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10. Kapitel. Theorien über fixes und zirkulierendes Kapital. Physiokraten u. A. Smith | Inhalt | 12. Kapitel. Die Arbeitsperiode

Seitenzahlen verweisen auf: Karl Marx - Friedrich Engels - Werke, Band 24, "Das Kapital", Bd. II, 2. Abschnitt, S. 217 - 230 Dietz Verlag, Berlin/DDR 1963

ELFTES KAPITEL Theorien über fixes und zirkulierendes Kapital. Ricardo

<217> Ricardo führt den Unterschied zwischen fixem und zirkulierendem Kapital nur auf, um die Ausnahmen der Wertregel darzustellen, nämlich solche Fälle, wo die Rate des Arbeitslohns auf die Preise wirkt. Darauf kommen wir erst in Buch III zu sprechen. <Siehe Band 25, 11. Kapitel>

Die ursprüngliche Unklarheit zeigt sich aber von vornherein in der gleichgültigen Nebeneinanderstellung:

"Dieser Unterschied im Grad der Dauerhaftigkeit des fixen Kapitals, und dieser Wechsel in den Verhältnissen, worin beide Kapitalarten kombiniert sein können."(25)

Fragen wir nun, welches die beiden Kapitalarten sind, so hören wir:

"Ebenfalls die Verhältnisse, worin das Kapital, das die Arbeit unterhalten soll, und das Kapital, das in Werkzeugen, Maschinerie und Gebäuden ausgelegt ist, verschieden kombiniert sein können."(26)

Also fixes Kapital = Arbeitsmitteln, und zirkulierendes Kapital = Kapital, das in Arbeit ausgelegt ist. Kapital, das die Arbeit unterhalten soll, ist schon ein abgeschmackter, aus A. Smith herübergenommener Ausdruck. Das zirkulierende Kapital wird hier einerseits zusammengeworfen mit dem variablen Kapital, d.h. mit dem in Arbeit ausgelegten Teil des produktiven Kapitals. Andrerseits aber, weil der Gegensatz nicht aus dem Verwertungsprozeß geschöpft ist - konstantes und variables Kapital -, sondern aus dem <218> Zirkulationsprozeß (die alte Smithsche Konfusion), kommen doppelt falsche Bestimmungen heraus.

Erstens: Die Differenzen im Grad der Dauerhaftigkeit des fixen Kapitals und die Verschiedenheiten der Kapitalzusammensetzung aus konstantem und variablem Kapital werden als gleichwertig gefaßt. Der letztre Unterschied aber bestimmt den Unterschied in der Produktion des Mehrwerts; der erste dagegen, soweit der Verwertungsprozeß in Betracht kommt, bezieht sich nur auf die Art und Weise, wie ein gegebner Wert vom Produktionsmittel auf das Produkt übertragen wird; soweit der Zirkulationsprozeß in Betracht kommt, betrifft er nur die Periode der Erneuerung des ausgelegten Kapitals, oder anders betrachtet, die Zeit, für welche es vorgeschossen ist. Wenn man, statt das innere Getriebe des kapitalistischen Produktionsprozesses zu durchschauen, sich auf den Standpunkt der fertigen Phänomene stellt, so fallen diese Unterschiede in der Tat zusammen. Bei der Verteilung des gesellschaftlichen Mehrwerts unter die in verschiednen Betriebszweigen angelegten Kapitale wirken Differenzen in den verschiednen Zeiträumen, wofür Kapital vorgeschossen wird (also z. B. die verschiedne Lebensdauer bei fixem Kapital), und verschiedne organische Zusammensetzungen des Kapitals (also auch die verschiedne Zirkulation von konstantem und variablem Kapital) gleichmäßig mit bei Ausgleichung der allgemeinen Profitrate und bei Verwandlung der Werte in Produktionspreise.

