]> Das Kapital II - III. Die Reproduktion und Zirkulation des gesellschaftlichen Gesamtkapitals

19. Kapitel. Frühere Darstellungen des Gegenstandes | Inhalt | 21. Kapitel. Akkumulation und erweiterte Reproduktion

Seitenzahlen verweisen auf: Karl Marx - Friedrich Engels - Werke, Band 24, "Das Kapital", Bd. II, 3. Abschnitt, S. 391 - 484 Dietz Verlag, Berlin/DDR 1963

ZWANZIGSTES KAPITEL Einfache Reproduktion

I. Stellung der Frage

<391> Betrachten (42) wir die jährliche Funktion des gesellschaftlichen Kapitals - also des Gesamtkapitals, wovon die individuellen Kapitale nur Bruchstücke bilden, deren Bewegung sowohl ihre individuelle Bewegung ist, wie gleichzeitig integrierendes Glied der Bewegung des Gesamtkapitals - in ihrem Resultat, d.h. betrachten wir das Warenprodukt, welches die Gesellschaft während des Jahrs liefert, so muß sich zeigen, wie der Reproduktionsprozeß des gesellschaftlichen Kapitals vonstatten geht, welche Charaktere diesen Reproduktionsprozeß vom Reproduktionsprozeß eines individuellen Kapitals unterscheiden und welche Charaktere beiden gemeinsam sind. Das Jahresprodukt umschließt sowohl die Teile des gesellschaftlichen Produkts, welche Kapital ersetzen, die gesellschaftliche Reproduktion, wie die Teile, welche dem Konsumtionsfonds anheimfallen, durch Arbeiter und Kapitalisten verzehrt werden, also sowohl die produktive wie die individuelle Konsumtion. Sie umschließt ebensowohl die Reproduktion (d.h. Erhaltung) der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse, daher auch die Reproduktion des kapitalistischen Charakters des gesamten Produktionsprozesses.

Es ist offenbar die Zirkulationsfigur

W´- { G - W ... P ... W´
g - w ,

die wir zu analysieren haben, und zwar spielt die Konsumtion notwendig eine Rolle darin; denn der Ausgangspunkt W´  = W + w, das Warenkapital, schließt sowohl den konstanten und variablen Kapitalwert ein wie den Mehrwert. Seine Bewegung umfaßt daher ebensowohl die individuelle Konsumtion wie die produktive. Bei den Kreisläufen G - W ... P ... W´ - G´  und P ... W´ - G´ - W ... P ist die Bewegung des Kapitals Ausgangs- und Endpunkt: <392> was zwar auch die Konsumtion einschließt, da die Ware, das Produkt, verkauft werden muß. Dies aber als geschehn vorausgesetzt, ist es gleichgültig für die Bewegung des Einzelkapitals, was weiter aus dieser Ware wird. Dagegen sind bei der Bewegung von W´ ... W´  die Bedingungen der gesellschaftlichen Reproduktion gerade daraus erkennbar, daß nachgewiesen werden muß, was aus jedem Wertteil dieses Gesamtprodukts W´  wird. Der gesamte Reproduktionsprozeß schließt hier den durch die Zirkulation vermittelten Konsumtionsprozeß ebensosehr ein, wie den Reproduktionsprozeß des Kapitals selbst.

Im Bild, das wir uns vom Warenkreislauf im dritten Kapitel gemacht haben, zirkuliert der Gesamtwert der Ware mit seinen einzelnen Teilen so, dass er am Ende eines Kreislaufs wieder genau denselben Kreislauf beginnen kann. Jedoch treten dort nur die zirkulierenden Warenwerte auf, nicht die Menschen, die die Zirkulation in Gang setzen und ausführen!

Setzen wir eine die Jahresrevenue verteilende Klasse voraus, so bildet deren Konsum das Maß für das an die anderen Klassen zu Verteilenden. Die verteilende Klasse war im Feudalismus eine Klasse, die nur konsumiert und nicht produziert hat. Sie ist im sozialen Kapitalismus die Klasse, die produziert und konsumiert. Der Konsum der anderen Klassen ist dem Konsum dieser Klasse nachgeordnet.

Diese Verteilung ist nicht zu verwechseln mit der Verteilung des Mehrwerts im dritten Band. Dort geht es nur um die Verteilung des auf die produktiven Kapitalisten entfallenden Teils des Mehrwerts unter die daran partizipierenden unproduktiven Kapitalistenfraktionen wie die Geldkapitalisten und die Grundkapitalisten. Diese Verteilung geht die verteilende Klasse nichts an, obwohl sie die Rahmenbedingungen neu definieren wird, unter denen sich die Kapitalistenfraktionen um die Reste streiten.

Im zweiten Band geht es allein um die Reproduktion des produktiven Kapitals.

Und zwar ist der Reproduktionsprozeß für unsern vorliegenden Zweck zu betrachten vom Standpunkt sowohl des Wert- wie des Stoffersatzes der einzelnen Bestandteile von W´. Wir können uns jetzt nicht mehr begnügen, wie bei Analyse des Produktenwerts des einzelnen Kapitals, mit der Voraussetzung, daß der einzelne Kapitalist die Bestandteile seines Kapitals durch Verkauf seines Warenprodukts erst in Geld umsetzen und dann durch Wiederkauf der Produktionselemente auf dem Warenmarkt in produktives Kapital rückverwandeln kann. Jene Produktionselemente, soweit sie sachlicher Natur, bilden ebensowohl einen Bestandteil des gesellschaftlichen Kapitals, wie das individuelle fertige Produkt, das sich gegen sie austauscht und sich durch sie ersetzt. Andrerseits bildet die Bewegung des Teils des gesellschaftlichen Warenprodukts, das vom Arbeiter in Verausgabung seines Arbeitslohns und vom Kapitalisten in Verausgabung des Mehrwerts verzehrt wird, nicht nur ein integrierendes Glied der Bewegung des Gesamtprodukts, sondern sie verschlingt sich mit der Bewegung der individuellen Kapitale, und ihr Vorgang kann daher nicht dadurch erklärt werden, daß man ihn einfach voraussetzt.

Die Frage, wie sie unmittelbar vorliegt, ist die: Wie wird das in der Produktion verzehrte Kapital seinem Wert nach aus dem jährlichen Produkt ersetzt, und wie verschlingt sich die Bewegung dieses Ersatzes mit der Konsumtion des Mehrwerts durch die Kapitalisten, und des Arbeitslohns durch die Arbeiter? Es handelt sich also zunächst um die Reproduktion auf einfacher Stufenleiter. Ferner wird unterstellt nicht nur, daß die Produkte ihrem Wert nach sich austauschen, sondern auch, daß keine Wertrevolution in den Bestandteilen des produktiven Kapitals vorgehe. Soweit die Preise von den Werten abweichen, kann dieser Umstand übrigens auf die Bewegung des gesellschaftlichen Kapitals keinen Einfluß ausüben. Es tauschen sich nach wie vor im ganzen dieselben Massen Produkte aus, obgleich die einzelnen Kapitalisten dabei in Wertverhältnissen beteiligt sind, die nicht mehr proportionell wären ihren respektiven Vorschüssen und den von <393> jedem von ihnen einzeln produzierten Mehrwertmassen. Was aber Wertrevolutionen angeht, so ändern sie nichts an den Verhältnissen zwischen den Wertbestandteilen des jährlichen Gesamtprodukts, soweit sie allgemein und gleichmäßig verteilt sind. Soweit sie dagegen partiell und nicht gleichmäßig verteilt sind, stellen sie Störungen dar, welche erstens als solche nur verstanden werden können, soweit sie als Abweichungen von gleichbleibenden Wertverhältnissen betrachtet werden; zweitens aber, wenn das Gesetz nachgewiesen, wonach ein Wertteil des jährlichen Produkts konstantes, ein andrer variables Kapital ersetzt, so würde eine Revolution, sei es im Wert des konstanten, sei es des variablen Kapitals, an diesem Gesetz nichts ändern. Sie würde nur die relative Größe der Wertteile ändern, die in der einen oder andern Qualität fungieren, weil an die Stelle der ursprünglichen Werte andre Werte getreten wären.

Solange wir die Wertproduktion und den Produktenwert des Kapitals individuell betrachteten, war die Naturalform des Warenprodukts für die Analyse ganz gleichgültig, ob sie z. B. aus Maschinen bestand oder aus Korn oder aus Spiegeln. Es war dies immer Beispiel, und jeder beliebige Produktionszweig konnte gleichmäßig zur Illustration dienen. Womit wir es zu tun hatten, war der unmittelbare Produktionsprozeß selbst, der auf jedem Punkt als Prozeß eines individuellen Kapitals sich darstellt. Soweit die Reproduktion des Kapitals in Betracht kam, genügte es zu unterstellen, daß innerhalb der Zirkulationssphäre der Teil des Warenprodukts, welcher Kapitalwert darstellt, die Gelegenheit findet, sich in seine Produktionselemente und daher in seine Gestalt als produktives Kapital rückzuverwandeln; ganz wie es genügte zu unterstellen, daß Arbeiter und Kapitalist auf dem Markte die Waren vorfinden, worin sie Arbeitslohn und Mehrwert verausgaben. Diese nur formelle Manier der Darstellung genügt nicht mehr bei Betrachtung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals und seines Produktenwerts. Die Rückverwandlung eines Teils des Produktenwerts in Kapital, das Eingehn eines andern Teils in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- wie der Arbeiterklasse bildet eine Bewegung innerhalb des Produktenwerts selbst, worin das Gesamtkapital resultiert hat; und diese Bewegung ist nicht nur Wertersatz, sondern Stoffersatz, und ist daher ebensosehr bedingt durch das gegenseitige Verhältnis der Wertbestandteile des gesellschaftlichen Produkts wie durch ihren Gebrauchswert, ihre stoffliche Gestalt.

Die (43) einfache Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter erscheint <394> insoweit als eine Abstraktion, als einerseits auf kapitalistischer Basis Abwesenheit aller Akkumulation oder Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter eine befremdliche Annahme ist, andrerseits die Verhältnisse, worin produziert wird, nicht absolut gleichbleiben (und dies ist vorausgesetzt) in verschiednen Jahren. Die Voraussetzung ist, daß ein gesellschaftliches Kapital von gegebnem Wert, wie im vorigen Jahr so in diesem, dieselbe Masse Warenwerte wieder liefert und dasselbe Quantum Bedürfnisse befriedigt, obgleich die Formen der Waren sich im Reproduktionsprozeß ändern mögen. Indes, soweit Akkumulation stattfindet, bildet die einfache Reproduktion stets einen Teil derselben, kann also für sich betrachtet werden, und ist ein realer Faktor der Akkumulation. Der Wert des jährlichen Produkts kann abnehmen, obgleich die Masse der Gebrauchswerte gleichbleibt; der Wert kann derselbe bleiben, obgleich die Masse der Gebrauchswerte abnimmt; Wertmasse und Masse der reproduzierten Gebrauchswerte können gleichzeitig abnehmen. Alles dies kommt darauf hinaus, daß die Reproduktion entweder unter günstigern Umständen als vorher stattfindet oder unter erschwerenden, welche letztre in eine unvollkommne Reproduktion - mangelhafte - resultieren können. Alles dies kann nur die quantitative Seite der verschiednen Elemente der Reproduktion berühren, nicht aber die Rolle, die sie als reproduzierendes Kapital oder als reproduzierte Revenue in dem Gesamtprozeß spielen.

Der Mensch muss essen, bevor er irgend einer anderen Tätigkeit nachgehen kann. Daher ist die einfache Reproduktion die Voraussetzung seiner Existenz. Daher ist der arbeitende Mensch die Voraussetzung der einfachen Reproduktion.

II. Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion (44)

Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:

I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.

II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn.

In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.

Die Zweiteilung der gesellschaftlichen Gesamtproduktion ähnelt der des Tableau économique Quesnays, ist aber anders. Bei Quesnay stehen sich landwirtschaftliche Pächter und Manufakturisten gegenüber, also Bauern und Industrielle. Marx zieht nicht diese Trennlinie, weil ein großer Teil der Konsumtionsmittel nicht auf dem Acker, sondern in der Fabrik produziert wird (nicht aufgegessen, sondern aufgebraucht wird) und ein großer Teil der für die Industrie nötigen Rohstoffe in der (industriell betriebenen) Landwirtschaft (me24_359.html#S368).

Weiter ist aber bei Quesnay noch eine dritte Klasse, deren Aufgabe die Verteilung des produzierten Jahresüberschusses der Gesellschaft ist. Diese dritte Klasse fehlt bei Marx. Bei Quesnay sind es die feudalen Grundeigentümer, die allen Mehrwert an sich ziehen und verprassen. Im sozialen Kapitalismus sind es die Mehrwertproduzenten, die ihr Eigentum mit den Kapitalisten und dem Staat teilen.

<395> In jeder Abteilung zerfällt das Kapital in zwei Bestandteile:

1. Variables Kapital. Dies, dem Wert nach betrachtet, ist gleich dem Wert der in diesem Produktionszweig angewandten gesellschaftlichen Arbeitskraft, also gleich der Summe der dafür gezahlten Arbeitslöhne. Dem Stoff nach betrachtet, besteht es aus der sich betätigenden Arbeitskraft selbst, d.h. aus der von diesem Kapitalwert in Bewegung gesetzten lebendigen Arbeit.

2. Konstantes Kapital, d.h. den Wert aller zur Produktion in diesem Zweig angewandten Produktionsmittel. Diese zerfallen ihrerseits wieder in fixes Kapital: Maschinen, Arbeitswerkzeuge, Baulichkeiten, Arbeitsvieh etc.; und in zirkulierendes konstantes Kapital: Produktionsmaterialien, wie Roh- und Hilfsstoffe, Halbfabrikate etc.

Der Wert des mit Hilfe dieses Kapitals in jeder der beiden Abteilungen erzeugten gesamten Jahresprodukts zerfällt in einen Wertteil, der das in der Produktion aufgezehrte und seinem Wert nach auf das Produkt nur übertragne konstante Kapital c darstellt, und in den durch die gesamte Jahresarbeit zugesetzten Wertteil. Dieser letztre zerfällt wieder in den Ersatz des vorgeschoßnen variablen Kapitals v und in den Überschuß darüber, der den Mehrwert m bildet. Wie der Wert jeder einzelnen Ware, so zerfällt also auch der des gesamten Jahresprodukts jeder Abteilung in c + v + m.

Der Wertteil c, der das in der Produktion verzehrte konstante Kapital darstellt, deckt sich nicht mit dem Wert des in der Produktion angewandten konstanten Kapitals. Die Produktionsstoffe sind zwar ganz verzehrt, und ihr Wert ist daher ganz auf das Produkt übertragen. Aber nur ein Teil des angewandten fixen Kapitals ist ganz verzehrt, sein Wert daher auf das Produkt übergegangen. Ein andrer Teil des fixen Kapitals, Maschinen, Gebäude etc., existiert und fungiert fort, nach wie vor, wenn auch mit durch den Jahresverschleiß vermindertem Wert. Dieser fortfungierende Teil des fixen Kapitals existiert nicht für uns, wenn wir den Produktenwert betrachten. Er bildet einen, von diesem neuproduzierten Warenwert unabhängigen, neben ihm vorhandnen Teil des Kapitalwerts. Dies zeigte sich bereits bei Betrachtung des Produktenwerts eines Einzelkapitals (Buch I, Kap. VI, S. 192 <Siehe Band 23, S. 217/218>). Hier müssen wir jedoch vorläufig von der dort angewandten Betrachtungsweise abstrahieren. Wir sahen bei Betrachtung des Produktenwerts des Einzelkapitals, daß der dem fixen Kapital durch Verschleiß entzogne Wert sich auf das während der Verschleißzeit erzeugte Warenprodukt überträgt, einerlei ob ein Teil dieses fixen Kapitals während dieser Zeit in <396> natura aus diesem übertragnen Wert ersetzt wird oder nicht. Dagegen sind wir hier, bei Betrachtung des gesellschaftlichen Gesamtprodukts und seines Werts, genötigt, wenigstens vorläufig von dem durch Verschleiß von fixem Kapital während des Jahrs auf das Jahresprodukt übertragnem Wertteil zu abstrahieren, soweit dies fixe Kapital nicht während des Jahrs auch wieder in natura ersetzt worden ist. In einem spätem Abschnitt dieses Kapitels werden wir dann diesen Punkt getrennt erörtern

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Für unsre Untersuchung der einfachen Reproduktion wollen wir folgendes Schema zugrunde legen, worin c = konstantes Kapital, v = variables Kapital, m = Mehrwert ist und das Verwertungsverhältnis m/v zu 100% angenommen wird. Die Zahlen mögen Millionen Mark, Franken oder Pfund Sterling bedeuten.

I. Produktion von Produktionsmitteln:
Kapital 4.000c + 1.000v = 5.000.
Warenprodukt 4.000c + 1.000v + 1.000m = 6.000,

existierend in Produktionsmitteln.

II. Produktion von Konsumtionsmitteln:
Kapital 2.000c + 500v = 2.500.
Warenprodukt 2.000c + 500v + 500m = 3.000,

existierend in Konsumtionsmitteln.

Rekapituliert, jährliches Gesamtwarenprodukt:
I. 4.000c + 1.000v + 1.000m = 6.000, Produktionsmittel.
II. 2.000c + 500v + 500m = 3.000, Komsumtionsmittel.

Gesamtwert = 9.000, wovon das in seiner Naturalform fortfungierende fixe Kapital nach der Voraussetzung ausgeschlossen ist.

Da es sich bei der einfachen Reproduktion um eine sich »endlos« wiederholende Folge handelt, ist der Anfangsbestand aus dem abgelaufenen Jahr von I. = 6.000 und der Anfangsbestand von II. = 3.000.

Wenn wir nun die auf Grundlage einfacher Reproduktion, wo also der ganze Mehrwert unproduktiv konsumiert wird, notwendigen Umsätze untersuchen und dabei zunächst die sie vermittelnde Geldzirkulation unbeachtet lassen, so ergeben sich uns von vornherein drei große Anhaltspunkte.

1. Die 500v, Arbeitslohn der Arbeiter, und die 500m, Mehrwert der Kapitalisten der Abteilung II, müssen in Konsumtionsmitteln, verausgabt werden. Aber ihr Wert existiert in den Konsumtionsmitteln zum Wert von 1.000, die in den Händen der Kapitalisten, Abteilung II, die vorgeschoßnen 500 ersetzen und die 500m repräsentieren. Arbeitslohn und Mehrwert der <397> Abteilung II werden also innerhalb Abteilung II gegen Produkt von II umgesetzt. Damit verschwinden aus dem Gesamtprodukt (500v + 500m) II = 1.000 in Konsumtionsmitteln.

Bei II.K bleiben v+m sozusagen »in der Familie«, weil Arbeiter und Kapitalisten ihre Konsumtionsmittel selbst produziert haben.

2. Die 1.000v + 1.000m der Abteilung I müssen ebenfalls in Konsumtionsmitteln verausgabt werden, also in Produkt von Abteilung II. Sie müssen sich also austauschen gegen den von diesem Produkt noch übrigen, dem Belauf nach gleichen, konstanten Kapitalteil 2.000c. Dafür erhält Abteilung II einen gleichen Betrag von Produktionsmitteln, Produkt von I, worin der Wert der 1.000v + 1.000m von I verkörpert. Damit verschwinden aus der Rechnung 2.000 IIc und (1.000v + 1.000m) I.

3. Es bleiben noch 4.000 Ic. Diese bestehn in Produktionsmitteln, die nur in Abteilung I vernutzt werden können, zum Ersatz ihres verzehrten konstanten Kapitals dienen, und daher durch gegenseitigen Austausch zwischen den einzelnen Kapitalisten von I ebenso ihre Erledigung finden, wie die (500v + 500 m) II durch Austausch zwischen den Arbeitern und Kapitalisten, resp. zwischen den einzelnen Kapitalisten von II.

Die 4.000 c aus I. (P) und die 2 × 500 v+m aus II. (K) zehren sich selbst auf in P als Produktionsmittel während der Arbeit, in K als Konstumtionsmittel in den Mägen. Die 2.000 aus beiden Abteilungen dienen K zur Produktion und P zur Konsumtion. Die arbeitenden Klassen (A) von P und K erscheinen als deren Unterabteilungen im Produkt. In diesem kapitalistischen Tableau gibt es im Gegensatz zu dem physiokratisch-feudalen Tableau keine verteilende Klasse zwischen den beiden P und K, bei der der ganze Mehrwert landet und die ihn ganz wieder in den Kreislauf gibt. Dies sind bei den Physiokraten die feudalen Grundeigentümer.

In diesem Tableau ist die arbeitende Klasse die verteilende Klasse III. zwischen P und K. P hat einen Anfangsbestand von 4.000, K einen von 2.000. Die verteilende Klasse bekommt zur Jahresabrechnung v+m und gibt v+m an die beiden Klassen P und K zurück. Die v gibt sie gegen Lebensmittel zurück. Die m gibt sie teilweise gegen Lebensmittel zurück, teilweise als Kapitalistenlöhne, damit die Agenten von P und K ihren Funktionen als Kapitalisten weiter nachkommen können (hier nur als Gesamtsummen v+m dargestellt). P I. und K II. kaufen sich noch gegenseitig Rohstoffe bzw. jährlich verzehrte Produktionsmittel im Wert von 2.000 ab. Am Ende es Jahres sind P und K wieder auf demselben Stand von 4.000 und 2.000 wie zu Jahresbeginn. Es ist einfache Reproduktion (vgl. ../me26.1/me26.1-57.html#ich.S319).

Die Darstellungen sowohl der Physiokraten als auch von Marx beruhen auf einer »ausgeglichenen Handelsbilanz« zwischen I., III. und II., der Annahme, dass nur soviel produziert wird, wie konsumiert wird, genauer, dass nur soviel Konsumtionsmittel produziert werden wie konsumiert werden und soviel Produktionsmittel wie nötig. Nicht nur zwischen I. und II. bei c, sondern zwischen I., II., und III. muss die Balance bei v+m sein! Die Zahlen selbst sind weniger wichtig.

Hier zeigt sich die Genialität Quesnays. Es muss die verteilende Klasse sein, die weder an den Produktionsmitteln von I., noch an den Produktionsmitteln von II. interessiert ist, sondern allein an ihrem Magen, der mit dem Äquivalent des Mindestlohns plus dem Teil des Mehrlohns gefüllt wird, der nach der großen Jahresverteilung für die Arbeiter übrigbleibt.

Damit haben die Produktion ein Ziel und die Anarchie ein Ende. Freilich ist bei I. und II. noch einige Überzeugungsarbeit zu leisten, bis sie parieren und nicht nur das monatliche v, sondern auch das m am Jahresende bei seinem Eigentümer abliefern.

Dazu bedarf die arbeitende Klasse eines Gesetzgebers, der nicht so schlappschwänzig ist wie die Bourgeoisien im Kampf gegen den Feudalismus waren oder wie ihre ausführenden Organe in den derzeitigen Parlamenten sind, sondern der in der Lage ist, das neue Gesetz und die neue Ordnung mit der Autorität des Gesetzes und wenn nötig auch mit physischer Autorität durchzusetzen.

Dies einstweilen nur zum bessern Verständnis des Nachfolgenden.

III. Der Umsatz zwischen den beiden Abteilungen: I (v+ m) gegen II c (45)

Wir beginnen mit dem großen Austausch zwischen beiden Klassen. (1.000v + 1.000m) I - diese Werte, die in den Händen ihrer Produzenten in der Naturalform von Produktionsmitteln bestehn, tauschen sich aus gegen 2.000 IIc, gegen Werte, die unter der Naturalform von Konsumtionsmitteln bestehn. Die Kapitalistenklasse II hat dadurch ihr konstantes Kapital = 2.000 aus der Form von Konsumtionsmitteln wieder in die von Produktionsmitteln der Komsumtionsmittel umgesetzt, in eine Form, worin es von neuem als Faktor des Arbeitsprozesses und für die Verwertung als konstanter Kapitalwert fungieren kann. Andrerseits ist dadurch das Äquivalent für die Arbeitskraft in I (1.000 Iv) und der Mehrwert der Kapitalisten I (1.000 Im) realisiert in Konsumtionsmitteln; beide sind aus ihrer Naturalform von Produktionsmitteln umgesetzt in eine Naturalform, worin sie als Revenue verzehrt werden können.

Dieser wechselseitige Umsatz kommt aber zustande durch eine Geldzirkulation, die ihn ebensosehr vermittelt, wie sie sein Verständnis erschwert, <398> die aber entscheidend wichtig ist, weil der variable Kapitalteil immer von neuem in Geldform auftreten muß, als Geldkapital, das sich aus Geldform in Arbeitskraft umsetzt. Das variable Kapital muß in allen auf der ganzen Peripherie der Gesellschaft gleichzeitig nebeneinander betriebnen Geschäftszweigen, einerlei ob sie der Kategorie I oder II angehören, in Geldform vorgeschossen werden. Der Kapitalist kauft die Arbeitskraft, ehe sie in den Produktionsprozeß eintritt, zahlt sie aber erst in verabredeten Terminen, nachdem sie schon verausgabt ist in der Produktion von Gebrauchswert. Wie der übrige Wertteil des Produkts, gehört ihm auch der Teil desselben, der nur ein Äquivalent für das in Zahlung der Arbeitskraft verausgabte Geld ist, der den variablen Kapitalwert repräsentierende Wertteil des Produkts. In diesem Wertteil selbst hat der Arbeiter ihm das Äquivalent für seinen Arbeitslohn bereits geliefert. Es ist aber die Rückverwandlung der Ware in Geld, ihr Verkauf, die dem Kapitalisten sein variables Kapital wieder herstellt als Geldkapital, das er von neuem in Ankauf der Arbeitskraft vorschießen kann.

In Abteilung I hat der Gesamtkapitalist also 1.000 Pfd.St. (ich sage Pfd.St., bloß um zu bezeichnen, daß es Wert in Geldform ist) = 1.000v an die Arbeiter gezahlt für den bereits als v-Teil existierenden Wertteil des Produkts I, d.h. der von ihnen produzierten Produktionsmittel. Die Arbeiter kaufen mit diesen 1.000 Pfd.St. für selben Wert Konsumtionsmittel von den Kapitalisten II und verwandeln so eine Hälfte des konstanten Kapitals II in Geld; die Kapitalisten II ihrerseits kaufen mit diesen 1.000 Pfd.St. Produktionsmittel zum Wert von 1.000 von den Kapitalisten I; damit ist für diese letztem der variable Kapitalwert = 1.000v, der als Teil ihres Produkts in der Naturalform von Produktionsmitteln bestand, wieder in Geld verwandelt und kann jetzt in der Hand der Kapitalisten I von neuem als Geldkapital fungieren, das in Arbeitskraft, also in das wesentlichste Element des produktiven Kapitals, umgesetzt wird. Auf diesem Weg strömt ihnen ihr variables Kapital in Geldform zurück, infolge der Realisation eines Teils ihres Warenkapitals.

Was aber das Geld betrifft, das nötig ist für den Umsatz des m-Teils des Warenkapitals I gegen die zweite Hälfte des konstanten Kapitalteils II, so kann es auf verschiedne Weise vorgeschossen werden. In der Wirklichkeit umschließt diese Zirkulation eine zahllose Masse einzelner Käufe und Verkäufe der Kapitalindividuen beider Kategorien, wobei aber unter allen Umständen das Geld von diesen Kapitalisten herrühren muß, da wir bereits mit der von den Arbeitern in Zirkulation geworfnen Geldmasse abgerechnet. Es kann bald ein Kapitalist der Kategorie II aus seinem neben <399> dem produktiven Kapital vorhandnen Geldkapital sich Produktionsmittel bei Kapitalisten der Kategorie I kaufen, bald umgekehrt ein Kapitalist der Kategorie I aus für persönliche Ausgabe, nicht Kapitalausgabe, bestimmtem Geldfonds Konsumtionsmittel bei Kapitalisten der Kategorie II kaufen. Gewisse Geldvorräte - sei es für Kapitalvorschuß, sei es für Verausgabung von Revenue - müssen, wie schon oben in Abschnitt I und II gezeigt, unter allen Umständen neben dem produktiven Kapital in den Händen des Kapitalisten als vorhanden vorausgesetzt werden. Unterstellen wir - die Proportion ist dabei ganz gleichgültig für unsern Zweck - die Hälfte des Geldes werde von den Kapitalisten II für den Ersatz ihres konstanten Kapitals im Ankauf von Produktionsmitteln vorgeschossen, die andre Hälfte von den Kapitalisten I für Konsumtion verausgabt, so: Abteilung II schießt 500 Pfd.St. vor und kauft damit von I Produktionsmittel, hat damit (inklusive der obigen, von den Arbeitern I herrührenden 1.000 Pfd.St.) 3/4 ihres konstanten Kapitals in natura ersetzt; Abteilung I kauft mit den so erhaltnen 500 Pfd.St. Konsumtionsmittel von II und hat damit für die Hälfte des aus m bestehenden Teils ihres Warenkapitals die Zirkulation w - g - w beschrieben, dies ihr Produkt realisiert in Konsumtionsfonds. Durch diesen zweiten Prozeß kehren die 500 Pfd.St. in die Hände von II zurück als Geldkapital, das es neben seinem produktiven Kapital besitzt. Andrerseits antizipiert I für die Hälfte des noch als Produkt bei ihm lagernden Teils m seines Warenkapitals - vor dem Verkauf desselben - Geldausgabe zum Betrag von 500 Pfd.St. für Ankauf von Konsumtionsmitteln II. Mit denselben 500 Pfd.St. kauft II Produktionsmittel von I und hat damit sein ganzes konstantes Kapital (1.000 + 500 + 500 = 2.000) in natura ersetzt, während I seinen ganzen Mehrwert in Konsumtionsmitteln realisiert hat. Im ganzen hätte ein Umsatz von Waren zum Belauf von 4.000 Pfd.St. stattgefunden mit einer Geldzirkulation von 2.000 Pfd.St., eine Größe der letztren, die nur herauskommt, weil das gesamte Jahresprodukt als auf einmal in wenigen großen Quoten umgesetzt dargestellt wird. Das Wichtige hierbei ist nur der Umstand, daß II nicht nur sein in Form von Konsumtionsmitteln reproduziertes konstantes Kapital wieder in die Form von Produktionsmitteln umgesetzt, sondern außerdem die 500 Pfd.St., die es im Ankauf von Produktionsmitteln der Zirkulation vorgeschossen, ihm zurückkehren; und daß ebenso I nicht nur sein variables Kapital, das es in Form von Produktionsmitteln reproduziert, wieder in Geldform besitzt, als Geldkapital, das von neuem direkt in Arbeitskraft umsetzbar ist, sondern daß ihm außerdem die 500 Pfd.St. zurückströmen, die es, vor Verkauf des Mehrwertteils seines Kapitals, antizipierend im Ankauf von Konsumtionsmitteln verausgabt. Sie <400> strömen ihm aber zurück, nicht durch die stattgehabte Verausgabung, sondern durch den nachfolgenden Verkauf eines seinen halben Mehrwert tragenden Teils seines Warenprodukts.

In beiden Fällen wird nicht nur das konstante Kapital von II wieder umgesetzt aus der Produktform in die Naturalform von Produktionsmitteln, worin es allein als Kapital fungieren kann; und ebenso wird nicht nur der variable Kapitalteil von I in Geldform und der Mehrwertteil der Produktionsmittel I in konsumable, als Revenue verzehrbare Form umgesetzt. Sondern außerdem strömen an II die 500 Pfd.St. Geldkapital zurück, die es im Ankauf von Produktionsmitteln vorgeschossen, bevor es den entsprechenden, sie kompensierenden Wertteil des konstanten Kapitals - vorhanden in Form von Konsumtionsmitteln - verkauft hat; und ferner an I die 500 Pfd.St., die es im Ankauf von Konsumtionsmitteln antizipando verausgabt hat. Wenn an II das auf Rechnung des konstanten Teils seines Warenprodukts vorgeschoßne und an I das auf Rechnung eines Mehrwertteils seines Warenprodukts vorgeschoßne Geld zurückströmt, so nur, weil die eine Klasse Kapitalisten außer dem in Warenform II existierenden konstanten Kapital, die andre außer dem in Warenform I existierenden Mehrwert noch je 500 Pfd.St. Geld in Zirkulation geworfen. Sie haben sich schließlich wechselseitig vollständig bezahlt durch den Austausch ihrer resp. Warenäquivalente. Das Geld, das sie über die Wertbeträge ihrer Waren hinaus in Zirkulation geworfen, als Mittel dieses Warenumsatzes, kehrt jedem von ihnen aus der Zirkulation zurück, pro rata der Quote davon, die jedes von beiden in Zirkulation geworfen. Sie sind dadurch um keinen Deut reicher geworden. II besaß ein konstantes Kapital 2.000 in Form von Konsumtionsmitteln + 500 in Geld; es besitzt jetzt 2.000 in Produktionsmitteln und 500 in Geld wie vorher; ebenso I besitzt, wie vorher, einen Mehrwert von 1.000 (aus Waren, Produktionsmitteln, jetzt verwandelt in Konsumtionsfonds) + 500 in Geld, wie vorher. - Es folgt allgemein: Von dem Geld, das die industriellen Kapitalisten in Zirkulation werfen zur Vermittlung ihrer eignen Warenzirkulation, sei es nun auf Konto des konstanten Wertteils der Ware oder des in den Waren existierenden Mehrwerts, soweit er als Revenue verausgabt wird, kehrt so viel zurück in die Hände der respektiven Kapitalisten, als sie für die Geldzirkulation vorgeschossen.

Was die Rückverwandlung des variablen Kapitals der Klasse I in Geldform betrifft, so existiert es für die Kapitalisten I, nachdem sie es in Arbeitslohn ausgelegt haben, zunächst in der Warenform, worin es ihnen die Arbeiter geliefert haben. Sie haben es in Geldform diesen letztren als den Preis ihrer Arbeitskraft ausgezahlt. Sie haben sofern den Wertbestandteil <401> ihres Warenprodukts bezahlt, der gleich diesem in Geld ausgelegten variablen Kapital. Dafür sind sie Eigner auch dieses Teils des Warenprodukts. Aber der von ihnen angewandte Teil der Arbeiterklasse ist kein Käufer der von ihm selbst produzierten Produktionsmittel; er ist Käufer der von II produzierten Konsumtionsmittel. Das bei der Zahlung der Arbeitskraft in Geld vorgeschoßne variable Kapital kehrt also nicht direkt an die Kapitalisten I zurück. Es geht durch die Käufe der Arbeiter über in die Hände der kapitalistischen Produzenten der dem Arbeiterkreis notwendigen und überhaupt zugänglichen Waren, also in die Hände der Kapitalisten II, und erst indem diese das Geld zum Ankauf von Produktionsmitteln verwenden - erst auf diesem Umweg kehrt es zurück in die Hände der Kapitalisten I.

Es ergibt sich, daß bei einfacher Reproduktion die Wertsumme v + m des Warenkapitals I (also auch ein entsprechender proportioneller Teil des Gesamtwarenprodukts I) gleich sein muß dem ebenfalls als proportioneller Teil des gesamten Warenprodukts der Klasse II ausgeschiednen konstanten Kapital IIc; oder I(v+m) = IIc.

Die vermeintliche Vereinfachung, nur die beiden produzierenden Kapitalistenklassen I. und II. gegenüberzustellen, kompliziert sich, weil die arbeitenden Klassen wie bei Quesnay keine eigene Abteilung des Kreislaufs bilden. Daher konnte der Kapitalismus nie zu einem Maß und Gleichgewicht führen. Sie vereinfacht sich wieder, wenn die Feudalbarone zum Teufel gejagt und die arbeitenden Klassen die Mitte des Kreislaufs sind.

IV. Der Umsatz innerhalb Abteilung II. Notwendige Lebensmittel und Luxusmittel

Vom Wert des Warenprodukts der Abteilung II sind nun noch zu untersuchen die Bestandteile v + m. Ihre Betrachtung hat nichts zu tun mit der wichtigsten Frage, die uns hier beschäftigt: inwiefern nämlich die Zerfällung des Werts jedes individuellen kapitalistischen Warenprodukts in c + v + m, wenn auch durch verschiedne Erscheinungsform vermittelt, ebenfalls gilt für den Wert des jährlichen Gesamtprodukts. Diese Frage wird gelöst durch den Umsatz von I(v+m) gegen IIc einerseits, durch die für später vorbehaltne Untersuchung der Reproduktion von Ic im jährlichen Warenprodukt I andrerseits. Da II(v+m) in der Naturalform von Konsumtionsartikeln existiert, da das den Arbeitern in Zahlung der Arbeitskraft vorgeschoßne variable Kapital von selben im ganzen und großen in Konsumtionsmitteln verausgabt werden muß, und da der Wertteil m der Waren, bei Voraussetzung der einfachen Reproduktion, faktisch in Konsumtionsmitteln als Revenue verausgabt wird, so ist prima facie <auf den ersten Blick> klar, daß die Arbeiter II mit dem von den Kapitalisten II erhaltnen Arbeitslohn einen Teil ihres eignen Produkts - entsprechend dem Umfang des als Arbeitslohn <402> erhaltnen Geldwerts - wiederkaufen. Dadurch verwandelt die Kapitalistenklasse II ihr in Zahlung der Arbeitskraft vorgeschoßnes Geldkapital zurück in Geldform; es ist ganz dasselbe, als hätten sie die Arbeiter in bloßen Wertmarken gezahlt. Sobald die Arbeiter diese Wertmarken realisieren durch Kauf eines Teils des von ihnen produzierten und den Kapitalisten gehörigen Warenprodukts, würden diese Wertmarken in die Hände der Kapitalisten zurückkehren, bloß daß hier die Marke Wert nicht nur vorstellt, sondern in ihrer goldnen oder silbernen Leiblichkeit besitzt. Diese Sorte Rückfluß des in Geldform vorgeschoßnen variablen Kapitals durch den Prozeß, worin die Arbeiterklasse als Käufer und die Kapitalistenklasse als Verkäufer erscheint, werden wir später näher untersuchen. Hier aber handelt es sich um einen andern Punkt, der bei diesem Rückfluß des variablen Kapitals zu seinem Ausgangspunkt zu erörtern ist.

