angebot von Schuhen, bestimmt und das Geld ist nur das Mittel, worin ihr Tauschwerth ausgedrückt wird. Verdoppelt sich der Preis der Schuhe, so wird sich auch jener der Hüte verdoppeln und sie werden beide den nämlichen gegenseitigen Tauschwerth behalten. So wird auch die Arbeit, wenn das Getreide und alle anderen Bedürfnisse der Arbeiter im Preise aufs Doppelte steigen, im Preise sich verdoppeln; und so lange in dem üblichen Begehre und Angebote von Bedürfnissmitteln und Arbeit keine Unterbrechung stattfindet, kann auch kein Grund vorhanden sein, weshalb sie in ihrem bisherigen gegenseitigen Tauschwerthe nicht beharren sollten.

Weder ein Sinken des Geldes im Tauschwerthe, noch eine Auflage auf Roherzeugnisse wird, obgleich jedes den Preis in die Höhe bringen wird, nothwendig mit der Menge von Roherzeugnissen zusammentreffen oder mit der Zahl von Menschen, welche sowohl sie zu kaufen im Stande als zu verzehren Willens sind. Es ist sehr wohl einzusehen, warum, wann das Landeskapital unregelmässig zunimmt, der Arbeitslohn steigen müsse, während der Getreidepreis feststehend bleibt oder in geringem Verhältnisse steigt; und warum, wann das Landeskapital abnimmt, der Arbeitslohn sinken müsse, während das Getreide im Preise feststehend bleibt oder in einem viel kleineren Verhältnisse sinkt, und zwar dazu noch auf eine beträchtliche Zeit; der Grund hievon ist, weil Arbeit ein Gut ist, welches nicht nach Belieben vermehrt und vermindert werden kann. Sind zu wenig Hüte für den Begehr auf dem Markte, so wird der Preis steigen, jedoch nur auf kurze Zeit; denn in Jahresfrist kann, durch Anwendung von mehr Kapital in diesem Geschäfte, eine merkliche Zugabe zu der Menge von Hüten gemacht werden und deshalb kann ihr Marktpreis den natürlichen nicht lange um sehr viel überschreiten; allein so ist es nicht mit den Menschen; ihr könnet ihre Anzahl, wann eine Vermehrung des Kapitals vorhanden ist, in ein oder zwei Jahren nicht vergrössern, noch könnt ihr sie, wenn das Kapital in einem Rückgangszustande ist, schnell vermindern; und deshalb muss, da <137> die Händezahl langsam zu- und abnimmt, während die Mittel zum Unterhalte der Arbeit sich rasch vermehren oder vermindern, eine geraume Zwischenzeit verstreichen, ehe sich der Preis der Arbeit genau nach den Preisen des Getreides und anderer Bedürfnisse geregelt hat; allein im Falle eines Sinkens im Tauschwerthe des Geldes oder bei einer Auflage auf Getreide ist nicht nothwendig auch ein Ueberschuss im Angebote von Arbeit oder ein Nachlass in der Nachfrage vorhanden, und desshalb kann kein Grund vorhanden sein, warum der Arbeiter eine wirkliche Verringerung seines Lohnes zu erleiden haben sollte.