Zweitens: Vom Standpunkt des Zirkulationsprozesses stehn auf der einen Seite die Arbeitsmittel: fixes Kapital, auf der andern Seite Arbeitsmaterial und Arbeitslohn: flüssiges Kapital. Dagegen vom Standpunkt des Arbeits- und Verwertungsprozesses steht auf der einen Seite: Produktionsmittel (Arbeitsmittel und Arbeitsmaterial), konstantes Kapital; auf der andern Seite Arbeitskraft, variables Kapital. Für die organische Zusammensetzung (Buch I, Kap. XXIII, 2, p. 647 <Siehe Band 23, S. 640>) des Kapitals ist es ganz gleichgültig, ob dasselbe Wertquantum konstantes Kapital aus viel Arbeitsmitteln und wenig Arbeitsmaterial oder aus viel Arbeitsmaterial und wenig Arbeitsmitteln besteht, während alles abhängt vom Verhältnis des in Produktionsmitteln ausgelegten zu dem in Arbeitskraft ausgelegten Kapital. Umgekehrt: Vom Standpunkt des Zirkulationsprozesses, des Unterschieds von fixem und zirkulierendem Kapital, ist es ebenso gleichgültig, in welchen Verhältnissen ein gegebnes Wertquantum zirkulierenden Kapitals sich in Arbeitsmaterial und Arbeitslohn teilt. Von dem einen Standpunkt rangiert <219> das Arbeitsmaterial in derselben Kategorie mit den Arbeitsmitteln, im Gegensatz zu dem in Arbeitskraft ausgelegten Kapitalwert. Von dem andern Standpunkt rangiert der in Arbeitskraft ausgelegte Kapitalteil zusammen mit dem in Arbeitsmaterial ausgelegten, im Gegensatz zu dem in Arbeitsmitteln ausgelegten Kapitalteil.

Daher erscheint bei Ricardo der in Arbeitsmaterial (Roh- und Hilfsstoffen) ausgelegte Wertteil des Kapitals auf keiner Seite. Er verschwindet ganz. Er paßt nämlich nicht auf die Seite des fixen Kapitals, weil er in seiner Zirkulationsweise ganz mit dem in Arbeitskraft ausgelegten Kapitalteil zusammenfällt. Und er darf andrerseits nicht auf Seite des zirkulierenden Kapitals gestellt werden, weil damit die von A. Smith übertragne und stillschweigend durchlaufende Gleichstellung des Gegensatzes: fixes und zirkulierendes Kapital, mit dem Gegensatz: konstantes und variables Kapital, sich selbst aufhöbe. Ricardo hat zuviel logischen Instinkt, um das nicht zu fühlen, und daher verschwindet ihm dieser Kapitalteil ganz und gar.

Es ist hier zu bemerken, daß der Kapitalist das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital in verschiednen Terminen, in der Sprachweise der politischen Ökonomie, vorschießt, je nachdem er diesen Lohn z. B. wöchentlich, monatlich oder dreimonatlich zahlt. In der Tat verhält sich die Sache umgekehrt. Der Arbeiter schießt dem Kapitalisten seine Arbeit auf eine Woche, einen Monat, drei Monate vor, je nachdem er wöchentlich, monatlich oder dreimonatlich bezahlt wird. Kaufte der Kapitalist die Arbeitskraft, statt sie zu bezahlen, zahlte er also dem Arbeiter den Arbeitslohn per Tag, Woche, Monat oder drei Monate voraus, so könnte von einem Vorschuß für diese Termine gesprochen werden. Da er aber zahlt, nachdem die Arbeit Tage, Wochen, Monate gedauert hat, statt sie zu kaufen und zu zahlen für den Termin, den sie dauern soll, so ist das Ganze ein kapitalistisches Quidproquo, und der Vorschuß, der dem Kapitalisten vom Arbeiter in Arbeit gegeben wird, wird in einen Vorschuß verwandelt, den der Kapitalist in Geld dem Arbeiter gibt. Es ändert durchaus nichts an der Sache, daß der Kapitalist das Produkt selbst oder dessen Wert - je nach der verschiednen Zeitdauer, die seine Herstellung erfordert, oder auch nach der verschiednen für seine Zirkulation erforderlichen Zeitdauer nur in kurzem oder längern Terminen (zusammen mit dem ihm einverleibten Mehrwert) aus der Zirkulation zurückerhält oder realisiert. Was der Käufer einer Ware mit derselben anfangen will, ist dem Verkäufer durchaus gleichgültig. Der Kapitalist erhält eine Maschine nicht wohlfeiler, weil er ihren ganzen Wert auf einmal vorschießen muß, während ihm derselbe Wert nur allmählich und stückweis aus der Zirkulation zurückströmt; noch zahlt er die Baumwolle <220> deswegen teurer, weil ihr Wert ganz in den Wert des aus ihr verfertigten Produkts eingeht und daher ganz und auf einmal durch den Verkauf des Produkts ersetzt wird.