Die Kategorie II der jährlichen Warenproduktion besteht aus den mannigfaltigsten Industriezweigen, die aber - mit Bezug auf ihre Produkte - in zwei große Unterabteilungen zerfällt werden können:

a) Konsumtionsmittel, die in den Konsum der Arbeiterklasse eingehn und, soweit sie notwendige Lebensmittel, wenn auch oft der Qualität und dem Wert nach verschieden von denen der Arbeiter, auch einen Teil der Konsumtion der Kapitalistenklasse bilden. Diese ganze Unterabteilung können wir für unsern Zweck zusammenfassen unter der Rubrik: Notwendige Konsumtionsmittel, wobei es ganz gleichgültig, ob ein solches Produkt, wie z. B. Tabak, vom physiologischen Standpunkt aus ein notwendiges Konsumtionsmittel ist oder nicht; genug, daß es gewohnheitsmäßig ein solches.

b) Luxus-Konsumtionsmittel, die nur in den Konsum der Kapitalistenklasse eingehn, also nur gegen verausgabten Mehrwert umgesetzt werden können, der dem Arbeiter nie zufällt.

Diese Teilung spielt für den sozialen Kapitalismus eine untergeordnete Rolle. Zwar werden sich die Arbeiter auch dort keine Düsenjets kaufen können, aber da sie den ihnen zustehenden Teil des Mehrlohns behalten, werden ihre Konsumgüter auch Luxusgüter umfassen.

Bei der ersten Rubrik ist klar, daß das in der Produktion der ihr angehörigen Warensorten vorgeschoßne variable Kapital in Geldform direkt zurückfließen muß an den Teil der Kapitalistenklasse II (also an die Kapitalisten II a), welche diese notwendigen Lebensmittel produziert. Sie verkaufen sie an ihre eignen Arbeiter zum Betrag des diesen in Arbeitslohn ausgezahlten variablen Kapitals. Dieser Rückfluß ist direkt mit Bezug auf diese ganze Unterabteilung a der Kapitalistenklasse II, so zahlreich auch die Transaktionen zwischen den Kapitalisten der verschiednen beteiligten Industriezweige sein mögen, wodurch dies rückfließende variable Kapital pro rata verteilt wird. Es sind Zirkulationsprozesse, deren Zirkulationsmittel direkt geliefert werden durch das von den Arbeitern ausgegebne Geld. Anders verhält es sich aber mit Unter- <403> abteilung II b. Der ganze Teil des Wertprodukts, mit dem wir es hier zu tun haben, II b(v+m) besteht unter der Naturalform von Luxusartikeln,

v+m sind nun auch bei Marx zusammen, wenn auch noch unter Ausschluss der Arbeiterklasse.

d.h. Artikeln, die die Arbeiterklasse ebensowenig kaufen kann wie den unter Form von Produktionsmitteln bestehenden Warenwert Iv; obgleich diese Luxusmittel wie jene Produktionsmittel Produkte dieser Arbeiter. Der Rückfluß, wodurch das in dieser Unterabteilung vorgeschoßne variable Kapital den kapitalistischen Produzenten in seiner Geldform wiederkehrt, kann also nicht direkt, sondern muß vermittelt sein, ähnlich wie sub Iv.

Nehmen wir z. B. an wie oben für die gesamte Klasse II: v = 500; m = 500; aber das variable Kapital und der ihm entsprechende Mehrwert seien verteilt wie folgt:

Unterabteilung a: Notwendige Lebensmittel: v = 400, m = 400; also eine Warenmasse in notwendigen Konsumtionsmitteln zum Wert von 400v + 400 = 800, oder II a (400v + 400m).

Unterabteilung b: Luxusmittel zum Wert von 100v + 100m = 200, oder II b (100v + 100m).

Also 1.000 v+m (notw. & luxus). Die neue Einheit ist v+m. Das Volkseinkommen als das Einkommen des Volkes setzt sich mit Gewalt durch.

Die Arbeiter von II b haben in Zahlung für ihre Arbeitskraft 100 erhalten in Geld, sage 100 Pfd.St.; sie kaufen damit von den Kapitalisten II a Konsumtionsmittel zum Betrag von 100. Diese Kapitalistenklasse kauft damit für 100 der Ware II b, womit den Kapitalisten II b ihr variables Kapital in Geldform zurückströmt.

In II a existieren bereits 400v wieder in Geldform in der Hand der Kapitalisten durch Austausch mit ihren eignen Arbeitern; von dem den Mehrwert darstellenden Teil ihres Produkts ist außerdem der vierte Teil an die Arbeiter II b abgetreten und dafür II b (100v) in Luxuswaren bezogen worden.

Wenn wir nun gleiche verhältnismäßige Teilung der Revenueausgabe in notwendige Lebensmittel und Luxusmittel bei den Kapitalisten II a und II b voraussetzen - annehmen, daß beide je 3/5 in notwendigen Lebensmitteln, 2/5 in Luxusmitteln ausgeben, so werden die Kapitalisten der Unterklasse II a ihre Mehrwertsrevenue von 400m auslegen zu 3/ 5 in ihren eignen Produkten, notwendigen Lebensmitteln, also 240; und zu 2/ 5 = 160 in Luxusmitteln. Die Kapitalisten der Unterklasse II b werden ihren Mehrwert = 100m ebenso verteilen: 3/5 = 60 auf notwendige und 2/5 = 40 auf Luxusmittel: diese letztren innerhalb ihrer eignen Unterklasse produziert und umgesetzt.

Die 160 Luxusmittel, die (II a)m erhält, fließen den Kapitalisten II a zu wie folgt: Von den (II a) 400m wurden, wie wir sahen, 100 in Form von notwendigen Lebensmitteln ausgetauscht gegen gleichen Betrag von (II b)v, die <404> in Luxusmitteln existieren, und weitere 60 in notwendigen Lebensmitteln gegen (II b) 60m in Luxusmitteln. Die Gesamtrechnung steht dann so:

II a: 400v + 400m; II b: 100v + 100m.

1. 400v (a) werden aufgegessen von den Arbeitern II a, von deren Produkt (notwendigen Lebensmitteln) sie einen Teil bilden; die Arbeiter kaufen sie von den kapitalistischen Produzenten ihrer eignen Abteilung. Diesen kehrt damit 400 Pfd.St. Geld zurück, ihr selbigen Arbeitern in Arbeitslohn gezahlter variabler Kapitalwert von 400; womit sie Arbeitskraft von neuem kaufen können.

2. Ein Teil der 400m (a), gleich den 100v (b), also 1/ 4 des Mehrwerts (a), wird realisiert in Luxusartikeln wie folgt: Die Arbeiter (b) erhielten von den Kapitalisten ihrer Abteilung (b) in Arbeitslohn 100 Pfd.St.; sie kaufen damit 1/4 von m (a), d.h. Waren, die in notwendigen Lebensmitteln bestehn; die Kapitalisten von a kaufen mit diesem Geld zum selben Wertbelauf Luxusartikel = 100v (b), d.h. eine Hälfte der ganzen Luxusproduktion. Damit kehrt den Kapitalisten b ihr variables Kapital in Geldform zurück, und sie können durch Erneuerung des Ankaufs der Arbeitskraft ihre Reproduktion von neuem beginnen, da das ganze konstante Kapital der Gesamtklasse II schon ersetzt ist durch den Austausch von I(v+m) gegen IIc. Die Arbeitskraft der Luxusarbeiter ist also nur dadurch neu verkäuflich, daß der als Äquivalent für ihren Arbeitslohn geschaffne Teil ihres eignen Produkts, von den Kapitalisten II a in ihren Konsumtionsfonds gezogen, vermöbelt wird. (Dasselbe gilt für den Verkauf der Arbeitskraft sub 1; da das IIc, wogegen sich I(v+m) austauscht, sowohl aus Luxusmitteln wie notwendigen Lebensmitteln besteht und was durch I(v+m) erneuert wird, sowohl die Produktionsmittel der Luxus- wie der notwendigen Lebensmittel ausmacht.)

Das v der Arbeiter, die Esswaren produzieren (400) und das v der Arbeiter die Luxuswaren produzieren (100), wird nur in Esswaren ausgegeben (500).

3. Wir kommen zum Austausch zwischen a und b, soweit er nur Austausch der Kapitalisten der beiden Unterabteilungen. Durch das Bisherige ist erledigt das variable Kapital (400v) und ein Teil des Mehrwerts (100m) in a und das variable Kapital (100v) in b. Wir nahmen ferner an als Durchschnittsverhältnis der kapitalistischen Revenueausgabe in beiden Klassen 2/5 für Luxus und 3/5 für notwendige Lebensbedürfnisse. Außer den bereits für Luxus ausgegebnen 100 entfällt daher auf die ganze Unterklasse a noch 60 für Luxus und im selben Verhältnis, d.h. 40, auf b.

(II a)m wird also verteilt auf 240 für Lebensmittel und 160 für Luxusmittel = 240 + 160 = 400m (II a).

(II b)m verteilt sich in 60 für Lebensmittel und 40 für Luxus: 60 + 40 = 100m (II b). Die letzten 40 konsumiert diese Klasse aus ihrem eignen <405> Produkt ( 2/5 ihres Mehrwerts); die 60 für Lebensmittel erhält sie dadurch, daß sie 60 ihres Mehrprodukts für 60m (a) austauscht.

Wir haben also für die ganze Kapitalistenklasse II (wobei v + m bei Unterabteilung a in notwendigen Lebensmitteln existiert, bei b in Luxusmitteln):

II a (400v + 400m) + II b (100v + 100m) = 1.000; durch die Bewegung so realisiert: 500v (a + b) {realisiert in 400v (a) und 100m (a)} + 500m (a + b) {realisiert in 300m (a) + 100v (b) + 100m (b)} = 1.000.

Für a und b, jedes für sich betrachtet, erhalten wir die Realisation:

a) v + m =800
(400v a) 240m (a) + 100v (b) + 60m (b)
b) v + m = 200
(100v a) 60m (a) + 40m (b)
1000

Halten wir der Einfachheit halber dasselbe Verhältnis zwischen variablem und konstantem Kapital fest (was beiläufig durchaus nicht nötig), so kommt auf 400v (a) ein konstantes Kapital = 1.600 und auf 100v (b) ein konstantes Kapital = 400, und wir haben für II folgende zwei Abteilungen a und b:

II a) 1.600c + 400v + 400m =2.400
II b) 400c + 100v + 100m = 600
und zusammen:
2.000c + 500v + 500m = 3.000

Dementsprechend sind von den 2.000 IIc in Konsumtionsmitteln, die ausgetauscht werden gegen 2.000 I(v+m), 1.600 umgesetzt in Produktionsmittel von notwendigen Lebensmitteln und 400 in Produktionsmittel von Luxusmitteln.

Die 2.000 I(v+m) würden also selbst zerfallen in (800v + 800m) I für a = 1.600 Produktionsmittel notwendiger Lebensmittel und (200v + 200m)I für b = 400 Produktionsmittel für Luxusmittel.

Ein bedeutender Teil nicht nur der eigentlichen Arbeitsmittel, sondern auch der Roh- und Hilfsstoffe etc. für beide Abteilungen ist gleichartig. Was aber die Umsetzungen der verschiednen Wertteile des gesamten Produkts I(v+m) betrifft, so wäre diese Teilung ganz gleichgültig. Sowohl die obigen 800 Iv wie 200 Iv werden dadurch realisiert, daß der Arbeitslohn in Konsumtionsmitteln 1.000 IIc verausgabt wird, also das für selben vorgeschoßne Geldkapital gleichmäßig sich bei der Rückkehr verteilt unter die <406> kapitalistischen Produzenten I, ihnen pro rata ihr vorgeschoßnes variables Kapital wieder in Geld ersetzt: andrerseits, was die Realisation der 1.000 Im betrifft, so werden auch hier die Kapitalisten gleichmäßig (proportionell zur Größe ihres m) aus der gesamten zweiten Hälfte von IIc = 1.000, 600 II a und 400 II b in Konsumtionsmitteln ziehn; also diejenigen, welche das konstante Kapital von II a ersetzen:
480 (3/5) aus 600c (II a) und 320 (2/5) aus 400c (II b) = 800; (5/5)

die das konstante Kapital von II b ersetzen:
120 (3/5) aus 600c (II a) und 80 (2/5) aus 400c (II b) = 200. (5/5)

Summa =1.000.

Was hier willkürlich ist, sowohl für I wie für II, ist das Verhältnis des variablen Kapitals zum konstanten, wie die Dieselbigkeit dieses Verhältnisses für I und II und für ihre Unterabteilungen. Was diese Dieselbigkeit angeht, so ist sie nur der Vereinfachung wegen hier angenommen, und die Annahme verschiedner Verhältnisse würde absolut nichts ändern an den Bedingungen des Problems und an seiner Lösung. Was sich aber als notwendiges Resultat ergibt, bei Voraussetzung einfacher Reproduktion, ist:

1. Daß das unter Naturalform von Produktionsmitteln geschaffne neue Wertprodukt der Jahresarbeit (zerfällbar in v + m) gleich sei dem konstanten Kapitalwert c des durch den andern Teil der Jahresarbeit hergestellten Produktenwerts, reproduziert in Form von Konsumtionsmitteln. Wäre es geringer als IIc, so könnte II sein konstantes Kapital nicht ganz ersetzen; wäre es größer, so bliebe ein Überschuß unbenutzt liegen. In beiden Fällen wäre die Voraussetzung: einfache Reproduktion, verletzt.

2. Daß bei dem unter Form von Konsumtionsmitteln reproduzierten Jahresprodukt das in Geldform vorgeschoßne variable Kapital v von dessen Empfängern, soweit sie Luxusarbeiter sind, nur realisierbar ist in dem Teil der notwendigen Lebensmittel, der den kapitalistischen Produzenten derselben ihren Mehrwert prima facie <in erster Gestalt> verkörpert: daß also das v, ausgelegt in der Luxusproduktion, gleich ist einem seinem Wertumfang entsprechenden Teil von m, produziert unter der Form von notwendigen Lebensmitteln, also kleiner sein muß als dieses gesamte m - nämlich (II a)m -, und daß nur durch die Realisierung jenes v in diesem Teil von m den kapitalistischen Produzenten der Luxusartikel ihr vorgeschoßnes variables Kapital in Geldform zurückkehrt. Es ist dies ein ganz analoges Phänomen wie die Realisierung von I(v+m) in IIc: nur daß im zweiten Fall (II b)v sich realisiert in einem ihm dem Wertumfang nach gleichen Teil von (II a)m. Diese Verhält- <407> nisse bleiben qualitativ maßgebend bei jeder Verteilung des jährlichen Gesamtprodukts, soweit es in den Prozeß der jährlichen durch Zirkulation vermittelten Reproduktion wirklich eingeht. I(v+m) kann nur realisiert werden in IIc wie IIc in seiner Funktion als Bestandteil des produktiven Kapitals nur erneubar durch diese Realisation; ebenso ist (II b)v nur realisierbar in einem Teil von (II a)m, und (II b)v nur so wieder rückverwandelbar in seine Form als Geldkapital. Selbstredend gilt dies nur, soweit alles dies wirklich ein Resultat des Reproduktionsprozesses selbst ist, also soweit nicht z. B. die Kapitalisten II b Geldkapital für v durch Kredit anderweitig aufnehmen. Quantitativ dagegen können die Umsetzungen der verschiednen Teile des Jahresprodukts nur so proportionell stattfinden wie oben dargestellt, soweit Stufenleiter und Wertverhältnisse der Produktion stationär bleiben und soweit diese strengen Verhältnisse nicht alteriert werden durch den auswärtigen Handel.

Wenn man nun nach A. Smithscher Weise sagte, I(v+m) lösen sich auf in IIc und IIc löst sich auf in I(v+m), oder, wie er öfter und noch abgeschmackter zu sagen pflegt, I(v+m) bilden Bestandteile des Preises (resp. Werts, er sagt value in exchange <Tauschwert>) von IIc, und IIc bildet den ganzen Bestandteil des Werts I(v+m),

Das ist dasselbe, was Marx in der ersten Darstellung gesagt hat, bei der I. (v+m) sich ganz gegen II. (c) tauscht. Er meint wahrscheinlich Smith’ Verwechslung von (v+m) mit dem Gesamtwert der Ware.

so könnte und müßte man ebenfalls sagen (II b)v löst sich auf in (II a)m, oder (II a)m in (II b)v, oder (II b)v bildet einen Bestandteil des Mehrwerts II a, und vice versa: der Mehrwert löste sich so auf in Arbeitslohn, resp. variables Kapital, und das variable Kapital bildete einen "Bestandteil" des Mehrwerts.

Da sehe ich zwar nicht in Marx’ erster Darstellung, aber das Volkseinkommen ist v+m, und das Volkseinkommen ist das Einkommen des Volkes. Das ist nicht abgeschmackt, sondern schmeckt vorzüglich.

Über das Teilsein des einen im anderen oder des anderen im einen können erst im dritten Band genaue Untersuchungen angestellt werden. Vorab (und wahrscheinlich auch dort) sind v und m zwei getrennte Größen, eine nach der anderen, nicht eine in der anderen.

Diese Abgeschmacktheit findet sich soweit in der Tat bei A. Smith, da bei ihm der Arbeitslohn bestimmt ist durch den Wert der notwendigen Lebensmittel, diese Warenwerte dahingegen wieder durch den Wert des in ihnen enthaltnen Arbeitslohns (variablen Kapitals) und Mehrwerts.

Das ganze v des Arbeiters tauscht sich gegen viele kleine (c+v+m) seiner Lebensmittelkapitalisten, die zusammen denselben Wert haben, wie sein ganzes v.

Er ist so absorbiert durch die Bruchstücke, worin das Wertprodukt eines Arbeitstags auf kapitalistischer Basis zerfällbar - nämlich in v + m -, daß er ganz darüber vergißt, daß es beim einfachen Warenaustausch ganz gleichgültig, ob die in verschiedner Naturalform existierenden Äquivalente aus bezahlter oder unbezahlter Arbeit bestehn, da sie in beiden Fällen gleichviel Arbeit zu ihrer Produktion kosten; und daß es ebenso gleichgültig ist, ob die Ware des A ein Produktionsmittel und die des B ein Komsumtionsmittel, ob nach dem Verkauf die eine Ware als Kapitalbestandteil zu fungieren hat, die andre dagegen in den Konsumtionsfonds eingeht und secundum <gemäß> Adam als Revenue verzehrt wird. Der Gebrauch, den der individuelle Käufer von seiner Ware macht, fällt nicht in den Waren- <408> austausch, in die Zirkulationssphäre, und berührt nicht den Wert der Ware. Dies wird in keiner Weise dadurch anders, daß bei Analyse der Zirkulation des jährlichen gesellschaftlichen Gesamtprodukts die bestimmte Gebrauchsbestimmung, das Moment der Konsumtion der verschiednen Bestandteile jenes Produkts in Betracht kommen muß.

Bei obig konstatierter Umsetzung von (II b)v gegen einen gleichwertigen Teil von (II a)m und bei den weitern Umsetzungen zwischen (IIa)m und (II b)m ist keineswegs vorausgesetzt, daß, seien es die einzelnen Kapitalisten von II a und II b, seien es ihre respektiven Gesamtheiten, sie im selben Verhältnis ihren Mehrwert zwischen notwendigen Konsumtionsgegenständen und Luxusmitteln teilen. Einer mag mehr in dieser Konsumtion, ein andrer mehr in jener verausgaben. Auf dem Boden der einfachen Reproduktion ist nur vorausgesetzt, daß eine Wertsumme, gleich dem ganzen Mehrwert, in Konsumtionsfonds realisiert wird. Die Grenzen sind also gegeben. Innerhalb jeder Abteilung mag der eine mehr in a, der andre mehr in b leisten; dies kann sich aber wechselseitig kompensieren, so daß die Kapitalistenklassen a und b, als ganze genommen, sich je im selben Verhältnis an beiden beteiligen. Die Wertverhältnisse - der proportionelle Anteil am Gesamtwert des Produkts II für die zwei Sorten Produzenten a und b - also auch ein bestimmtes quantitatives Verhältnis zwischen den Produktionszweigen, welche jene Produkte liefern - sind aber notwendig gegeben in jedem konkreten Fall; nur das Verhältnis, das beispielsweis figuriert, ist ein hypothetisches; wird ein andres angenommen, so ändert dies nichts an den qualitativen Momenten; nur die quantitativen Bestimmungen würden sich ändern. Tritt aber durch irgendwelche Umstände eine wirkliche Verändrung in der proportionellen Größe von a und b ein, so würden sich auch die Bedingungen der einfachen Reproduktion entsprechend ändern.

__________

Aus dem Umstand, daß (II b)v realisiert wird in einem äquivalenten Teil von (II a)m, folgt, daß im Verhältnis, wie der Luxusteil des jährlichen Produkts wächst, wie also ein steigendes Quotum der Arbeitskraft absorbiert wird in der Luxusproduktion - daß im selben Verhältnis die Rückverwandlung des in (II b)v vorgeschoßnen variablen Kapitals in Geldkapital, das von neuem als Geldform des variablen Kapitals fungiert, und damit die Existenz und Reproduktion des in II b beschäftigten Teils der Arbeiterklasse - ihre Zufuhr notwendiger Konsumtionsmittel - bedingt wird durch die Verschwendung der Kapitalistenklasse, den Umsatz eines bedeutenden Teils ihres Mehrwerts in Luxusartikel.

<409> Jede Krise vermindert die Luxuskonsumtion momentan; sie verlangsamt, verzögert die Rückverwandlung des (II b)v in Geldkapital, läßt sie nur teilweis zu und wirft damit einen Teil der Luxusarbeiter aufs Pflaster, während sie andrerseits den Verkauf der notwendigen Konsumtionsmittel eben dadurch auch ins Stocken bringt und verringert. Ganz abgesehn von den gleichzeitig abgedankten, unproduktiven Arbeitern, die für ihre Dienste einen Teil der Luxusausgabe der Kapitalisten empfangen (diese Arbeiter selbst sind pro tanto Luxusartikel) und die sich sehr stark beteiligen namentlich auch an der Konsumtion notwendiger Lebensmittel etc. Umgekehrt in der Prosperitätsperiode, und namentlich während der Zeit ihrer Schwindelblüte - wo schon aus andren Gründen der relative, in Waren ausgedrückte Wert des Geldes fällt (ohne wirkliche sonstige Wertrevolution), also der Preis der Waren, unabhängig von ihrem eignen Wert, steigt. Nicht nur steigt die Konsumtion notwendiger Lebensmittel; die Arbeiterklasse (in die nun ihre ganze Reservearmee aktiv eingetreten) nimmt auch momentanen Anteil an der Konsumtion ihr sonst unzugänglicher Luxusartikel, außerdem auch an der Klasse der notwendigen Konsumtionsartikel, die sonst zum größten Teil "notwendige" Konsumtionsmittel nur für die Kapitalistenklasse bildet, was seinerseits eine Steigerung der Preise hervorruft.

Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis <Konsumart der Armen> oder die des "Spitzbuben". Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden). Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müßte - von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und "einfachen" (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen. Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige <410> Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise. (46)

An einigen Stellen sagt Rodbertus, dass er sich die Kapitalisten als Lohnabhängige der Arbeiter vorstellen könne, tut aber einen Teufel, das Gesagte mit Inhalten zu füllen, sondern lehnt sich behaglich im Sessel des Gutsherrn zurück, der die Lösung des Problems mit dem Mehrwert aus der Grundrente in ca. 300 Jahren auf dem Stundenplan sieht.

Man sah vorhin, wie das proportionelle Verhältnis zwischen der Produktion notwendiger Konsumtionsmittel und der Produktion von Luxus die Teilung von II(v+m) zwischen II a und II b bedingte - also auch die von zwischen (II a)c und (II b)c. Sie greift also den Charakter und die quantitativen Verhältnisse der Produktion bis an die Wurzel an und ist ein wesentlich bestimmendes Moment ihrer Gesamtgestaltung.

Die einfache Reproduktion ist der Sache nach auf die Konsumtion als Zweck gerichtet, obgleich die Ergatterung von Mehrwert als treibendes Motiv der individuellen Kapitalisten erscheint; aber der Mehrwert - welches immer seine proportionelle Größe - soll schließlich hier dienen nur für die individuelle Konsumtion des Kapitalisten.

Soweit die einfache Reproduktion Teil und bedeutendster Teil auch jeder jährlichen Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter, bleibt dies Motiv in Begleitung von und im Gegensatz zu dem Motiv der Bereicherung als solcher. Die Sache erscheint in Wirklichkeit verwickelter, weil Teilnehmer (partners) an der Beute - dem Mehrwert des Kapitalisten - als von ihm unabhängige Konsumenten auftreten.

V. Die Vermittlung der Umsätze durch die Geldzirkulation

Soweit bisher entwickelt, verlief die Zirkulation zwischen den verschiednen Klassen von Produzenten nach folgendem Schema.

1. Zwischen Klasse I und Klasse II:

I. 4.000c + 1.000 v + 1.000m
II. . . . . 2.000c . . . . + 500v + 500m.

Abgemacht ist also die Zirkulation von IIc = 2.000, das umgesetzt ist gegen I (1.000v + 1.000m).

Es bleibt - da wir 4.000 Ic einstweilen beiseite lassen - noch die Zirkulation von v + m innerhalb Klasse II. Nun teilen sich II(v+m) zwischen die Unterklassen II a und II b wie folgt:

2. II. 500v + 500m = a (400v + 400m) + b (100v + 100m).

Die 400v (a) zirkulieren innerhalb ihrer eignen Unterklasse; die damit bezahlten Arbeiter kaufen dafür von ihnen selbst produzierte notwendige Lebensmittel von ihren Anwendern, den Kapitalisten II a.

<411> Da die Kapitalisten beider Unterklassen ihren Mehrwert je zu 3/ 5 in Produkten von II a (notwendigen Lebensmitteln) und zu 2/5 in Produkten von II b (Luxusmitteln) verausgaben, so werden 3/5 des Mehrwerts a, also 240, innerhalb der Unterklasse II a selbst verzehrt; ebenso 2/5 des Mehrwerts b (der in Luxusmitteln produziert und vorhanden ist) innerhalb der Unterklasse II b.

Es bleiben zwischen II a und II b also noch auszutauschen:

auf Seite II a: 160m,
auf Seite II b: 100v + 60m. Diese gehn ineinander auf. Die Arbeiter II b kaufen für ihre in Geldlohn erhaltnen 100 von II a notwendige Lebensmittel im Betrag von 100. Die Kapitalisten II b kaufen zum Betrag von 3/5 ihres Mehrwerts = 60 ebenfalls ihre notwendigen Lebensmittel von II a. Die Kapitalisten II a erhalten damit das nötige Geld, um die, oben angenommenen, 2/5 ihres Mehrwerts = 160m in den von II b produzierten Luxuswaren anzulegen (100v, die in den Händen der Kapitalisten II b als den gezahlten Arbeitslohn ersetzendes Produkt lagern, und 60m). Das Schema hierfür ist also:

3. IIa. (400v) + (240m) + 160m
b. . . . . 100v + 60m + (40m),

wo die eingeklammerten Posten diejenigen sind, die nur innerhalb ihrer eignen Unterklasse zirkulieren und verzehrt werden.

Der direkte Rückfluß des in variablem Kapital vorgeschoßnen Geldkapitals, der nur stattfindet für die Kapitalistenabteilung IIa, die notwendige Lebensmittel produziert, ist nur eine durch spezielle Bedingungen modifizierte Erscheinung des früher erwähnten allgemeinen Gesetzes, daß den Warenproduzenten, die der Zirkulation Geld vorschießen, selbes zurückkehrt bei normalem Verlauf der Warenzirkulation. Woraus beiläufig folgt, daß, wenn hinter dem Warenproduzenten überhaupt ein Geldkapitalist steht, der wieder dem industriellen Kapitalisten Geldkapital (in dem strengsten Sinne des Worts, also Kapitalwert in Geldform) vorschießt, der eigentliche Rückflußpunkt dieses Geldes die Tasche dieses Geldkapitalisten ist. In dieser Weise, obgleich das Geld durch alle Hände mehr oder weniger zirkuliert, gehört die Masse des zirkulierenden Geldes der in Form von Banken etc. organisierten und konzentrierten Abteilung des Geldkapitals; die Art, wie diese ihr Kapital vorschießt, bedingt den beständigen finalen Rückfluß in Geldform zu ihr, obgleich dies wieder vermittelt ist durch die Rückverwandlung des industriellen Kapitals in Geldkapital.

<412>Zur Warenzirkulation ist immer zweierlei nötig: Waren, die in Zirkulation geworfen werden, und Geld, das in Zirkulation geworfen wird. "Der Zirkulationsprozeß erlischt ... nicht, wie der unmittelbare Produktenaustausch, in dem Stellen- oder Händewechsel der Gebrauchswerte. Das Geld verschwindet nicht, weil es schließlich aus der Metamorphosenreihe einer Ware herausfällt. Es schlägt immer nieder auf eine durch die Waren geräumte Zirkulationsstelle" etc. (Buch I. Kap. III, p. 92. <Siehe Band 23, S. 126/127>)

Wie das bei Schmieröl der Fall ist.

Hier wäre es schön, wenn man auf me23.03.html#S126 verlinken könnte, ohne nachschlagen zu müssen, statt auf me23_109.html#S126. Ist ja eigentlich nur ein Suchlauf und eine Dateiumbenennung.

textpad++ findet 19 hits auf 23_109 in sgmlwerke. Das ist natürlich nur bei mew20,23-26 sinnvoll, die in Kapitel geteilt sind. Aber dort ist die Kapitelnumerierung für die Arbeit hilfreich.

z. B. in der Zirkulation zwischen IIc und I(v+m) nahmen wir an, daß für diese Zirkulation 500 Pfd.St. in Geld von II vorgeschossen werden. Bei der unendlichen Zahl Zirkulationsprozesse, worin sich die Zirkulation zwischen großen gesellschaftlichen Gruppen von Produzenten auflöst, wird bald einer aus dieser, bald einer aus jener Gruppe zuerst als Käufer auftreten - also Geld in Zirkulation werfen. Es ist das, ganz abgesehn von individuellen Umständen, schon bedingt durch die Verschiedenheit der Produktionsperioden und daher der Umschläge der verschiednen Warenkapitale. Also II kauft mit 500 Pfd.St. zum selben Wertbetrag Produktionsmittel von I, dieses aber kauft von II Konsumtionsmittel für 500 Pfd.St.; das Geld fließt also zurück zu II; letztres wird in keiner Weise bereichert durch diesen Rückfluß. Es warf erst für 500 Pfd.St. Geld in Zirkulation und zog zum selben Wertbetrag Waren aus ihr heraus, es verkauft dann für 500 Pfd.St. Waren und zieht zum selben Wertbetrag Geld aus ihr heraus; so fließen die 500 Pfd.St. zurück. In der Tat hat II so in Zirkulation geworfen für 500 Pfd.St. Geld und für 500 Pfd.St. Waren = 1.000 Pfd.St.; es zieht aus der Zirkulation heraus für 500 Pfd.St. Waren und für 500 Pfd.St. Geld. Die Zirkulation braucht für den Umsatz von 500 Pfd.St. Waren (I) und 500 Pfd.St. Waren (II) nur 500 Pfd.St. Geld; wer das Geld also vorgeschossen beim Kauf fremder Ware, erhält es wieder beim Verkauf eigner. Hätte daher I zuerst von II gekauft Ware für 500 Pfd.St., und später an II verkauft Ware für 500 Pfd.St., so würden die 500 Pfd.St. zu I statt zu II zurückkehren.

In Klasse I kehrt das in Arbeitslohn angelegte Geld, d.h. das in Geldform vorgeschoßne variable Kapital in dieser Form nicht direkt, sondern indirekt zurück, auf einem Umweg. In II dagegen kehren die 500 Pfd.St. Arbeitslohn direkt von den Arbeitern an die Kapitalisten zurück, wie diese Rückkehr immer direkt ist, wo Kauf und Verkauf zwischen denselben Personen sich so wiederholt, daß sie abwechselnd einander als Käufer und Verkäufer von Waren beständig gegenübertreten. Der Kapitalist II zahlt die <413> Arbeitskraft in Geld; er verleibt dadurch die Arbeitskraft seinem Kapital ein und tritt nur durch diesen Zirkulationsvorgang, der für ihn nur Verwandlung von Geldkapital in produktives Kapital ist, als industrieller Kapitalist dem Arbeiter als seinem Lohnarbeiter gegenüber. Dann aber tritt der Arbeiter, der in erster Instanz Verkäufer, Händler in eigner Arbeitskraft war, in zweiter Instanz als Käufer, als Geldbesitzer, dem Kapitalisten als dem Warenverkäufer gegenüber; damit fließt diesem das in Arbeitslohn ausgelegte Geld zurück. Soweit der Verkauf dieser Waren nicht Prellerei etc. einschließt, sondern Äquivalente in Ware und Geld ausgetauscht werden, ist derselbe nicht ein Prozeß, wodurch der Kapitalist sich bereichert. Er zahlt den Arbeiter nicht zweimal, erst in Geld und dann in Ware; sein Geld kehrt zu ihm zurück, sobald der Arbeiter es in Ware bei ihm auslöst.

Was natürlich nichts daran ändert, dass jeder Lebensmittelverkäufer sein c+v+m bei jedem Kauf des Arbeiters realisiert.

Das in variables Kapital verwandelte Geldkapital - also das in Arbeitslohn vorgeschoßne Geld - spielt aber eine Hauptrolle in der Geldzirkulation selbst, weil - da die Arbeiterklasse von der Hand in den Mund leben muß, also den industriellen Kapitalisten keine langen Kredite geben kann - auf zahllosen örtlich verschiednen Punkten der Gesellschaft gleichzeitig variables Kapital in Geld vorgeschossen werden muß in gewissen kurzen Terminen, wie Woche etc. - in relativ rasch sich wiederholenden Zeitabschnitten (je kürzer diese Abschnitte, desto kleiner kann relativ die durch diesen Kanal auf einmal in Zirkulation geworfne gesamte Geldsumme sein) -, welches auch immer die verschiednen Umschlagsperioden der Kapitale in verschiednen Industriezweigen sein mögen. In jedem Land kapitalistischer Produktion bildet das so vorgeschoßne Geldkapital einen proportionell entscheidenden Anteil an der Gesamtzirkulation, um so mehr, da dasselbe Geld - vor seinem Rückfluß zum Ausgangspunkt - in den mannigfachsten Kanälen sich umtreibt und als Zirkulationsmittel für eine Unzahl andrer Geschäfte fungiert.

Da der Mindestlohn v das zum Leben nötige enthält, kann sich der Arbeiter mit einer jährlichen Zinseintreibung von m begnügen.

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Betrachten wir jetzt die Zirkulation zwischen I (v+m) und IIc von einem andern Gesichtspunkt aus.

Die Kapitalisten I schießen 1.000 Pfd.St. in Zahlung von Arbeitslohn vor, womit die Arbeiter für 1.000 Pfd.St. Lebensmittel kaufen von den Kapitalisten II und diese wieder für dasselbe Geld Produktionsmittel von den Kapitalisten I. Letztren ist ihr variables Kapital in Geldform nun zurückgekehrt, während die Kapitalisten II die Hälfte ihres konstanten Kapitals aus der Form von Warenkapital in produktives Kapital rückverwandelt haben. Die Kapitalisten II schießen weitere 500 Pfd.St. Geld <414> vor, um Produktionsmittel bei I zu heben; die Kapitalisten I verausgaben das Geld in Konsumtionsmitteln von II; diese 500 Pfd.St. fließen so den Kapitalisten II zurück; sie schießen sie von neuem vor, um das letzte Viertel ihres in Ware verwandelten konstanten Kapitals rückzuverwandeln in seine produktive Naturalform. Dies Geld strömt wieder zu I zurück und hebt von neuem bei II Konsumtionsmittel zu gleichem Betrage; damit fließen die 500 Pfd.St. zurück an II; dessen Kapitalisten sind jetzt wie vorhin im Besitz von 500 Pfd.St. Geld und 2.000 Pfd.St. konstantem Kapital, das aber aus der Form von Warenkapital in produktives Kapital neu umgesetzt worden ist. Mit 1.500 Pfd.St. Geld ist eine Warenmasse von 5.000 Pfd.St. zirkuliert worden; nämlich 1. I zahlt an die Arbeiter 1.000 Pfd.St. für Arbeitskraft zum gleichen Wertbelauf; 2. die Arbeiter kaufen mit selben 1.000 Pfd.St. Lebensmittel von II; 3. II kauft mit demselben Geld Produktionsmittel von I, dem damit 1.000 Pfd.St. variables Kapital in Geldform wiederhergestellt ist; 4. II kauft mit 500 Pfd.St. Produktionsmittel von I; 5.I kauft mit selben 500 Pfd.St. Konsumtionsmittel von II; 6. II kauft mit selben 500 Pfd.St. Produktionsmittel von I; 7. I kauft mit selben 500 Pfd.St. Lebensmittel von II. An II sind 500 Pfd.St. zurückgeflossen, die es außer seinen 2.000 Pfd.St. in Ware in Zirkulation warf und für die es der Zirkulation kein Äquivalent in Ware entzogen. (47)

Die Umsetzung verläuft also wie folgt:

1.I zahlt 1.000 Pfd.St. Geld für Arbeitskraft, also für Ware = 1.000 Pfd.St.

