2. Malthus* vulgäre Ansicht vom Mehrwert 12

In den Kosten vor der Produktion zahlt der Fabrikant den Mindestlohn v. Im Wert nach der Produktion verkauft er zusätzlich den Mehrlohn m. Das Werden von m findet in der Produktion statt. Zum Jahresende liefert er den auf dem Warenmarkt realisierten Mehrlohn bei der verteilenden Klasse ab.

Der Austausch zwischen Äquivalenten und nicht-Äquivalenten stellt sich wie im Kommentar zu ../me26.1/me26.1-34.html#S137 dar, dem Essenskreislauf des Arbeiters, dem Warenkreislauf des Kapitalisten und dem Kapitalkreislauf zwischen Arbeiter und Kapitalist.

»Die ganze Welt der ,Waren" kann in 2 große Partien geteilt werden.

Die beiden Partien sind die Ware, die keinen Mehrwert enthält und die allen Mehrwert zeugt. die anderen Waren sind die Waren, die den Mehrwert enthalten und die zeugungsunfähig sind. Die mehrwertlose Ware durchläuft den Kreislauf

V - (c+v+m) - V - (c+v+m) - ...

wobei V die ganze Arbeitskraft eines Arbeiters ist und (c+v+m) eine beliebige Ware. V und (c+v+m) sind dem Wert nach identisch.

Die mehrwertgeschwängerte Ware durchlauft den Kreislauf

(c+v+m) - (c+v+m) - (c+v+m) - ...

Daneben durchläuft die mehrwertzeugende Ware noch einen anderen Kreislauf, in dem keine Äquivalente ausgetauscht werden, nämlich

v - (v+m) - v - (v+m) - v - ...

wobei das v außerhalb und das v innerhalb der Klammern dieselben sind. Dieser Kreislauf ist der Gegenstand aller Bände des »Kapital«. Und es wird der Ausgangspunkt der gebenden Klasse im sozialen Kapitalismus sein.«

Hier hat der Warenkreislauf des Kapitalisten des immer wieder gleichen (c+v+m) = (c+v+m) = (c+v+m) = ... durch den Kapitalkreislauf zwischen Arbeiter und Kapitalist für den Kapitalisten im Kommentar zu ../me26.1/me26.1-29.html#S97 beschriebene erfreuliche Eigenschaft, die Zirkulation zu einer Wundertüte zu machen.

»Betrachten wir das Gesamtjahresprodukt eines Landes als C + V + M, so ergeben sich daraus die beiden von Smith geschilderten Kreisläufe. In beiden Kreisläufen werden Äquivalente ausgetauscht:

  1. Der V-Kreislauf ist der Kreislauf zwischen Arbeiter und den Kapitalisten, die ihm seine Lebensmittel verkaufen. Er ist der 12 mal immer wieder gleiche v = (c+v+m) = v = (c+v+m) = v = (c+v+m) = ..., wobei v der individuelle Monatslohn des Arbeiters und (c+v+m) seine Lebensmittel sind. Am Ende des Monats ist er bei Null und fängt erneut mit v an, solange er nicht gefeuert wird. Der Arbeiter muss also nicht nur seinem Kapitalisten den ganzen m ablassen, sondern auch bei den Lebensmittel-Kapitalisten deren c+v+m bezahlen.
  2. Auch in jeder einzelnen Transaktion des Gesamt-Kreislaufs (C+V+M) der Kapitalisten untereinander werden nur Äquivalente ausgetauscht: (c+v+m) = (c+v+m) = (c+v+m) = ... , wobei (c+v+m) die individuelle Ware ist. Während der Lebensmittelkreislauf nur an jeder zweiten Position ein (c+v+m) hat, das immer wieder gegen das gleich große v ausgetauscht wird und eine einseitige Mehrwertrealisation, haben die Kapitalisten untereinander an jeder Position ein (c+v+m). Auch der Kapitalist wird offensichtlich durch die Zirkulation nicht reicher, weil er immer wieder denselben Wert verkauft, den er kauft. Dafür hat er und jeder seiner glücklichen Kapitalistenkollegen nur c+v bezahlt und erhält wie jeder seiner glücklichen Kapitalisten jedesmal c+v+m dafür, wenn er ordentlich gewirtschaftet hat.«