Der monatliche oder jährliche v+m Kredit des Arbeiters an den Kapitalisten ist die Grundlage des rationalen Kapitalismus.

Kehren wir zu Ricardo zurück.

1. Das Charakteristische des variablen Kapitals ist, daß ein bestimmter, gegebner (also als solcher konstanter) Kapitalteil.

v ist die fixe monatliche Tilgungsrate des Arbeiterkredits, der Mindestlohn, bisher »Lohn« genannt.

eine gegebne Wertsumme (angenommen gleich dem Wert der Arbeitskraft, obgleich es hier gleichgültig ist, ob der Arbeitslohn gleich, größer oder kleiner als der Wert der Arbeitskraft), ausgetauscht wird gegen eine sich verwertende, wertschaffende Kraft - die Arbeitskraft, welche nicht nur ihren vorn Kapitalisten bezahlten Wert reproduziert, sondern zugleich einen Mehrwert produziert, einen vorher nicht vorhandnen und durch kein Äquivalent erkauften Wert. Diese charakteristische Eigenschaft des in Arbeitslohn ausgelegten Kapitalteils, die es als variables Kapital von dem konstanten Kapital toto coelo <in jeder Beziehung> unterscheidet, verschwindet, sobald der in Arbeitslohn ausgelegte Kapitalteil bloß vom Standpunkt des Zirkulationsprozesses betrachtet wird und so als zirkulierendes Kapital erscheint gegenüber dem in Arbeitsmitteln ausgelegten fixen Kapital.

Sobald der Arbeiterkredit als solcher erkannt und anerkannt ist, verschwindet der Mehrwert nicht aus der Zirkulation, weil er der Zins des in die Zirkulation geworfenen Kredits ist.

Es geht dies schon daraus hervor, daß es dann unter einer Rubrik - der des zirkulierenden Kapitals - zusammen mit einem Bestandteil des konstanten Kapitals, dem in Arbeitsmaterial ausgelegten, gegenübergestellt wird einem andern Bestandteil des konstanten Kapitals, dem in Arbeitsmitteln ausgelegten. Vom Mehrwert, also gerade von dem Umstand, der die ausgelegte Wertsumme in Kapital verwandelt, wird dabei ganz abgesehn. Ebenso wird davon abgesehn, daß der Wertteil, den das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital dem Produkt zusetzt, neu produziert (also auch wirklich reproduziert ist), während der Wertteil, den das Rohmaterial dem Produkt zusetzt, nicht neu produziert, nicht wirklich reproduziert, sondern nur im Produktwert erhalten, konserviert ist, und daher als Wertbestandteil des Produkts nur wiedererscheint. Der Unterschied, wie er sich vom Gesichtspunkt des Gegensatzes von flüssigem und fixem Kapital jetzt darstellt, besteht nur darin: der Wert der zur Produktion einer Ware angewandten Arbeitsmittel geht nur teilweis in den Wert der Ware ein und wird daher durch den Verkauf der Ware auch nur teilweis ersetzt, wird daher überhaupt nur stückweis und allmählich ersetzt. Andrerseits: der Wert der zur Produktion einer Ware verwandten Arbeitskraft und Arbeitsgegenstände (Rohstoffe etc.) geht ganz in die Ware ein und wird daher ganz durch ihren Verkauf ersetzt. Insofern stellt sich mit Bezug auf den Zir- <221> kulationsprozeß der eine Teil des Kapitals als fix, der andre als flüssig oder zirkulierend dar. Es handelt sich in beiden Fällen um eine Übertragung gegebner, vorgeschoßner Werte auf das Produkt und um ihren Wiederersatz durch den Verkauf des Produkts. Der Unterschied besteht jetzt nur darin, ob die Wertübertragung, und daher der Wertersatz, stückweis und allmählich oder auf einmal vor sich geht. Damit ist der alles entscheidende Unterschied zwischen variablem und konstantem Kapital ausgelöscht, also das ganze Geheimnis der Mehrwertbildung und der kapitalistischen Produktion, die Umstände, die gewisse Werte und die Dinge, worin sie sich darstellen, in Kapital verwandeln, ausgelöscht. Alle Bestandteile des Kapitals unterscheiden sich nur noch durch die Zirkulationsweise (und die Zirkulation der Ware hat es natürlich nur mit bereits vorhandnen, gegebnen Werten zu tun); und eine besondre Zirkulationsweise ist dem in Arbeitslohn ausgelegten Kapital gemeinsam mit dem in Rohmaterialien, Halbfabrikaten, Hilfsstoffen ausgelegten Kapitalteil im Gegensatz zu dem in Arbeitsmitteln ausgelegten Kapitalteil.