2. Die Arbeiter kaufen mit ihrem Arbeitslohn zum Geldbetrag von 1.000 Pfd.St. Konsumtionsmittel von II; also Ware = 1.000 Pfd.St.

3. II kauft für die von den Arbeitern gelösten 1.000 Pfd.St. zum selben Wert Produktionsmittel von I; also Ware = 1.000 Pfd.St.

Damit sind 1.000 Pfd.St. Geld als Geldform des variablen Kapitals an I zurückgeflossen.

4. II kauft für 500 Pfd.St. Produktionsmittel von I; also Ware = 500 Pfd.St.

5. I kauft für selbe 500 Pfd.St. Konsumtionsmittel von II; also Ware = 500 Pfd.St.

<415> 6. II kauft für selbe 500 Pfd.St. Produktionsmittel von 1; also Ware = 500 Pfd.St.

7. I kauft für selbe 500 Pfd.St. Konsumtionsmittel von 11; also Ware = 500 Pfd.St.

Summe des umgesetzten Warenwerts = 5.000 Pfd.St.

Die 500 Pfd.St., die II im Kauf vorgeschossen, sind zu ihm zurückgekehrt.

I. II.
1. +1.000 ./.
2. -1.000 +1.000
3. +1.000 -1.000
4. +500 -500
5. -500 +500
6. +500 -500
7. -500 +500
Summe +1.000 0
I. III. II.
1.
2. -1.000 +1.000- +1.000
3. +1.000 -1.000
4. +500 -500
5. -500 +500
6. +500 -500
7. -500 +500
Summe 0 0 0
Der Kauf der Arbeitskraft in 1. verdirbt die Bilanz, weil sich in I. dadurch die Umsätze nicht zu Null aufheben. Setzen wir III. in die Mitte, gibt es wieder wie im Feudalismus eine verteilende Klasse, die die 1.000 v aufisst. 1. entfällt und erscheint als Durchlaufposten in III/2.

Die dreispaltige Tabelle erweist sich also als Notwendigkeit.

Resultat ist:

1. I besitzt variables Kapital in Geldform zum Belauf von 1.000 Pfd.St., die es ursprünglich der Zirkulation vorschoß; es hat außerdem verausgabt für seine individuelle Konsumtion 1.000 Pfd.St. - in seinem eignen Warenprodukt; d.h. es hat das Geld verausgabt, das es für den Verkauf von Produktionsmitteln zum Wertbetrag von 1.000 Pfd.St. einnahm.

Andrerseits ist die Naturalform, worin sich das in Geldform existierende variable Kapital umsetzen muß - d.h. die Arbeitskraft -, durch den Konsum erhalten, reproduziert und wieder vorhanden als derjenige einzige Handelsartikel ihrer Besitzer, den diese verkaufen müssen, wenn sie leben wollen. Es ist also auch reproduziert das Verhältnis von Lohnarbeitern und Kapitalisten.

2. Das konstante Kapital von II ist in natura ersetzt, und die von selbem II der Zirkulation vorgeschoßnen 500 Pfd.St. sind ihm zurückgekehrt.

Für die Arbeiter I ist die Zirkulation die einfache von W - G - W.

1) W (Arbeitskraft) - 2) G (1.000 Pfd.St., Geldform des variablen Kapitals I) - 3) W (notwendige Lebensmittel zum Betrage von 1.000 Pfd.St.); diese 1.000 Pfd.St. versilbern bis zum selben Wertbetrag das in Form von Ware - Lebensmitteln - existierende konstante Kapital II.

Für die Kapitalisten II ist der Prozeß: W - G, Verwandlung eines Teils ihres Warenprodukts in Geldform, woraus es rückverwandelt wird in Bestandteile des produktiven Kapitals - nämlich in einen Teil der ihnen notwendigen Produktionsmittel.

Bei dem Vorschuß von G (500 Pfd.St.), den die Kapitalisten II machen zum Ankauf der andren Teile der Produktionsmittel, ist die Geldform des noch in Warenform (Konsumtionsmitteln) existierenden Teils von IIc antizipiert; im Akt G - W, wo II mit G kauft und W von I verkauft wird, verwandelt sich das Geld (II) in einen Teil des produktiven Kapitals, während W (I) den Akt W - G durchmacht, sich in Geld verwandelt, das aber keinen Bestandteil des Kapitalwerts für I vorstellt, sondern versilberten Mehrwert, der nur in Konsumtionsmitteln verausgabt wird.

<416> In der Zirkulation G - W ... P ... W´ - G´  ist der erste Akt G - W des einen Kapitalisten der letzte W´ - G´  eines andern (oder Teil davon); ob dies W, wodurch G in produktives Kapital umgesetzt wird, für den Verkäufer von W (der also dies W in Geld umsetzt) konstanten Kapitalbestandteil, variablen Kapitalbestandteil oder Mehrwert vorstellt, ist für die Warenzirkulation selbst durchaus gleichgültig.

Damit in diesem Kreislauf die Proportionalität gewahrt bleibt, ist es erforderlich, dass der Arbeiter in I. dem Kapitalisten einen Kredit von m in Zeit gewährt, den der Kapitalist in III. in Geld umsetzt. Da m aus III. vom Kapitalisten aufgegessen wird, muss der Arbeiter die Kreditvergabe beim Beginn des nächsten Kreislaufs in I. erneuern.

Was die Klasse I in bezug auf den Bestandteil v + m ihres Warenprodukts angeht, so zieht sie mehr Geld aus der Zirkulation heraus, als sie hineingeworfen hat. Erstens kehren ihr die 1.000 Pfd.St. variables Kapital zurück; zweitens verkauft sie (siehe oben, Umsetzung Nr. 4) für 500 Pfd.St. Produktionsmittel: damit ist die Hälfte ihres Mehrwerts versilbert; dann (Umsetzung Nr. 6) verkauft sie wieder für 500 Pfd.St. Produktionsmittel, die zweite Hälfte ihres Mehrwerts, und damit ist der ganze Mehrwert in Geldform der Zirkulation entzogen worden; also sukzessive 1. variables Kapital in Geld rückverwandelt = 1.000 Pfd.St.; 2. die Hälfte des Mehrwerts versilbert = 500 Pfd.St.; 3. die andre Hälfte des Mehrwerts = 500 Pfd.St.; also Summa: 1.000v +1.000m versilbert = 2.000 Pfd.St. Obgleich I (abgesehn von den später zu betrachtenden Umsätzen, die die Reproduktion von Ic vermitteln) nur 1.000 Pfd.St. in Zirkulation warf, hat es ihr doppelt soviel entzogen. Natürlich verschwindet das versilberte (in G verwandelte) m sofort wieder in andre Hand (II) dadurch, daß dies Geld in Konsumtionsmitteln vermöbelt wird. Die Kapitalisten von I haben nur soviel in Geld entzogen, als sie an Wert in Ware hineinwarfen; daß dieser Wert Mehrwert ist, d.h. den Kapitalisten nichts kostet, ändert absolut nichts am Wert dieser Waren selbst; ist also, soweit es sich um Wertumsatz in der Warenzirkulation handelt, vollständig gleichgültig. Die Versilberung des Mehrwerts ist natürlich verschwindend, wie alle andern Formen, die das vorgeschoßne Kapital in seinen Umsetzungen durchläuft. Sie dauert gerade nur solange wie der Zwischenraum zwischen Verwandlung der Ware I in Geld und der darauffolgenden Verwandlung des Geldes I in Ware II.

Schon bei der einfachen Reproduktion ergibt die zweispaltige Tabelle einen Überschuss auf der einen Seite, den wir in der doppelten Buchführung einfach »saldieren«, der aber in der Gesamtübersicht der Reproduktion eines Landes nicht sein darf. Die verzehrende/verteilende Klasse ist neben den beiden produzierenden Klassen als dritte Spalte erforderlich, so dass unsere Gleichung statt einer zweiseitigen Rechnung die Form eines dreigliedrigen Syllogismus mit Anfang, Mitte und Ende annimmt.

Die arbeitenden Klassen auf dem Acker und in der Manufaktur konnten in der feudalistischen Tabelle schamhaft in den beiden produzierenden Klassen versteckt werden, weil die Rentendrohne die Mitte eingenommen hatte. Im sozialen Kapitalismus tritt der neue/alte Herr in der Mitte auf. Als nicht-Eigentümer des Grund und Boden sowie der Produktions- und Verteilungsmittel wird er sich bei der Verteilung nicht selbst begünstigen, sondern allein nach ökonomischen Kriterien handeln.

Wären die Umschläge kürzer angenommen - oder, vom Standpunkt einfacher Warenzirkulation aus betrachtet, die Anzahl der Umläufe des zirkulierenden Geldes rascher -, so wäre noch weniger Geld hinreichend, um die umgesetzten Warenwerte zu zirkulieren; die Summe ist stets bestimmt - wenn die Anzahl der sukzessiven Umsätze gegeben - durch die Preissumme, resp. Wertsumme, der zirkulierenden Waren. Welche Proportion dieser Wertsumme aus Mehrwert einerseits und Kapitalwert andrerseits besteht, ist dabei durchaus gleichgültig.

Würde in unserm Beispiel der Arbeitslohn bei I viermal des Jahres aus- <417> gezahlt, so 4 * 250 = 1.000. Es würden also 250 Pfd.St. in Geld hinreichen für die Zirkulation Iv - 1/2 II c und für die Zirkulation zwischen dem variablen Kapital Iv und der Arbeitskraft I. Ebenso wären, wenn die Zirkulation zwischen Im und IIc in vier Umschlägen erfolgt, nur 250 Pfd.St. dazu nötig, also im ganzen eine Geldsumme, resp. ein Geldkapital von 500 Pfd.St. für Zirkulation von Waren zum Betrag von 5.000 Pfd.St. Der Mehrwert würde dann, statt zweimal sukzessive zur Hälfte, jetzt viermal sukzessive zu 1/4 versilbert.

Wenn statt II, in Umsetzung Nr. 4, I als Käufer auftritt, also 500 Pfd.St. Geld in Konsumtionsmitteln von selbem Wertumfang verausgabt, so kauft dann II in Umsetzung Nr. 5 Produktionsmittel mit denselben 500 Pfd.St.; 6.I kauft Konsumtionsmittel mit selben 500 Pfd.St.; 7. II kauft mit selben 500 Pfd.St. Produktionsmittel; die 500 Pfd.St. kehren also schließlich zu I, wie vorhin zu II, zurück. Der Mehrwert wird hier versilbert durch von seinen kapitalistischen Produzenten selbst in ihrer Privatkonsumtion verausgabtes Geld, das antizipierte Revenue vorstellt, antizipierte Einnahme aus dem in der noch zu verkaufenden Ware steckenden Mehrwert. Die Versilberung des Mehrwerts findet nicht statt durch den Rückfluß der 500 Pfd.St.; denn neben den 1.000 Pfd.St. in Ware Iv hat I, am Schluß von Umsetzung Nr. 4, 500 Pfd.St. in Geld in die Zirkulation geworfen, und dies war zuschüssig, nicht - soviel wir wissen - Erlös verkaufter Ware. Fließt dies Geld an I zurück, so hat I damit nur sein zuschüssiges Geld zurückerhalten, nicht seinen Mehrwert versilbert. Die Versilberung des Mehrwerts von I findet nur statt durch den Verkauf der Waren Im, worin er steckt, und dauert jedesmal nur so lang, als das durch Verkauf der Ware eingelöste Geld nicht von neuem in Konsumtionsmitteln verausgabt ist.

I kauft mit zuschüssigem Geld (500 Pfd.St.) von II Konsumtionsmittel; dies Geld ist verausgabt von I, es hat dafür Äquivalent in Ware II; das Geld fließt zum ersten Mal zurück dadurch, daß II von I für 500 Pfd.St. Ware kauft; es fließt also zurück als Äquivalent der von I verkauften Ware, aber diese Ware kostet I nichts, bildet also Mehrwert für I, und so versilbert das von ihm selbst in Zirkulation geworfne Geld seinen eignen Mehrwert; ebenso bei seinem zweiten Kauf (Nr. 6) hat I sein Äquivalent in Ware II erhalten. Gesetzt, II kaufe nun nicht (Nr. 7) Produktionsmittel von I, so hätte I in der Tat für 1.000 Pfd.St. Konsumtionsmittel gezahlt - seinen ganzen Mehrwert als Revenue verzehrt -, nämlich 500 in seinen Waren I (Produktionsmitteln) und 500 in Geld; es hätte dagegen noch für 500 Pfd.St. in seinen Waren I (Produktionsmitteln) auf Lager und wäre dagegen 500 Pfd.St. in Geld losgeworden.

<418> Dahingegen hätte II drei Viertel seines konstanten Kapitals aus der Form von Warenkapital in produktives Kapital rückverwandelt; ein Viertel dagegen in der Form von Geldkapital (500 Pfd.St.), in der Tat von brachliegendem Geld oder seine Funktion unterbrechendem und abwartendem Geld. Dauerte diese Situation länger, so müßte II die Stufenleiter der Reproduktion um ein Viertel reduzieren. - Die 500 in Produktionsmitteln aber, die I auf dem Hals hat, sind nicht in Warenform existierender Mehrwert; sie sind an der Stelle der vorgeschoßnen 500 Pfd.St. Geld da, die I besaß neben seinem Mehrwert von 1.000 Pfd.St. in Warenform. Als Geld befinden sie sich in stets realisierbarer Form; als Ware sind sie momentan unverkäuflich. Soviel ist klar, daß einfache Reproduktion - wo jedes Element des produktiven Kapitals in II wie in I ersetzt werden muß - hier nur möglich bleibt, wenn die 500 Goldvögel zurückkehren zu I, das sie zuerst ausfliegen ließ.

Gibt ein Kapitalist (hier haben wir nur noch industrielle Kapitalisten vor uns, zugleich Repräsentanten aller andern) Geld aus in Konsumtionsmitteln, so ist es für ihn alle geworden, den Weg alles Fleisches gegangen. Fließt es wieder zu ihm zurück, so kann das nur geschehn, soweit er es für Waren - also durch sein Warenkapital - aus der Zirkulation herausfischt. Wie der Wert seines ganzen jährlichen Warenprodukts (das für ihn = Warenkapital), so ist der jedes Elements desselben, d.h. der Wert jeder einzelnen Ware, für ihn zerfällbar in konstanten Kapitalwert, variablen Kapitalwert und Mehrwert. Die Versilbrung jeder einzelnen der Waren (die als Elemente das Warenprodukt bilden) ist also zugleich Versilbrung eines gewissen Quotums des im ganzen Warenprodukt steckenden Mehrwerts. Es ist also im gegebnen Fall wörtlich richtig, daß der Kapitalist selbst das Geld in die Zirkulation warf - und zwar bei Verausgabung desselben in Konsumtionsmitteln -, womit sein Mehrwert versilbert, alias realisiert wird.

Die Waren werden für c+v+m verkauft. Und die Waren werden für c+v+m gekauft. Dass jeder Kapitalist bei jedem Verkauf genau den ihm zustehenden Mehrwert realisiert, der in der Ware steckt, ist in ../me23/me23_605.html#Warenmarkt bewiesen.

Es handelt sich dabei natürlich nicht um identische Geldstücke, sondern um einen Betrag in klingendem Geld, gleich dem (oder gleicher Teil von dem), den er zur Bestreitung persönlicher Bedürfnisse in die Zirkulation geworfen.

In der Praxis geschieht dies in doppelter Weise: Ist das Geschäft erst innerhalb des laufenden Jahrs eröffnet worden, so dauert es gute Weile, im besten Fall einige Monate, bevor der Kapitalist aus der Geschäftseinnahme selbst Geld für seinen persönlichen Konsum ausgeben kann. Er suspendiert deswegen keinen Augenblick seine Konsumtion. Er schießt sich selbst (ob aus eigner, oder per Kredit aus fremder Tasche, ist hier ganz gleichgültiger Umstand) Geld auf erst zu ergatternden Mehrwert vor; damit aber auch zirkulierendes Medium zur Realisation später zu realisierenden Mehr- <419> werts. Ist das Geschäft dagegen schon länger im regelmäßigen Gang, so verteilen sich Zahlungen und Einnahmen auf verschiedne Termine während des Jahrs. Eins aber geht ununterbrochen fort, die Konsumtion des Kapitalisten, die antizipiert und deren Umfang berechnet wird nach gewisser Proportion zu der gewohnten oder veranschlagten Einnahme. Mit jeder Portion verkaufter Ware wird auch ein Teil des jährlich zu machenden Mehrwerts realisiert. Würde aber während des ganzen Jahrs nur soviel der produzierten Ware verkauft, wie nötig, um die in ihr enthaltnen konstanten und variablen Kapitalwerte zu ersetzen; oder fielen die Preise so, daß beim Verkauf des ganzen jährlichen Warenprodukts nur der in ihm enthaltne vorgeschoßne Kapitalwert realisiert würde, so träte der antizipatorische Charakter des auf künftigen Mehrwert hin verausgabten Geldes klar hervor. Macht unser Kapitalist Fallite, so untersuchen seine Gläubiger und das Gericht, ob seine antizipierten Privatausgaben in richtiger Proportion zum Umfang seines Geschäfts und der selbem gewöhnlich oder normal entsprechenden Mehrwerteinnahme stehn.

Mit Bezug auf die ganze Kapitalistenklasse erscheint aber der Satz, daß sie das Geld zur Realisation ihres Mehrwerts (resp. auch zur Zirkulation ihres Kapitals, konstanten und variablen) selbst in die Zirkulation werfen muß, nicht nur nicht paradox, sondern als notwendige Bedingung des ganzen Mechanismus: denn hier gibt es nur zwei Klassen: die Arbeiterklasse, die nur über ihre Arbeitskraft verfügt; die Kapitalistenklasse, die im Monopolbesitz der gesellschaftlichen Produktionsmittel wie des Geldes ist. Das Paradoxe läge darin wenn die Arbeiterklasse in erster Instanz das zur Realisation des in den Waren steckenden Mehrwerts notwendige Geld aus eignen Mitteln vorschösse.

Paradox ist dies nur in der jetzigen Form des Kapitalismus, in dem der nicht-Eigentüber des Mehrwerts der »Eigentümer« ist. Ist das Volkseinkommen das Einkommen des Volkes, ist an dem Kredit in Zeit, den der Arbeiter dem Kapitalisten gewährt und den dieser in Geld umzusetzen hat, nichts Verwunderliches mehr.

Der einzelne Kapitalist verrichtet diesen Vorschuß aber immer nur in der Form, daß er als Käufer agiert, Geld verausgabt im Ankauf von Konsumtionsmitteln oder Geld vorschießt im Ankauf von Elementen seines produktiven Kapitals, sei es von Arbeitskraft, sei es von Produktionsmitteln. Er gibt das Geld immer nur weg gegen ein Äquivalent. Er schießt der Zirkulation nur Geld vor in derselben Art, wie er ihr Ware vorschießt. Er agiert beidemal als Ausgangspunkt ihrer Zirkulation.

Der wirkliche Hergang wird durch zwei Umstände verdunkelt.

1. Die Erscheinung des Handelskapitals (dessen erste Form immer Geld, da der Kaufmann als solcher kein "Produkt" oder "Ware" herstellt) und des Geldkapitals, als Gegenstandes der Manipulation einer besondern Sorte von Kapitalisten, in dem Zirkulationsprozeß des industriellen Kapitals.

2. Die Spaltung des Mehrwerts - der in erster Hand immer in Hand des. industriellen Kapitalisten sich befinden muß - in verschiedne Kategorien, <420> als deren Träger neben dem industriellen Kapitalisten der Grundbesitzer (für Bodenrente), der Wucherer (für Zins) etc. erscheinen, ditto die Regierung und ihre Beamten, Rentiers etc. Diese Burschen erscheinen als Käufer gegenüber dem industriellen Kapitalisten und insoweit als Versilbrer seiner Waren; pro parte <anteilmäßig> werfen auch sie "Geld" in die Zirkulation, und er erhält es von ihnen. Wobei stets vergessen wird, aus welcher Quelle sie es ursprünglich erhielten und stets wieder von neuem erhalten.

Der industrielle Mehrwert wird unter das Handelskapital, das Wucherkapital und den Staat anteilig verteilt. Der Grundkapitalist (zukünftig: Pächter) erzeugt als Konsumtionsmittelproduzent seinen eigenen Mehrwert, der ebenfalls unter das Handelskapital, das Wucherkapital und den Staat anteilig verteilt wird. Die Verteilung der Beute unter die verschiedenen Teile der Kapitalistenklasse behandelt Marx im dritten Band.

Die Verdunklung im Kapitalismus rührt allein daher, dass die produzierende Klasse aus der Mitte an die Ränder gedrückt worden ist, genau wie die Mitte in der Logik an die Ränder gedrückt worden ist (und die Ränder in die Mitte).

VI. Das konstante Kapital der Abteilung I (48)

Es bleibt noch zu untersuchen das konstante Kapital der Abteilung I = 4.000 Ic. Dieser Wert ist gleich dem im Warenprodukt I wiedererscheinenden Wert der in der Produktion dieser Warenmasse verzehrten Produktionsmittel. Dieser wiedererscheinende Wert, der nicht in dem Produktionsprozeß I produziert, sondern das Jahr vorher als konstanter Wert in ihn eintrat, als gegebner Wert seiner Produktionsmittel, existiert jetzt in dem ganzen Teil der Warenmasse I, die nicht von der Kategorie II absorbiert ist; und zwar ist der Wert dieser Warenmasse, die so in der Hand der Kapitalisten I bleibt, = 2/ 3 des Werts ihres ganzen jährlichen Warenprodukts. Bei dem einzelnen Kapitalisten, der ein besondres Produktionsmittel produziert, konnten wir sagen: Er verkauft sein Warenprodukt, er verwandelt es in Geld. Indem er es in Geld verwandelt, hat er auch den konstanten Wertteil seines Produkts in Geld rückverwandelt. Mit diesem in Geld verwandelten Wertteil kauft er dann von andren Warenverkäufern seine Produktionsmittel wieder ein oder verwandelt den konstanten Wertteil seines Produkts in eine Naturalform, worin er von neuem als produktives konstantes Kapital fungieren kann. Jetzt dagegen wird diese Voraussetzung unmöglich. Die Kapitalistenklasse I umschließt die Gesamtheit der Kapitalisten, die Produktionsmittel produzieren. Außerdem ist das Warenprodukt von 4.000, das in ihrer Hand geblieben, ein Teil des gesellschaftlichen Produkts, der gegen keinen andern auszutauschen ist, denn es existiert kein solcher andrer Teil des Jahresprodukts mehr. Mit Ausnahme dieser 4.000 ist bereits über den ganzen Rest disponiert; ein Teil ist durch den gesellschaftlichen Konsumtionsfonds absorbiert, und ein andrer Teil hat das <421> konstante Kapital der Abteilung II zu ersetzen, die bereits alles ausgetauscht hat, worüber sie im Austausch mit Abteilung I verfügen kann.

Die Schwierigkeit löst sich sehr einfach, wenn man erwägt, daß das ganze Warenprodukt I seiner Naturalform nach aus Produktionsmitteln besteht, d.h. aus den stofflichen Elementen des konstanten Kapitals selbst. Es zeigt sich hier dasselbe Phänomen wie vorhin sub II, nur unter einem andern Aspekt. Sub II bestand das ganze Warenprodukt in Konsumtionsmitteln; ein Teil desselben, gemessen durch den in diesem Warenprodukt enthaltnen Arbeitslohn plus Mehrwert, konnte daher von seinen eignen Produzenten verzehrt werden. Hier sub I besteht das ganze Warenprodukt aus Produktionsmitteln, Baulichkeiten, Maschinerie, Gefäßen, Roh- und Hilfsstoffen etc. Ein Teil derselben, derjenige, welcher das in dieser Sphäre angewandte konstante Kapital ersetzt, kann daher in seiner Naturalform sofort von neuem als Bestandteil des produktiven Kapitals fungieren. Soweit er in Zirkulation tritt, zirkuliert er innerhalb der Klasse I. Sub II wird ein Teil des Warenprodukts in natura von seinen eignen Produzenten individuell, sub I dagegen wird ein Teil des Produkts in natura von seinen kapitalistischen Produzenten produktiv konsumiert.

In dem Teil des Warenprodukts I = 4.000c erscheint der in dieser Kategorie konsumierte konstante Kapitalwert wieder, und zwar in einer Naturalform, worin er sofort wieder als produktives konstantes Kapital fungieren kann. Sub II geht der Teil des Warenprodukts von 3.000, dessen Wert gleich Arbeitslohn plus Mehrwert (= 1.000), direkt in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten und Arbeiter von II ein, während dagegen der konstante Kapitalwert dieses Warenprodukts (= 2.000) nicht wieder in die produktive Konsumtion der Kapitalisten II eingehn kann, sondern durch Austausch mit I zu ersetzen ist.

Sub I dagegen geht der Teil seines Warenprodukts von 6.000, dessen Wert gleich Arbeitslohn plus Mehrwert (= 2.000), nicht in die individuelle Konsumtion seiner Produzenten ein und kann es auch seiner Naturalform nach nicht. Er muß vielmehr erst mit II ausgetauscht werden. Der konstante Wertteil dieses Produkts = 4.000 befindet sich umgekehrt in einer Naturalform, worin er - die ganze Kapitalistenklasse I betrachtet - direkt wieder als deren konstantes Kapital fungieren kann. In andren Worten: Das ganze Produkt der Abteilung I besteht aus Gebrauchswerten, die ihrer Naturalform nach - bei kapitalistischer Produktionsweise - nur als Elemente des konstanten Kapitals dienen können. Von diesem Produkt zum Wert von 6.000 ersetzt also ein Drittel (2.000) das konstante Kapital der Abteilung II und die übrigen 2/3 das konstante Kapital der Abteilung I.

Wie fügen wir die 4.000 konstantes Kapital von I. in unsere dreispaltige Tabelle ein? Es kann nicht in III. und nicht in II. erscheinen, sondern zehrt sich in I. mit einem ± selbst auf. In der feudalistischen Tabelle trit es daher garnicht auf. Dort ist nur die Bedingung, dass sich die Jahresumsätze auf allen drei Seiten zu Null aufheben, was mit oder ohne ±4.000 auch bei uns der Fall ist.

<422> Das konstante Kapital I besteht in einer Masse verschiedner Kapitalgruppen, die in den verschiednen Produktionszweigen von Produktionsmitteln angelegt sind, so viel in Eisenhütten, so viel in Kohlengruben etc. Jede dieser Kapitalgruppen oder jedes dieser gesellschaftlichen Gruppenkapitale setzt sich wieder zusammen aus einer größern oder geringern Masse selbständig fungierender Einzelkapitale. Erstens zerfällt das Kapital der Gesellschaft, z. B. 7.500 (was Millionen usw. bedeuten kann) in verschiedne Kapitalgruppen; das gesellschaftliche Kapital von 7.500 ist zerfällt in besondre Teile, wovon jeder in einem besondren Produktionszweig angelegt; der in jedem besondren Produktionszweig angelegte Teil des gesellschaftlichen Kapitalwerts besteht der Naturalform nach teils in den Produktionsmitteln jeder besondren Produktionssphäre, teils aus der für ihren Betrieb nötigen und entsprechend qualifizierten Arbeitskraft, verschieden modifiziert durch die Teilung der Arbeit, je nach der spezifischen Arbeitsart <2. Auflage: Arbeitskraft; geändert nach der 1. Auflage>, die sie in jeder einzelnen Produktionssphäre zu leisten hat. Der in jedem besondren Produktionszweig angelegte Teil des gesellschaftlichen Kapitals besteht wieder aus der Summe der in ihm angelegten, selbständig fungierenden Einzelkapitale. Dies gilt selbstredend für beide Abteilungen, für I wie für II.

Was nun sub I den in Form seines Warenprodukts wiedererscheinenden konstanten Kapitalwert angeht, so geht er zum Teil in die besondre Produktionssphäre (oder selbst in den individuellen Geschäftsbetrieb), woraus er als Produkt herauskommt, auch wieder als Produktionsmittel ein; z. B. Korn in die Kornproduktion, Kohle in die Kohlenproduktion, Eisen in Form von Maschinen in die Eisenproduktion usw.

Soweit jedoch die Teilprodukte, woraus der konstante Kapitalwert von I besteht, nicht wieder direkt in ihre besondre oder individuelle Produktionssphäre eingehn, wechseln sie nur den Platz. Sie gehn in Naturalform ein in eine andre Produktionssphäre der Abteilung I, während das Produkt andrer Produktionssphären der Abteilung I sie in natura ersetzt. Es ist bloßer Stellenwechsel dieser Produkte. Sie gehn alle wieder ein als Faktoren, die konstantes Kapital in I ersetzen, nur statt in einer Gruppe von I in einer andern. Soweit hier Austausch zwischen den einzelnen Kapitalisten von I stattfindet, ist es Austausch einer Naturalform von konstantem Kapital gegen eine andre Naturalform von konstantem Kapital, einer Sorte Produktionsmittel gegen andre Sorten Produktionsmittel. Es ist Austausch der verschiednen individuellen konstanten Kapitalteile von I untereinander. Die <423> Produkte werden, soweit sie nicht direkt als Produktionsmittel in ihren eignen Produktionszweigen dienen, aus ihrer Produktionsstätte in eine andre entfernt und ersetzen sich so wechselseitig. In andren Worten (ähnlich wie sub II für den Mehrwert geschehn): jeder Kapitalist sub I zieht im Verhältnis, worin er Miteigentümer an diesem konstanten Kapital von 4.000, die ihm nötigen entsprechenden Produktionsmittel aus dieser Warenmasse heraus. Wäre die Produktion gesellschaftlich, statt kapitalistisch, so ist klar, daß diese Produkte der Abteilung I unter die Produktionszweige dieser Abteilung, zum Behuf der Reproduktion, nicht minder beständig wieder als Produktionsmittel verteilt würden, ein Teil direkt in der Produktionssphäre bliebe, wo er als Produkt herauskam, ein andrer Teil dagegen nach andren Produktionsstätten entfernt würde, und so ein beständiges Hin und Her zwischen den verschiednen Produktionsstätten dieser Abteilung stattfände.

VII. Variables Kapital und Mehrwert in beiden Abteilungen

Der Gesamtwert der jährlich produzierten Konsumtionsmittel ist also gleich dem während des Jahrs reproduzierten variablen Kapitalwert II plus dem neuproduzierten Mehrwert II (d.h. gleich dem sub II während des Jahrs produzierten Wert) plus dem während des Jahrs reproduzierten variablen Kapitalwert I und dem neuproduzierten Mehrwert I (also plus dem sub I während des Jahrs produzierten Wert).

(m+v)I + (m+v)II ist der Gesamtwarenwert der Konsumtionsmittel, den die verteilende Klasse zu verwalten hat. Dabei kann sie über den Teil für ihren Privatkonsum nach Gutdünken verfügen, ist aber bei der Rückgabe der für den produktiven Konsum bestimmten Teile an gesetzliche Vorgaben gebunden, die sich aus dem Jahresabschluss ihrer Kapitalisten ergeben.

Bis auf den Teil, den sich die Arbeiter aus ihrem privaten Konsumtionsfonds zurücklegen, erhalten die Kapitalisten (m+v)I + (m+v)II für das nächste Jahr von den Arbeitern zurück.

Unter Voraussetzung einfacher Reproduktion ist also der Gesamtwert der jährlich produzierten Konsumtionsmittel gleich dem jährlichen Wertprodukt, d.h. gleich dem ganzen durch die gesellschaftliche Arbeit während des Jahrs produzierten Wert, und muß es sein, da bei einfacher Reproduktion dieser ganze Wert verzehrt wird.

Der totale gesellschaftliche Arbeitstag zerfällt in zwei Teile: 1. notwendige Arbeit; sie schafft im Lauf des Jahrs einen Wert von 1.500v; 2. Mehrarbeit; sie schafft einen zuschüssigen Wert oder Mehrwert von 1.500m. Die Summe dieser Werte = 3.000, ist gleich dem Wert der jährlich produzierten Konsumtionsmittel von 3.000. Der Totalwert der während des Jahrs produzierten Konsumtionsmittel ist also gleich dem Totalwert, den der totale gesellschaftliche Arbeitstag während des Jahrs produziert, gleich dem Wert des gesellschaftlichen variablen Kapitals plus dem gesellschaftlichen Mehrwert, gleich dem totalen jährlichen Neuprodukt.

Aber wir wissen, daß, obgleich diese beiden Wertgrößen sich decken, deswegen keineswegs der Totalwert der Waren II, der Konsumtionsmittel, <424> in dieser Abteilung der gesellschaftlichen Produktion produziert worden ist. Sie decken sich, weil der sub II wiedererscheinende konstante Kapitalwert gleich ist dem sub I neuproduzierten Wert (variablem Kapitalwert plus Mehrwert); daher I(v+m) den Teil des Produkts von II kaufen kann, der für seine Produzenten (in Abteilung II) konstanten Kapitalwert darstellt. Es zeigt sich daher, warum, obgleich für die Kapitalisten II der Wert ihres Produkts zerfällt in c + v + m, gesellschaftlich betrachtet der Wert dieses Produkts zerfällbar ist in v + m. Dies ist nämlich nur der Fall, weil IIc hier gleich I(v+m) und diese beiden Bestandteile des gesellschaftlichen Produkts durch ihren Austausch ihre Naturalformen miteinander austauschen, daher nach diesem Umsatz IIc wieder in Produktionsmitteln, I(v+m) dagegen in Konsumtionsmitteln existiert.

Und es ist dieser Umstand, der A. Smith veranlaßt hat zu behaupten, der Wert des jährlichen Produkts löse sich in v + m auf. Es gilt dies 1. nur für den aus Konsumtionsmitteln bestehenden Teil des jährlichen Produkts, und 2. gilt es nicht in dem Sinn, daß dieser Totalwert in II produziert wird und sein Produktenwert daher gleich ist dem sub II vorgeschoßnen variablen Kapitalwert plus dem sub II produzierten Mehrwert. Sondern nur in dem Sinn, daß II(c+v+m) = II(v+m) + I(v+m) oder weil IIc = I(v+m).

Das Gleichgewicht des Jahreskonsums der Gesellschaft ergibt sich aus dem Gesamtkapital der Konsumtionsmittelproduktion, das von den Konsumtionsmittel- und den Produktionsmittelproduzenten ganz aufgezehrt wird. Folgt daraus, dass IIc genau für I(v+m) ausreichen muss?

Es folgt ferner:

Obgleich der gesellschaftliche Arbeitstag (d.h. die während des ganzen Jahrs von der gesamten Arbeiterklasse verausgabte Arbeit), wie jeder individuelle Arbeitstag, nur in zwei Teile zerfällt, nämlich in notwendige Arbeit plus Mehrarbeit, obgleich daher der von diesem Arbeitstag produzierte Wert ebenfalls nur in zwei Teile zerfällt, nämlich in den variablen Kapitalwert, d.h. den Wertteil, womit der Arbeiter seine eignen Reproduktionsmittel kauft, und den Mehrwert, den der Kapitalist zu seiner eignen individuellen Konsumtion verausgaben kann, - so wird dennoch, gesellschaftlich betrachtet, ein Teil des gesellschaftlichen Arbeitstages ausschließlich verausgabt in Produktion von frischem konstantem Kapital, nämlich von Produkten, die ausschließlich bestimmt sind, im Arbeitsprozeß als Produktionsmittel und daher in dem ihn begleitenden Verwertungsprozeß als konstantes Kapital zu fungieren. Nach unsrer Voraussetzung stellt sich der ganze gesellschaftliche Arbeitstag dar in einem Geldwert von 3.000, wovon nur 1/3 = 1.000 in der Abteilung II produziert wird, welche Konsumtionsmittel produziert, d.h. die Waren, worin sich der gesamte variable Kapitalwert und der gesamte Mehrwert der Gesellschaft schließlich realisiert. Nach dieser Voraussetzung werden also 2/3 des gesellschaftlichen Arbeitstags in der Produktion von neuem konstantem Kapital verwandt. Obgleich vom <425> Standpunkt der individuellen Kapitalisten und Arbeiter der Abteilung I diese 2/3 des gesellschaftlichen Arbeitstags bloß zur Produktion von variablem Kapitalwert plus Mehrwert dienen, ganz wie das letzte Drittel des gesellschaftlichen Arbeitstags in Abteilung II, so produzieren dennoch diese 2/3 des gesellschaftlichen Arbeitstags, gesellschaftlich betrachtet - und ebenso dem Gebrauchswert des Produkts nach betrachtet -, nur Ersatz von im Prozeß der produktiven Konsumtion begriffnem oder aufgezehrtem konstantem Kapital. Auch individuell betrachtet, produzieren diese 2/3 des Arbeitstags zwar einen Totalwert, der nur gleich dem variablen Kapitalwert plus dem Mehrwert für seine Produzenten, aber sie produzieren keine Gebrauchswerte solcher Art, daß Arbeitslohn oder Mehrwert darin verausgabt werden könnten; ihr Produkt ist ein Produktionsmittel.

Zunächst ist zu bemerken, daß kein Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags, sei es sub I oder sub II, dazu dient, den Wert des in diesen zwei großen Produktionssphären angewandten, in ihnen fungierenden konstanten Kapitals zu produzieren. Sie produzieren nur zusätzlichen Wert, 2.000 I(v+m) + 1.000 II(v+m), zusätzlich zu dem konstanten Kapitalwert = 4.000 Ic + 2.000 IIc. Der Neuwert, der in der Form von Produktionsmitteln produziert wurde, ist noch nicht konstantes Kapital. Er hat nur die Bestimmung, künftig als solches zu fungieren.