Eine Steuer vom Getreide vermindert nicht nothwendig die Menge von Getreide, sie steigert blos seinen Geldpreis; sie vermindert nicht nothwendig die Nachfrage nach Arbeit im Vergleiche mit dem Angebote; wie sollte sie nun den Antheil herabsetzen, welcher an die Arbeiter bezahlt wird? Gesetzt, es sei wahr, dass sie die dem Arbeiter gegebene Menge herabsetze, mit anderen Worten, dass sie den Geldlohn nicht in demselben Verhältnisse steigere, wie die Steuer den Preis des Getreides erhöhet, welches derselbe verbraucht; würde dann nicht das Angebot an Getreide die Nachfrage danach überschreiten? - würde es nicht im Preise fallen? - und würde der Arbeiter nun nicht seinen üblichen Antheil bekommen ? In solchen Fällen würde wirklich Kapital aus dem Ackerbaue zurückgezogen werden; denn, stiege der Preis nicht um den ganzen Betrag der Steuer, so würde der landwirthschaftliche Gewinn niedriger sein, als der allgemeine Gleichstand der Gewinnste, und das Kapital würde eine vortheilhaftere Anwendung suchen. In Rücksicht auf eine Steuer von Roherzeugnissen, welche der Hauptpunkt unserer Erörterung ist, scheint mir, dass zwischen der Erhöhung des Preises der Roherzeugnisse und jener des Lohnes der Arbeiter kein Zeitraum verstreichen werde, welcher drükkend auf den Arbeitern lasten könnte; und dass desshalb diese Klasse keine andere Unbequemlichkeit erdulden werde, als diejenige, welche sie zufolge einer anderen Art der Besteuerung erleiden würde, nämlich die Gefahr, es möchte die Steuer die zum Unterhalte der Arbeit bestimmten Mittel schwächen und desshalb die Nachfrage nach solcher hemmen oder herabstimmen.

In Betreff! des dritten Einwurfes gegen Steuern von Roh <138> erzeugnissen, nämlich dass die Erhöhung des Arbeitslohnes und die Erniedrigung des Gewinnstes ein Abschreckungsmittel gegen Kapitalansammlung ist und auf dieselbe Weise wirkt, wie natürliche Armuth des Bodens, habe ich in einem anderen Theile dieses Werkes zu zeigen gesucht, dass Ersparnisse eben so wirksam in den Ausgaben als durch Hervorbringung gemacht werden können; bei einer Herabsetzung des Tauschwerthes der Güter eben so als wie bei einer Erhöhung des Gewinnstsatzes. Durch Erhöhung meines Gewinnstes von 1000 auf 1200 £ bei gleich bleibenden Preisen wird meine Macht, mein Kapital durch Ersparnisse zu vergrössem, erweitert, aber nicht um so viel, als wie wenn meine Gewinnste sich gleich bleiben, während die Güter im Preise dermaassen herabgehen, dass mir 800 £ so viel verschaffen, als vorher 1000 £ erkaufen konnten.

Nun muss die durch die Steuer geforderte Summe erhoben werden; und die Frage ist ganz einfach die, ob derselbe Betrag von den Einzelnen erhoben werden soll mittelst Erniedrigung ihrer Gewinnste, oder mittelst Erhöhung der Preise derjenigen Güter, für welche die Gewinnste ausgegeben werden.

Die Besteuerung lässt unter jeder Gestalt nur die Wahl zwischen Uebeln; wirkt sie nicht auf den Gewinnst oder andere Einkommensquellen, so muss sie auf die Ausgaben wirken; und vorausgesetzt, die Lasten würden gleichmässig getragen und drängeten nicht die Wiederhervorbringung zurück, so ist es gleichgiltig, worauf die Steuer gelegt wird. Steuern von der Hervorbringung oder vom Kapitalgewinnste, mögen sie nun unmittelbar oder mittelbar, durch Besteuerung des Bodens oder seiner Erzeugnisse, auf die Gewinnste gelegt werden, haben vor anderen Steuern folgenden Vortheil: dass, eine Besteuerung alles anderen Einkommens vorausgesetzt, keine Klasse des Gemeinwesens sich ihnen entziehen kann und eine jede im Verhältnisse ihrer Mittel beiträgt.

Steuern von Ausgaben kann sich ein Geizhals entziehen; er kann jährlich ein Einkommen von 10,000 £ haben und nur 300 £ ausgeben; aber Steuern vom Gewinnste, seien sie nun unmittelbar oder mittelbar, kann er nicht ausweichen; er wird zu denselben beitragen, entweder indem er einen Theil oder den Tauscbwerth eines Theiles seiner Erzeugnisse abgibt; oder <139> er wird, bei erhöheten Preisen der für die Hervorbringung wesentlich nothwendigen Bedürfnisse, ausser Stand kommen, in dem bisherigen Grade mit der Kapilalansammlung fortzufahren. Er kann wirklich ein Einkommen von derselben Grösse haben, aber er wird nicht die nämlichc Verfügung über Arbeit, noch über eine gleiche Menge von Stoffen, haben, an denen solche Arbeit ausgeübt werden kann.