Man begreift daher, warum die bürgerliche politische Ökonomie A. Smiths Konfusion der Kategorien "konstantes und variables Kapital" mit den Kategorien "fixes und zirkulierendes Kapital" instinktmäßig festhielt und kritiklos ein Jahrhundert durch von Generation zu Generation nachplapperte. Der im Arbeitslohn ausgelegte Kapitalteil unterscheidet sich bei ihr gar nicht mehr von dem in Rohstoff ausgelegten Kapitalteil, und unterscheidet sich nur formell - ob er stückweis oder ganz durch das Produkt zirkuliert wird - vom konstanten Kapital. Damit ist die Grundlage für das Verständnis der wirklichen Bewegung der kapitalistischen Produktion, und daher der kapitalistischen Exploitation, mit einem Schlage verschüttet. Es handelt sich nur um das Wiedererscheinen vorgeschoßner Werte.

Bei Ricardo ist die unkritische Aufnahme der Smithschen Konfusion störender, nicht nur als bei den spätem Apologetikern, bei denen die Begriffskonfusion vielmehr das Nichtstörende ist, sondern als bei A. Smith selbst, weil Ricardo im Gegensatz zu diesem konsequenter und schärfer Wert und Mehrwert entwickelt, in der Tat den esoterischen A. Smith gegen den exoterischen A. Smith behauptet.

Bei den Physiokraten findet sich nichts von dieser Konfusion. Der Unterschied zwischen avances annuelles <jährlichen Vorschüssen> und avances primitives <ursprünglichen Vorschüssen> bezieht sich nur auf die verschiednen Reproduktionsperioden der verschiednen <222> Bestandteile des Kapitals, speziell des agrikolen Kapitals; während ihre Ansichten von der Produktion des Mehrwerts einen von diesen Unterscheidungen unabhängigen Teil ihrer Theorie bilden, und zwar das, was sie als Pointe der Theorie herauswenden. Die Bildung des Mehrwerts wird nicht aus dem Kapital als solchem erklärt, sondern nur einer bestimmten Produktionssphäre des Kapitals, der Agrikultur, vindiziert.

2. Das Wesentliche bei der Bestimmung des variablen Kapitals - und daher für die Verwandlung irgendeiner beliebigen Wertsumme in Kapital - ist, daß der Kapitalist eine bestimmte, gegebne (und in diesem Sinn konstante) Wertgröße austauscht gegen wertschöpferische Kraft; eine Wertgröße gegen Wertproduktion, Selbstverwertung. Ob der Kapitalist den Arbeiter in Geld oder in Lebensmitteln zahlt, ändert an dieser wesentlichen Bestimmung nichts. Es ändert nur die Existenzweise des von ihm vorgeschoßnen Werts, der das eine Mal in der Form von Geld existiert, womit der Arbeiter sich selbst auf dem Markt seine Lebensmittel kauft, das andre Mal in der Form von Lebensmitteln, die er direkt verzehrt. Die entwickelte kapitalistische Produktion unterstellt in der Tat, daß der Arbeiter in Geld gezahlt wird, wie sie überhaupt den durch den Zirkulationsprozeß vermittelten Produktionsprozeß, also die Geldwirtschaft, unterstellt. Aber die Schöpfung des Mehrwerts - daher die Kapitalisierung der vorgeschoßnen Wertsumme - entspringt weder aus der Geldform noch aus der Naturalform des Arbeitslohns oder des im Ankauf der Arbeitskraft ausgelegten Kapitals. Sie entspringt aus dem Austausch von Wert gegen wertschaffende Kraft, aus der Umsetzung einer konstanten in eine variable Größe.