Das gesamte Produkt von II - die Konsumtionsmittel - ist seinem Gebrauchswert nach, konkret, in seiner Naturalform betrachtet, Produkt des von II geleisteten Drittels des gesellschaftlichen Arbeitstags, es ist Produkt der Arbeiten in ihrer konkreten Form als Weberarbeit, Bäckerarbeit usw., die in dieser Abteilung verwandt worden, dieser Arbeit, soweit sie als das subjektive Element des Arbeitsprozesses fungiert. Was dagegen den konstanten Wertteil dieses Produkts II angeht, so erscheint er nur wieder in einem neuen Gebrauchswert, in einer neuen Naturalform, der Form von Konsumtionsmitteln, während er früher in der Form von Produktionsmitteln bestand. Sein Wert ist durch den Arbeitsprozeß von seiner alten Naturalform auf seine neue Naturalform übertragen worden. Aber der Wert dieser 2/ 3 des Produktenwerts = 2.000 ist nicht in dem diesjährigen Verwertungsprozeß von II produziert worden.

Ganz wie vom Standpunkt des Arbeitsprozesses betrachtet, das Produkt II das Resultat neu fungierender lebendiger Arbeit und ihr gegebner, vorausgesetzter Produktionsmittel ist, in denen sie sich als in ihren gegenständlichen Bedingungen verwirklicht, so ist vom Standpunkt des Verwertungsprozesses der Produktenwert II = 3.000 zusammengesetzt aus dem durch das neu zugesetzte 1/3 des gesellschaftlichen Arbeitstags produzierten <426> Neuwert (500 v + 500m = 1.000) und aus einem konstanten Wert, worin 2/ 3 eines vergangnen, vor dem hier betrachteten Produktionsprozeß II verfloßnen gesellschaftlichen Arbeitstags vergegenständlicht sind. Dieser Wertteil des Produkts II stellt sich dar in einem Teil des Produkts selbst. Es existiert in einem Quantum Konsumtionsmittel zum Wert von 2.000 = 2/3 eines gesellschaftlichen Arbeitstags. Es ist dies die neue Gebrauchsform, worin er wiedererscheint. Der Austausch von einem Teil der Konsumtionsmittel = 2.000 IIc gegen Produktionsmittel I = I (1.000v + 1.000m), ist also in der Tat Austausch von 2/3 Gesamtarbeitstag, die keinen Teil der diesjährigen Arbeit bilden, sondern vor diesem Jahr verflossen sind, mit 2/ 3 des diesjährigen, in diesem Jahr neu zugesetzten Arbeitstags. 2/ 3 des gesellschaftlichen Arbeitstags dieses Jahrs könnten nicht in der Produktion von konstantem Kapital verwandt werden und doch zugleich variablen Kapitalwert plus Mehrwert für ihre eignen Produzenten bilden, wenn sie sich nicht mit einem Wertteil der jährlich konsumierten Konsumtionsmittel auszutauschen hätten, worin 2/3 eines vor diesem Jahr, nicht innerhalb desselben verausgabten und realisierten Arbeitstags steckten. Es ist Austausch von 2/3 Arbeitstag dieses Jahrs gegen 2/3 Arbeitstag, die vor diesem Jahr verausgabt worden, Austausch zwischen diesjähriger und vorjähriger Arbeitszeit. Dies also erklärt uns das Rätsel, warum das Wertprodukt des ganzen gesellschaftlichen Arbeitstags sich auflösen kann in variablen Kapitalwert plus Mehrwert, obgleich 2/ 3 dieses Arbeitstags nicht verausgabt worden in der Produktion von Gegenständen, worin variables Kapital oder Mehrwert sich realisieren können, sondern vielmehr in der Produktion von Produktionsmitteln zum Ersatz des während des Jahrs verbrauchten Kapitals. Es erklärt sich einfach daraus, daß 2/ 3 des Produktenwerts II, worin Kapitalisten und Arbeiter I den von ihnen produzierten variablen Kapitalwert plus Mehrwert realisieren (und die 2/ 3 des gesamten jährlichen Produktenwerts ausmachen), dem Wert nach betrachtet, das Produkt von 2/3 eines vor diesem Jahr vergangnen gesellschaftlichen Arbeitstags sind.

Das bedeutet aber, dass die bisherigen Schemata auf der Zeitachse neu zu untersuchen sind. Oder es bedeutet, dass c aus der Umsatztabelle verschwindet. Das würde die Umsätze unserer dreispaltige Tabelle auf zwei Zeilen verkürzen, in denen die Proleten einnehmen, was sie ausgeben. Oder mit ± könnte die Umsatz-Tabelle auf eine Zeile verkürzt werden.

Dann fehlen aber die notwendigen Umsätze zwischen I. und II., weil I. auch essen und II. auch alle paar Jahre neue Maschinen kaufen muss. Das bedeutet, das jährliche Essen von I. muss sich mit der jährlichen Abschreibung von II.c 2.000 decken, wie Marx oben behauptet hat.

Die Summe des gesellschaftlichen Produkts I und II, Produktionsmittel und Konsumtionsmittel, sind zwar ihrem Gebrauchswert nach konkret, in ihrer Naturalform betrachtet, das Produkt der diesjährigen Arbeit, aber nur soweit diese Arbeit selbst als nützliche, konkrete Arbeit, nicht soweit sie als Verausgabung von Arbeitskraft, als wertbildende Arbeit betrachtet wird. Und auch das erste nur in dem Sinn, daß die Produktionsmittel nur durch die ihnen zugesetzte, mit ihnen hantierende lebendige Arbeit sich in neues Produkt, in das diesjährige Produkt verwandelt haben. Dagegen hätte sich aber auch umgekehrt die diesjährige Arbeit ohne von ihr unabhängige <427> Produktionsmittel, ohne Arbeitsmittel und Produktionsstoffe, nicht in Produkt verwandeln können.

VIII. Das konstante Kapital in beiden Abteilungen

Was den Gesamtproduktenwert von 9.000 angeht und die Kategorien, worin er zerfällt wird, so bietet dessen Analyse keine größre Schwierigkeit als die des Produktenwerts eines Einzelkapitals, sie ist vielmehr identisch damit.

In dem ganzen gesellschaftlichen Jahresprodukt sind hier drei einjährige gesellschaftliche Arbeitstage enthalten. Der Wertausdruck jedes dieser Arbeitstage ist = 3.000; daher der Wertausdruck des Totalprodukts = 3 * 3.000 = 9.000.

Ferner ist von dieser Arbeitszeit vor dem einjährigen Produktionsprozeß, dessen Produkt wir analysieren, vorgegangen: In Abteilung I 4/3 Arbeitstag (Wertprodukt 4.000) und in Abteilung II 2/3 Arbeitstag (Wertprodukt 2.000). Zusammen 2 gesellschaftliche Arbeitstage, deren Wertprodukt 6.000. Daher figurieren 4.000 Ic + 2.000 IIc = 6.000c als der im ganzen Produktenwert der Gesellschaft wiedererscheinende Wert der Produktionsmittel oder konstante Kapitalwert.

Ferner ist von dem neu zugesetzten gesellschaftlichen Jahresarbeitstag in Abteilung I 1/3 notwendige Arbeit, oder Arbeit, die den Wert des variablen Kapitals 1.000 Iv ersetzt und den Preis der sub I angewandten Arbeit zahlt. Ebenso in II ist 1/ 6 des gesellschaftlichen Arbeitstags notwendige Arbeit mit einem Wertbetrag von 500. Also 1.000 Iv + 500 IIv = 1.500v, der Wertausdruck des halben gesellschaftlichen Arbeitstags, ist der Wertausdruck der aus notwendiger Arbeit bestehenden ersten Hälfte des in diesem Jahre zugesetzten Gesamtarbeitstags.

Endlich sub I ist 1/3 Gesamtarbeitstag, Wertprodukt = 1.000, Mehrarbeit; sub II ist 1/6 Arbeitstag, Wertprodukt = 500, Mehrarbeit; sie machen zusammen die andre Hälfte des zugesetzten Gesamtarbeitstags aus. Daher der produzierte Gesamtmehrwert = 1.000 Im +500 IIm = 1.500m.

Also:

Konstanter Kapitalteil des gesellschaftlichen Produktenwerts (c):

2 vor dem Produktionsprozeß verausgabte Arbeitstage, Wertausdruck = 6.000.

Während des Jahres verausgabte notwendige Arbeit (v):

Ein halber in der Jahresproduktion verausgabter Arbeitstag, Wertausdruck = 1.500.

<428> Während des Jahres verausgabte Mehrarbeit (m):

Ein halber in der Jahresproduktion verausgabter Arbeitstag, Wertausdruck 1.500.

Wertprodukt der Jahresarbeit (v + m) = 3.000.

Gesamtproduktenwert (c + v + m) = 9.000.

Die Schwierigkeit besteht also nicht in der Analyse des gesellschaftlichen Produktenwerts selbst. Sie entspringt bei Vergleichung der Wertbestandteile des gesellschaftlichen Produkts mit seinen sachlichen Bestandteilen.

Der konstante, nur wiedererscheinende Wertteil ist gleich dem Wert des Teils dieses Produkts, der aus Produktionsmitteln besteht, und ist verkörpert in diesem Teil.

Das neue Wertprodukt des Jahres = v + m ist gleich dem Wert des Teils dieses Produkts, das aus Konsumtionsmitteln besteht, und ist verkörpert in ihm.

Aber, mit hier gleichgültigen Ausnahmen, sind Produktionsmittel und Konsumtionsmittel total verschiedne Sorten von Waren, Produkte von ganz verschiedner Natural- oder Gebrauchsform, also auch Produkte total verschiedner konkreter Arbeitsarten. Die Arbeit, welche Maschinen zur Produktion von Lebensmitteln anwendet, ist ganz verschieden von der Arbeit, welche Maschinen macht. Der ganze jährliche Gesamtarbeitstag, dessen Wertausdruck = 3.000, scheint verausgabt in der Produktion von Konsumtionsmitteln = 3.000, in denen kein konstanter Wertteil wiedererscheint, da diese 3.000 = 1.500v + 1.500m sich nur in variablen Kapitalwert + Mehrwert auflösen. Andrerseits erscheint der konstante Kapitalwert = 6.000 wieder in einer von den Konsumtionsmitteln ganz verschiednen Produktenart, den Produktionsmitteln, während doch kein Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags in der Produktion dieser neuen Produkte verausgabt scheint; dieser ganze Arbeitstag scheint vielmehr nur aus den Arbeitsweisen zu bestehn, die nicht in Produktionsmitteln, sondern in Konsumtionsmitteln resultieren. Das Geheimnis ist bereits gelöst. Das Wertprodukt der Jahresarbeit ist gleich dem Produktenwert der Abteilung II, dem Totalwert der neuproduzierten Konsumtionsmittel. Aber dieser Produktenwert ist größer um 2/3 als der innerhalb der Produktion von Konsumtionsmitteln (Abteilung II) verausgabte Teil der Jahresarbeit. Nur 1/3 der Jahresarbeit ist in ihrer Produktion verausgabt. 2/3 dieser Jahresarbeit sind in der Produktion von Produktionsmitteln verausgabt, also in Abteilung I. Das während dieser Zeit sub I erzeugte Wertprodukt, gleich dem sub I produzierten variablen Kapitalwert plus Mehrwert, ist gleich dem sub II in Konsumtionsmitteln wiedererscheinenden konstanten Kapitalwert von II. Sie können sich daher <429> wechselseitig austauschen und in natura ersetzen. Der Totalwert der Konsumtionsmittel II ist daher gleich der Summe des neuen Wertprodukts sub I + II, oder II(c+v+m) = I(v+m) + II (v+m), also gleich der Summe des von der Jahresarbeit in Form von v + m produzierten Neuwerts.

Andrerseits ist der Totalwert der Produktionsmittel (I) gleich der Summe des in der Form von Produktionsmitteln (I) und des in der Form von Konsumtionsmitteln (II) wiedererscheinenden konstanten Kapitalwerts, also gleich der Summe des im Totalprodukt der Gesellschaft wiedererscheinenden konstanten Kapitalwerts. Dieser Totalwert ist gleich dem Wertausdruck von 4/ 3 vor dem Produktionsprozeß sub I, und 2/3 vor dem Produktionsprozeß sub II vergangnen Arbeitstagen, also zusammen von zwei Gesamtarbeitstagen.

Die Schwierigkeit kommt also bei dem gesellschaftlichen Jahresprodukt daher, daß der konstante Wertteil in einer ganz andren Produktenart - Produktionsmitteln - sich darstellt, als der diesem konstanten Wertteil zugesetzte Neuwert v + m, der sich in Konsumtionsmitteln darstellt. So hat es den Schein, als fänden sich - dem Wert nach betrachtet - 2/ 3 der aufgezehrten Produktenmasse in einer neuen Form wieder, als Neuprodukt, ohne daß irgendeine Arbeit von der Gesellschaft in ihrer Produktion verausgabt wäre. Dies findet bei dem Einzelkapital nicht statt. Jeder individuelle Kapitalist wendet eine bestimmte konkrete Arbeitsart an, welche die ihr eigentümlichen Produktionsmittel in ein Produkt verwandelt. z. B. der Kapitalist sei Maschinenbauer, das während des Jahrs verausgabte konstante Kapital = 6.000c, das variable = 1.500v, der Mehrwert = 1.500m; das Produkt = 9.000, wir wollen sagen ein Produkt von 18 Maschinen, wovon jede = 500. Das ganze Produkt besteht hier in derselben Form, der von Maschinen. (Produziert er mehrere Sorten, so wird jede für sich berechnet.) Das ganze Warenprodukt ist Produkt der während des Jahrs im Maschinenbau verausgabten Arbeit, Kombination derselben konkreten Arbeitsart mit denselben Produktionsmitteln. Die verschiednen Teile des Produktenwerts stellen sich daher in derselben Naturalform dar: in 12 Maschinen stecken 6.000c, in 3 Maschinen 1.500v, in 3 Maschinen 1.500 m. Es ist hier klar, daß der Wert der 12 Maschinen = 6.000c ist, nicht weil in diesen 12 Maschinen bloß vor dem Maschinenbau vergangne und nicht in ihm verausgabte Arbeit verkörpert. Der Wert der Produktionsmittel für 18 Maschinen hat sich nicht von selbst in 12 Maschinen verwandelt, aber der Wert dieser 12 Maschinen (der selbst aus 4.000c + 1.000v + 1.000m besteht) ist gleich dem Totalwert des in den 18 Maschinen enthaltnen konstanten Kapitalwerts. Der Maschinenbauer muß daher von den 18 Maschinen 12 <430> verkaufen, um sein verausgabtes konstantes Kapital, das er zur Reproduktion von 18 neuen Maschinen nötig hat, zu ersetzen. Dagegen wäre die Sache unerklärlich, wenn, obgleich die angewandte Arbeit bloß aus Maschinenbau besteht, als ihr Resultat sich ergäben: einerseits 6 Maschinen = 1.500v + 1.500m, andrerseits Eisen, Kupfer, Schrauben, Riemen etc. zum Wertbetrag von 6.000c, d.h. die Produktionsmittel der Maschinen in ihrer Naturalform, die der einzelne, Maschinen bauende Kapitalist bekanntlich nicht selbst produziert, sondern sich durch den Zirkulationsprozeß ersetzen muß. Und dennoch scheint, auf den ersten Blick, sich die Reproduktion des gesellschaftlichen Jahresprodukts in so widersinniger Weise zu vollziehn.

Das Produkt des individuellen Kapitals, d.h. jedes selbständig fungierenden, mit eignem Leben begabten Bruchstücks des gesellschaftlichen Kapitals, hat irgendeine beliebige Naturalform. Die einzige Bedingung ist, daß es wirklich eine Gebrauchsform hat, einen Gebrauchswert, der es zu einem zirkulationsfähigen Glied der Warenwelt stempelt. Es ist ganz gleichgültig und zufällig, ob es als Produktionsmittel wieder in denselben Produktionsprozeß eingehn kann, aus dem es als Produkt herauskommt, also ob der Teil seines Produktenwerts, worin sich der konstante Kapitalteil darstellt, eine Naturalform besitzt, worin er tatsächlich wieder als konstantes Kapital fungieren kann. Wenn nicht, wird dieser Teil des Produktenwerts durch Verkauf und Einkauf wieder in die Form seiner sachlichen Produktionselemente verwandelt und dadurch das konstante Kapital in seiner funktionsfähigen Naturalform reproduziert.

Anders verhält es sich mit dem Produkt des gesellschaftlichen Gesamtkapitals. Alle sachlichen Elemente der Reproduktion müssen in ihrer Naturalform Teile dieses Produkts selbst bilden. Der aufgezehrte konstante Kapitalteil kann durch die Gesamtproduktion nur ersetzt werden, soweit im Produkt der gesamte wiedererscheinende konstante Kapitalteil in der Naturalform neuer Produktionsmittel wiedererscheint, die wirklich als konstantes Kapital fungieren können. Einfache Reproduktion vorausgesetzt, muß daher der Wert des Teils des Produkts, der aus Produktionsmitteln besteht, gleich dem konstanten Wertteil des gesellschaftlichen Kapitals sein.

Ferner: Individuell betrachtet, produziert der Kapitalist in seinem Produktenwert durch die neu zugesetzte Arbeit nur sein variables Kapital plus Mehrwert, während der konstante Wertteil durch den konkreten Charakter der neu zugesetzten Arbeit auf das Produkt übertragen ist.

Gesellschaftlich betrachtet, produziert der Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags, der Produktionsmittel produziert, ihnen daher sowohl Neu- <431> wert zusetzt, als den Wert der in ihrer Produktion verzehrten Produktionsmittel auf sie überträgt, nichts als neues konstantes Kapital, bestimmt, das in der Form der alten Produktionsmittel aufgezehrte zu ersetzen, sowohl das sub I wie sub II konsumierte konstante Kapital. Er produziert nur Produkt, bestimmt, der produktiven Konsumtion anheimzufallen. Der ganze Wert dieses Produkts ist also nur Wert, der als konstantes Kapital von neuem fungieren, der nur konstantes Kapital in seiner Naturalform zurückkaufen kann, der sich daher, gesellschaftlich betrachtet, weder in variables Kapital noch in Mehrwert auflöst. - Andrerseits produziert der Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags, der Konsumtionsmittel produziert, keinen Teil des gesellschaftlichen Ersatzkapitals. Er produziert nur Produkte, die in ihrer Naturalform bestimmt sind, den Wert des variablen Kapitals und den Mehrwert sub I und sub II zu realisieren.

Wenn man von gesellschaftlicher Betrachtungsweise spricht, also das gesellschaftliche Gesamtprodukt betrachtet, welches sowohl die Reproduktion des gesellschaftlichen Kapitals wie die individuelle Konsumtion einschließt, so muß man nicht in die von Proudhon der bürgerlichen Ökonomie nachgemachte Manier verfallen und die Sache so betrachten, als wenn eine Gesellschaft kapitalistischer Produktionsweise, en bloc, als Totalität betrachtet, diesen ihren spezifischen, historisch ökonomischen Charakter verlöre. Umgekehrt. Man hat es dann mit dem Gesamtkapitalisten zu tun. Das Gesamtkapital erscheint als das Aktienkapital aller einzelnen Kapitalisten zusammen. Diese Aktiengesellschaft hat das mit vielen andern Aktiengesellschaften gemein, daß jeder weiß, was er hineinsetzt, aber nicht, was er herauszieht.

IX. Rückblick auf A. Smith, Storch und Ramsay

Der Gesamtwert des gesellschaftlichen Produkts beträgt 9.000 = 6.000c + 1.500v + 1.500m, mit andren Worten 6.000 reproduzieren den Wert der Produktionsmittel und 3.000 den Wert der Konsumtionsmittel. Der Wert der gesellschaftlichen Revenue (v + m) beträgt also nur 1/3 des Gesamtproduktenwerts und nur zum Wertbetrag dieses Drittels kann die Gesamtheit der Konsumenten, Arbeiter wie Kapitalisten, Waren, Produkte, dem gesellschaftlichen Gesamtprodukt entziehn und ihrem Konsumtionsfonds einverleiben. Dagegen sind 6.000 = 2/3 des Produktenwerts Wert des konstanten Kapitals, das in natura ersetzt werden muß. Produktionsmittel zu diesem Betrag müssen also dem Produktionsfonds wieder einverleibt werden. Dies ist es, was Storch als notwendig einsieht, ohne es beweisen zu können:

<432> "Il est clair que la valeur du produit annuel se distribue partie en capitaux et partie en profits, et que chacune de ces parties de la valeur du produit annuel va régulièrement acheter les produits dont la nation a besoin, tant pour entretenir son capital que pour remplacer son fonds consommable ... les produits qui constituent le capital d'une nation, ne sont point consommables." <"Es ist klar, daß der Wert des Jahresprodukts teils in Kapitale, teils in Profite zerfällt und daß jeder dieser Teile vom Wert des Jahresprodukts regelmäßig die Produkte kauft, deren die Nation bedarf, sowohl um ihr Kapital zu erhalten, als auch um ihren Konsumtionsfonds zu erneuern ... die Produkte, die das Kapital einer Nation bilden, sind überhaupt nicht konsumierbar."> (Storch, "Considérations sur la nature du revenu national", Paris 1824, p. 134, 135, 150.)

A. Smith jedoch hat dieses fabelhafte Dogma aufgestellt, das ihm bis heute geglaubt wird, nicht nur in der bereits erwähnten Form, wonach der gesamte gesellschaftliche Produktenwert sich in Revenue auflöst, in Arbeitslohn plus Mehrwert, oder wie er es ausdrückt, in Arbeitslohn plus Profit (Zins) plus Grundrente. Sondern auch in der noch populäreren Form, daß die Konsumenten in letzter Instanz (ultimately) den ganzen Produktenwert den Produzenten zahlen müssen. Dies ist bis heute einer der bestbeglaubigten Gemeinplätze oder vielmehr ewigen Wahrheiten der sogenannten Wissenschaft der politischen Ökonomie. Dies wird in folgender plausiblen Weise veranschaulicht. Nimm irgendeinen Artikel, z. B. leinene Hemden. Erst hat der Spinner von Leinengarn dem Flachsbauer den ganzen Wert des Flachses zu zahlen, also Flachssamen, Düngmittel, Arbeitsviehfutter etc., nebst dem Wertteil, den das fixe Kapital des Flachsbauers, wie Baulichkeiten, Ackergeräte usw., an dies Produkt abgibt; den in der Produktion des Flachses gezahlten Arbeitslohn; den Mehrwert (Profit, Grundrente), der im Flachs steckt; endlich die Frachtkosten des Flachses von seiner Produktionsstätte zur Spinnerei. Dann hat der Weber dem Spinner des Leinengarns nicht nur diesen Preis des Flachses zurückzuerstatten, sondern auch den Wertteil der Maschinerie, Baulichkeiten etc., kurz des fixen Kapitals, der auf den Flachs übertragen wird, ferner alle während des Spinnprozesses verzehrten Hilfsstoffe, Arbeitslohn der Spinner, Mehrwert etc., und so gehts weiter mit dem Bleicher, den Transportkosten der fertigen Leinwand, endlich dem Hemdenfabrikanten, der den ganzen Preis aller frühern Produzenten bezahlt hat, die ihm nur sein Rohmaterial geliefert haben. In seiner Hand findet nun fernerer Wertzusatz statt, durch Wert teils des konstanten Kapitals, das in der Form von Arbeitsmitteln, Hilfsstoffen etc. in der Hemdenfabrikation verzehrt wird, teils durch die darin verausgabte Arbeit, die den Wert des Arbeitslohns der Hemdenmacher plus dem Mehrwert des <433> Hemdenfabrikanten zusetzt. Dies ganze Hemdenprodukt koste nun schließlich 100 Pf. St., und dies sei der Anteil am ganzen jährlichen Produktenwert, den die Gesellschaft in Hemden verausgabt. Die Konsumenten der Hemden zahlen die 100 Pfd.St., also den Wert aller in den Hemden enthaltnen Produktionsmittel wie den Arbeitslohn plus Mehrwert des Flachsbauers, Spinners, Webers, Bleichers, Hemdenfabrikanten sowie sämtlicher Transporteure. Dies ist vollständig richtig. Es ist in der Tat das, was jedes Kind sieht. Aber dann heißt es weiter: So verhält es sich mit dem Wert aller andern Waren.

Es sollte heißen: So verhält es sich mit dem Wert aller Konsumtionsmittel, mit dem Wert des gesellschaftlichen Produktenteils, der in den Konsumtionsfonds eingeht, also mit dem Teil des gesellschaftlichen Produktenwerts, der als Revenue verausgabt werden kann. Die Wertsumme aller dieser Waren ist allerdings gleich dem Wert aller in ihnen aufgezehrten Produktionsmittel (konstanten Kapitalteile) plus dem Wert, den die letzt zugefügte Arbeit geschaffen hat (Arbeitslohn plus Mehrwert). Die Gesamtheit der Konsumenten kann also diese ganze Wertsumme zahlen, weil zwar der Wert jeder einzelnen Ware aus c + v + m besteht, aber die Wertsumme aller in den Konsumtionsfonds eingehenden Waren zusammengenommen, dem Maximum nach, nur gleich sein kann dem Teil des gesellschaftlichen Produktenwerts, der sich in v + m auflöst, d.h. gleich dem Wert, den die während des Jahrs verausgabte Arbeit den vorgefundnen Produktionsmitteln - dem konstanten Kapitalwert - zugesetzt hat. Was aber den konstanten Kapitalwert angeht, so haben wir gesehn, daß er aus der gesellschaftlichen Produktenmasse auf doppelte Weise ersetzt wird. Erstens durch Austausch der Kapitalisten II, die Konsumtionsmittel produzieren, mit den Kapitalisten I, welche die Produktionsmittel dafür produzieren. Und hier ist die Quelle der Phrase, daß, was für den einen Kapital, für den andern Revenue ist. Aber so verhält sich die Sache nicht. Die 2.000 IIc, die in Konsumtionsmitteln zum Wert von 2.000 existieren, bilden für die Kapitalistenklasse II konstanten Kapitalwert. Sie können ihn also nicht selbst konsumieren, obgleich das Produkt nach seiner Naturalform konsumiert werden muß. Andrerseits sind 2.000 I(v+m) der von der Kapitalisten- und Arbeiterklasse I produzierte Arbeitslohn plus Mehrwert. Sie existieren in der Naturalform von Produktionsmitteln, von Dingen, in denen ihr eigner Wert nicht konsumiert werden kann. Wir haben hier also eine Wertsumme von 4.000, von denen vor wie nach dem Austausch die Hälfte nur konstantes Kapital ersetzt und die Hälfte nur Revenue bildet. - Zweitens aber wird das konstante Kapital der Abteilung I in natura ersetzt, teils durch Austausch unter den Kapitalisten I, teils durch Ersatz in natura in jedem einzelnen Geschäft.

<434> Die Phrase, daß der ganze jährliche Produktenwert schließlich von den Konsumenten bezahlt werden muß, wäre nur dann richtig, wenn man unter Konsumenten zwei ganz verschiedne Sorten einbegriffe, individuelle Konsumenten und produktive Konsumenten. Aber daß ein Teil des Produkts produktiv konsumiert werden muß, heißt ja weiter nichts, als daß er als Kapital fungieren muß und nicht als Revenue verzehrt werden kann.

Wenn wir den Wert des Gesamtprodukts = 9.000 einteilen in 6.000 c + 1.500v + 1.500 m und die 3.000(v+m) nur in ihrer Eigenschaft als Revenue betrachten, so scheint umgekehrt das variable Kapital zu verschwinden und das Kapital, gesellschaftlich betrachtet, nur aus konstantem Kapital zu bestehn. Denn was ursprünglich als 1.500v erschien, hat sich in einen Teil der gesellschaftlichen Revenue, in Arbeitslohn, Revenue der Arbeiterklasse, aufgelöst, und sein Kapitalcharakter ist damit verschwunden. In der Tat wird diese Folgerung von Ramsay gezogen. Nach ihm besteht, gesellschaftlich betrachtet, das Kapital nur aus fixem Kapital, aber unter fixem Kapital versteht er konstantes Kapital, die in Produktionsmitteln bestehende Wertmasse, seien diese Produktionsmittel nun Arbeitsmittel oder Arbeitsmaterial, wie Rohstoff, Halbfabrikat, Hilfsstoff etc. Er nennt das variable Kapital zirkulierendes:

"Circulating capital consists only of subsistence and other necessaries advanced to the workman, previous to the completion of the produce of their labour ... Fixed capital alone, not circulating, is properly speaking a source of national wealth ... Circulating capital is not an immediate agent in production, nor essential to it at all, but merely a convenience rendered necessary by the deplorable poverty of the mass of the people ... Fixed capital alone constitutes an element of cost of production in a national point of view." <"Zirkulierendes Kapital besteht ausschließlich aus Subsistenzmitteln und anderen Bedarfsartikeln, die den Arbeitern vorgestreckt werden, ehe sie das Produkt ihrer Arbeit fertig gestellt haben ... Nur fixes Kapital, nicht das zirkulierende, ist im eigentlichen Sinne eine Quelle des nationalen Reichtums ... Zirkulierendes Kapital wirkt nicht unmittelbar in der Produktion, noch ist es überhaupt für sie wesentlich, sondern nur eine Bedingung, die durch die beklagenswerte Armut der Masse des Volkes notwendig geworden ist ... Fixes Kapital allein bildet vom nationalen Standpunkt ein Element der Produktionskosten."> (Ramsay, l.c.p. 23 - 26 passim.)

Ramsay erklärt fixes Kapital, worunter er konstantes versteht, näher wie folgt:

"The length of time during which any portion of the product of that labour" (nämlich labour bestowed on any commodity) "has existed as fixed capital, i.e. in a form in which, though assisting to raise the future commodity, it does not maintain labourers." <"Die Zeitdauer, während der irgendein Teil des Produkts dieser Arbeit" (nämlich Arbeit, die auf irgend eine Ware verwandt wird) "als fixes Kapital existiert hat, d.h. in einer Form, in der es, obwohl es dazu beiträgt, die künftige Ware zu erzeugen, keine Arbeiter unterhält."> (p.59).

<435> Hier sieht man wieder das Unheil, das A. Smith angerichtet, indem der Unterschied von konstantem und variablem Kapital bei ihm ertränkt ist in dem Unterschied von fixem und zirkulierendem Kapital. Das konstante Kapital Ramsays besteht aus Arbeitsmitteln, sein zirkulierendes aus Lebensmitteln; beide sind Waren von gegebnem Wert; die einen können so wenig einen Mehrwert produzieren wie die andern.

X. Kapital und Revenue: Variables Kapital und Arbeitslohn (49)

Die ganze jährliche Reproduktion, das ganze Produkt dieses Jahrs ist Produkt der diesjährigen nützlichen Arbeit. Aber der Wert dieses Gesamtprodukts ist größer als der Wertteil desselben, worin sich die Jahresarbeit, als während dieses Jahrs verausgabte Arbeitskraft, verkörpert. Das Wertprodukt dieses Jahrs, der während desselben in Warenform neugeschaffne Wert, ist kleiner als der Produktenwert, der Gesamtwert der während des ganzen Jahres hergestellten Warenmasse. Die Differenz, die wir erhalten, wenn wir vom Gesamtwert des jährlichen Produkts den Wert abziehn, der ihm durch die laufende Jahresarbeit zugesetzt wurde, ist nicht wirklich reproduzierter Wert, sondern nur in neuer Daseinsform wiedererscheinender Wert; Wert, auf das Jahresprodukt übertragen von vor ihm existierendem Wert, der je nach der Dauer der konstanten Kapitalbestandteile, die im diesjährigen gesellschaftlichen Arbeitsprozeß mitgewirkt, von früherm oder späterm Datum sein kann, der von dem Wert eines Produktionsmittels herrühren kann, welches im vorigen Jahr oder in einer Reihe früherer Jahre zur Welt kam. Es ist unter allen Umständen Wert, übertragen von vorjährigen Produktionsmitteln auf das Produkt des laufenden Jahrs.

Nehmen wir unser Schema, so haben wir nach Umsatz der bisher betrachteten Elemente zwischen I und II und innerhalb II:

I. 4.000c + 1.000v + 1.000m (letztre 2.000 realisiert in Konsumtionsmitteln IIc) = 6.000.

II. 2.000c (reproduziert durch Umsatz mit I(v+m)) + 500v + 500m = 3.000.

Wertsumme = 9.000.

<436> Während des Jahrs neuproduzierter Wert steckt nur in den v und m. Die Summe des Wertprodukts dieses Jahrs ist also gleich der Summe der v + m, = 2.000 I(v+m) + 1.000 II(v+m) = 3.000. Alle übrigen Wertteile des Produktenwerts dieses Jahres sind nur übertragner Wert, vom Wert früherer, in der jährlichen Produktion verzehrter Produktionsmittel. Außer dem Wert von 3.000 hat die laufende Jahresarbeit nichts an Wert produziert; es ist ihr ganzes jährliches Wertprodukt.

Nun aber ersetzen, wie wir sahn, die 2.000 I(v+m) der Klasse II ihre 2.000 IIc in Naturalform von Produktionsmitteln. Zwei Drittel der Jahresarbeit, verausgabt in Kategorie I, haben also neu produziert das konstante Kapital II, sowohl seinen ganzen Wert wie seine Naturalform. Gesellschaftlich betrachtet haben also zwei Drittel der während des Jahrs verausgabten Arbeit neuen konstanten Kapitalwert geschaffen, realisiert in der der Abteilung II angemeßnen Naturalform. Der größre Teil der gesellschaftlichen Jahresarbeit ist also verausgabt worden in Produktion von neuem konstantem Kapital (in Produktionsmitteln existierendem Kapitalwert) zum Ersatz des in der Produktion von Konsumtionsmitteln verausgabten konstanten Kapitalwerts. Was hier die kapitalistische Gesellschaft vom Wilden unterscheidet, ist nicht, wie Senior (50) meint, daß es das Privilegium und die Eigenheit des Wilden sei, seine Arbeit zu verausgaben in gewisser Zeit, die ihm keine in Revenue, d.h. in Konsumtionsmittel auflösbare (umsetzbare) Früchte verschafft, sondern der Unterschied besteht darin:

a) Die kapitalistische Gesellschaft verwendet mehr ihrer disponiblen Jahresarbeit in Produktion von Produktionsmitteln (ergo von konstantem Kapital), die weder unter der Form von Arbeitslohn noch von Mehrwert in Revenue auf lösbar sind, sondern nur als Kapital fungieren können.

b) Wenn der Wilde Bogen, Pfeile, Steinhämmer, Äxte, Körbe etc. macht, so weiß er ganz genau, daß er die so verwandte Zeit nicht auf Herstellung von Konsumtionsmitteln verwendet hat, daß er also seinen Bedarf an Produktionsmitteln gedeckt hat und weiter nichts. Außerdem begeht der Wilde eine schwere ökonomische Sünde durch seine völlige Gleichgültigkeit <437> gegen Zeitaufwand, und verwendet z. B. manchmal, wie Tyler erzählt, einen ganzen Monat zur Verfertigung eines Pfeils. (51)

Die laufende Vorstellung, wodurch ein Teil der politischen Ökonomen sich die theoretische Schwierigkeit, d.h. das Verständnis des realen Zusammenhangs, vom Hals zu schaffen sucht - daß, was für den einen Kapital, für den andren Revenue ist, und umgekehrt -, ist teilweise richtig, und wird ganz falsch (enthält also ein völliges Mißverständnis des ganzen Umsetzungsprozesses, der mit der jährlichen Reproduktion vorgeht, also auch ein Mißverständnis über die tatsächliche Grundlage des teilweis Richtigen), sobald sie allgemein aufgestellt wird.

Wir stellen jetzt die tatsächlichen Verhältnisse zusammen, worauf die teilweise Richtigkeit dieser Vorstellung beruht, wobei sich zugleich die falsche Auffassung dieser Verhältnisse zeigen wird.

1. Das variable Kapital fungiert als Kapital in der Hand des Kapitalisten und fungiert als Revenue in der Hand des Lohnarbeiters.

Das variable Kapital existiert zunächst in der Hand des Kapitalisten als Geldkapital; es fungiert als Geldkapital, indem er damit Arbeitskraft kauft. Solange es in seiner Hand in Geldform verharrt, ist es nichts als in Geldform existierender gegebner Wert, also eine konstante und keine variable Größe. Es ist nur potentiell variables Kapital - eben durch seine Umsatzfähigkeit in Arbeitskraft. Wirkliches variables Kapital wird es nur nach Abstreifung seiner Geldform, nachdem es in Arbeitskraft umgesetzt worden und diese als Bestandteil des produktiven Kapitals im kapitalistischen Prozeß fungiert.

Das Geld, das zuerst als Geldform des variablen Kapitals für den Kapitalisten fungierte, fungiert nun in der Hand des Arbeiters als Geldform seines Arbeitslohns, den er in Lebensmittel umsetzt; also als Geldform der Revenue, die er aus dem stets wiederholten Verkauf seiner Arbeitskraft bezieht.

Hier haben wir nur die einfache Tatsache, daß das Geld des Käufers, hier des Kapitalisten, aus seiner Hand in die Hand des Verkäufers, hier des Verkäufers der Arbeitskraft, des Arbeiters, geht. Es ist nicht das variable Kapital, das doppelt fungiert, als Kapital für den Kapitalisten und als Revenue für den Arbeiter, sondern es ist dasselbe Geld, das erst in der Hand des Kapitalisten als Geldform seines variablen Kapitals, daher als potentielles variables Kapital existiert, und das, sobald der Kapitalist es um- <438> gesetzt in Arbeitskraft, in der Hand des Arbeiters als Äquivalent für verkaufte Arbeitskraft dient. Daß aber dasselbe Geld in der Hand des Verkäufers einer andren Nutzanwendung dient als in der Hand des Käufers, ist allem Kauf und Verkauf von Waren angehöriges Phänomen.