Wenn ein Land von allen anderen wie eine Insel abgeschlossen ist, weil es mit gar keinem seiner Nachbarn Verkehr hat, so kann es auf keinem Wege einen Theil seiner Steuern von sich abwälzen. Ein Theil seiner Boden- und Arbeitserzeugnisse wird dem Dienste des Staates gewidmet werden; und ich kann nicht umhin zu denken, dass es, wenn die Steuern nicht ungleich auf derjenigen Klasse lasten, welche Kapital anhäuft und spart, von geringer Bedeutung ist, ob sie vom Gewinnste, von landwirthschaftlichen Erzeugnissen oder von Gewerkswaaren erhoben werden. Wenn meine Einkünfte 4000 £ jährlich betragen und ich Steuern im Betrage von 100 £ bezahlen muss, so ist es von geringer Erheblichkeit, ob ich sie von meinen Einkünften entrichte und blos 900 £ übrig behalte, oder ob ich für meine landwirthschaftlichen Verbrauchsgüter oder für meine Gewerkswaaren 100 £ mehr bezahle. Wenn 100 £ mein ausgemachter verhältnissmässiger Antheil an den Staatsausgaben sind, so besteht die Vortrefflichkeit der Besteuerung darin, dass sie sicher bewirkt, dass ich gerade 100 £, weder mehr noch weniger, bezahlen muss; und dies kann auf keine Weise so sicher bewerkstelligt werden, als wie durch Besteuerung des Arbeitslohnes, der Gewinnste oder der Roherzeugnisse.

Der vierte und letzte Einwurf, welcher noch zu bemerken übrig bleibt, ist: dass durch Steigerung des Preises der Roherzeugnisse die Preise aller Güter, bei deren Verfertigung Roherzeugnisse mit einlaufen, in die Höhe getrieben werden, und wir folglich auf dem allgemeinen Markte mit den ausländischen Gewerken unter gleichen Bedingungen nicht milbewerben werden.

Für's Erste, das Getreide und alle inländischen Waaren könnten nicht wirklich im Preise steigen, ohne Zufluss der Edelmetalle; denn die nämliche Geldmenge könnte nicht die nämliche Gütermenge in Umlauf setzen bei. hohen so wie bei niedrigen <140> Preisen, und die Edelmetalle könnten niemals mit theueren Gütern erkauft werden. Wann mehr Gold erforderlich ist, dann kann man es nur erlangen dadurch, dass man mehr, und nicht weniger, Güter im Tausche für dasselbe gibt. Auch könnte det Geldmangel nicht durch Papier ersetzt werden, denn das Papier bestimmt nicht den Tauschwerth des Goldes, als einer Waare, sondern das Gold den Tauschwerth des Papiers. Ohne dass der Tauschwerth des Goldes erniedrigt werden könnte, vermöchte man auch kein Papier in Umlauf zu setzen, das nicht an seinem Tauschwerthe verlöre, und dass der Tauschwerth des Goldes nicht erniedrigt werden könnte, ergibt sich klar, wenn wir in Erwägung ziehen, dass der Tauschwerth des Goldes, als einer Waare, durch die Gütermenge bestimmt werden muss, welche man den Ausländern im Tausche für dasselbe geben muss. Wann das Gold wohlfeil ist, dann sind die Güter theuer; und wann das Gold theuer ist, dann sind die Güter wohlfeil und fallen im Preise. Da nun keine Ursache erwiesen ist, warum die Ausländer ihr Gold wohlfeiler verkaufen sollten, als gewöhnlich, so erscheint es nicht als wahrscheinlich, dass ein Goldzufluss stattfinden werde. Ohne solchen Zufluss kann es aber keine Zunahme seiner Menge, kein Sinken seines Tauschwerthes, kein allgemeines Steigen der Güterpreise geben1.