Der Austausch von Leihsumme und Kreditbetrag mit Zins.

- Die größre oder geringre Fixität der Arbeitsmittel hängt ab von dem Grad ihrer Dauerhaftigkeit, also von einer physischen Eigenschaft. Je nach dem Grad ihrer Dauerhaftigkeit werden sie, unter sonst gleichbleibenden Umständen, rascher oder langsamer verschleißen, also länger oder kürzer als fixes Kapital fungieren. Aber es ist keineswegs bloß diese physische Eigenschaft der Dauerhaftigkeit, infolge deren sie als fixes Kapital fungieren. Der Rohstoff in Metallfabriken ist ebenso dauerhaft wie die Maschinen, womit fabriziert wird, und dauerhafter als manche Bestandteile dieser Maschinen, Leder, Holz etc. Nichtsdestoweniger bildet das als Rohstoff dienende Metall einen Teil des zirkulierenden Kapitals, und das vielleicht aus demselben Metall aufgebaute, fungierende Arbeitsmittel einen Teil des fixen Kapitals. Es ist also nicht die stoffliche physische Natur, nicht seine größre oder geringre Vergänglichkeit, wodurch dasselbe Metall das eine Mal der Rubrik des fixen und das andre Mal der Rubrik des zirkulierenden Kapitals untergeordnet wird. Dieser Unterschied entspringt vielmehr aus <223> der Rolle, die es im Produktionsprozeß spielt, das eine Mal als Arbeitsgegenstand, das andre Mal als Arbeitsmittel.

Die Funktion des Arbeitsmittels im Produktionsprozeß erheischt im Durchschnitt, daß es während längrer oder kürzrer Periode stets von neuem in wiederholten Arbeitsprozessen dient. Durch seine Funktion ist daher eine größre oder geringre Dauerhaftigkeit seines Stoffs vorgeschrieben. Aber die Dauerhaftigkeit des Stoffs, aus dem es gemacht wird, macht es nicht an und für sich zum fixen Kapital. Derselbe Stoff, wenn Rohmaterial, wird zirkulierendes Kapital, und bei den Ökonomen, die den Unterschied von Warenkapital und produktivem Kapital mit dem Unterschied von zirkulierendem und fixem Kapital verwechseln, ist derselbe Stoff, dieselbe Maschine, zirkulierendes Kapital als Produkt, fixes Kapital als Arbeitsmittel.

Obgleich nun nicht der dauerhafte Stoff, aus dem das Arbeitsmittel gemacht ist, es zum fixen Kapital macht, so erheischt doch seine Rolle als Arbeitsmittel, daß es aus einem relativ dauerhaften Material bestehe. Die Dauerhaftigkeit seines Stoffs ist also eine Bedingung seiner Funktion als Arbeitsmittel, daher auch materielle Grundlage der Zirkulationsweise, die es zum Kapital macht. Unter sonst gleichbleibenden Umständen drückt die größre oder geringre Vergänglichkeit seines Stoffs ihm in niedrigrem oder höherem Grad den Stempel der Fixität auf, ist also sehr wesentlich verwachsen mit seiner Qualität als fixes Kapital.

Wird der in Arbeitskraft ausgelegte Kapitalteil nun ausschließlich unter dem Gesichtspunkt von zirkulierendem Kapital betrachtet, also im Gegensatz zum fixen Kapital; werden daher auch die Unterschiede von konstantem und variablem Kapital mit den Unterschieden von fixem und zirkulierendem Kapital zusammengeworfen, so ist es natürlich, wie die stoffliche Realität des Arbeitsmittels eine wesentliche Grundlage seines Charakters als fixes Kapital bildet, so nun im Gegensatz zu demselben aus der stofflichen Realität des in Arbeitskraft ausgelegten Kapitals seinen Charakter als zirkulierendes Kapital herzuleiten, und dann wieder das zirkulierende Kapital zu bestimmen durch die stoffliche Realität des variablen Kapitals.