Apologetische Ökonomen stellen die Sache falsch dar, wie sich am besten zeigt, wenn wir nur den Zirkulationsakt G - A (= G - W), Umsatz von Geld in Arbeitskraft auf Seite des kapitalistischen Käufers, A - G (= W - G), Umsatz der Ware Arbeitskraft in Geld auf Seite des Verkäufers, des Arbeiters, ausschließlich im Auge halten, ohne uns vorläufig um das weiter Folgende zu bekümmern. Sie sagen: dasselbe Geld realisiert hier zwei Kapitale; der Käufer - Kapitalist - setzt sein Geldkapital in lebendige Arbeitskraft um, die er seinem produktiven Kapital einverleibt; andrerseits der Verkäufer - Arbeiter - setzt seine Ware - die Arbeitskraft - in Geld um, das er als Revenue verausgabt, wodurch er eben befähigt wird, seine Arbeitskraft stets von neuem wieder zu verkaufen und so zu erhalten; seine Arbeitskraft ist also selbst sein Kapital in Warenform, woraus ihm beständig seine Revenue quillt. In der Tat ist die Arbeitskraft sein Vermögen (stets sich erneuerndes, reproduktives), nicht sein Kapital. Sie ist die einzige Ware, die er beständig verkaufen kann und muß, um zu leben, und die als Kapital (variables) nur erst in der Hand des Käufers, des Kapitalisten, wirkt. Daß ein Mann beständig gezwungen ist, stets wieder von neuem seine Arbeitskraft, d.h. sich selbst, an eine dritte Person zu verkaufen, beweist nach jenen Ökonomen, daß er ein Kapitalist ist, weil er beständig "Ware" (sich selbst) zu verkaufen hat. In diesem Sinn wird auch der Sklave Kapitalist, obgleich er von einer dritten Person ein für allemal als Ware verkauft wird; denn die Natur dieser Ware - des Arbeitssklaven - bringt es mit sich, daß ihr Käufer sie nicht nur jeden Tag von neuem arbeiten läßt, sondern ihr auch die Lebensmittel gibt, vermöge deren sie stets von neuem wieder arbeiten kann. - (Vergleiche hierüber Sismondi und Say in den Briefen an Malthus.)

2. In dem Umsatz von 1.000 Iv + 1.000 Im gegen 2.000 IIc wird also das, was konstantes Kapital für die einen (2.000 IIc), variables Kapital und Mehrwert, also überhaupt Revenue, für die andren; und das, was variables Kapital und Mehrwert (2.000 I(v+m), also überhaupt Revenue für die einen, wird konstantes Kapital für die andren.

Betrachten wir zunächst den Umsatz von Iv gegen IIc, und zwar zuerst vom Standpunkt des Arbeiters.

Der Gesamtarbeiter von I hat seine Arbeitskraft verkauft an den Gesamtkapitalisten von I für 1.000; er erhält diesen Wert in Geld ausgezahlt <439> in der Form des Arbeitslohns. Mit diesem Geld kauft er von II Konsumtionsmittel zum selben Wertbetrag. Der Kapitalist II steht ihm nur als Warenverkäufer und als nichts andres gegenüber, auch wenn der Arbeiter von seinem eignen Kapitalisten kauft, wie z. B. oben (S. 380 <Siehe vorl. Band, S. 404>) im Umsatz der 500 IIv. Die Zirkulationsform, die seine Ware, die Arbeitskraft, durchmacht, ist die der einfachen, auf bloße Befriedigung von Bedürfnissen, auf Konsumtion gerichtete Warenzirkulation W (Arbeitskraft) - G - W (Konsumtionsmittel, Ware II). Resultat dieses Zirkulationsvorgangs ist: daß der Arbeiter sich als Arbeitskraft für den Kapitalisten I erhalten hat, und um sich weiter als solche zu erhalten, muß er stets von neuem den Prozeß A(W) - G - W wiederholen. Sein Arbeitslohn realisiert sich in Konsumtionsmitteln, er wird als Revenue verausgabt und, die Arbeiterklasse im ganzen genommen, wieder beständig als Revenue verausgabt.

Betrachten wir nun denselben Umsatz Iv gegen IIc vom Standpunkt des Kapitalisten. Das ganze Warenprodukt von II besteht aus Konsumtionsmitteln; also aus Dingen, bestimmt, in die jährliche Konsumtion einzugehn, also zur Realisierung von Revenue zu dienen für irgend jemand, im hier betrachteten Fall für den Gesamtarbeiter 1. Für den Gesamtkapitalisten II aber ist ein Teil seines Warenprodukts, = 2.000, jetzt die in Ware verwandelte Form des konstanten Kapitalwerts seines produktiven Kapitals, welches aus dieser Warenform wieder rückverwandelt werden muß in die Naturalform, worin es von neuem als konstanter Teil des produktiven Kapitals wirken kann. Was Kapitalist II bis jetzt erreicht hat ist, daß er die Hälfte (= 1.000) seines in Warenform (Konsumtionsmitteln) reproduzierten konstanten Kapitalwerts durch den Verkauf an den Arbeiter I in Geldform rückverwandelt hat. Es ist also auch nicht das variable Kapital Iv, das sich umgesetzt hat in diese erste Hälfte des konstanten Kapitalwerts IIc, sondern das Geld, das für I als Geldkapital fungierte im Umsatz gegen Arbeitskraft, war so in den Besitz des Verkäufers der Arbeitskraft gekommen, für den es kein Kapital, sondern Revenue in Geldform darstellt, d.h. verausgabt wird als Kaufmittel von Konsumtionsmitteln. Das Geld = 1.000, das den Kapitalisten II von den Arbeitern I zugeflossen, kann andrerseits nicht als konstantes Element des produktiven Kapitals II fungieren. Es ist nur noch die Geldform seines Warenkapitals, noch umzusetzen in fixe oder zirkulierende Bestandteile von konstantem Kapital. II kauft also mit dem von den Arbeitern I, den Käufern seiner Ware, gelösten Geld für 1.000 Produktionsmittel von I. Damit ist der konstante Kapitalwert II zur Hälfte des <440> Gesamtbetrags erneuert in der Naturalform, worin es wieder als Element des produktiven Kapitals II fungieren kann. Die Zirkulationsform war dabei W - G - W: Konsumtionsmittel zum Wert von 1.000 - Geld = 1.000 - Produktionsmittel zum Wert von 1.000.

Aber W - G - W ist hier Kapitalbewegung. W, verkauft an die Arbeiter, verwandelt sich in G, und dies G wird umgesetzt in Produktionsmittel; es ist Rückverwandlung aus Ware in die stofflichen Bildungselemente dieser Ware. Andrerseits, wie Kapitalist II gegen I nur als Warenkäufer, fungiert Kapitalist I gegen II hier nur als Warenverkäufer. I hat ursprünglich mit 1.000 Geld, bestimmt, als variables Kapital zu fungieren, Arbeitskraft zum Wert von 1.000 gekauft; er hat also ein Äquivalent für seine in Geldform weggegebnen 1.000v erhalten; das Geld gehört jetzt dem Arbeiter, der es verausgabt in Käufen von II; I kann dies Geld, das so in die Kasse von II geflossen, nur rückerhalten, indem er es durch Verkauf von Waren zum selben Wertbetrag wieder herausfischt.

Erst hatte I eine bestimmte Geldsumme 1.000, bestimmt, als variabler Kapitalteil zu fungieren; sie fungiert als solcher durch ihren Umsatz in Arbeitskraft zum selben Wertbetrag. Der Arbeiter hat ihm aber als Resultat des Produktionsprozesses geliefert eine Warenmasse (Produktionsmittel) zum Wert von 6.000, wovon 1/ 6 oder 1.000 ihrem Wert nach ein Äquivalent des in Geld vorgeschoßnen variablen Kapitalteils. So wenig wie früher in seiner Geldform, fungiert der variable Kapitalwert jetzt in seiner Warenform als variables Kapital; dies kann er nur nach erfolgtem Umsatz in lebendige Arbeitskraft, und nur solange diese im Produktionsprozeß fungiert. Als Geld war der variable Kapitalwert nur potentielles variables Kapital. Aber er befand sich in einer Form, worin er direkt in Arbeitskraft umsetzbar. Als Ware ist dieser selbe variable Kapitalwert nur noch potentieller Geldwert; er wird erst wieder in der ursprünglichen Geldform hergestellt durch den Verkauf der Ware, hier also dadurch, daß II für 1.000 Ware kauft von I. Die Zirkulationsbewegung ist hier: 1.000v (Geld) - Arbeitskraft zum Wert von 1.000 - 1.000 in Ware (Äquivalent des variablen Kapitals) - 1.000, (Geld); also G - W ... W - G (= G - A ... W - G). Der zwischen W ... W fallende Produktionsprozeß selbst gehört der Zirkulationssphäre nicht an; er erscheint nicht im Umsatz der verschiednen Elemente der jährlichen Reproduktion gegeneinander, obgleich dieser Umsatz die Reproduktion aller Elemente des produktiven Kapitals einschließt, sowohl seiner konstanten wie des variablen Elements, der Arbeitskraft. Alle Träger dieses Umsatzes erscheinen nur als Käufer oder Verkäufer, oder als beides; die Arbeiter erscheinen darin nur als Warenkäufer; die Kapitalisten abwechselnd als <441> Käufer und Verkäufer; und innerhalb bestimmter Grenzen nur als einseitig Warenkäufer oder als einseitig Warenverkäufer.

Resultat: Daß I den variablen Wertteil seines Kapitals wieder in der Geldform besitzt, woraus allein er direkt in Arbeitskraft umsetzbar ist, d.h. ihn wieder besitzt in der einzigen Form, worin er wirklich als variables Element seines produktiven Kapitals vorgeschossen werden kann. Andrerseits, um wieder als Warenkäufer auftreten zu können, muß der Arbeiter jetzt vorher wieder als Warenverkäufer, als Verkäufer seiner Arbeitskraft auftreten.

Mit Bezug auf das variable Kapital der Kategorie II (500 IIv) tritt der Zirkulationsprozeß zwischen Kapitalisten und Arbeitern derselben Produktionsklasse in unvermittelter Form auf, sofern wir ihn betrachten als vorgehend zwischen dem Gesamtkapitalisten II und dem Gesamtarbeiter II.

Der Gesamtkapitalist II schießt 500v vor im Ankauf von Arbeitskraft zum selben Wertbetrag; der Gesamtkapitalist ist hier Käufer, der Gesamtarbeiter Verkäufer. Dann tritt der Arbeiter mit dem für seine Arbeitskraft gelösten Geld als Käufer eines Teils der von ihm selbst produzierten Waren auf. Hier ist der Kapitalist also Verkäufer. Der Arbeiter hat dem Kapitalisten das ihm im Ankauf seiner Arbeitskraft gezahlte Geld ersetzt durch einen Teil des produzierten Warenkapitals II, nämlich 500v in Ware; der Kapitalist besitzt jetzt in Warenform dasselbe v, das er vor dem Umsatz in Arbeitskraft in Geldform besaß; der Arbeiter andrerseits hat den Wert seiner Arbeitskraft in Geld realisiert und realisiert dies Geld jetzt wieder, indem er es zur Bestreitung seiner Konsumtion als Revenue verausgabt in Ankauf eines Teils der von ihm selbst produzierten Konsumtionsmittel. Es ist dies Austausch der Revenue des Arbeiters in Geld gegen den von ihm selbst in Warenform reproduzierten Warenbestandteil 500v des Kapitalisten. So kehrt dies Geld zum Kapitalisten II als Geldform seines variablen Kapitals zurück. Äquivalenter Revenuewert in Geldform ersetzt hier variablen Kapitalwert in Warenform.

Der Kapitalist bereichert sich nicht dadurch, daß er das Geld, das er dem Arbeiter bei Ankauf der Arbeitskraft zahlt, ihm wieder entzieht durch Verkauf einer äquivalenten Warenmasse an den Arbeiter. Er würde den Arbeiter in der Tat zweimal zahlen, wenn er ihm erst 500 zahlte im Ankauf seiner Arbeitskraft und ihm außerdem noch die Warenmasse im Wert von 500 umsonst gäbe, die er den Arbeiter hat produzieren lassen. Umgekehrt, produzierte ihm der Arbeiter weiter nichts als ein Äquivalent in Ware von 500 für den Preis seiner Arbeitskraft von 500, so wäre der Kapitalist nach der Operation gerade auf demselben Punkt wie vor derselben. Aber der <442> Arbeiter hat ein Produkt von 3.000 reproduziert; er hat den konstanten Wertteil des Produkts, d.h. den Wert der darin verbrauchten Produktionsmittel = 2.000 erhalten durch ihre Verwandlung in neues Produkt; er hat diesem gegebnen Wert außerdem einen Wert von 1.000(v+m) zugefügt. (Die Vorstellung, als wenn der Kapitalist sich bereichre in dem Sinn, daß er Mehrwert gewinne durch den Rückfluß der 500 in Geld, entwickelt Destutt de Tracy, worüber des breitern Abschnitt XIII dieses Kapitels.)

Durch den Kauf der Konsumtionsmittel zum Wert von 500 seitens des Arbeiters II kehrt dem Kapitalisten II der Wert von 500 IIv, den er eben noch in Ware besaß, wieder zurück in Geld, in der Form, worin er ihn ursprünglich vorschoß. Unmittelbares Resultat der Transaktion, wie bei jedem andern Warenverkauf, ist der Umsatz gegebnen Werts aus Warenform in Geldform. Auch der dadurch vermittelte Rückfluß des Geldes zu seinem Ausgangspunkt ist nichts Spezifisches. Hätte Kapitalist II für 500 in Geld Ware von Kapitalist I gekauft und dann seinerseits Ware zum Betrag von 500 an I verkauft, so wären ihm ebenfalls 500 in Geld zurückgeströmt. Die 500 Geld hätten nur zum Umsatz einer Warenmasse von 1.000 gedient und wären nach dem frühern allgemeinen Gesetz an den zurückgeflossen, der das Geld zum Umsatz dieser Warenmasse in Zirkulation geworfen.

Aber die 500 Geld, die zu Kapitalist II zurückgeflossen, sind zugleich erneutes potentielles variables Kapital in Geldform. Warum dies? Geld, also auch Geldkapital, ist potentielles variables Kapital nur, weil und sofern es umsetzbar in Arbeitskraft. Die Rückkehr der 500 Pfd.St. Geld zu Kapitalist II ist begleitet von der Rückkehr der Arbeitskraft II auf den Markt. Die Rückkehr beider auf entgegengesetzten Polen - also auch die Wiedererscheinung der 500 Geld, nicht nur als Geld, sondern auch als variables Kapital in Geldform - ist bedingt durch eine und dieselbe Prozedur. Das Geld = 500 fließt an Kapitalist II zurück, weil er an Arbeiter II Konsumtionsmittel zum Betrag von 500 verkauft hat, also weil der Arbeiter seinen Arbeitslohn verausgabt, dadurch sich nebst Familie und damit auch seine Arbeitskraft erhalten hat. Um weiterzuleben und weiter als Warenkäufer auftreten zu können, muß er von neuem seine Arbeitskraft verkaufen. Die Rückkehr der 500 in Geld zum Kapitalisten II ist also gleichzeitig Rückkehr, resp. Verbleiben, der Arbeitskraft als durch die 500 Geld kaufbare Ware und damit Rückkehr der 500 Geld als potentielles variables Kapital.

Mit Bezug auf die Luxusmittel produzierende Kategorie II b verhält es sich mit ihrem v - (II b)v - dann wie mit Iv. Das Geld, das den Kapitalisten II b ihr variables Kapital in Geldform erneuert, strömt ihnen zu auf dem Umweg durch die Hand der Kapitalisten II a. Aber dennoch macht es einen <443> Unterschied, ob die Arbeiter ihre Lebensmittel direkt von den kapitalistischen Produzenten kaufen, denen sie ihre Arbeitskraft verkaufen, oder ob sie von einer andren Kategorie Kapitalisten kaufen, vermittelst deren den erstren das Geld nur auf einem Umweg zurückströmt. Da die Arbeiterklasse von der Hand in den Mund lebt, kauft sie, solange sie kaufen kann. Anders beim Kapitalisten, z. B. bei dem Umsatz von 1.000 IIc gegen 1.000 Iv. Der Kapitalist lebt nicht von der Hand in den Mund. Möglichste Verwertung seines Kapitals ist sein treibendes Motiv. Treten daher Umstände irgendeiner Art ein, die es dem Kapitalisten II vorteilhafter erscheinen lassen, statt unmittelbar sein konstantes Kapital zu erneuern, es teilweise wenigstens in Geldform längre Zeit festzuhalten, so verzögert sich der Rückfluß der 1.000 IIc (in Geld) zu I; also auch die Wiederherstellung von 1.000v in Geldform, und Kapitalist I kann nur auf derselben Stufenleiter fortarbeiten, wenn er Reservegeld zur Verfügung hat, wie überhaupt Reservekapital in Geld nötig ist, um ununterbrochen, ohne Rücksicht auf raschern oder <1. und 2. Auflage: und; geändert nach der Druckvorlage von Engels> langsamern Rückfluß des variablen Kapitalwerts in Geld, fortarbeiten zu können.

Hat man den Umsatz der verschiednen Elemente der laufenden jährlichen Reproduktion zu untersuchen, so auch das Resultat der vergangnen Jahresarbeit, der Arbeit des bereits zum Abschluß gekommnen Jahrs. Der Produktionsprozeß, der in diesem jährlichen Produkt resultierte, liegt hinter uns, ist vergangen, aufgegangen in seinem Produkt, um so mehr also auch der Zirkulationsprozeß, der dem Produktionsprozeß vorhergeht oder ihm parallel läuft, der Umsatz von potentiellem in wirkliches variables Kapital, d.h. der Kauf und Verkauf von Arbeitskraft. Der Arbeitsmarkt bildet keinen Teil mehr des Warenmarkts, den man hier vor sich hat. Der Arbeiter hat hier bereits nicht nur seine Arbeitskraft verkauft, sondern außer dem Mehrwert ein Äquivalent des Preises seiner Arbeitskraft in Ware geliefert; er hat andrerseits seinen Arbeitslohn in der Tasche und figuriert während des Umsatzes nur als Käufer von Ware (Konsumtionsmitteln). Andrerseits muß aber das jährliche Produkt alle Elemente der Reproduktion enthalten, alle Elemente des produktiven Kapitals wiederherstellen, vor allem also sein wichtigstes Element, das variable Kapital. Und wir haben in der Tat gesehn, daß mit Bezug auf variables Kapital als Resultat des Umsatzes sich darstellt: als Warenkäufer, durch Verausgabung seines Arbeitslohns und durch den Konsum der gekauften Ware erhält und reproduziert der Arbeiter seine Arbeitskraft als die einzige Ware, die er zu verkaufen hat: wie das in Ankauf dieser Arbeitskraft vom Kapitalisten vorgeschoßne Geld zu <444> diesem zurückkehrt, kehrt auch die Arbeitskraft, als gegen es umsetzbare Ware, auf den Arbeitsmarkt zurück; als Resultat, hier speziell bei 1.000 Iv, erhalten wir: 1.000v in Geld auf seiten der Kapitalisten I - demgegenüber: Arbeitskraft zum Wert von 1.000 auf seiten der Arbeiter I, so daß der ganze Reproduktionsprozeß I von neuem beginnen kann. Dies ist das eine Resultat des Umsatzprozesses.

Andrerseits hat die Verausgabung des Arbeitslohns der Arbeiter I Konsumtionsmittel zum Belauf von 1.000c von II gehoben, diese somit aus Warenform in Geldform verwandelt; aus dieser Geldform hat II sie rückverwandelt in die Naturalform seines konstanten Kapitals, durch Kauf von Waren = 1.000v von I, dem dadurch sein variabler Kapitalwert wieder in Geldform rückfließt.

Das variable Kapital I macht drei Verwandlungen durch, die im Umsatz des jährlichen Produkts gar nicht oder nur andeutungsweise erscheinen.

1. Die erste Form, 1.000 Iv in Geld, das in Arbeitskraft zum selben Wertbetrag umgesetzt wird. Dieser Umsatz erscheint nicht selbst im Warenumsatz zwischen I und II, aber sein Resultat erscheint darin, daß die Arbeiterklasse I mit 1.000 Geld dem Warenverkäufer II gegenübertritt, ganz wie die Arbeiterklasse II mit 500 Geld dem Warenverkäufer von 500 IIv in Warenform.

2. Die zweite Form, die einzige, worin das variable Kapital wirklich variiert, als variables fungiert, wo wertschöpferische Kraft an Stelle von dafür eingetauschtem, gegebnem Wert erscheint, gehört ausschließlich dem Produktionsprozeß an, der hinter uns liegt.

3. Die dritte Form, worin das variable Kapital sich als solches bewährt hat im Resultat des Produktionsprozesses, ist das jährliche Wertprodukt, also bei I = 1.000v + 1.000m = 2.000 I(v+m). An Stelle seines ursprünglichen Werts = 1.000 in Geld ist ein doppelt so großer Wert = 2.000 in Ware getreten. Der variable Kapitalwert 1.000 in Ware bildet daher auch nur die Hälfte des durch das variable Kapital als Element des produktiven Kapitals geschaffnen Wertprodukts. Die 1.000 Iv in Ware sind exaktes Äquivalent des in 1.000v Geld von I ursprünglich vorgeschoßnen, seiner Bestimmung nach variablen Teils des Gesamtkapitals; in Warenform sind sie aber nur potentiell Geld (werden es wirklich erst durch ihren Verkauf), also noch weniger direkt variables Geldkapital. Schließlich werden sie dies durch den Verkauf der Ware 1.000 Iv an IIc und durch das baldige Wiedererscheinen der Arbeitskraft als käuflicher Ware, als Material, worin sich 1.000v Geld umsetzen kann.

<445> Während aller dieser Wandlungen hält Kapitalist I beständig das variable Kapital in seiner Hand; 1. anfänglich als Geldkapital; 2. sodann als Element seines produktiven Kapitals; 3. noch später als Wertteil seines Warenkapitals, also in Warenwert; 4. endlich wieder in Geld, dem die Arbeitskraft, worin es umsetzbar, wieder gegenübersteht. Während des Arbeitsprozesses hat der Kapitalist das variable Kapital in seiner Hand als sich betätigende, Wert schaffende Arbeitskraft, aber nicht als Wert von gegebner Größe; da er jedoch den Arbeiter stets nur zahlt, nachdem seine Kraft schon bestimmte kürzre oder längre Zeit gewirkt hat, so hat er auch den von ihr geschaffnen Ersatzwert für sie selbst plus Mehrwert bereits in seiner Hand, bevor er zahlt.

Da das variable Kapital stets in irgendeiner Form in der Hand des Kapitalisten bleibt, kann in keiner Weise gesagt werden, daß es sich in Revenue für irgend jemand umsetzt. 1.000 Iv in Ware setzt sich vielmehr um in Geld durch seinen Verkauf an II, dem es die Hälfte seines konstanten Kapitals in natura ersetzt.

Was sich in Revenue auflöst, ist nicht das variable Kapital I, 1.000v in Geld; dies Geld hat aufgehört, als Geldform des variablen Kapitals I zu fungieren, sobald es in Arbeitskraft umgesetzt ist, wie das Geld jedes andern Warenverkäufers aufgehört hat, irgend ihm gehöriges zu repräsentieren, sobald er es in Ware eines Verkäufers umgesetzt hat. Die Umsätze, die das als Arbeitslohn bezogne Geld in der Hand der Arbeiterklasse durchmacht, sind keine Umsätze des variablen Kapitals, sondern des in Geld verwandelten Werts ihrer Arbeitskraft; ganz ebenso wie der Umsatz des vom Arbeiter geschaffnen Wertprodukts (2.000 I(v+m)) nur der Umsatz einer den Kapitalisten gehörigen Ware ist, der den Arbeiter nichts angeht. Der Kapitalist aber - und noch mehr sein theoretischer Dolmetscher, der politische Ökonom - kann sich nur schwer der Einbildung entschlagen, daß das dem Arbeiter ausgezahlte Geld immer noch sein, des Kapitalisten Geld ist. Ist der Kapitalist Goldproduzent, so erscheint direkt der variable Wertteil - d.h. das Äquivalent in Ware, das ihm den Kaufpreis der Arbeit ersetzt - selbst in Geldform, kann also auch ohne den Umweg eines Rückflusses von neuem als variables Geldkapital fungieren. Was aber den Arbeiter in II betrifft - soweit wir absehn vom Luxusarbeiter -, so existiert 500v selbst in Waren, die für die Konsumtion des Arbeiters bestimmt sind, die er, als Gesamtarbeiter betrachtet, direkt wieder kauft von demselben Gesamtkapitalisten, an den er seine Arbeitskraft verkauft hat. Der variable Wertteil des Kapitals II besteht seiner Naturalform nach in Konsumtionsmitteln, größtenteils bestimmt für den Verzehr der Arbeiterklasse. Aber es ist nicht das variable <446> Kapital, das in dieser Form vom Arbeiter verausgabt wird; es ist der Arbeitslohn,

Das ist der fixe Teil des Salairs des Arbeiters. Hinzu kommt der ganze Mehrwert, vermindert um den Teil, den er an den Staat und an den Kapitalisten zu zahlen hat. Die Zahlung des Mehrwertteils an den Kapitalisten geschieht in derselben Form wie die an den Staat. Der Kapitalist bekommt einen prozentualen Anteil am Volksvermögen, nachdem der Staat befriedigt worden ist. Dieser Teil ist um so größer, je größer der verbliebene Teil des Volkseinkommens ist und umso kleiner, je kleiner.

das Geld des Arbeiters, das gerade durch seine Realisation in diesen Konsumtionsmitteln das variable Kapital 500 IIv für den Kapitalisten wieder in seiner Geldform herstellt. Das variable Kapital IIv ist reproduziert in Konsumtionsmitteln, wie das konstante Kapital 2.000 IIc; so wenig wie das eine löst sich das andre in Revenue auf. Was sich in Revenue auflöst, ist in beiden Fällen der Arbeitslohn.

Daß aber durch die Verausgabung des Arbeitslohns als Revenue im einen Fall 1.000 IIc, ebenso auf diesem Umweg 1.000 Iv und ditto 500 IIv, also konstantes Kapital und variables (bei diesem teils durch direkten, teils durch indirekten Rückfluß) wieder als Geldkapital hergestellt wird, ist eine wichtige Tatsache im Umsatz des jährlichen Produkts.

XI. Ersatz des fixen Kapitals

Eine große Schwierigkeit bei Darstellung der Umsätze der jährlichen Reproduktion ist die folgende. Nehmen wir die einfachste Form, worin sich die Sache darstellt, so haben wir:

(I.) 4.000c + 1.000v + 1.000m +
(II.) 2.000c + 500v + 500m = 9.000,

was sich schließlich auflöst in:

4.000 Ic + 2.000 IIc + 1.000 Iv + 500 IIv + 1.000 Im + 500 IIm = 6.000c + 1.500v + 1.500 m = 9.000. Ein Wertteil des konstanten Kapitals, soweit dies nämlich besteht aus eigentlichen Arbeitsmitteln (als distinkte Abteilung der Produktionsmittel), ist übertragen von den Arbeitsmitteln auf das Arbeitsprodukt (die Ware); diese Arbeitsmittel fahren fort, als Elemente des produktiven Kapitals zu fungieren, und zwar in ihrer alten Naturalform; es ist ihr Verschleiß, der Wertverlust, den sie nach und nach erleiden während ihrer in bestimmter Periode fortdauernden Funktion, der als Wertelement der vermittelst derselben produzierten Waren wiedererscheint, vom Arbeitsinstrument auf das Arbeitsprodukt übertragen wird. Mit Bezug auf die jährliche Reproduktion kommen hier also von vornherein nur solche Bestandteile des fixen Kapitals in Betracht, deren Leben länger als ein Jahr währt. Sterben sie ganz ab innerhalb des Jahrs, so sind sie auch ganz durch die jährliche Reproduktion zu ersetzen und zu erneuern, und der in Frage kommende Punkt betrifft sie daher von vornherein nicht. Bei Maschinen und andren länger währenden Formen des fixen Kapitals kann es vorkommen - und kommt häufiger vor -, daß gewisse Teilorgane derselben inner- <447> halb des Jahres mit Haut und Haar zu ersetzen sind, obgleich der ganze Gebäude- oder Maschinenkörper langlebig. Diese Teilorgane fallen in dieselbe Kategorie der innerhalb des Jahres zu ersetzenden Elemente des fixen Kapitals.

Dies Wertelement der Waren ist in keiner Weise zu verwechseln mit den Reparaturkosten. Wird die Ware verkauft, so wird dies Wertelement versilbert, in Geld verwandelt wie die andren; nach seiner Verwandlung in Geld aber erscheint sein Unterschied von den andren Wertelementen. Die in der Produktion der Waren verzehrten Rohmaterialien und Hilfsstoffe müssen in natura ersetzt werden, damit die Reproduktion der Waren beginne (überhaupt der Produktionsprozeß der Waren ein kontinuierlicher sei); die in ihnen verausgabte Arbeitskraft muß ebenso durch frische Arbeitskraft ersetzt werden. Das aus der Ware gelöste Geld muß also beständig in diese Elemente des produktiven Kapitals wieder umgesetzt werden, aus Geldform in Warenform. Es ändert nichts an der Sache, daß z. B. Rohmaterialien und Hilfsstoffe in gewissen Terminen in größrer Masse - so daß sie Produktionsvorräte bilden - gekauft werden, daß also während gewisser Frist diese Produktionsmittel nicht neugekauft zu werden brauchen, also auch - solange sie vorhalten - das aus dem Warenverkauf eingehende Geld - soweit es für diesen Zweck dient - sich ansammeln kann, und dieser Teil des konstanten Kapitals daher zeitweilig als in seiner aktiven Funktion suspendiertes Geldkapital erscheint. Es ist kein Revenuekapital; es ist produktives Kapital, das in Geldform suspendiert ist. Die Erneuerung der Produktionsmittel muß beständig stattfinden, obgleich die Form dieser Erneuerung - mit Bezug auf die Zirkulation - verschieden sein kann. Der Neukauf, die Zirkulationsoperation, wodurch sie erneuert, ersetzt werden, kann in längren Terminen vorgehn: dann große Geldanlage auf einmal, kompensiert durch entsprechenden Produktionsvorrat; oder in kurz aufeinanderfolgenden Terminen: dann rasch aufeinanderfolgende kleinere Dosen von Geldausgabe, kleine Produktionsvorräte. Dies ändert nichts an der Sache selbst. Ebenso mit der Arbeitskraft. Wo die Produktion kontinuierlich auf selber Stufenleiter das Jahr durch ausgeführt: beständiger Ersatz der aufgezehrten Arbeitskraft durch neue; wo die Arbeit saisonmäßig oder verschiedne Portionen Arbeit in verschiednen Perioden, wie in der Agrikultur, angewandt werden: dementsprechender Ankauf bald kleinrer, bald größrer Masse Arbeitskraft. Dagegen wird das aus dem Warenverkauf gelöste Geld, soweit es den Warenwertteil vergoldet, der gleich ist dem Verschleiß von fixem Kapital, nicht wieder rückverwandelt in den Bestandteil des produktiven Kapitals, dessen Wertverlust es ersetzt. Es schlägt nieder neben dem produktiven <448> Kapital und verharrt in seiner Geldform. Dieser Geldniederschlag wiederholt sich, bis die aus einer größern oder geringem Anzahl von Jahren bestehende Reproduktionsepoche abgelaufen ist, während deren das fixe Element des konstanten Kapitals unter seiner alten Naturalform fortfährt, im Produktionsprozeß zu fungieren. Sobald das fixe Element, Baulichkeiten, Maschinerie etc., ausgelebt hat, nicht länger im Produktionsprozeß fungieren kann, existiert sein Wert neben ihm, vollständig ersetzt in Geld - der Summe der Geldniederschläge, der Werte, die vom fixen Kapital allmählich übertragen worden auf die Waren, in deren Produktion es mitgewirkt, und die durch den Verkauf der Waren in Geldform übergegangen. Dies Geld dient dann dazu, das fixe Kapital (oder Elemente desselben, da die verschiednen Elemente desselben verschiedne Lebensdauer haben) in natura zu ersetzen und so diesen Bestandteil des produktiven Kapitals wirklich zu erneuern. Dies Geld ist also Geldform eines Teils des konstanten Kapitalwerts, des fixen Teils desselben. Diese Schatzbildung ist also selbst ein Element des kapitalistischen Reproduktionsprozesses, Reproduktion und Aufspeicherung - in Geldform - des Werts des fixen Kapitals oder seiner einzelnen Elemente, bis zu der Zeit, wo das fixe Kapital ausgelebt und folglich seinen ganzen Wert an die produzierten Waren abgegeben hat und nun in natura ersetzt werden muß. Dies Geld verliert aber nur seine Schatzform und tritt daher erst aktiv wieder ein in den durch die Zirkulation vermittelten Reproduktionsprozeß des Kapitals, sobald es rückverwandelt wird in neue Elemente des fixen Kapitals, um die abgestorbnen zu ersetzen.

So sind die beiden c = 4.000 und c = 2.000 jährlich anzuhäufende Schatzteile aus dem Warenverkauf, die nach etwa 10 Jahren je eine neue Maschine in I. oder in II. im Wert von C = 40.000 und C = 20.000 ergeben.

Sowenig wie die einfache Warenzirkulation identisch ist mit bloßem Produktenaustausch, sowenig kann sich der Umsatz des jährlichen Warenprodukts in bloßen, unvermittelten, gegenseitigen Austausch seiner verschiednen Bestandteile auflösen. Das Geld spielt eine spezifische Rolle darin, die namentlich auch in der Weise der Reproduktion des fixen Kapitalwerts sich ausdrückt. (Es ist nachher zu untersuchen, wie sich das anders darstellen würde, vorausgesetzt, die Produktion sei gemeinsam und besitze nicht die Form der Warenproduktion.)

Kehren wir nun zu dem Grundschema zurück, so hatten wir für Klasse II: 2.000 + 500v + 500m. Die sämtlichen im Lauf des Jahrs produzierten Konsumtionsmittel sind hier gleich Wert von 3.000; und jedes der verschiednen Warenelemente, woraus die Warensumme besteht, zerfällt seinem Wert nach in 2/3c + 1/6v + 1/6m, oder prozentig in 662/3c + 162/3v + 162/3m. Die verschiednen Warensorten der Klasse II mögen konstantes Kapital in verschiedner Proportion enthalten; ebenso mag der fixe Teil des konstanten Kapitals bei ihnen verschieden sein; ebenso die Lebensdauer der fixen Ka- <449> pitalteile, also auch der jährliche Verschleiß oder der Wertteil, den sie pro rata übertragen auf die Waren, in deren Produktion sie beteiligt sind. Dies ist hier gleichgültig. Mit Bezug auf den gesellschaftlichen Reproduktionsprozeß handelt es sich nur um den Umsatz zwischen den Klassen II und I. II und I treten sich hier nur in ihren gesellschaftlichen Massenverhältnissen gegenüber; die proportionelle Größe des Wertteils c des Warenprodukts II (in der jetzt behandelten Frage allein maßgebend) ist daher das Durchschnittsverhältnis, wenn alle Produktionszweige, die unter II subsumiert sind, zusammengefaßt werden.

Jede der Warensorten (und es sind zum großen Teil dieselben Warensorten), deren Gesamtwert rubriziert ist unter: 2.000c + 500v + 500m, ist so gleichmäßig dem Wert nach = 662/3% c + 162/ 3%v + 162/3%m. Dies gilt sowohl von je 100 der unter c, als unter v, als unter m figurierenden Waren.

Die Waren, worin die 2.000c verkörpert sind, sind dem Wert nach wieder zerfällbar in:

  1. 1.3331/3c + 3331/3v + 3331/3m = 2.000c,
  2. ebenso 500v in: 3331/3c + 831/3v + 831/3m = 500v,
  3. endlich 500m in: 3331/3c + 831/3v + 831/3m = 500m.

Addieren wir nun in 1 , 2 und 3 die c zusammen, so haben wir 1.3331/3c + 3331/3c + 3331/3c = 2.000. Ebenso 3331/3v + 831/3v + 831/3v = 500, und desgleichen unter m; die Gesamtaddition ergibt den Totalwert von 3.000 wie oben.

Der ganze in der Warenmasse II zum Wert von 3.000 enthaltne konstante Kapitalwert ist also enthalten in 2.000c, und weder 500v noch 500m enthalten ein Atom davon. Dasselbe gilt für v und m ihrerseits.

In andren Worten: Das ganze Quotum der Warenmasse II, das konstanten Kapitalwert darstellt und daher wieder umsetzbar ist, sei es in dessen Natural-, sei es in dessen Geldform - existiert in 2.000c. Alles auf den Umsatz des konstanten Werts der Waren II Bezügliche ist also beschränkt auf die Bewegung von 2.000 IIc; und dieser Umsatz kann nur vorgehn mit I (1.000v + 1.000m.)

Ebenso ist für Klasse I alles auf den Umsatz des ihr angehörigen konstanten Kapitalwerts Bezügliche zu beschränken auf die Betrachtung von 4.000 Ic.