Die wahrscheinliche Folge einer Auflage auf Roherzeugnisse würde ein Steigen des Preises der Roherzeugnisse und aller Güter sein, in welche Roherzeugnisse mit eingelaufen sind, jedoch durchaus nicht im Verhältnisse zur Auflage; während andere Waaren, bei deren Verfertigung keine Roherzeugnisse mit eingelaufen sind, wie da sind Artikel aus Metallen und Erdarten, im Preise herabgehen würden, so dass die nämliche Geldmenge wie bisher für den ganzen Umlauf ausreichen würde.

Eine Steuer, welche eine Erhöhung der Preise aller inländischen Erzeugnisse bewirkte, würde nicht von der Ausfuhr abschrecken, ausgenommen für eine sehr kurze Zeit. Stiege ihr Preis im Inlande, so könnten sie unmittelbar nicht mit Gewinn ausgeführt werden, weil sie daselbst einer Last unterworfen sein <141> würden, von welcher sie im Auslande frei wären. Die Steuer würde die nämliche Folge haben, wie eine Änderung im Tauschwerthe des Geldes, welche nicht allgemein und allen Ländern gemeinsam wäre, sondern sich auf ein einziges Land beschränkte. Wenn England dieses Land wäre, so würde es nicht im Stande sein zu verkaufen, aber es vermöchte zu kaufen, weil die einführbaren Waaren im Preise nicht gesteigert würden. Unter diesen Umständen könnte nichts als Geld zum Ersätze für ausländische Güter ausgeführt werden, aber dies ist ein Handel, der nicht lange bestehen könnte; ein Volk kann an Geld nicht erschöpft werden, denn, nachdem eine gewisse Geldmenge dasselbe verlassen hat, wird der Werth des zurückgebliebenen Restes steigen und die Folge hievon wird ein solcher Preis der Güter sein, dass sie wieder mit Gewinn ausgeführt werden können. Wann desshalb das Geld im Tauschwerthe gestiegen ist, so dürfen wir dasselbe nicht länger zum Ersatze für Güter ausführen, sondern wir müssen diejenigen Gewerkswaaren ausführen, welche zuerst durch die Preiserhöhung der Roherzeugnisse, aus denen sie gefertigt sind, im Preise in die Höhe getrieben worden waren und alsdann durch die Geldausfuhr wieder herabgesetzt wurden.

Aber es kann eingewendet werden, dass, wann das Geld im Tauschwerthe so stiege, dasselbe in Bezug auf ausländische so gut wie auf inländische Güter steigen und desshalb alle Ermuthigung zur Einfuhr ausländischer Güter aufhören würde. So angenommen, wir führelen Güter ein, welche im Auslande 100 £ kosten und im Inlande um 120 £ verkauft werden, so würden wir aufhören dieselben einzuführen, sobald der Tauschwerth des Geldes in England so gestiegen wäre, dass sie blos für 100 £ verkauft würden; dies könnte jedoch nicht eintreffen. Der Beweggrund, welcher uns bestimmt, eine Waare einzuführen, ist die Entdeckung ihrer verhältnissmässigen Wohlfeilheit im Auslande, dies ist: die Vergleichung ihres Preises im Auslande mit ihrem Preise im Inlande. Wenn ein Land Hüte ausführt und Tuch einführt, so thut es dies, weil es mehr Tuch erlangen kann, indem es Hüte macht und gegen Tuch austauscht, als wenn es das Tuch selber verfertigte. Wenn das Steigen des Preises der Roherzeugnisse in der Hutmacherei eine Vermehrung der Her <142> vorbringungskosten veranlasst, so verursacht es auch eine Kostenerhöhung in der Tuchweberei. Würden daher beide Güter im Inlande verfertigt, so würden auch beide im Tauschwerthe steigen. Das Eine indessen, als Waare, die wir einführen, würde weder steigen noch fallen, wann der Tauschwerth des Geldes stiege; denn dadurch, dass es nicht fiele, würde es sein natürliches Verhältniss zu dem ausgeführten Gute wieder annehmen. Das Steigen der Roherzeugnisse macht den Preis eines Hutes von 30 auf 33 sh. oder um 10 % steigen; dieselbe Ursache würde das Tuch, wenn wir solches verfertigten, von 20 auf 22 sh. p. Yard steigen machen. Dieses Steigen zerstört das Verhältniss zwischen Tuch und Hüten nicht; ein Hut war und bleibt ein und ein halb Yard Tuch werth. Allein wenn wir Tuch einführen, so wird sein Preis gleichmässig zu 20 sh. p. Yard stehen bleiben, unangefochten erstens vom Sinken und zweitens vom Steigen des Tauschwerths des Geldes; während die Hüte, welche von 30 auf 33 sh. gestiegen waren, wieder von 33 auf 30 sh. fallen werden, auf welchem Punkte das Verhältniss zwischen Tuch und Hüten wieder hergestellt sein wird.

