Mathematische Principien der Naturlehre. Erklärungen 21

Die Gravitation ist verdünnter Äther/Raum zwischen zwei gravitierenden Körpern, aber auch zwischen einem Körper und dem Raum. Beide oder der eine allein ziehen an ihm und er an ihnen wie man früher an einem frisch gewaschenen Betttuch gezogen hat, um es zu glätten, nur dass die Massen in 360° des Himmels ziehen. Der Raum ist umso dünner, die Anziehung umso stärker, je größer die an ihm ziehenden trägen Massen sind.

Ohne den Raum (Äther) gäbe es keine Kraft zwischen den beiden gravitierenden Körpern. Die Kraft ist zwischen den beiden, das Bettlaken zieht an beiden.

Der Newton oft zum Vorwurf gemachte Verzicht auf die physische Erklärung der Gravitation ist das, was man gemeinhin als wisschenschaftliche Redlichkeit bezeichnet, nur davon zu reden, was man mit Sicherheit erkannt hat, sei es auf empirischem, sei es auf theoretischem Weg.

Die Gravitation ist eine Störung der Normalbewegung des Raums. Die Normalbewegung des Raums ist die unendlich schnelle gradlinige Bewegung der Atome durch das Leere. Die Atome sind unendlich klein und unendlich schnell und unendlich dicht. Die meisten Atome durchfliegen die Körper aus chemischen Atomen, ohne Änderung ihrer Bahn oder Geschwindigkeit. Da aber die chemischen Atome aus derselben Materie bestehen, muss es auch Störungen in den Bewegungen einzelner Raumatome geben. Darüber zu spekulieren, wie genau diese Störungen aussehen, ist müßig. Aber es werden umso mehr sein, je größer die träge Masse ist, die sich dem Raum in den Weg stellt: Sie nimmt dem Raum Atome weg. Daher der dünne Raum um sie. Er will seine Atome wiederhaben. Daher das Ziehen.

Der Raum ist das Erste Gewordene. Sein Werden ist das Vorbild allen Werdens: Zwei tun sich zusammen und zeugen ein Drittes. Atom und Leeres zeugen den Raum. Wie alles Gewordene, so geht auch er den Weg allen Fleisches und vergeht. Von daher irrt Kant, wenn er den Raum als eine psychische Größe deutet. Bei der Zeit hat er vielleicht recht. So sind wir mehr oder weniger gezwungen, für physische geometrische Größen zu setzen, wenn wir mit absoluten Orten und Zeiten arbeiten wollen. Aber ganz so schlimm ist es nicht, denn einen allgroßen absoluten Körper gibt es, das Leere. In ihm können Orte und Bewegungen absolut gesetzt werden.

Über die Sinneswahrnehmungen ist viel geschrieben worden, Kluges wie in der Psychologie des Aristoteles, Verwerfliches wie in den Schriften des Sextus Empirikus. Über die eine Sinneswahrnehmung, die jeder in jeder Faser seines Körpers rund um die Uhr von der Wiege bis zur Bahre spürt, herrscht entweder eisiges Schweigen, oder sie wird als nicht wahrnehmbar bezeichnet, die Schwere.

Das Bild mit dem Faden ist gut. Wir müssen ihn nur zum Körper machen.