1. Ersatz des Verschleiß-Wertteils in Geldform

<450> Nehmen wir nun zunächst:

I. 4.000c + 1.000v + 1.000m
II. 2.000c + 500v + 500m,

so würde der Umsatz der Waren 2.000 IIc gegen Waren vom selben Wert I (1.000v + 1.000m) voraussetzen, daß 2.000 IIc sich allzusamt in natura wieder umgesetzt in die von I produzierten Naturalbestandteile des konstanten Kapitals II; aber der Warenwert von 2.000, worin letztres existiert, enthält ein Element für Wertverlust von fixem Kapital, das nicht sofort in natura zu ersetzen, sondern in Geld zu verwandeln, das als Totalsumme nach und nach sich anhäuft, bis der Termin der Erneuerung des fixen Kapitals in seiner Naturalform fällig geworden. Jedes Jahr ist das Todesjahr für fixes Kapital, das in diesem oder jenem Einzelgeschäft oder auch diesem oder jenem Industriezweig zu ersetzen; im selben individuellen Kapital ist dieser oder jener Teil des fixen Kapitals (da dessen Teile von verschiedner Lebensdauer) zu ersetzen. Betrachten wir die jährliche Reproduktion - wenn auch auf einfacher Stufenleiter, d.h. abstrahierend von aller Akkumulation -, so beginnen wir nicht ab ovo; es ist ein Jahr im Fluß vieler, es ist nicht das erste Geburtsjahr der kapitalistischen Produktion. Die verschiednen Kapitale, die in den mannigfachen Produktionszweigen der Klasse II angelegt, sind also von verschiednem Lebensalter, und wie jährlich in diesen Produktionszweigen fungierende Personen sterben, so erreichen jährlich Massen fixer Kapitale in diesem Jahr ihr Lebensend und müssen aus akkumuliertem Geldfonds in natura erneuert werden. Sofern ist im Umsatz 2.000 IIc gegen 2.000 I(v+m) der Umsatz von 2.000 IIc aus seiner Warenform (als Konsumtionsmittel) in Naturalelemente eingeschlossen, die nicht nur aus Roh- und Hilfsmaterialien, sondern ebenso aus Naturalelementen des fixen Kapitals, Maschinen, Werkzeugen, Baulichkeiten etc. bestehn. Der Verschleiß, der im Wert von 2.000 IIc in Geld zu ersetzen, ist daher durchaus nicht entsprechend dem Umfang des fungierenden fixen Kapitals, da jährlich ein Teil desselben in natura ersetzt werden muß; was aber voraussetzt, daß in frühern Jahren das zu diesem Umsatz nötige Geld sich aufgehäuft in den Händen von Kapitalisten der Klasse II. Eben diese Voraussetzung gilt aber für das laufende Jahr ebensowohl, wie sie für die frühern angenommen wird.

In dem Umsatz zwischen I (1.000v + 1.000 m) und 2.000 IIc ist zunächst zu bemerken, daß die Wertsumme I(v+m) kein konstantes Wertelement enthält, also auch kein Wertelement für zu ersetzenden Verschleiß, d.h. für <451> Wert, der von fixem Bestandteil des konstanten Kapitals auf die Waren übertragen worden, in deren Naturalform v + m existieren. Dies Element existiert dagegen in IIc, und es ist gerade ein Teil dieses dem fixen Kapital geschuldeten Wertelements, der nicht unmittelbar aus Geldform in Naturalform sich zu verwandeln, sondern zunächst in Geldform zu verharren hat. Es drängt sich daher sofort bei dem Umsatz von I (1.000v + 1.000m) gegen 2.000 IIc die Schwierigkeit auf, daß die Produktionsmittel I, in deren Naturalform die 2.000 (v+m) existieren, zu ihrem ganzen Wertbetrag von 2.000 gegen Äquivalent in Konsumtionsmitteln II umzusetzen sind, dahingegen andrerseits die Konsumtionsmittel 2.000 IIc nicht zu ihrem vollen Wertbetrag in die Produktionsmittel I (1.000v + 1.000m) umgesetzt werden können, weil ein aliquoter Teil ihres Werts - gleich dem zu ersetzenden Verschleiß oder Wertverlust des fixen Kapitals - sich zunächst in Geld niederschlagen muß, das innerhalb der laufenden jährlichen Reproduktionsperiode, die allein betrachtet wird, nicht wieder als Zirkulationsmittel fungiert. Das Geld aber, wodurch das Verschleißelement versilbert wird, das im Warenwert 2.000 IIc steckt, dies Geld kann nur von I herkommen, da II sich nicht selbst zu bezahlen hat, sondern sich bezahlt eben durch Verkauf seiner Ware, und da der Voraussetzung nach I(v+m) die ganze Warensumme 2.000 IIc kauft; die Klasse I muß also durch diesen Kauf jenen Verschleiß für II versilbern. Aber nach dem früher entwickelten Gesetz kehrt der Zirkulation vorgeschoßnes Geld an den kapitalistischen Produzenten zurück, der später gleiches Quantum in Ware in die Zirkulation wirft. I kann beim Ankauf von IIc offenbar nicht für 2.000 Waren und überdem noch eine überschüssige Geldsumme ein für allemal (ohne daß selbe durch die Operation des Umsatzes zu ihm zurückkehrt) an II geben. Es würde sonst die Warenmasse IIc über ihrem Wert kaufen. Wenn II in der Tat I (1.000v + 1.000m) im Umsatz für seine 2.000 c eintauscht, so hat es weiter nichts von I zu fordern, und das während dieses Umsatzes zirkulierende Geld kehrt zurück zu I oder II, abhängig davon, wer von beiden es in Zirkulation geworfen, d.h. wer von beiden zuerst als Käufer aufgetreten ist. Zugleich hätte in diesem Fall II sein Warenkapital dem ganzen Wertumfang nach in die Naturalform von Produktionsmitteln rückverwandelt, während die Voraussetzung ist, daß es einen aliquoten Teil desselben, nach ihrem Verkauf, nicht während der laufenden jährlichen Reproduktionsperiode aus Geld wieder rückverwandelt in die Naturalform fixer Bestandteile seines konstanten Kapitals. Es könnte also an II nur dann eine Bilanz in Geld zufließen, wenn II zwar für 2.000 an I verkaufte, aber für weniger als 2.000 von I kaufte, z. B. nur 1.800; dann hätte I den Saldo gutzumachen durch 200 in <452> Geld, das nicht zu ihm zurückflösse, weil es dies der Zirkulation vorgeschoßne Geld ihr nicht wieder entzogen hätte durch Hineinwurf von Waren = 200 in die Zirkulation. In diesem Fall hätten wir einen Geldfonds für II auf Rechnung seines Verschleißes an fixem Kapital; wir hätten aber auf der andern Seite, auf I, eine Überproduktion von Produktionsmitteln zum Belauf von 200, und damit wäre die ganze Basis des Schemas zerronnen, nämlich Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter, wo also völlige Proportionalität zwischen den verschiednen Produktionssystemen vorausgesetzt ist. Die eine Schwierigkeit wäre nur beseitigt durch eine viel unangenehmere.

Das Problem bei der Darstellung des konstanten Kapitals in der einfachen Reproduktion ist, dass die einfache Reproduktion alle während eines Jahres zirkulierenden Werte darstellt, während das konstante Kapital nur alle 10 bis 20 Jahre einmal zirkuliert. Das Problem ließe sich nicht durch einen 10- oder 20-jährigen Rhythmus beseitigen, weil jeder Kapitalist seine Maschinen einkauft, wann er will. Der Zwang zur Einförmigkeit, der durch den Jahresturnus von Aussaat und Ernte im Feudalismus vorggeben ist, existiert im Kapitalismus nicht.

Da dies Problem eigne Schwierigkeiten bietet und bisher überhaupt nicht von den politischen Ökonomen behandelt worden ist, so wollen wir der Reihe nach alle möglichen (wenigstens scheinbar möglichen) Lösungen oder vielmehr Stellungen des Problems selbst betrachten.

Zunächst hatten wir soeben unterstellt, daß II an I verkauft 2.000, aber nur kauft für 1.800 Waren von I. In dem Warenwert 2.000 IIc steckte 200 für Verschleißersatz, der in Geld aufzuschatzen; so zerfiele der Wert 2.000 IIc in 1.800, die auszutauschen gegen Produktionsmittel I, und in 200 Verschleißersatz, die in Geld (nach dem Verkauf der 2.000c an I) festzuhalten. Oder mit Bezug auf seinen Wert wäre 2.000 IIc = 1.800c + 200c (d), wo d = déchet {Verschleiß}.

Wir hätten dann zu betrachten

den Umsatz I. 1.000v + 1.000m
II. 1.800c +200c (d).

I kauft mit 1.000 Pfd.St., welche den Arbeitern in Zahlung ihrer Arbeitskraft in Arbeitslohn zugeflossen, für 1.000 IIc Konsumtionsmittel; II kauft mit selben 1.000 Pfd.St. für 1.000 Iv Produktionsmittel. Den Kapitalisten I fließt damit ihr variables Kapital in Geldform zurück, und können sie damit nächstes Jahr Arbeitskraft zum selben Wertbetrag kaufen, d.h. den variablen Teil ihres produktiven Kapitals in natura ersetzen. - II kauft ferner mit vorgeschoßnen 400 Pfd.St. Produktionsmittel Im, und Im kauft mit denselben 400 Pfd.St. Konsumtionsmittel IIc. Die von II der Zirkulation vorgeschoßnen 400 Pfd.St. sind so an die Kapitalisten II zurückgekehrt, aber nur als Äquivalent für verkaufte Ware. I kauft für vorgeschoßne 400 Pfd.St. Konsumtionsmittel; II kauft von I für 400 Pfd.St. Produktionsmittel, womit diese 400 Pfd.St. zu I zurückströmen. Die Rechnung bis dahin ist nun folgende:

I wirft in Zirkulation 1.000v + 800m in Ware; wirft ferner in Zirkulation in Geld: 1.000 Pfd.St. in Arbeitslohn und 400 Pfd.St. zum Umsatz mit II. <453> Nach vollendetem Umsatz hat I: 1.000v in Geld, 800m umgesetzt in 800 IIc (Konsumtionsmittel) und 400 Pfd.St. in Geld.

II wirft in Zirkulation 1.800c in Ware (Konsumtionsmittel) und 400 Pfd.St. in Geld; nach vollendetem Umsatz hat es: 1.800 in Ware I (Produktionsmittel) und 400 Pfd.St. in Geld.

Wir haben jetzt noch auf Seite I 200m (in Produktionsmitteln), auf Seite II 200c (d) (in Konsumtionsmitteln).

Nach der Voraussetzung kauft I mit 200 Pfd.St. die Konsumtionsmittel c (d) zum Wertbetrag von 200; diese 200 Pfd.St. aber hält II fest, da 200c (d) Verschleiß repräsentiert, also nicht direkt wieder in Produktionsmittel umzusetzen ist. Also 200 Im sind unverkaufbar; 1/5 <1. und 2. Auflage: 1/10> des zu ersetzenden Mehrwerts ist unrealisierbar, nicht aus seiner Naturalform von Produktionsmitteln umsetzbar in die von Konsumtionsmitteln.

Dies widerspricht nicht nur der Voraussetzung der Reproduktion auf einfacher Stufenleiter; es ist an und für sich keine Hypothese, um die Versilberung von 200c (d) zu erklären; es heißt vielmehr, daß sie nicht erklärlich ist. Da nicht nachzuweisen, wie 200c (d) zu versilbern sei, wird unterstellt, daß I die Gefälligkeit hat, es zu versilbern, gerade weil I nicht im Stande, seinen eignen Rest von 200m zu versilbern. Dies als eine normale Operation des Umsatzmechanismus aufzufassen, ist ganz dasselbe, als unterstellte man, daß jährlich 200 Pfd.St. vom Himmel regnen, um regelmäßig die 200c (d) zu versilbern.

Die Abgeschmacktheit solcher Hypothese springt jedoch nicht unmittelbar ins Auge, wenn Im, statt wie hier in seiner primitiven Daseinsweise aufzutreten - nämlich als Bestandteil des Werts von Produktionsmitteln, also als Bestandteil des Werts von Waren, die ihre kapitalistischen Produzenten durch Verkauf in Geld realisieren müssen -, in der Hand der Anteilhaber der Kapitalisten erscheint, z. B. Als Grundrente in der Hand von Grundeigentümern oder als Zins in der Hand von Geldverleihern. Ist aber der Teil des Mehrwerts der Waren, den der industrielle Kapitalist als Grundrente der Zins an andre Miteigentümer des Mehrwerts abzutreten hat, auf die Dauer nicht realisierbar durch den Verkauf der Waren selbst, so hat es auch mit der Zahlung von Rente oder Zins ein Ende, und können daher Grundeigentümer oder Zinsbezieher durch deren Verausgabung nicht als dei ex machina dienen zu beliebiger Versilberung bestimmter Teile der jährlichen Reproduktion. Ebenso verhält es sich mit den Ausgaben sämtlicher sog. unproduktiven Arbeiter, Staatsbeamte, Ärzte, Advokaten etc., und was <454> sonst in der Form des "großen Publikums" den politischen Ökonomen "Dienste" leistet, um von ihnen Unerklärtes zu erklären.

Ebensowenig ist damit geholfen, wenn statt des direkten Umsatzes zwischen I und II - zwischen den zwei großen Abteilungen der kapitalistischen Produzenten selbst - der Kaufmann als Vermittler beigezogen wird und mit seinem "Geld" über alle Schwierigkeiten weghilft. Im gegebnen Fall z. B. muß 200 Im schließlich und endgültig abgesetzt werden an die industriellen Kapitalisten von II. Es mag durch die Hände einer Reihe von Kaufleuten laufen, der letzte befindet sich - gemäß der Hypothese - in demselben Fall gegenüber II, worin sich die kapitalistischen Produzenten von I bei Beginn befanden, d.h. sie können die 200 Im nicht verkaufen an II; und die festgerittne Kaufsumme kann denselben Prozeß mit I nicht erneuern.

Man sieht hier, wie, abgesehn von unserm eigentlichen Zweck, die Betrachtung des Reproduktionsprozesses in seiner Fundamentalform - worin alle verdunkelnden Zwischenschieber beseitigt - durchaus nötig ist, um die falschen Ausflüchte loszuwerden, die den Schein "wissenschaftlicher" Erklärung liefern, wenn der gesellschaftliche Reproduktionsprozeß sofort in seiner verwickelten konkreten Form zum Gegenstand der Analyse gemacht wird.

Das Gesetz, daß beim normalen Verlauf der Reproduktion (sei es auf einfacher, sei es auf erweiterter Stufenleiter) das von dem kapitalistischen Produzenten der Zirkulation vorgeschoßne Geld zu seinem Ausgangspunkt zurückkehren muß (wobei es gleichgültig, ob das Geld ihnen gehört oder gepumpt ist), schließt also ein für allemal die Hypothese aus, daß 200 IIc (d) versilbert werde durch von I vorgeschoßnes Geld.

Entweder ist das Schema der einfachen Reproduktion für den Kapitalismus untauglich, oder es darf wie das feudalistische Schema nur die unterjährig ganz verzehrten Werte, die zwischen I(v+m) und IIc zirkulieren, enthalten. Beides ist unbefriedigend. Dabei ist die einfache Reproduktion von großer Bedeutung, denn der Magen fordert sein ganzes Recht täglich. Dieses Recht lässt sich nicht in 20 Jahresraten abzahlen. Es muss also eine Form der einfachen Reproduktion auch für den Kapitalismus gefunden werden.

2. Ersatz des fixen Kapitals in natura

Nach Beseitigung der eben betrachteten Hypothese bleiben nur noch solche Möglichkeiten, die außer dem Ersatz des Verschleißteils in Geld auch noch die Vollziehung des Ersatzes des gänzlich abgestorbnen fixen Kapitals in natura einschließen.

Wir hatten vorhin vorausgesetzt:

a) daß 1.000 Pfd.St., gezahlt in Arbeitslohn von I, von den Arbeitern verausgabt werden in IIc zum selben Wertbetrag, d.h. daß sie damit Konsumtionsmittel kaufen.

Daß hier die 1.000 Pfd.St. von I vorgeschossen werden in Geld, ist nur Konstatierung von Tatsache. Der Arbeitslohn ist in Geld auszuzahlen von den respektiven kapitalistischen Produzenten; dies Geld wird dann von den Arbeitern in Lebensmitteln verausgabt und dient den Verkäufern der <455> Lebensmittel ihrerseits wieder als Zirkulationsmittel bei Umsatz ihres konstanten Kapitals aus Warenkapital in produktives Kapital. Es läuft zwar durch viele Kanäle durch (Krämer, Hausbesitzer, Steuereinnehmer, unproduktive Arbeiter wie Ärzte etc., die der Arbeiter selbst braucht) und fließt daher nur zum Teil direkt aus den Händen der Arbeiter I in die der Kapitalistenklasse II. Der Fluß mag mehr oder minder stocken, daher neue Geldreserve nötig sein auf seiten der Kapitalisten. Alles dies kommt bei dieser Fundamentalform nicht in Betracht.

b) War vorausgesetzt, daß einmal I weitere 400 Pfd.St. in Geld vorschießt zum Ankauf von II, das ihm zurückfließt, wie ein andres Mal II 400 Pfd.St. vorschießt zum Ankauf von I, die ihm rückfließen. Diese Voraussetzung muß gemacht werden, da umgekehrt die Annahme willkürlich wäre, daß einseitig die Kapitalistenklasse I oder aber die Kapitalistenklasse II das zum Warenumsatz nötige Geld der Zirkulation vorschießt. Da nun im vorigen Unterabschnitt gezeigt wurde, daß die Hypothese als abgeschmackt verwerflich, wonach I zuschüssiges Geld in die Zirkulation würfe, um 200 IIc (d) zu versilbern, so bliebe offenbar nur die scheinbar noch abgeschmacktere Hypothese übrig, daß II selbst das Geld in die Zirkulation wirft, womit der Wertbestandteil Ware versilbert wird, welcher den Verschleiß von fixem Kapital zu ersetzen hat. z. B. der Wertteil, den die Spinnmaschine des Herrn X in der Produktion verliert, erscheint als Wertteil des Nähgarns wieder; was seine Spinnmaschine auf der einen Seite an Wert oder Verschleiß einbüßt, soll sich auf der andren Seite als Geld bei ihm aufsammeln. X möge nun z. B. für 200 Pfd.St. Baumwolle kaufen von Y und so der Zirkulation 200 Pfd.St. in Geld vorschießen; Y kauft von ihm mit denselben 200 Pfd.St. Garn, und diese 200 Pfd.St. dienen nun dem X als Fonds zum Ersatz von Verschleiß der Spinnmaschine. Dies käme nur darauf hinaus, daß X, abgesehn von seiner Produktion und deren Produkt und dessen Verkauf, 200 Pfd.St. in petto hält, um sich selbst für den Wertverlust der Spinnmaschine zu zahlen, d.h. daß er außer dem Wertverlust seiner Spinnmaschine von 200 Pfd.St. noch andre 200 Pfd.St. in Geld jährlich aus seiner Tasche zusetzen muß, um schließlich im Stand zu sein, eine neue Spinnmaschine zu kaufen.

Die Abgeschmacktheit ist aber nur scheinbar. Die Klasse II besteht aus Kapitalisten, deren fixes Kapital sich in ganz verschiednen Terminen seiner Reproduktion befindet. Für die einen ist es bei dem Termin angelangt, wo es ganz in natura zu ersetzen ist. Für die andren befindet es sich mehr oder minder entfernt von diesem Stadium; allen Gliedern der letztren Abteilung ist das gemein, daß ihr fixes Kapital nicht wirklich reproduziert, <456> d.h. nicht in natura erneuert oder durch neues Exemplar derselben Art ersetzt wird, sondern daß sein Wert sukzessiv in Geld angesammelt wird. Der erstre Teil befindet sich ganz (resp. teilweise, was hier gleichgültig) in derselben Situation wie bei Errichtung seines Geschäfts, wo er mit einem Geldkapital auf den Markt trat, um dies einerseits in (fixes und zirkulierendes) konstantes Kapital zu verwandeln, andrerseits aber in Arbeitskraft, in variables Kapital. Wie damals hat er jetzt dies Geldkapital wieder der Zirkulation vorzuschießen, also den Wert des konstanten fixen Kapitals ebensogut wie den des zirkulierenden und des variablen Kapitals.

Wenn also vorausgesetzt wird, daß von den 400 Pfd.St., die die Kapitalistenklasse II zum Umsatz mit I in Zirkulation wirft, die Hälfte von solchen Kapitalisten in II herrührt, die nicht nur durch ihre Waren ihre zum zirkulierenden Kapital gehörenden Produktionsmittel, sondern auch durch ihr Geld ihr fixes Kapital in natura erneuern müssen, während die andre Hälfte der Kapitalisten II mit ihrem Geld nur den zirkulierenden Teil ihres konstanten Kapitals in natura ersetzt, nicht aber ihr fixes Kapital in natura erneuert, so liegt durchaus nichts Widerspruchsvolles darin, daß die zurückfließenden 400 Pfd.St. (zurückfließend, sobald I dafür Konsumtionsmittel kauft) sich nun verschieden verteilen zwischen diesen zwei Abteilungen von II. Sie fließen zurück zur Klasse II, aber sie fließen nicht in dieselben Hände zurück, sondern verteilen sich verschieden innerhalb dieser Klasse, gehn von einem Teil derselben auf den andern über.

Der eine Teil von II hat, außer dem durch seine Waren schließlich gedeckten Teil von Produktionsmitteln, 200 Pfd.St. Geld umgesetzt in neue fixe Kapitalelemente in natura. Sein so verausgabtes Geld - wie beim Anfang des Geschäfts - fließt ihm erst sukzessive in Reihen von Jahren aus der Zirkulation zurück als Verschleiß-Wertbestandteil der mit diesem fixen Kapital zu produzierenden Waren.

Der andre Teil von II hat dagegen für 200 Pfd.St. keine Waren von I bezogen, sondern dieser zahlt ihn mit dem Geld, womit der erste Teil von II fixe Kapitalelemente gekauft. Der eine Teil von II besitzt seinen fixen Kapitalwert wieder in erneuter Naturalform, der andre ist noch damit beschäftigt, ihn in Geldform anzusammeln, zum spätem Ersatz seines fixen Kapitals in natura.

Der Status, von dem wir auszugehn haben, nach den frühern Umsetzungen, ist der Rest der beiderseits umzusetzenden Waren: bei I - 400m, bei II - 400c. (52) Wir nehmen an, daß II 400 in Geld vorschießt zum Umsatz <457> dieser Waren zum Betrag von 800. Eine Hälfte der 400 (= 200 ) muß unter allen Umständen ausgelegt werden von dem Teil von IIc, der 200 in Geld als Verschleißwert aufgehäuft und der diesen jetzt wieder rückzuwandeln hat in die Naturalform seines fixen Kapitals.

Ganz wie konstanter Kapitalwert, variabler Kapitalwert und Mehrwert - worin der Wert des Warenkapitals von II wie von I zerfällbar - in besondren proportionellen Quoten der Waren II, resp. I, selbst darstellbar sind, so innerhalb des konstanten Kapitalwerts selbst wieder der Wertteil, der noch nicht in die Naturalform des fixen Kapitals umzusetzen, sondern einstweilen noch in Geldform allmählich aufzuschatzen ist. Ein bestimmtes Quantum Waren II (in unserm Fall also die Hälfte des Rests = 200) ist hier nur noch Träger dieses Verschleißwerts, der sich durch den Umsatz in Geld niederzuschlagen hat. (Der erste Teil der Kapitalisten II, der fixes Kapital in natura erneuert, mag mit dem Verschleißteil der Warenmasse, von der hier nur noch der Rest figuriert, einen Teil seines Verschleißwerts bereits so realisiert haben; bleibt aber 200 Geld so noch für ihn zu realisieren.)

Was nun die zweite Hälfte (= 200) der von II bei dieser Restoperation in Zirkulation geworfnen 400 Pfd.St. betrifft, so kauft sie von I zirkulierende Bestandteile des konstanten Kapitals. Ein Teil dieser 200 Pfd.St. mag von beiden Teilen von II oder nur von dem in Zirkulation geworfen werden, der den fixen Wertbestandteil nicht in natura erneuert.

Mit den 400 Pfd.St. werden also von I herausgehoben 1. Waren zum Belauf von 200 Pfd.St., die nur aus Elementen des fixen Kapitals bestehn, 2. Waren zum Belauf von 200 Pfd.St., die nur Naturalelemente des zirkulierenden Teils des konstanten Kapitals von II ersetzen. I hat nun sein ganzes jährliches Warenprodukt, soweit dies an II zu verkaufen ist, verkauft: der Wert eines Fünftels davon aber, 400 Pfd.St., existiert jetzt in seiner Hand unter Geldform. Dies Geld ist aber versilberter Mehrwert, der als Revenue in Konsumtionsmitteln verausgabt werden muß. I kauft also mit den 400 den ganzen Warenwert von II = 400. Das Geld fließt also zu II zurück, indem es dessen Ware hebt.

Wir wollen nun drei Fälle annehmen: Wir nennen dabei den Teil der Kapitalisten II, der fixes Kapital in natura ersetzt: "Teil 1" und denjenigen, der Verschleißwert von fixem Kapital in Geldform aufspeichert: "Teil 2". Die drei Fälle sind folgende: a) daß von den 400, die in Waren sub II noch als Rest bestehn, ein Quotum für Teil 1 und Teil 2 (sage je 1/2) gewisse Quota zirkulierender Teile des konstanten Kapitals zu ersetzen hat; b) daß Teil 1 bereits seine ganze Ware verkauft, also Teil 2 noch 400 zu verkaufen hat; ) daß Teil 2 alles verkauft hat außer den 200, die Verschleißwert tragen.

<458> Wir erhalten dann folgende Teilungen:

a) Von dem Warenwert = 400c, den II noch in Händen hat, besitzt Teil 1 100 und Teil 2 300; von diesen 300 repräsentieren 200 den Verschleiß. In diesem Fall hat von den 400 Pfd.St. Geld, die I jetzt zurückschickt, um die Waren II zu heben, Teil 1 ursprünglich ausgelegt 300, nämlich 200 in Geld, wofür es fixe Kapitalelemente in natura aus I gezogen, und 100 in Geld zur Vermittlung seines Warenaustauschs mit I; dagegen hat Teil 2 von den 400 nur 1/4, also 100, vorgeschossen, ebenfalls zur Vermittlung seines Warenumsatzes mit I.

Von den 400 Geld hat Teil 1 also 300 vorgeschossen und Teil 2 100.

Es fließen aber zurück von diesen 400:

An Teil 1: 100, also nur 1/3 des von ihm vorgeschoßnen Geldes. Er besitzt aber für die andern 2/3 erneuertes fixes Kapital zum Wert von 200. Für dieses fixe Kapitalelement zum Wert von 200 hat er Geld an I gegeben, aber keine nachträgliche Ware. Er tritt, mit Bezug auf sie, gegenüber I nur als Käufer auf, nicht nachträglich wieder als Verkäufer. Dies Geld kann daher nicht an Teil 1 zurückfließen; sonst hätte er die fixen Kapitalelemente von I geschenkt erhalten. - Mit Bezug auf das letzte Drittel des von ihm vorgeschoßnen Geldes trat Teil 1 erst als Käufer auf von zirkulierenden Bestandteilen seines konstanten Kapitals. Mit demselben Geld kauft I von ihm den Rest seiner Ware zum Wert von 100. Das Geld fließt also zu ihm (Teil 1 von II) zurück, weil er als Warenverkäufer auftritt, gleich nachdem er vorher als Käufer aufgetreten. Flösse es nicht zurück, so hätte II (Teil 1) an I, für Waren zum Belauf von 100, erst 100 in Geld und dann noch obendrein 100 in Ware gegeben, ihm also seine Ware geschenkt.

Dagegen fließt an Teil 2, der 100 in Geld ausgelegt, 300 in Geld zurück; 100, weil er erst als Käufer 100 Geld in Zirkulation warf und diese als Verkäufer zurückerhält; 200, weil er nur als Verkäufer von Waren zum Wertbetrag von 200 fungiert, nicht aber als Käufer. Das Geld kann also nicht an I zurückfließen. Der fixe Kapitalverschleiß ist also saldiert durch das von II (Teil 1) im Ankauf von fixen Kapitalelementen in Zirkulation geworfne Geld; aber es kommt in die Hand von Teil 2 nicht als das Geld des Teil 1, sondern als der Klasse I gehörendes Geld.

b) Unter dieser Voraussetzung verteilt sich der Rest von IIc so, daß Teil 1 200 in Geld und Teil 2 400 in Waren besitzt.

Teil 1 hat seine Ware alle verkauft, aber 200 in Geld sind verwandelte Form des fixen Bestandteils seines konstanten Kapitals, den er in natura zu erneuern hat. Er tritt also hier nur als Käufer auf und erhält statt seines Geldes Ware I in Naturalelementen des fixen Kapitals zum selben Wert- <459> betrag. Teil 2 hat als Maximum (wenn für den Warenumsatz zwischen I und II kein Geld von I vorgeschossen wird) nur 200 Pfd.St. in Zirkulation zu werfen, da er für die Hälfte seines Warenwerts nur Verkäufer an I, nicht Käufer von I ist.

Es retournieren ihm aus der Zirkulation 400 Pfd.St.; 200, weil er sie vorgeschossen als Käufer und sie zurückerhält als Verkäufer von 200 Ware; 200, weil er Ware zum Wert von 200 an I verkauft, ohne dafür Warenäquivalent von I wieder herauszuziehn. -

c) Teil 1 besitzt 200 in Geld und 200c in Ware; Teil 2 200c (d) in Waren.

Teil 2 hat unter dieser Voraussetzung nichts in Geld vorzuschießen, weil er, I gegenüber, überhaupt nicht mehr als Käufer, sondern nur noch als Verkäufer fungiert, also abzuwarten hat, bis von ihm gekauft wird.

Teil 1 schießt 400 Pfd.St. in Geld vor, 200 zum gegenseitigen Warenumsatz mit I, 200 als bloßer Käufer von I. Mit diesen letztern 200 Pfd.St. Geld kauft er die fixen Kapitalelemente.

I kauft mit 200 Pfd.St. Geld für 200 Ware von Teil 1, dem damit seine für diesen Warenumsatz vorgeschoßnen 200 Pfd.St. Geld zurückfließen; und I kauft mit den andren 200 Pfd.St. - die er ebenfalls von Teil 1 erhalten - für 200 Waren von Teil 2, dem damit sein fixer Kapitalverschleiß in Geld niederschlägt.

Die Sache würde in keiner Weise verändert unter der Voraussetzung, daß im Fall c) statt II (Teil 1) Klasse I die 200 Geld zum Umsatz der existierenden Waren vorschießt. Kauft I dann zuerst für 200 Ware von II, Teil 2 - es ist vorausgesetzt, daß dieser nur noch diesen Warenrest zu verkaufen hat -, so kehren die 200 Pfd.St. nicht an I zurück, da II, Teil 2, nicht wieder als Käufer auftritt; aber II, Teil 1, hat dann für 200 Pfd.St. Geld, um zu kaufen, und ditto noch 200 Waren umzusetzen, also im ganzen 400 einzutauschen von 1.200 Pfd.St. Geld kehren dann zu I zurück von II, Teil 1. Legt I sie wieder aus, um die 200 Ware zu kaufen von II, Teil 1, so kehren sie ihm zurück, sobald II, Teil 1, die zweite Hälfte der 400 Ware von I löst. Teil 1(II) hat 200 Pfd.St. Geld als bloßer Käufer von Elementen des fixen Kapitals ausgelegt; sie kehren ihm daher nicht zurück, sondern dienen dazu, die 200c Restwaren von II, Teil 2, zu versilbern, während an I das für Warenumsatz ausgelegte Geld, 200 Pfd.St., zurückgeflossen, nicht via II, Teil 2, sondern via II, Teil 1. Für seine Ware von 400 ist ihm Warenäquivalent zum Belauf von 400 zurückgekehrt; die für den Umsatz der 800 Ware von ihm vorgeschoßnen 200 Pfd.St. Geld sind ihm ditto zurückgekehrt - und so ist alles in Ordnung.

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<460> Die Schwierigkeit, die sich ergab bei der Umsetzung:

I. 1.000v + 1.000m
II. 2.000c
, wurde reduziert auf die Schwierigkeit bei

Umsetzung der Reste:
I. ..... 400m
II. (1) 200 Geld + 200c Ware + (2) 200c Ware, oder, um die Sache noch klarer zu machen:

I. 200m + 200m.
II. (1) 200 Geld + 200c Ware + (2) 200c Ware.

Da in II, Teil 1, 200c Ware sich umgesetzt gegen 200 Im (Ware), und da alles Geld, was bei diesem Umsatz von 400 Waren zwischen I und II zirkuliert, zurückfließt zu dem, der es vorgeschossen hat, I oder II, so ist dies Geld, als Element des Umsatzes zwischen I und II, in der Tat kein Element des Problems, das uns hier beschäftigt. Oder anders dargestellt: Unterstellen wir, daß in dem Umsatz zwischen 200 Im (Ware) und 200 IIc (Ware von II, Teil 1) das Geld als Zahlungsmittel fungiert, nicht als Kaufmittel und daher auch nicht als "Zirkulationsmittel" im engsten Sinn, so ist klar, da die Waren 200 Im und 200 IIc (Teil 1) von gleichem Wertbetrag, daß Produktionsmittel vom Wert von 200 sich austauschen gegen Konsumtionsmittel zum Wert von 200, daß das Geld hier nur ideell fungiert, und kein Geld zur Zahlung von Bilanz von dieser oder jener Seite wirklich in Zirkulation zu werfen ist. Das Problem tritt also erst rein hervor, wenn wir die Ware 200 Im und ihr Äquivalent, die Ware 200 IIc (Teil 1), auf beiden Seiten I und II wegstreichen.

Nach Beseitigung dieser beiden Warenbeträge von gleichem Wert (I und II), die sich wechselseitig saldieren, bleibt also der Rest des Umsatzes, worin das Problem rein hervortritt, nämlich:

I. 200m Ware.
II. (1) 200c Geld + (2) 200c Ware.

Hier ist klar: II, Teil 1, kauft mit 200 Geld die Bestandteile seines fixen Kapitals 200 Im; damit ist das fixe Kapital von II, Teil 1, in natura erneuert und der Mehrwert von I, im Wert von 200, ist aus Warenform (Produktionsmitteln, und zwar Elementen von fixem Kapital) in Geldform verwandelt. Mit diesem Geld kauft I Konsumtionsmittel von II, Teil 2, und das Resultat ist für II, daß für Teil 1 ein fixer Bestandteil seines konstanten Kapitals in natura erneuert ist; und daß für Teil 2 ein andrer Bestandteil (welcher Verschleiß von fixem Kapital ersetzt) in Geld niedergeschlagen; und dies dauert jährlich fort, bis auch dieser Bestandteil in natura zu erneuern.

<461> Die Vorbedingung ist hier offenbar, daß dieser fixe Bestandteil des konstanten Kapitals II, der seinem ganzen Wert nach in Geld rückverwandelt und daher jedes Jahr in natura zu erneuern ist (Teil 1), gleich sei dem Jahresverschleiß des andern fixen Bestandteils des konstanten Kapitals II, der noch in seiner alten Naturalform fortfungiert, und dessen Verschleiß, der Wertverlust, den es auf die Waren überträgt, in deren Produktion er wirkt, zunächst in Geld zu ersetzen ist. Ein solches Gleichgewicht erschiene danach als Gesetz der Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter; was in andren Worten heißt, daß in der die Produktionsmittel produzierenden Klasse I die proportionelle Teilung der Arbeit unverändert bleiben muß, soweit sie einerseits zirkulierende und andrerseits fixe Bestandteile des konstanten Kapitals der Abteilung II liefert.

Bevor wir dies näher untersuchen, ist erst zu sehn, wie die Sache sich stellt, wenn der Restbetrag von IIc (1) nicht gleich dem Rest von IIc (2); er kann größer sein oder kleiner. Setzen wir nacheinander beide Fälle.

Erster Fall:

I. 200m.
II. (1) 220c (in Geld) + (2) 200c (in Ware).

Hier kauft IIc (1) mit 200 Pfd.St. Geld die Waren 200 Im, und I kauft mit demselben Geld die Waren 200 IIc (2), also den Bestandteil des fixen Kapitals, der in Geld niederzuschlagen ist; dieser ist damit versilbert. Aber 20 IIc (1) in Geld ist nicht rückverwandelbar in fixes Kapital in natura.

Diesem Übelstand scheint abhelfbar, indem wir den Rest von Im statt auf 200 auf 220 setzen, so daß von den 2.000 I statt 1.800 nur 1.780 durch frühern Umsatz erledigt sind. In diesem Fall also:

I. 220m.
II. (1) 220c (in Geld) + (2) 200c (in Ware).

IIc, Teil 1, kauft mit 220 Pfd.St. Geld die 220 Im, und I kauft sodann mit 200 Pfd.St. die 200 IIc (2) in Ware. Aber dann bleiben 20 Pfd.St. in Geld auf Seite von I, ein Stück Mehrwert, das es nur in Geld festhalten, nicht in Konsumtionsmitteln verausgaben kann. Die Schwierigkeit ist damit nur verlegt, von IIc (Teil 1) auf Im.

Nehmen wir nun andrerseits an, IIc, Teil 1, sei kleiner als IIc (Teil 2), also:

Zweiter Fall:

I. 200m (in Ware).

II. (1) 180c (in Geld) + (2) 200c (in Ware).

<462> II (Teil 1) kauft für 180 Pfd.St. Geld Waren 180 Im; I kauft mit diesem Geld Waren zum gleichen Wert von II (Teil 2), also 180 IIc (2); es bleiben 20 Im unverkaufbar auf einer Seite und ebenso 20 IIc (2) auf der andern; Waren zum Wert von 40 unverwandelbar in Geld.