Um die Betrachtung dieses Gegenstandes zu vereinfachen, habe ich bisher angenommen, dass eine Erhöhung des Tauschwerthes der Rohstoffe in gleichem Verhältnisse alle inländischen Waaren treffen würde; dass, wann die Wirkung auf die Einen eine Erhöhung um 10 % wäre, auch alle um 10 % im Tauschwerthe gesteigert würden; allein da der Tauschwerth der Güter in sehr verschiedenem Verhältnisse durch Rohstoffe und Arbeit entsteht, da manche Güter, z. B. alle aus Metall gefertigten, durch das Steigen der Roherzeugnisse der Erdoberfläche nicht berührt werden, so ist es einleuchtend, dass unter den Wirkungen einer Auflage auf Roherzeugnisse auf den Tauschwerth der Güter die grösste Verschiedenheit herrschen würde. In so weit als diese Wirkung hervorgebracht wäre, würde sie die Ausfuhr einzelner Güter beschleunigen oder verzögern und ohne Zweifel von derselben Unbequemlichkeil begleitet sein, welche auch mit der Besteuerung der Güter selbst verbunden ist; sie würde das natürliche Verhäitniss zwischem dem Werthe eines jeden stören. So könnte der natürliche Preis eines Hutes, anstatt der nämliche zu sein wie 1 1 / 2 Yard Tuch, nur der Tausch <143> werth von 1 1 / 4 Yard oder sogar von 1 3 / 4 Yard sein und dadurch dem auswärtigen Handel eher eine verschiedene Richtung geben. Alle diese Unbequemlichkeiten würden wahrscheinlich mit dem Tauschwerthe der Aus- und Einfuhr nicht zusammenstossen; sie würden blos der allerbesten Vertheilung des Kapitals in der ganzen Welt Hindernisse in den Weg legen, welche niemals so gut geregelt wird, als wie wann eine jede Waare sich frei und entfesselt von künstlichen Hemmnissen zu ihrem natürlichen Preise festsetzen darf.

Obgleich denn nun das Steigen des Preises der meisten von unseren eigenen Waaren die Ausfuhr für eine Zeit allgemein aufhalten würde und die Ausfuhr weniger Waiaren fortwährend verhindern könnte, so könnte es doch der Sache nach dem auswärtigen Handel nicht in den Weg treten und würde uns auch, was den Mitbewerb auf ausländischen Märkten anbelangt, nicht in verhältnissmässigen Schaden versetzen. <144>


1. Man kann in Zweifel ziehen, ob Güter, welche im Preise gestiegen sind, hauptsächlich zufolge der Besteuerung, nicht mehr Geld zu ihrem Umlaufe erfordern. Ich glaube, nicht.