Es würde uns nichts nutzen, den Rest I = 180 zu setzen; es wurde dann zwar kein Überschuß in I bleiben, aber nach wie vor ein Überschuß von 20 in IIc (Teil 2) unverkaufbar, nicht in Geld verwandelbar.

Im ersten Fall, wo II (1) größer als II (2), bleibt auf Seite von IIc (1) ein Überschuß in Geld, nicht rückverwandelbar in fixes Kapital, oder wenn der Rest Im = IIc (1) gesetzt wird, derselbe Überschuß in Geld auf Seite von Im, nicht verwandelbar in Konsumtionsmittel.

Im zweiten Fall, wo IIc (1) kleiner als IIc (2), bleibt ein Defizit in Geld auf Seite von 200 Im und IIc (2), und gleicher Überschuß von Ware auf beiden Seiten, oder wenn der Rest Im = IIc (1) <1. und 2. Auflage: IIc (2)> gesetzt wird, ein Defizit in Geld und Überschuß in Ware auf Seite von IIc (2).

Setzen wir die Reste Im stets gleich IIc (1) - da die Aufträge die Produktion bestimmen, und es an der Reproduktion nichts ändert, wenn dies Jahr mehr fixe Kapitalbestandteile, nächstes mehr zirkulierende Kapitalbestandteile des konstanten Kapitals II von <1. und 2. Auflage: und; geändert nach der Druckvorlage von Engels> I produziert werden -, so wäre im ersten Fall Im rückverwandelbar in Konsumtionsmittel, nur wenn I damit einen Teil des Mehrwerts von II kaufte, dieser also, statt verzehrt zu werden, von <1. und 2. Auflage; I> als Geld aufgehäuft würde; im zweiten Fall wäre nur abzuhelfen, wenn I selbst das Geld ausgäbe, also die von uns verworfne Hypothese.

Ist IIc (1) größer als IIc (2), so ist Einfuhr fremder Ware nötig zur Realisierung des Geldüberschusses in Im. Ist IIc (1) kleiner als IIc (2), so umgekehrt Ausfuhr von Ware II (Konsumtionsmittel) zur Realisierung des Verschleißteils IIc in Produktionsmitteln. In beiden Fällen ist also auswärtiger Handel nötig.

Gesetzt auch, es sei für Betrachtung der Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter anzunehmen, daß die Produktivität aller Industriezweige, also auch die proportionellen Wertverhältnisse ihrer Warenprodukte konstant bleiben, so würden dennoch die beiden letzterwähnten Fälle, wo IIc (1) größer oder kleiner als IIc (2), immer Interesse bieten für die Produktion auf erweiterter Stufenleiter, wo sie unbedingt eintreten können.

Kann es für den Kapitalismus eine »natürliche« Reproduktion geben, in der die jährlichen Salden von Produktionsmittelkapitalisten, Konsumtionsmittelkapitalisten und Arbeitern sich ausgleichen? Im Feudalismus war der Magen der verteilenden Klasse das Maß der Produktion. Hier war es leicht die einfache Jahresreproduktion in einer Tabelle abzubilden, weil die Natur der Äcker mit der Natur der Mägen korrespondiert. Auch die stetig zunehmende Aufnahmefähigkeit des Magens der verteilenden Klasse konnte durch die Vorgaben der Natur bis zu einem gewissen Punkt bemäntelt werden.

Aus welchem Grund sollten die Produktionsmittelkapitalisten die Arbeitermägen zu ihrem Produktionsziel erklären, wenn die Arbeiterklasse die verteilende Klasse ist? Oder sollte dies am Ende als Grund genügen?

3. Resultate

<463> Mit Bezug auf den Ersatz des fixen Kapitals ist allgemein zu bemerken: Wenn - alle andren Umstände, also nicht nur die Stufenleiter der Produktion, sondern namentlich auch die Produktivität der Arbeit als gleichbleibend vorausgesetzt - ein größrer Teil des fixen Elements von IIc abstirbt als das Jahr vorher, also auch ein größrer Teil in natura zu erneuern ist, so muß der Teil des fixen Kapitals, der erst auf dem Weg seines Absterbens und bis zu seinem Todestermin einstweilen in Geld zu ersetzen ist, in derselben Proportion abnehmen, da nach der Voraussetzung die Summe (auch die Wertsumme) des in II fungierenden fixen Kapitalteils dieselbe bleibt. Es führt dies aber folgende Umstände mit sich. Erstens: Besteht ein größrer Teil des Warenkapitals I aus Elementen des fixen Kapitals von IIc, so ein um soviel geringrer Teil aus zirkulierenden Bestandteilen von IIc, da die Gesamtproduktion von I für IIc unverändert bleibt. Wächst ein Teil derselben, so nimmt der andre ab und umgekehrt. Andrerseits bleibt aber auch die Gesamtproduktion der Klasse II von derselben Größe. Wie ist dies aber möglich bei Abnahme ihrer Rohstoffe, Halbfabrikate, Hilfsstoffe? (d.h. der zirkulierenden Elemente des konstanten Kapitals II). Zweitens: Ein größrer Teil des unter Geldform wiederhergestellten fixen Kapitals IIc strömt zu I, um aus Geldform in Naturalform rückverwandelt zu werden. Es strömt also an I mehr Geld zu, außer dem zwischen I und II zum bloßen Warenumsatz zirkulierenden Geld; mehr Geld, das nicht wechselseitigen Warenumsatz vermittelt, sondern nur einseitig in Funktion von Kaufmittel auftritt. Zugleich aber hätte die Warenmasse von IIc, die Träger des Wertersatzes von Verschleiß ist, proportionell abgenommen, also die Warenmasse II, die nicht gegen Ware von I, sondern nur gegen Geld von I umgesetzt werden muß. Es wäre mehr Geld von II an I als bloßes Kaufmittel zugeströmt, und es wäre weniger Ware von II da, welcher gegenüber I als bloßer Käufer zu fungieren hätte. Ein größrer Teil von Im - denn Iv ist bereits in Ware II umgesetzt - wäre also nicht in Ware II umsetzbar, sondern festhaftend in Geldform.

Der umgekehrte Fall, wo in einem Jahr die Reproduktion der Sterbefälle des fixen Kapitals II geringer und dagegen der Verschleißteil größer, braucht hiernach nicht weiter durchgegangen zu werden.

Und so wäre Krise da - Produktionskrise - trotz Reproduktion auf gleichbleibender Stufenleiter.

Mit einem Wort: Wird bei einfacher Reproduktion und gleichbleibenden Umständen, also namentlich gleichbleibender Produktivkraft, Gesamt- <464> größe und Intensität der Arbeit - nicht eine konstante Proportion vorausgesetzt zwischen absterbendem (zu erneuerndem) und in alter Naturalform fortwirkendem (bloß für Ersatz seines Verschleißes den Produkten Wert zusetzendem) fixem Kapital -, so bliebe in einem Fall die Masse von zu reproduzierenden zirkulierenden Bestandteilen dieselbe, aber die Masse von zu reproduzierenden fixen Bestandteilen wäre gewachsen; es müßte also die Gesamtproduktion I wachsen, oder es wäre, selbst abgesehn von den Geldverhältnissen, Defizit der Reproduktion da.

Im andern Fall: Nähme die proportionelle Größe des in natura zu reproduzierenden fixen Kapitals II ab, also im selben Verhältnis der nur noch in Geld zu ersetzende Bestandteil des fixen Kapitals II zu, so bliebe die Masse der von I reproduzierten zirkulierenden Bestandteile des konstanten Kapitals II unverändert, die des zu reproduzierenden fixen dagegen hätte abgenommen. Also entweder Abnahme der Gesamtproduktion I oder aber Überschuß (wie vorher Defizit) und nicht zu versilbernder Überschuß.

Dieselbe Arbeit kann zwar im ersten Fall mit zunehmender Produktivität, Ausdehnung oder Intensität, größres Produkt liefern, und so wäre das Defizit im ersten Fall zu decken; solcher Wechsel würde aber nicht ohne Deplacierung von Arbeit und Kapital aus einem Produktionszweig von I in den andern stattgreifen, und jede solche Deplacierung würde momentane Störungen hervorrufen. Zweitens aber würde (soweit Ausdehnung und Intensivierung der Arbeit zunehmen) I mehr Wert gegen weniger Wert von II auszutauschen haben, also eine Depretiation des Produkts von I stattfinden.

Umgekehrt im zweiten Fall, wo I seine Produktion kontrahieren muß, was Krise für die darin beschäftigten Arbeiter und Kapitalisten bedeutet, oder Überschuß liefert, was wieder Krise. An und für sich sind solche Überschüsse kein Übel, sondern ein Vorteil; sind aber Übel in der kapitalistischen Produktion.

Der auswärtige Handel könnte in beiden Fällen aushelfen, im ersten Fall, um die in Geldform festgehaltne Ware I in Konsumtionsmittel umzusetzen, im zweiten Fall, um den Überschuß in Ware abzusetzen. Aber der auswärtige Handel, soweit er nicht bloß Elemente (auch dem Wert nach) ersetzt, verlegt nur die Widersprüche auf ausgedehntere Sphäre, eröffnet ihnen größren Spielkreis.

Ist die kapitalistische Form der Reproduktion einmal beseitigt, so kommt die Sache darauf hinaus, daß die Größe des absterbenden und daher in natura zu ersetzenden Teils des fixen Kapitals (hier des in der Erzeugung der Konsumtionsmittel fungierenden) in verschiednen sukzessiven Jahren <465> wechselt. Ist er in einem Jahr sehr groß (über die Durchschnittssterblichkeit, wie bei den Menschen), so im folgenden sicher um so geringer. Die zur jährlichen Produktion der Konsumtionsmittel nötige Masse von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Hilfsstoffen - sonst gleichbleibende Umstände vorausgesetzt - nimmt deswegen nicht ab; die Gesamtproduktion der Produktionsmittel müßte also im einen Fall zunehmen, im andren abnehmen. Diesem kann nur abgeholfen werden durch fortwährende relative Überproduktion; einerseits ein gewisses Quantum fixes Kapital, das mehr produziert wird, als direkt nötig ist; andrerseits und namentlich Vorrat von Rohstoff etc., der über die unmittelbaren jährlichen Bedürfnisse hinausgeht (dies gilt ganz besonders von Lebensmitteln). Solche Art Überproduktion ist gleich mit Kontrolle der Gesellschaft über die gegenständlichen Mittel ihrer eignen Reproduktion. Innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft aber ist sie ein anarchisches Element.

Dies Beispiel vom fixen Kapital - bei gleichbleibender Stufenleiter der Reproduktion - ist schlagend. Mißverhältnis <2. Auflage: Mißverständnis; geändert nach der 1. Auflage> in der Produktion von fixem und zirkulierendem Kapital ist einer der Lieblingsgründe der Ökonomen, um die Krisen zu erklären. Daß solches Mißverhältnis bei bloßer Erhaltung des fixen Kapitals entspringen kann und muß - ist ihnen etwas Neues; daß sie entspringen kann und muß bei Voraussetzung einer idealen Normalproduktion, bei einfacher Reproduktion des bereits fungierenden gesellschaftlichen Kapitals.

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XII. Die Reproduktion des Geldmaterials

Ich muss zugeben: Ob Gold als Geld notwendig ist oder nicht, weiß ich nicht. Zwar leitet Marx dies in seiner Geldtheorie im ersten Band des »Kapital« empirisch her. Ob dies aber als Beweis genügt, weiß ich nicht. Und ob die internationale gleiche Geltung des Goldes oder das internationale gleiche Knurren der Mägen ein für den Menschen besserer Maßstab ist, wird die Zukunft weisen.

Es ist bisher ein Moment ganz außer acht gelassen worden, nämlich die jährliche Reproduktion von Gold und Silber. Als bloßes Material zu Luxusartikeln, Vergoldung etc., wären sie hier ebensowenig speziell zu erwähnen, wie irgendwelche andren Produkte. Dagegen spielen sie wichtige Rolle als Geldmaterial und daher potentialiter Geld. Als Geldmaterial nehmen wir hier der Vereinfachung wegen nur Gold.

Die gesamte jährliche Goldproduktion betrug nach ältren Angaben 800.000 - 900.000 Pfund = rund 1.100 oder 1.250 Millionen Mark. Nach Soetbeer (53) dagegen nur 170.675 Kilogramm im Wert von rund 476 Millionen <466> Mark im Durchschnitt der Jahre 1871-75. Davon lieferten: Australien rund 167, Vereinigte Staaten 166, Rußland 93 Millionen Mark. Der Rest verteilt sich auf verschiedne Länder in Beträgen von weniger als je 10 Millionen Mark. Die jährliche Silberproduktion, während derselben Periode, betrug etwas unter 2 Millionen Kilogramm im Wert von 3541/2 Millionen Mark, davon lieferte in runder Zahl Mexiko 108, die Vereinigten Staaten 102, Südamerika 67, Deutschland 26 Millionen usw.

Von Ländern vorherrschender kapitalistischer Produktion sind nur die Vereinigten Staaten Gold- und Silberproduzenten; die europäischen kapitalistischen Länder erhalten fast all ihr Gold und bei weitem den größten Teil ihres Silbers von Australien, Vereinigten Staaten, Mexiko, Südamerika und Rußland.

Wir verlegen aber die Goldminen in das Land der kapitalistischen Produktion, dessen jährliche Reproduktion wir hier analysieren, und zwar aus folgendem Grund:

Kapitalistische Produktion existiert überhaupt nicht ohne auswärtigen Handel. Wird aber normale jährliche Reproduktion auf einer gegebnen Stufenleiter unterstellt, so ist damit auch unterstellt, daß der auswärtige Handel nur durch Artikel von andrer Gebrauchs- oder Naturalform einheimische Artikel ersetzt, ohne die Wertverhältnisse zu affizieren, also auch nicht die Wertverhältnisse, worin die zwei Kategorien: Produktionsmittel und Konsumtionsmittel, sich gegeneinander umsetzen, und ebensowenig die Verhältnisse von konstantem Kapital, variablem Kapital und Mehrwert, worin der Wert des Produkts jeder dieser Kategorien zerfällbar. Die Hereinziehung des auswärtigen Handels bei Analyse des jährlich reproduzierten Produktenwerts kann also nur verwirren, ohne irgendein neues Moment, sei es des Problems, sei es seiner Lösung zu liefern. Es ist also ganz davon zu abstrahieren; also ist hier auch das Gold als direktes Element der jährlichen Reproduktion, nicht als von außen durch Austausch eingeführtes Warenelement zu behandeln.

Anders gesagt: Im derzeitigen Kapitalismus kann es im auswärtigen Handel keine ausgeglichene Bilanz geben. »Wär’ ich nicht arm, wärst du nicht reich« gilt für den inländischen Arbeiter und Kapitalisten genauso wie es für Afrika und Europa gilt. Daher ist es für den vorliegenden Zweck (die dreispaltige Tabelle der einfachen Reproduktion) das beste, vom auswärtigen Handel abzusehen und die hier gewonnenen Erkenntnisse später auf den Außenhandel zu übertragen.

Die Produktion von Gold gehört, wie die Metallproduktion überhaupt, zur Klasse I, der Kategorie, die die Produktion von Produktionsmitteln umfaßt. Wir wollen annehmen, das jährliche Goldprodukt sei = 30 (der Bequemlichkeit wegen, tatsächlich viel zu hoch gefaßt gegen die Zahlen unsres Schema); es sei dieser Wert zerfällbar in 20c + 5v + 5m; 20c ist auszutauschen gegen andre Elemente von Ic und dies ist später zu betrachten <Siehe vorl. Band, S. 469, Fußnote 55>; aber die 5v + 5m (1) sind umzusetzen gegen Elemente von IIc, d.h. Konsumtionsmittel.

Die Goldproduktion produziert keine Produktionsmittel. Sie produziert die Geldware. Müsste hier nicht eine dritte Kategorie »Zirkulationsmittel« sein, die die Produktionsmittel und die Konsumtionsmittel umfasst? Das Zerfällen der Geldware in c+v+m und deren Integration in die Zirkulation des c+v+m der Waren, die mit dem c+v+m der Geldware gekauft werden, scheint mir so etwas wie eine kleine Verdopplung der Gegenstände durch Platons Ideen. Zwar hält das Schmieröl die ganze Maschine am Laufen, ist aber im Verleich zu ihr eine verschwindende Größe, und im Idealfall keine Größe.

<467> Was die 5v betrifft, so beginnt zunächst jedes Gold produzierende Geschäft damit, die Arbeitskraft zu kaufen; nicht mit selbst produziertem Gold, sondern mit einem Quotum des im Lande vorrätigen Gelds. Die Arbeiter beziehn für diese 5v Konsumtionsmittel aus II heraus, und dies kauft mit diesem Geld Produktionsmittel von I. Sage, II kaufe von I für 2 Gold als Warenmaterial etc. (Bestandteil seines konstanten Kapitals), so fließen 2v zurück zu den Goldproduzenten I in Geld, das der Zirkulation schon früher angehörte. Wenn II weiter nichts an Material von I kauft, so kauft I von II, indem es sein Gold als Geld in die Zirkulation wirft, da Gold jede Ware kaufen kann. Der Unterschied ist nur, daß I hier nicht als Verkäufer, sondern nur als Käufer auftritt. Die Goldgräber von I können ihre Ware stets absetzen, sie befindet sich stets in unmittelbar austauschbarer Form.

Nehmen wir an, ein Garnspinner habe 5v an seine Arbeiter bezahlt, diese liefern ihm - abgesehn vom Mehrwert - dafür ein Gespinst in Produkt = 5; die Arbeiter kaufen für 5 von II, dies kauft für 5 in Geld Garn von I, und so fließt 5v zurück in Geld an den Garnspinner. In dem supponierten Fall dagegen schießt I g (wie wir die Goldproduzenten bezeichnen wollen) 5v an seine Arbeiter in Geld vor, das schon früher der Zirkulation angehörte; diese geben das Geld aus in Lebensmitteln; es kehren aber von den 5 nur 2 aus II zu I g zurück. Aber I g kann ganz so gut wie der Garnspinner den Reproduktionsprozeß von neuem beginnen; denn seine Arbeiter haben ihm in Gold 5 geliefert, wovon es 2 verkauft hat, 3 in Gold besitzt, also nur zu münzen (54) oder in Banknoten zu verwandeln hat, damit direkt, ohne weitre Vermittlung von II, sein ganzes variables Kapital wieder in Geldform in seiner Hand sei.

Schon bei diesem ersten Prozeß der jährlichen Reproduktion ist aber eine Veränderung in der Masse der wirklich oder virtuell der Zirkulation angehörigen Geldmasse vorgegangen. Wir haben angenommen, IIc habe 2v (I g) als Material gekauft, 3 sei von I g innerhalb II wieder ausgelegt als Geldform des variablen Kapitals. Es sind also aus der mittelst der neuen Goldproduktion <1. und 2. Auflage: Geldproduktion; geändert nach der Druckvorlage von Engels> gelieferten Geldmasse 3 innerhalb II geblieben und nicht zurückgeströmt zu I. Nach der Voraussetzung hat II seinen Bedarf in Goldmaterial befriedigt. Die 3 bleiben als Goldschatz in seinen Händen. <468> Da sie keine Elemente seines konstanten Kapitals bilden können, und da ferner II schon vorher hinreichendes Geldkapital zum Ankauf der Arbeitskraft hatte; da ferner, mit Ausnahme des Verschleißelements, dies zuschüssige 3 g keine Funktion zu verrichten hat innerhalb IIc, gegen einen Teil, wovon es ausgetauscht (es könnte nur dazu dienen, das Verschleißelement pro tanto zu decken, wenn IIc (1) kleiner als IIc (2), was zufällig); andrerseits aber, eben mit Ausnahme des Verschleißelements, das ganze Warenprodukt IIc gegen Produktionsmittel I(v+m) umzusetzen ist - so muß dies Geld ganz aus IIc übertragen werden in IIm, ob dies nun in notwendigen Lebensmitteln oder in Luxusmitteln existiere, und dagegen entsprechender Warenwert übertragen werden aus IIm in IIc. Resultat: Ein Teil des Mehrwerts wird als Geldschatz aufgespeichert.

Beim zweiten Reproduktionsjahr, wenn dieselbe Proportion des jährlich produzierten Golds fortfährt, als Material vernutzt zu werden, wird wieder 2 an I g zurückfließen und 3 in natura ersetzt, d.h. wieder in II als Schatz freigesetzt sein usw.

Mit Bezug auf das variable Kapital überhaupt: Der Kapitalist I g hat wie jeder andre dies Kapital beständig in Geld zum Ankauf der Arbeit vorzuschießen. Mit Bezug auf dies v hat nicht er, sondern seine Arbeiter zu kaufen von II; es kann also nie der Fall eintreten, daß er als Käufer auftritt, also Gold ohne die Initiative des II in selbes wirft.

Die Arbeiter sind der »erste Beweger« des v-Goldes, das ohne ihren Magen unbewegt bliebe.

Soweit aber II von ihm Material kauft, sein konstantes Kapital IIc in Goldmaterial umsetzen muß, fließt ihm Teil von (I g)v von II zurück auf dieselbe Weise wie den andren Kapitalisten von I; und soweit dies nicht der Fall, ersetzt er sein v in Gold direkt aus seinem Produkt. In dem Verhältnis aber, worin ihm das als Geld vorgeschoßne v nicht von II zurückfließt, wird in II ein Teil der schon vorhandnen Zirkulation (von I ihm zugefloßnes und nicht an I retourniertes Geld) in Schatz verwandelt und dafür ein Teil seines Mehrwerts nicht in Konsumtionsmitteln verausgabt. Da beständig neue Goldminen in Angriff genommen oder alte wieder eröffnet werden, so bildet eine bestimmte Proportion des von I g in v auszulegenden Geldes stets Teil der vor der neuen Goldproduktion vorhandnen Geldmasse, die von Ig vermittelst ihrer Arbeiter in II hineingeworfen wird, und, soweit sie nicht aus II zu I g zurückgekehrt, bildet sie dort Element der Schatzbildung.

Was aber (I g)m angeht, so kann I g hier stets als Käufer auftreten; es wirft sein m als Gold in die Zirkulation und zieht dafür Konsumtionsmittel IIc heraus; hier wird das Gold zum Teil als Material vernutzt, fungiert daher als wirkliches Element des konstanten Bestandteils c des produktiven Kapitals II; und soweit dies nicht der Fall, wird es wieder Element der Schatz- <469> bildung als in Geld verharrender Teil von IIc. Es zeigt sich - auch abgesehn von dem später zu betrachtenden Ic (55) -, wie selbst bei einfacher Reproduktion, wenn hier auch Akkumulation im eigentlichen Sinn des Worts, d.h. Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter, ausgeschlossen, dagegen Geldaufspeicherung oder Schatzbildung notwendig eingeschlossen ist. Und da sich dies jährlich neu wiederholt, so erklärt sich damit die Voraussetzung, von welcher bei Betrachtung der kapitalistischen Produktion ausgegangen wird: daß sich bei Beginn der Reproduktion eine dem Warenumsatz entsprechende Masse von Geldmitteln in den Händen der Kapitalistenklassen I und II befindet. Solche Aufspeicherung findet statt selbst nach Abzug des durch Verschleiß des zirkulierenden Geldes verlorengehenden Goldes.

Es versteht sich von selbst, daß je fortgeschrittner das Lebensalter der kapitalistischen Produktion, um so größer die allerseits aufgehäufte Geldmasse, um so kleiner also die Proportion, die die jährliche neue Goldproduktion dieser Masse zufügt, obgleich dieser Zuschuß seiner absoluten Quantität nach bedeutend sein kann. Im allgemeinen wollen wir nur noch einmal zurückkommen auf den gegen Tooke gemachten Einwurf <Siehe vorl. Band, S. 331>: wie ist es möglich, daß jeder Kapitalist in Geld einen Mehrwert aus dem jährlichen Produkt herauszieht, d.h. mehr Geld herauszieht aus der Zirkulation, als er hineinwirft, da in letzter Instanz die Kapitalistenklasse selbst als die Quelle betrachtet werden muß, die überhaupt das Geld in die Zirkulation wirft?

Wir bemerken hierauf, unter Zusammenfassung des schon früher (Kap. XVII) Entwickelten:

1. Die einzige hier erforderliche Voraussetzung: daß überhaupt Geld genug vorhanden sei, um die verschiednen Elemente der jährlichen Reproduktionsmasse umzusetzen -, wird in keiner Weise dadurch berührt, daß ein Teil des Warenwerts aus Mehrwert besteht. Gesetzt, die ganze Produktion gehöre den Arbeitern selbst, ihre Mehrarbeit sei also nur Mehrarbeit für sie selbst, nicht für die Kapitalisten, so wäre die Masse des zirkulierenden Warenwerts dieselbe und erheischte bei sonst gleichbleibenden Umständen dieselbe Geldmasse zu ihrer Zirkulation. Es fragt sich also in beiden Fällen nur: Wo kommt das Geld her, um diesen Gesamtwarenwert umzusetzen? - Und in keiner Weise: Wo kommt das Geld zur Versilberung des Mehrwerts her?

<470> Allerdings, um noch einmal darauf zurückzukommen, besteht jede einzelne Ware aus c + v + m, und es ist also zur Zirkulation der gesamten Warenmasse einerseits eine bestimmte Geldsumme nötig zur Zirkulation des Kapitals c + v und andrerseits eine andre Geldsumme zur Zirkulation der Revenue der Kapitalisten, des Mehrwerts m. Wie für die einzelnen Kapitalisten, so für die ganze Klasse ist das Geld, worin sie Kapital vorschießt, verschieden von dem Geld, worin sie Revenue verausgabt. Woher kommt dies letztre Geld? Einfach daher, daß von der in der Hand der Kapitalistenklasse befindlichen Geldmasse, also im ganzen und großen von der innerhalb der Gesellschaft befindlichen gesamten Geldmasse, ein Teil die Revenue der Kapitalisten zirkuliert. Man sah schon oben, wie jeder ein neues Geschäft einrichtende Kapitalist das Geld, das er zu seiner Erhaltung in Konsumtionsmitteln verausgabt, wieder zurückfischt als zur Versilberung seines Mehrwerts dienendes Geld, sobald das Geschäft einmal im Gang. Aber allgemein gesprochen kommt die ganze Schwierigkeit aus zwei Quellen her:

Erstens: Betrachten wir bloß die Zirkulation und den Umschlag des Kapitals, also auch den Kapitalisten nur als Personifikation des Kapitals - nicht als kapitalistischen Konsumenten und Lebemann -, so sehn wir ihn zwar beständig Mehrwert in die Zirkulation werfen als Bestandteil seines Warenkapitals, aber wir sehn nie das Geld als Form der Revenue in seiner Hand; wir sehn ihn nie Geld zum Verzehr des Mehrwerts in die Zirkulation werfen.

Bekommt der Kapitalist von der verteilenden Klasse den ihm zustehenden Teil des Mehrwerts fürs Geschäftemachen und fürs Essen, so werden wir sehen, dass sein Magen davon den Tribut verlangt, den er von jedem Tier verlangt.

Zweitens: Wirft die Kapitalistenklasse eine gewisse Geldsumme in Gestalt von Revenue in Zirkulation, so scheint es, als zahle sie ein Äquivalent für diesen Teil des jährlichen Gesamtprodukts und höre dieser somit auf, Mehrwert darzustellen. Das Mehrprodukt aber, worin sich der Mehrwert darstellt, kostet der Kapitalistenklasse nichts. Als Klasse besitzt und genießt sie es umsonst, und daran kann die Geldzirkulation nichts ändern. Die Veränderung, die diese vermittelt, besteht einfach darin, daß jeder Kapitalist, statt sein Mehrprodukt in natura zu verzehren, was meist gar nicht angeht, Waren aller Art bis zum Belauf des von ihm angeeigneten Mehrwerts aus dem Gesamtstock des jährlichen gesellschaftlichen Mehrprodukts herauszieht und sich aneignet. Aber der Mechanismus der Zirkulation hat gezeigt, daß wenn die Kapitalistenklasse Geld zur Verausgabung von Revenue in die Zirkulation hineinwirft, sie selbiges Geld auch wieder der Zirkulation entzieht und also denselben Prozeß stets von neuem beginnen kann; daß sie also als Kapitalistenklasse betrachtet, nach wie vor im Besitz dieser zur Versilberung des Mehrwerts nötigen Geldsumme bleibt. Wenn also nicht nur <471> der Mehrwert, in Form von Waren, vom Kapitalisten für seinen Konsumtionsfonds dem Warenmarkt entzogen wird, sondern zugleich das Geld, womit er diese Waren kauft, an ihn zurückfließt, so hat er offenbar die Waren ohne Äquivalent der Zirkulation entzogen. Sie kosten ihm nichts, obgleich er sie mit Geld zahlt. Wenn ich mit einem Pfund Sterling Waren kaufe und mir der Verkäufer der Ware das Pfund zurückgibt für Mehrprodukt, das mich nichts gekostet hat, habe ich offenbar die Waren umsonst erhalten. Die beständige Wiederholung dieser Operation ändert nichts daran, daß ich beständig Waren entziehe und beständig im Besitz des Pfundes bleibe, obgleich ich mich desselben zum Bezug der Waren vorübergehend entäußere. Der Kapitalist erhält beständig dies Geld zurück als Versilberung von Mehrwert, der ihm nichts gekostet hat.

Auch dies Problem löst sich dadurch, dass der Kapitalist zum Lohnempfänger des Volkes wird. Er gibt dann genau wie der Arbeiter einen Teil seines »Kapitalisten-v« zum Essen aus.

Wir sahn, daß bei A. Smith der gesamte gesellschaftliche Produktenwert sich auflöst in Revenue, in v + m, daß also der konstante Kapitalwert gleich Null gesetzt wird. Es folgt daher notwendig, daß das zur Zirkulation der jährlichen Revenue erforderliche Geld auch hinreichend ist zur Zirkulation des gesamten jährlichen Produkts; daß also, in unserm Fall, das zur Zirkulation der Konsumtionsmittel zum Wert von 3.000 nötige Geld hinreicht zur Zirkulation des gesamten Jahresprodukts zum Wert von 9.000. Dies ist in der Tat A. Smiths Ansicht, und sie wird von Th. Tooke wiederholt. Diese falsche Vorstellung vom Verhältnis der zur Versilberung der Revenue erforderlichen Geldmasse zur Geldmasse, welche das gesamte gesellschaftliche Produkt zirkuliert, ist ein notwendiges Resultat der nicht begriffnen, gedankenlos vorgestellten Art und Weise, wie die verschiednen stofflichen und Wertelemente des jährlichen Gesamtprodukts sich reproduzieren und jährlich ersetzt werden. Sie ist daher bereits widerlegt.

Hören wir Smith und Tooke selbst.

Smith sagt, Book II, ch. 2:

"Die Zirkulation jedes Landes kann in zwei Teile geschieden werden: die Zirkulation der Händler untereinander und die Zirkulation zwischen Händlern und Konsumenten. Wenn auch dieselben Geldstücke, Papier oder Metall, bald in der einen, bald in der andern Zirkulation verwandt werden mögen, so gehn doch beide fortwährend gleichzeitig nebeneinander vor, und jede von beiden bedarf daher einer bestimmten Geldmasse dieser oder jener Art, um in Gang zu bleiben. Der Wert der zwischen den verschiednen Händlern zirkulierten Waren kann nie den Wert der zwischen den Händlern und den Konsumenten zirkulierten Waren übersteigen; denn was die Händler auch immer kaufen, muß doch schließlich an die Konsumenten verkauft werden. Da die Zirkulation zwischen den Händlern en gros geschieht, erfordert sie im allgemeinen eine ziemlich große Summe für jeden einzelnen Umsatz. Die Zirkulation zwischen <472> Händlern und Konsumenten dagegen geschieht meist en détail und erfordert oft nur sehr kleine Geldbeträge; ein Schilling oder selbst ein halber Penny genügt manchmal. Aber kleine Summen zirkulieren weit rascher als große ... Obgleich die jährlichen Käufe aller Konsumenten daher denen aller Händler an Wert mindestens" {dies "mindestens" ist gut!} "gleich sind, so können sie doch in der Regel mit einer weit geringem Geldmasse erledigt werden" usw.

Zu dieser Stelle Adams bemerkt Th. Tooke ("An Inquiry into the Currency Principle", London 1844, p. 34 - 36 passim):

"Es kann kein Zweifel bestehn, daß dieser hier gemachte Unterschied der Sache nach richtig ist ... Der Austausch zwischen Händlern und Konsumenten schließt auch die Zahlung des Arbeitslohns ein, der die Haupteinnahme (the principal means) der Konsumenten ausmacht ... Alle Umsätze von Händler zu Händler, d.h. alle Verkäufe vom Produzenten oder Importeur an, durch alle Abstufungen von Zwischenprozessen der Manufaktur usw. bis herab zum Detailhändler oder Exportkaufmann, sind auflösbar in Bewegungen von Kapitalübertragung. Kapitalübertragungen setzen aber nicht notwendig voraus, und führen in der Tat auch nicht wirklich mit sich, in der großen Masse der Umsätze, eine wirkliche Abtretung von Banknoten oder Münze - ich meine eine materielle, nicht fingierte Abtretung - zur Zeit der Übertragung ... Der Gesamtbetrag der Umsätze zwischen Händlern und Händlern muß in letzter Instanz bestimmt und begrenzt sein durch den Betrag der Umsätze zwischen Händlern und Konsumenten."

Stände der letzte Satz vereinzelt, so könnte man glauben, Tooke konstatiere bloß, daß ein Verhältnis stattfinde zwischen den Umsätzen von Händler zu Händler und denen von Händler zu Konsument, in andern Worten, zwischen dem Wert der jährlichen Gesamtrevenue und dem Wert des Kapitals, womit sie produziert wird. Dies ist jedoch nicht der Fall. Er bekennt sich ausdrücklich zur Auffassung A. Smiths. Eine besondre Kritik seiner Zirkulationstheorie ist daher überflüssig.

2. Jedes industrielle Kapital wirft bei seinem Beginn auf einmal Geld in Zirkulation für seinen ganzen fixen Bestandteil, den es nur allmählich in einer Reihe von Jahren durch Verkauf seines jährlichen Produkts wieder herauszieht. Es wirft also zunächst mehr Geld in die Zirkulation hinein, als es ihr entzieht. Dies wiederholt sich jedesmal bei Erneuerung des Gesamtkapitals in natura; es wiederholt sich jedes Jahr für eine bestimmte Anzahl Geschäfte, deren fixes Kapital in natura zu erneuern; es wiederholt sich stückweis bei jeder Reparatur, bei jeder nur bruchweisen Erneuerung des fixen Kapitals. Wird also von der einen Seite der Zirkulation mehr Geld entzogen als hineingeworfen, so von der andern Seite umgekehrt.

In allen Industriezweigen, deren Produktionsperiode (als verschieden von der Arbeitsperiode) längre Zeit umfaßt, wird während derselben von <473> den kapitalistischen Produzenten beständig Geld in die Zirkulation geworfen, teils in Zahlung der angewandten Arbeitskraft, teils in Ankauf der zu verbrauchenden Produktionsmittel; es werden so Produktionsmittel direkt, Konsumtionsmittel teils indirekt, durch die ihren Arbeitslohn verausgabenden Arbeiter, teils direkt durch die ihren Verzehr keineswegs suspendierenden Kapitalisten selbst, dem Warenmarkt entzogen, ohne daß diese Kapitalisten zunächst gleichzeitig ein Äquivalent in Waren in den Markt würfen. Während dieser Periode dient das von ihnen in Zirkulation geworfne Geld zur Versilberung von Warenwert, inkl. des darin enthaltnen Mehrwerts. Sehr bedeutend wird dies Moment in entwickelter kapitalistischer Produktion bei langatmigen Unternehmungen, ausgeführt von Aktiengesellschaften etc., wie Anlage von Eisenbahnen, Kanälen, Docks, großen städtischen Bauten, Eisenschiffsbau, Drainierung von Land auf großem Umfang etc.

3. Während die andern Kapitalisten, abgesehn von der Auslage in fixem Kapital, mehr Geld aus der Zirkulation herausziehn, als sie beim Kauf der Arbeitskraft und der zirkulierenden Elemente hineingeworfen, wird von den Gold und Silber produzierenden Kapitalisten, abgesehn von dem Edelmetall, das als Rohstoff dient, nur Geld in die Zirkulation geworfen, während ihr nur Waren entzogen werden. Das konstante Kapital, mit Ausnahme des Verschleißteils, der größre Teil des variablen und der ganze Mehrwert, mit Ausnahme des etwa in ihren eignen Händen sich aufhäufenden Schatzes, wird als Geld in die Zirkulation geworfen.

4. Einerseits zirkulieren zwar allerlei Dinge als Waren, die nicht innerhalb des Jahres produziert worden, Grundstücke, Häuser etc., ferner Produkte, deren Produktionsperiode sich über mehr als ein Jahr erstreckt, Vieh, Holz, Wein usw. Für diese und andre Phänomene ist es wichtig festzuhalten, daß außer der für die unmittelbare Zirkulation erheischten Geldsumme, sich stets ein gewisses Quantum in latentem, nicht fungierendem Zustand vorfindet, das bei gegebnem Anstoß in Funktion treten kann. Auch zirkuliert der Wert solcher Produkte oft stückweis und allmählich, wie der Wert von Häusern in der Miete einer Reihe von Jahren.

Andrerseits werden nicht alle Bewegungen des Reproduktionsprozesses durch Geldzirkulation vermittelt. Der gesamte Produktionsprozeß, sobald seine Elemente einmal angeschafft, ist davon ausgeschlossen. Ferner alles Produkt, das der Produzent direkt selbst wieder konsumiert - sei es individuell, sei es produktiv, wozu auch Naturalverpflegung ländlicher Arbeiter gehört.

Die Geldmasse also, welche das jährliche Produkt zirkuliert, ist in der Gesellschaft vorhanden, nach und nach akkumuliert worden. Sie gehört <474> nicht zum Wertprodukt dieses Jahrs, mit Ausnahme etwa des Ersatzgolds für verschlißne Münzen.

Es ist bei dieser Darstellung vorausgesetzt exklusive Zirkulation von Edelmetallgeld, und bei dieser wieder die einfachste Form barer Käufe und Verkäufe; obwohl auf Basis bloßer Metallzirkulation das Geld auch als Zahlungsmittel fungieren kann und historisch wirklich so fungiert hat, und auf dieser Basis ein Kreditwesen und bestimmte Seiten seines Mechanismus sich entwickelt haben.

Diese Voraussetzung wird gemacht nicht bloß aus methodischen Rücksichten, deren Gewicht sich schon darin zeigt, daß sowohl Tooke und seine Schule wie ihre Gegner in ihren Kontroversen beständig gezwungen waren, bei Erörterung der Banknotenzirkulation wieder rückzugreifen zur Hypothese rein metallischer Zirkulation. Sie waren gezwungen, dies post festum zu tun, taten es aber dann sehr oberflächlich, und zwar notwendig, weil der Ausgangspunkt so nur die Rolle eines Inzidentpunkts in der Analyse spielt.

Aber die einfachste Betrachtung der in ihrer naturwüchsigen Form dargestellten Geldzirkulation - und diese ist hier immanentes Moment des jährlichen Reproduktionsprozesses - zeigt:

a) Entwickelte kapitalistische Produktion vorausgesetzt, also Herrschaft des Lohnarbeitssystems, spielt offenbar das Geldkapital eine Hauptrolle, soweit es die Form ist, in der das variable Kapital vorgeschossen wird. Im Maß, wie sich das Lohnarbeitssystem entwickelt, verwandelt sich alles Produkt in Ware, muß daher auch - mit einigen wichtigen Ausnahmen - allzusamt die Verwandlung in Geld als eine Phase seiner Bewegung durchlaufen. Die Masse des zirkulierenden Geldes muß zu dieser Versilberung der Waren hinreichen, und der größte Teil dieser Masse wird geliefert in Form des Arbeitslohns, des Geldes, das als Geldform des variablen Kapitals in Zahlung der Arbeitskraft von industriellen Kapitalisten vorgeschossen, in den Händen der Arbeiter - seiner großen Masse nach - nur als Zirkulationsmittel (Kaufmittel) fungiert. Es ist dies ganz im Gegensatz zur Naturalwirtschaft, wie sie vorwiegt auf Basis jedes Hörigkeitssystems (Leibeigenschaft eingeschlossen) und noch mehr auf der mehr oder weniger primitiver Gemeinwesen, ob diese nun mit Hörigkeits- oder Sklavereiverhältnissen versetzt seien oder nicht.

Im Sklavensystem spielt das Geldkapital, das im Ankauf der Arbeitskraft ausgelegt wird, die Rolle von Geldform des fixen Kapitals, das nur allmählich ersetzt wird, nach Ablauf der aktiven Lebensperiode des Sklaven. Bei den Athenern wird daher der Gewinn, den ein Sklavenbesitzer direkt <475> durch industrielle Verwendung seines Sklaven oder indirekt durch Vermietung desselben an andre industrielle Verwender (z. B. für Bergwerksarbeit) zieht, auch nur betrachtet als Zins (nebst Amortisation) des vorgeschoßnen Geldkapitals, ganz wie in der kapitalistischen Produktion der industrielle Kapitalist ein Stück des Mehrwerts plus dem Verschleiß des fixen Kapitals als Zins und Ersatz seines fixen Kapitals in Rechnung setzt; wie dies auch Regel ist bei den fixes Kapital (Häuser, Maschinen etc.) vermietenden Kapitalisten. Bloße Haussklaven, sei es, daß sie zur Leistung notwendiger Dienste oder bloß zur Luxusparade dienen, kommen hier nicht in Betracht, sie entsprechen unsrer dienenden Klasse. Aber auch das Sklavensystem - sofern es in Agrikultur, Manufaktur, Schiffsbetrieb etc. die herrschende Form der produktiven Arbeit ist, wie in den entwickelten Staaten Griechenlands und in Rom - behält ein Element der Naturalwirtschaft bei. Der Sklavenmarkt selbst erhält beständig Zufuhr seiner Arbeitskraft-Ware durch Krieg, Seeraub etc., und dieser Raub ist seinerseits nicht durch einen Zirkulationsprozeß vermittelt, sondern Naturalaneignung fremder Arbeitskraft durch direkten physischen Zwang. Selbst in den Vereinigten Staaten, nachdem das Zwischengebiet zwischen den Lohnarbeitsstaaten des Nordens und den Sklavenstaaten des Südens sich in ein Sklavenzuchtgebiet für den Süden verwandelt, wo also der auf den Sklavenmarkt geworfne Sklave selbst ein Element der jährlichen Reproduktion geworden, genügte das für längre Zeit nicht, sondern wurde noch möglichst lange afrikanischer Sklavenhandel zur Füllung des Markts fortgetrieben.

b) Die auf Basis der kapitalistischen Produktion sich naturwüchsig vollziehenden Ab- und Rückströmungen des Geldes bei Umsatz des jährlichen Produkts; die einmaligen Vorschüsse von fixen Kapitalen, ihrem ganzen Wertumfang nach, und das sukzessive, über jahrelange Perioden sich verbreitende Herausziehn ihres Werts aus der Zirkulation, also ihre allmähliche Rekonstitution in Geldform durch jährliche Schatzbildung, eine Schatzbildung, ihrem Wesen nach total verschieden von der ihr parallel gehenden, auf jährlich neuer Goldproduktion beruhenden Schatzbildung; die verschiedne Länge der Zeit, worin je nach der Länge der Produktionsperioden der Waren Geld vorgeschossen, also auch vorher schon stets von neuem aufgeschatzt werden muß, bevor es durch Verkauf der Ware aus der Zirkulation zurückgezogen werden kann; die verschiedne Länge der Vorschußzeit, die schon allein aus der verschiednen Entfernung des Produktionsorts vom Absatzmarkt entsteht; ebenso die Verschiedenheit in Größe und Periode des Rückflusses je nach dem Stand, resp. der relativen Größe der Produktionsvorräte in verschiednen Geschäften und bei den verschiednen <476> einzelnen Kapitalisten desselben Geschäftszweigs, also die Termine der Einkäufe von Elementen des konstanten Kapitals - alles das während des Reproduktionsjahrs: alle diese verschiednen Momente der naturwüchsigen Bewegung brauchen sich bloß durch Erfahrung bemerklich und auffallend gemacht zu haben, um planmäßig sowohl zu den mechanischen Hilfsmitteln des Kreditsystems den Anlaß zu geben, wie auch zu der wirklichen Auffischung der vorhandnen verleihbaren Kapitale.

Es kommt hierzu noch der Unterschied der Geschäfte, deren Produktion unter sonst normalen Verhältnissen kontinuierlich auf derselben Stufenleiter vor sich geht, und solcher, die in verschiednen Perioden des Jahrs Arbeitskraft in verschiednem Umfang anwenden, wie die Landwirtschaft.

XIII. Destutt de Tracys Reproduktionstheorie (56)

Als Beispiel der konfusen und zugleich renommistischen Gedankenlosigkeit politischer Ökonomen, bei Betrachtung der gesellschaftlichen Reproduktion, diene der große Logiker Destutt de Tracy (vergl. Buch I, p. 47, Note 301 <Siehe Band 23, S. 177>), den selbst Ricardo ernsthaft nahm und a very distinguished writer <einen ganz ausgezeichneten Schriftsteller> nennt. ("Principles", p. 333.)

Dieser distinguierte Schriftsteller gibt folgende Aufschlüsse über den gesamten gesellschaftlichen Reproduktions- und Zirkulationsprozeß:

"Man wird mich fragen, wie diese Industrieunternehmer so große Profite machen und von wem sie sie ziehn können. Ich antworte, daß sie dies tun, indem sie alles, was sie produzieren, teurer verkaufen, als es ihnen zu produzieren gekostet; und daß sie es verkaufen

1. aneinander für den ganzen Teil ihrer Konsumtion, bestimmt zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse, welche sie bezahlen mit einem Teil ihrer Profite;

2. an die Lohnarbeiter, sowohl an die, welche sie besolden, wie die, welche die müßigen Kapitalisten besolden; von welchen Lohnarbeitern sie auf diesem Wege ihren ganzen Lohn zurückerhalten, ausgenommen etwa deren kleine Ersparnisse;

3. an die müßigen Kapitalisten, welche sie bezahlen mit dem Teil ihrer Revenue, den sie nicht schon abgegeben haben an die von ihnen direkt beschäftigten Lohnarbeiter; so daß die ganze Rente, welche sie ihnen jährlich zahlen, ihnen auf dem einen oder andern dieser Wege wieder zurückfließt." (Destutt de Tracy, "Traité de la volonté et de ses effets", Paris 1826, p. 239.)

<477> also die Kapitalisten bereichern sich erstens, indem sie im Umsatz des Teils des Mehrwerts, den sie ihrer Privatkonsumtion widmen oder als Revenue verzehren, sich alle wechselseitig übervorteilen. Also, wenn dieser Teil ihres Mehrwerts, resp. ihrer Profite, = 400 Pfd.St. ist, so werden aus diesen 400 Pfd.St. etwa 500 Pfd.St. dadurch, daß jeder Beteiligte der 400 Pfd.St. dem andern seinen Teil um 25% zu teuer verkauft. Da alle dasselbe tun, so ist das Resultat dasselbe, als hätten sie sich wechselseitig zum richtigen Wert verkauft. Nur brauchen sie zur Zirkulation eines Warenwerts von 400 Pfd.St. eine Geldmasse von 500 Pfd.St., und dies scheint eher eine Methode, sich zu verarmen als sich zu bereichern, indem sie einen großen Teil ihres Gesamtvermögens in der nutzlosen Form von Zirkulationsmitteln unproduktiv aufbewahren müssen. Das Ganze kommt darauf hinaus, daß die Kapitalistenklasse trotz der allseitigen nominellen Preiserhöhung ihrer Waren nur einen Warenstock von 400 Pfd.St. Wert unter sich zu ihrer Privatkonsumtion zu verteilen haben, daß sie aber sich das wechselseitige Vergnügen machen, 400 Pfd.St. Warenwert zu zirkulieren mit einer Geldmasse, die für 500 Pfd.St. Warenwert erheischt ist.

Ganz abgesehn davon, daß hier "ein Teil ihrer Profite" und also überhaupt ein Warenvorrat, worin Profit sich darstellt, unterstellt ist. Destutt will uns aber gerade erklären, wo dieser Profit herkommt. Die Geldmasse, die nötig ist, um ihn zu zirkulieren, ist eine ganz untergeordnete Frage. Die Warenmasse, worin der Profit sich darstellt, scheint davon herzustammen, daß die Kapitalisten diese Warenmasse nicht nur einander verkaufen, was bereits sehr schön und tief ist, sondern sich alle einander zu teuer verkaufen. Wir kennen jetzt also eine Quelle der Bereicherung der Kapitalisten. Sie kommt hinaus auf das Geheimnis des "Entspektor Bräsig", daß die große Armut von der großen pauvreté <Armut> herkommt.

2. Dieselben Kapitalisten verkaufen ferner

"an die Lohnarbeiter, sowohl an die, welche sie selbst besolden, wie an die, welche die müßigen Kapitalisten besolden; von welchen Lohnarbeitern sie auf diese Weise ihren ganzen Lohn zurückerhalten, ausgenommen deren kleine Ersparnisse".

Der Rückfluß des Geldkapitals, in Form von welchem die Kapitalisten den Lohn dem Arbeiter vorgeschossen haben, zu den Kapitalisten, macht nach Herrn Destutt die zweite Quelle der Bereicherung solcher Kapitalisten aus.

Wenn also die Kapitalistenklasse z. B. 100 Pfd.St. den Arbeitern in Lohn gezahlt und dann dieselben Arbeiter von derselben Kapitalistenklasse <478> Ware zum selben Wert von 100 Pfd.St. kaufen, und daher die Summe von 100 Pfd.St., welche die Kapitalisten als Käufer von Arbeitskraft vorgeschossen, ihnen beim Verkauf von Waren zu 100 Pfd.St. an die Arbeiter zurückfließt, so bereichern sich dadurch die Kapitalisten. Es scheint, vom Standpunkt des gewöhnlichen Menschenverstands, daß die Kapitalisten sich vermittelst dieser Prozedur wieder im Besitz von 100 Pfd.St. befinden, die sie vor der Prozedur besaßen. Bei Beginn der Prozedur besitzen sie 100 Pfd.St. Geld, sie kaufen für diese 100 Pfd.St. Arbeitskraft. Für diese 100 Pfd.St. Geld produziert die gekaufte Arbeit Waren von einem Wert, soviel wir bis jetzt wissen, von 100 Pfd.St. Durch Verkauf der 100 Pfd.St. Waren an die Arbeiter erhalten die Kapitalisten 100 Pfd.St. Geld zurück. Die Kapitalisten besitzen also wieder 100 Pfd.St. Geld, die Arbeiter aber für 100 Pfd.St. Ware, die sie selbst produziert haben. Wie sich die Kapitalisten dabei bereichern sollen, ist nicht abzusehn. Wenn die 100 Pfd.St. Geld ihnen nicht zurückflössen, so hätten sie den Arbeitern erstens 100 Pfd.St. Geld für ihre Arbeit zahlen und zweitens ihnen das Produkt dieser Arbeit, für 100 Pfd.St. Konsumtionsmittel, umsonst geben müssen. Der Rückfluß könnte also höchstens erklären, warum die Kapitalisten durch die Operation nicht ärmer, keineswegs aber, warum sie dadurch reicher geworden.

Die Gesamtkapitalistenklasse bereichert sich nicht am v der Arbeiter. Die Lebensmittelkapitalisten bereichern sich am v der Arbeiter, weil das v der Arbeiter exakt ihrem c+v+m gleicht. Kommt zu dem Mindestlohn in Zukunft auch noch der Mehrlohn hinzu, so bereichern sich die Lebensmittelkapitalisten ebenso mehr, solange der Arbeiter seinen m-Anteil nicht auf die hohe Kante legt, sondern ihn verprasst.

Eine andre Frage ist allerdings, wie die Kapitalisten die 100 Pfd.St. Geld besitzen, und warum die Arbeiter, statt selbst für eigne Rechnung Waren zu produzieren, gezwungen sind, ihre Arbeitskraft gegen diese 100 Pfd.St. auszutauschen. Aber dies ist etwas, was sich für einen Denker vom Kaliber Destutts von selbst versteht.

Destutt ist selbst nicht ganz befriedigt mit dieser Lösung. Er hatte uns ja nicht gesagt, daß man sich dadurch bereichert, daß man eine Geldsumme von 100 Pfd.St. ausgibt und dann eine Geldsumme von 100 Pfd.St. wieder einnimmt, also nicht durch den Rückfluß von 100 Pfd.St. Geld, der ja nur zeigt, warum die 100 Pfd.St. Geld nicht verlorengehn. Er hatte uns gesagt, daß die Kapitalisten sich bereichern,

"indem sie alles, was sie produzieren, teurer verkaufen, als es ihnen zu kaufen gekostet hat".

Also müssen sich auch die Kapitalisten in ihrer Transaktion mit den Arbeitern dadurch bereichern, daß sie denselben zu teuer verkaufen. Vortrefflich!

"Sie zahlen Arbeitslohn ... und alles das fließt ihnen zurück durch die Ausgaben aller dieser Leute, die ihnen" {die Produkte} "teurer bezahlen als sie ihnen" {den Kapitalisten} "vermittelst dieses Arbeitslohns gekostet haben." (p. 240.)

<479> also die Kapitalisten zahlen 100 Pfd.St. Lohn an die Arbeiter, und dann verkaufen sie den Arbeitern ihr eignes Produkt zu 120 Pfd.St., so daß ihnen nicht nur die 100 Pfd.St. zurückfließen, sondern noch 20 Pfd.St. gewonnen werden? Dies ist unmöglich. Die Arbeiter können nur mit dem Geld zahlen, das sie in Form von Arbeitslohn erhalten haben. Wenn sie 100 Pfd.St. Lohn von den Kapitalisten erhalten, können sie nur für 100 Pfd.St. kaufen und nicht für 120 Pfd.St. Also auf diese Weise ginge die Sache nicht. Es gibt aber noch einen andern Weg. Die Arbeiter kaufen von den Kapitalisten Ware für 100 Pfd.St., erhalten aber in der Tat nur Ware zum Wert von 80 Pfd.St. Sie sind daher unbedingt um 20 Pfd.St. geprellt. Und der Kapitalist hat sich unbedingt um 20 Pfd.St. bereichert, weil er die Arbeitskraft tatsächlich 20% unter ihrem Wert gezahlt oder einen Abzug vom nominellen Arbeitslohn zum Belauf von 20% auf einem Umweg gemacht hat.

Die Kapitalistenklasse würde dasselbe Ziel erreichen, wenn sie von vornherein den Arbeitern nur 80 Pfd.St. Lohn zahlte und ihnen hinterher für diese 80 Pfd.St. Geld in der Tat 80 Pfd.St. Warenwert lieferte. Dies scheint - die ganze Klasse betrachtet - der normale Weg, da nach Herrn Destutt selbst die Arbeiterklasse "genügenden Lohn" (p. 219) erhalten muß, da dieser Lohn wenigstens hinreichen muß, um ihre Existenz und Werktätigkeit zu erhalten, "sich die genaueste Subsistenz zu verschaffen". (p. 180.) Erhalten die Arbeiter nicht diese hinreichenden Löhne, so ist dies nach demselben Destutt "der Tod der Industrie" (p. 208), also wie es scheint, kein Bereicherungsmittel für die Kapitalisten. Welches aber immer die Höhe der Löhne sei, welche die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse zahlt, so haben sie einen bestimmten Wert, z. B. 80 Pfd.St. Zahlt also die Kapitalistenklasse 80 Pfd.St. an die Arbeiter, so hat sie ihnen 80 Pfd.St. Warenwert für diese 80 Pfd.St. zu liefern, und der Rückfluß der 80 Pfd.St. bereichert sie nicht. Zahlt sie ihnen in Geld 100 Pfd.St. und verkauft ihnen für 100 Pfd.St. einen Warenwert für 80 Pfd.St., so zahlte sie ihnen in Geld 25% mehr als ihren normalen Lohn und lieferte ihnen dafür in Waren 25% weniger.

Mit andern Worten: der Fonds, woher die Kapitalistenklasse überhaupt ihren Profit zieht, würde gebildet durch Abzug vom normalen Arbeitslohn, durch Zahlung der Arbeitskraft unter ihrem Wert, d.h. unter dem Wert der Lebensmittel, die zu ihrer normalen Reproduktion als Lohnarbeiter notwendig sind. Würde also der normale Arbeitslohn gezahlt, was nach Destutt geschehn soll, so existierte kein Fonds von Profit, weder für die Industriellen noch für die müßigen Kapitalisten.

Herr Destutt hätte also das ganze Geheimnis, wie sich die Kapitalistenklasse bereichert, darauf reduzieren müssen: durch Abzug am Arbeitslohn. <480> Die andern Fonds des Mehrwerts, wovon er sub l und sub 3 spricht, existierten dann nicht.

In allen Ländern also, wo der Geldlohn der Arbeiter reduziert ist auf den Wert der zu ihrer Subsistenz als Klasse nötigen Konsumtionsmittel, existierte kein Konsumtionsfonds und kein Akkumulationsfonds für die Kapitalisten, also auch kein Existenzfonds der Kapitalistenklasse, also auch keine Kapitalistenklasse. Und zwar wäre dies nach Destutt der Fall in allen reichen entwickelten Ländern alter Zivilisation, denn hier

"in unsern altgewurzelten Gesellschaften ist der Fonds, aus dem der Lohn bestritten wird ... eine beinahe konstante Größe". (p. 202.)

Auch beim Abbruch am Lohn kommt die Bereicherung der Kapitalisten nicht daher, daß sie erst dem Arbeiter 100 Pfd.St. in Geld zahlen und ihm nachher 80 Pfd.St. in Waren für diese 100 Pfd.St. Geld liefern - also in der Tat 80 Pfd.St. Ware durch die um 25% zu große Geldsumme von 100 Pfd.St. zirkulieren, sondern daher, daß der Kapitalist vom Produkt des Arbeiters sich außer dem Mehrwert - dem Teil des Produkts, worin sich Mehrwert darstellt - auch noch 25% von dem Teil des Produkts aneignet, das dem Arbeiter in der Form von Arbeitslohn anheimfallen sollte. In der albernen Weise, wie Destutt die Sache auffaßt, würde die Kapitalistenklasse absolut nichts gewinnen. Sie zahlt 100 Pfd.St. für Arbeitslohn und gibt dem Arbeiter für diese 100 Pfd.St. von seinem eignen Produkt 80 Pfd.St. Warenwert zurück. Aber bei der nächsten Operation muß sie wieder für dieselbe Prozedur 100 Pfd.St. vorschießen. Sie macht sich also nur das nutzlose Vergnügen, 100 Pfd.St. Geld vorzuschießen und 80 Pfd.St. Ware dafür zu liefern, statt 80 Pfd.St. Geld vorzuschießen und 80 Pfd.St. Ware dafür zu liefern. D.h. sie schießt beständig nutzlos ein um 25% zu großes Geldkapital für die Zirkulation ihres variablen Kapitals vor, was eine ganz eigentümliche Methode der Bereicherung ist.

3. Die Kapitalistenklasse verkauft endlich

"an die müßigen Kapitalisten, welche sie bezahlen mit dem Teil ihrer Revenue, den sie nicht schon abgegeben haben an die von ihnen direkt beschäftigten Lohnarbeiter; so daß die ganze Rente, welche sie jenen" (den Müßigen) "jährlich zahlt, ihr auf dem einen oder andern dieser Wege wieder zurückfließt".

Wir haben vorher gesehn, daß die industriellen Kapitalisten

"mit einem Teil ihrer Profite den ganzen Teil ihrer Konsumtion, bestimmt zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse, bezahlen".

<481> Gesetzt also, ihre Profite seien = 200 Pfd.St. 100 Pfd.St. z. B. verzehren sie für ihre individuelle Konsumtion. Aber die andre Hälfte = 100 Pfd.St. gehört nicht ihnen, sondern den müßigen Kapitalisten, d.h. den Grundrentlern und den auf Zins leihenden Kapitalisten. Sie haben also 100 Pfd.St. Geld an diese Gesellschaft zu zahlen. Wir wollen nun sagen, von diesem Geld brauchen diese letztren 80 Pfd.St. zu ihrer eignen Konsumtion und 20 Pfd.St. zum Kauf von Bedienten etc. Sie kaufen also mit den 80 Pfd.St. Konsumtionsmittel von den industriellen Kapitalisten. Damit strömen diesen, während sich für 80 Pfd.St. Produkt von ihnen entfernt, 80 Pfd.St. Geld zurück oder 4/5 von den 100 Pfd.St., die sie an die müßigen Kapitalisten unter den Namen Rente, Zins etc. gezahlt haben. Ferner die Bedientenklasse, die direkten Lohnarbeiter der müßigen Kapitalisten, haben von ihren Herrschaften 20 Pfd.St. erhalten. Sie kaufen damit ebenfalls von den industriellen Kapitalisten für 20 Pfd.St. Konsumtionsmittel. Damit strömen diesen, während sich für 20 Pfd.St. Produkt von ihnen entfernt, 20 Pfd.St. Geld zurück oder das letzte Fünftel von den 100 Pfd.St. Geld, die sie an die müßigen Kapitalisten als Rente, Zins etc. gezahlt haben.

Am Ende der Transaktion sind den industriellen Kapitalisten die 100 Pfd.St. Geld, die sie zur Zahlung von Rente, Zins etc. an die müßigen Kapitalisten abgetreten, zurückgeströmt, während die Hälfte ihres Mehrprodukts = 100 Pfd.St. aus ihren Händen in den Konsumtionsfonds der müßigen Kapitalisten übergegangen ist.

Es ist also für die Frage, um die es sich hier handelt, offenbar ganz überflüssig, die Teilung der 100 Pfd.St. zwischen den müßigen Kapitalisten und ihren direkten Lohnarbeitern irgendwie ins Spiel zu bringen. Die Sache ist einfach: Ihre Renten, Zinsen, kurz der Anteil, der ihnen vom Mehrwert = 200 Pfd.St. zukommt, wird ihnen von den industriellen Kapitalisten in Geld gezahlt, in 100 Pfd.St. Mit diesen 100 Pfd.St. kaufen sie direkt oder in direkt Konsumtionsmittel von den industriellen Kapitalisten. Sie zahlen ihnen also zurück 100 Pfd.St. Geld und entziehn ihnen für 100 Pfd.St. Konsumtionsmittel.

Damit hat der Rückfluß der von den industriellen Kapitalisten an die müßigen Kapitalisten gezahlten 100 Pfd.St. Geld stattgefunden. Ist dieser Geldrückfluß, wie Destutt schwärmt, ein Mittel der Bereicherung für die industriellen Kapitalisten? Vor der Transaktion hatten sie eine Wertsumme von 200 Pfd.St.; 100 Pfd.St. in Geld und 100 Pfd.St. in Konsumtionsmitteln. Nach der Transaktion besitzen sie nur die Hälfte der ursprünglichen Wertsumme. Sie haben wieder die 100 Pfd.St. in Geld, aber sie haben verloren die 100 Pfd.St. in Konsumtionsmitteln, die in die Hände <482> der müßigen Kapitalisten übergegangen sind. Sie sind also um 100 Pfd.St. ärmer, statt um 100 Pfd.St. reicher. Hätten sie statt des Umwegs, erst 100 Pfd.St. Geld zu zahlen und dann diese 100 Pfd.St. Geld zurückzuerhalten in Zahlung von 100 Pfd.St. Konsumtionsmittel, direkt Rente, Zins etc. in der Naturalform ihres Produkts gezahlt, so strömten ihnen keine 100 Pfd.St. Geld aus der Zirkulation zurück, weil sie keine 100 Pfd.St. Geld in sie hineingeworfen hätten. Auf dem Weg der Naturalzahlung hätte sich die Sache einfach so dargestellt, daß sie von dem Mehrprodukt zum Wert von 200 Pfd.St. die Hälfte für sich behalten und die andre Hälfte ohne Äquivalent an die müßigen Kapitalisten weggegeben. Selbst Destutt hätte dies nicht für ein Mittel der Bereicherung zu erklären sich versucht fühlen können.

Bei der Weggabe des Mehrwerts an die nicht-müßige Arbeiterklasse wird sich der Rückfluss anders gestalten. Zwar werden auch die Arbeiter mit ihrem Mindestlohn und ihrem Mehrlohn dem Markt Waren entziehen, aber sie werden einen Teil des Mehrlohns nach gesetzlichen Vorgaben an die Kapitalisten abgeben als Äquivalent für die Inbetriebnahme, Wartung und Erweiterung der Produktions- und Verteilungsmittel. Dieses Äquivalent dient den Kapitalisten zur Bereicherung.

Das Land und das Kapital, das die industriellen Kapitalisten von den müßigen Kapitalisten geliehen und wofür sie ihnen einen Teil des Mehrwerts in Form von Grundrente, Zins etc. zu zahlen haben, war ihnen natürlich profitlich, denn es war eine der Bedingungen der Produktion sowohl des Produkts überhaupt, wie des Teils des Produkts, der Mehrprodukt bildet oder worin sich der Mehrwert darstellt. Dieser Profit fließt aus der Benutzung des geliehenen Landes und Kapitals, aber nicht aus dem Preis, der dafür bezahlt wird. Dieser Preis konstituiert vielmehr einen Abzug davon. Oder es müßte behauptet werden, die industriellen Kapitalisten würden nicht reicher, sondern ärmer, wenn sie die andre Hälfte des Mehrwerts für sich selber behalten könnten, statt sie wegzugehen. Aber zu solcher Konfusion führt es, wenn man Zirkulationserscheinungen, wie Geldrückfluß, zusammenwirft mit der Verteilung des Produkts, welche durch solche Zirkulationsphänomene nur vermittelt ist.

Und doch ist derselbe Destutt so pfiffig zu bemerken:

"Woher kommen die Revenuen dieser müßigen Leute? Kommen sie nicht aus der Rente, die ihnen aus ihrem Profit diejenigen zahlen, die die Kapitale der erstern arbeiten machen, d.h. diejenigen, die mit den Fonds der erstern eine Arbeit besolden, die mehr produziert als sie kostet, in einem Worte, die Industriellen? Auf diese muß man also immer zurückgehn, um die Quelle alles Reichtums zu finden. Sie sind es, die in Wirklichkeit die von den erstren beschäftigten Lohnarbeiter ernähren." (p. 246.)

Also jetzt ist die Zahlung dieser Rente etc. Abbruch an dem Profit der Industriellen. Vorhin war es Mittel für sie, sich zu bereichern.

Aber ein Trost ist unserm Destutt doch geblieben. Diese braven Industriellen treiben es mit den müßigen Industriellen wie sie es untereinander und gegen die Arbeiter getrieben haben. Sie verkaufen ihnen alle Waren zu <483> teuer, z. B. um 20%. Nun ist zweierlei möglich. Die Müßigen haben außer den 100 Pfd.St., die sie jährlich von den Industriellen erhalten, noch andre Geldmittel, oder sie haben sie nicht. Im ersten Fall verkaufen die Industriellen ihnen Ware und Werte von 100 Pfd.St. zum Preis sage von 120 Pfd.St. Es strömen ihnen also beim Verkauf ihrer Waren nicht nur 100 Pfd.St. zurück, die sie an die Müßigen gezahlt, sondern außerdem noch 20 Pfd.St., die wirklich Neuwert für sie bilden. Wie steht nun die Rechnung? Sie haben für 100 Pfd.St. Ware umsonst weggegeben, denn die 100 Pfd.St. Geld, womit sie zum Teil bezahlt, waren ihr eignes Geld. Ihre eigne Ware ist ihnen also mit ihrem eignen Geld bezahlt worden. Also 100 Pfd.St. Verlust. Aber sie haben außerdem 20 Pfd.St. für Überschuß des Preises über den Wert erhalten. Also 20 Pfd.St. Gewinn; dazu 100 Pfd.St. Verlust macht 80 Pfd.St. Verlust, wird nie ein Plus, bleibt immer ein Minus. Die an den Müßigen verübte Prellerei hat den Verlust der Industriellen vermindert, aber deswegen nicht Verlust von Reichtum für sie in Bereicherungsmittel verwandelt. Diese Methode kann aber auf die Länge nicht gehn, da die Müßigen unmöglich jährlich 120 Pfd.St. Geld zahlen können, wenn sie jährlich nur 100 Pfd.St. Geld einnehmen.

Also die andre Methode: Die Industriellen verkaufen Waren von 80 Pfd.St. Wert für die 100 Pfd.St. Geld, die sie den Müßigen bezahlt haben. In diesem Fall geben sie vor wie nach 80 Pfd.St. umsonst weg, in der Form von Rente, Zins etc. Durch diese Prellerei haben sie den Tribut an die Müßigen vermindert, aber er existiert nach wie vor, und die Müßigen sind im Stand, nach derselben Theorie, wonach die Preise von dem guten Willen der Verkäufer abhängen, künftig 120 Pfd.St. Rente, Zins etc. für ihr Land und Kapital zu verlangen, statt wie bisher 100 Pfd.St.

Diese glänzende Entwicklung ist ganz des tiefen Denkers würdig, der auf der einen Seite dem A. Smith abschreibt, daß

"Arbeit die Quelle alles Reichtums ist" (p. 242),

daß die industriellen Kapitalisten

"ihr Kapital anwenden, um Arbeit zu bezahlen, die es mit Profit reproduziert" (p.246),

und auf der andern Seite schließt, daß diese industriellen Kapitalisten

"alle übrigen Menschen ernähren, allein das öffentliche Vermögen vermehren und alle unsre Mittel des Genusses schaffen" (p. 242),

daß nicht die Kapitalisten von den Arbeitern, sondern die Arbeiter von den Kapitalisten ernährt werden, und zwar aus dem brillanten Grund, weil das Geld, womit die Arbeiter gezahlt werden, nicht in ihrer Hand bleibt, son- <484> dern beständig zu den Kapitalisten zurückkehrt in Zahlung der von den Arbeitern produzierten Waren.

"Sie empfangen nur mit einer Hand und geben mit der andern zurück. Ihre Konsumtion muß also angesehn werden als erzeugt durch diejenigen, die sie besolden." (p. 235.)

Nach dieser erschöpfenden Darstellung der gesellschaftlichen Reproduktion und Konsumtion, wie sie vermittelt ist durch die Geldzirkulation, fährt Destutt fort:

"Das ist es, was dies perpetuum mobile des Reichtums vervollständigt, eine Bewegung, die, obwohl schlecht verstanden" {mal connu <schlecht verstanden> - sicher!}, "mit Recht Zirkulation genannt worden ist; denn sie ist in der Tat ein Kreislauf und kommt immer zurück zu ihrem Ausgangspunkt. Dieser Punkt ist derjenige, wo die Produktion sich vollzieht." (p. 239, 240.)

Destutt, that very distinguished writer, membre de l'Institut de France et de la Société Philosophique de Philadelphie <dieser ganz ausgezeichnete Schriftsteller, Mitglied des Institut de France und der Philosophischen Gesellschaft von Philadelphia>, und in der Tat gewissermaßen ein Lumen unter den Vulgärökonomen, ersucht den Leser schließlich, die wundervolle Klarheit zu bewundern, womit er den Verlauf des gesellschaftlichen Prozesses dargestellt, den Lichtstrom, den er über den Gegenstand ausgegossen, und ist sogar herablassend genug, dem Leser mitzuteilen, wo all dies Licht herkommt. Dies muß im Original gegeben werden:

"On remarquera, j'espère, combien cette manière de considérer la consommation de nos richesses est concordante avec tout ce que nous avons dit à propos de leur production et de leur distribution, et en même temps quelle clarté elle répand sur toute la marche de la société. D'où viennent cet accord et cette lucidité?De ce que nous avons rencontré la vérité. Cela rappelle l'effet de ces miroirs où les objets se peignent nettement et dans leurs justes proportions, quand on est placé dans leur vrai point-de-vue, et où tout paraît confus et désuni, quand on en est trop près ou trop loin." <"Man wird, hoffe ich, bemerken, wie diese Art, die Konsumtion unsrer Reichtümer zu betrachten, mit allem übereinstimmt, was wir bezüglich ihrer Produktion und ihrer Distribution gesagt haben, und, gleichzeitig, welche Klarheit sie über die ganze Bewegung der Gesellschaft verbreitet. Woher kommen diese Übereinstimmung und diese lichte Erkenntnis? Daher, daß wir die Wahrheit getroffen haben. Das erinnert an die Wirkung jener Spiegel, in denen sich die Gegenstände klar und in ihren richtigen Proportionen abzeichnen, wenn man den richtigen Standpunkt einnimmt, und in denen alles verworren und verzerrt erscheint, wenn man zu nahe oder zu weit entfernt steht.">(p. 242, 243.)

Voilà le crétinisme bourgeois dans toute sa béatitude! <Da sieht man den bürgerlichen Stumpfsinn in seiner ganzen Glückseligkeit!>


Fußnoten

(42) Aus Manuskript II. <=

(43) Aus Manuskript VIII. <=

(44) Im wesentlichen aus Manuskript II. Das Schema aus Manuskript VIII. <=

(45) Von hier an wieder Manuskript VIII. <=

(46) Ad notam für etwaige Anhänger der Rodbertusschen Krisentheorie. F. E. <=

(47) Die Darstellung weicht hier etwas ab von der oben (S. 374 <Siehe vorl. Band S. 399>) gegebnen. Dort warf auch I eine unabhängige Summe von 500 in die Zirkulation. Hier liefert II allein das zuschüssige Geldmaterial für die Zirkulation. Dies ändert jedoch nichts am Schlußergebnis. - F. E. <=

(48) Von hier an aus Manuskript II. <=

(49) Von hier an Manuskript VIII. <=

(50) "Wenn der Wilde Bogen fabriziert, so übt er eine Industrie aus, aber er praktiziert nicht die Abstinenz." (Senior, "Principes fondamentaux de l'Écon. Pol.", trad. Arrivabene, Paris 1836, p. 342, 343.) - "Je mehr die Gesellschaft fortschreitet, desto mehr Abstinenz erfordert sie. (Ibid., p. 342.) - Vergl. "Das Kapital", Buch I, Kap. XXII, 3, p. 619. <Siehe Band 23, S. 623><=

(51) E. B. Tyler, "Forschungen über die Urgeschichte der Menschheit", übersetzt von H. Müller, Leipzig, ohne Datum, S. 240. <=

(52) Die Zahlen stimmen wieder nicht mit der frühern Annahme. Dies ist indes gleichgültig, da es nur auf die Verhältnisse ankommt. - F. E. <=

(53) Ad. Soetbeer, "Edelmetall-Produktion", Gotha 1879, [S. 112] <=

(54) "Eine beträchtliche Menge von Naturgold (gold bullion) ... wird von den Goldgräbern direkt in die Münze von San Francisco gebracht." - "Reports of H. M. Secretaries of Embassy and Legation", 1879, Part III, p.337. <=

(55) Die Untersuchung über den Austausch von neuproduziertem Gold innerhalb des konstanten Kapitals der Abteilung I findet sich im Manuskript nicht. - F. E. <=

(56) Aus Manuskript II. <=