Der wirkliche Stoff des in Arbeitslohn ausgelegten Kapitals ist die Arbeit selbst, die sich betätigende, wertschaffende Arbeitskraft, lebendige Arbeit, die der Kapitalist gegen tote, vergegenständlichte Arbeit austauscht und seinem Kapital einverleibt hat, wodurch erst der in seiner Hand befindliche Wert sich in einen sich selbst verwertenden Wert verwandelt. Aber diese Selbstverwertungskraft verkauft der Kapitalist nicht. Sie bildet stets nur Bestandteil seines produktiven Kapitals, wie seine Arbeitsmittel, nie seines <224> Warenkapitals, wie z. B. das fertige Produkt, das er verkauft. Innerhalb des Produktionsprozesses, als Bestandteile des produktiven Kapitals, stehn die Arbeitsmittel der Arbeitskraft nicht als fixes Kapital gegenüber, ebensowenig wie Arbeitsmaterial und Hilfsstoffe als zirkulierendes Kapital mit ihr zusammenfallen; beiden steht die Arbeitskraft als persönlicher Faktor gegenüber, während jene die sachlichen Faktoren sind - dies vom Standpunkt des Arbeitsprozesses. Beide stehn der Arbeitskraft, dem variablen Kapital als konstantes Kapital gegenüber - dies vom Standpunkt des Verwertungsprozesses. Oder, wenn hier von einer stofflichen Verschiedenheit, soweit sie auf den Zirkulationsprozeß einwirkt, die Rede sein soll, ist es nur diese: aus der Natur des Werts, der nichts ist als vergegenständlichte Arbeit, und aus der Natur der sich betätigenden Arbeitskraft, die nichts ist als sich vergegenständlichende Arbeit, folgt, daß die Arbeitskraft während ihrer Funktionsdauer beständig Wert und Mehrwert schafft, daß das, was auf ihrer Seite sich als Bewegung, als Wertschöpfung, sich auf Seite ihres Produkts in ruhender Form, als geschaffner Wert darstellt. Hat die Arbeitskraft gewirkt, so besteht das Kapital nicht länger aus Arbeitskraft auf der einen Seite, aus Produktionsmitteln auf der andern. Der Kapitalwert, der in Arbeitskraft ausgelegt war, ist jetzt Wert, der (+ Mehrwert) dem Produkt zugesetzt worden. Um den Prozeß zu wiederholen, muß das Produkt verkauft und mit dem aus ihm gelösten Geld beständig von neuem die Arbeitskraft gekauft und dem produktiven Kapital einverleibt werden. Dies gibt dann dem in Arbeitskraft ausgelegten Kapitalteil, ebenso wie dem in Arbeitsmaterial usw. ausgelegten, den Charakter von zirkulierendem Kapital im Gegensatz zu dem in den Arbeitsmitteln fixiert bleibenden Kapital.

In I. G - II. P - III. W zirkulieren Äquivalente, weil der Arbeiter in I. G den Kredit v+m vorschießt, der in II. P in natura und in III. W in Geld aktualisiert wird.

Wird dagegen die sekundäre und ihm mit einem Teil des konstanten Kapitals (den Roh- und Hilfsstoffen) gemeinsame Bestimmung des zirkulierenden Kapitals zur wesentlichen Bestimmung des in Arbeitskraft aus gelegten Kapitalteils gemacht - nämlich daß der in ihm ausgelegte Wert sich ganz auf das Produkt überträgt, in dessen Produktion es konsumiert wird, und nicht allmählich und stückweis, wie beim fixen Kapital, daß er daher auch ganz durch den Verkauf des Produkts ersetzt werden muß -, so muß auch der in Arbeitslohn ausgelegte Kapitalteil stofflich nicht aus sich betätigender Arbeitskraft bestehn, sondern aus den stofflichen Elementen, die der Arbeiter mit seinem Lohn kauft, also aus dem Teil des gesellschaftlichen Warenkapitals, der in den Konsum des Arbeiters eingeht - aus Lebensmitteln. Das fixe Kapital besteht dann aus den langsamer vergänglichen und daher langsamer zu ersetzenden Arbeitsmitteln, das in Arbeitskraft ausgelegte Kapital aus den rascher zu ersetzenden Lebensmitteln.

Also nur wenn Vorschuss=Vorschuss zum fixen und variablen Kapital gesagt wird, kann sich der Irrtum einschleichen, dass der Wert der Arbeitskraft gleich dem der zu ihrer Reproduktion erforderlichen Lebensmittel sei.

<225> Die Grenzen der raschern oder langsamem Vergänglichkeit verwischen sich jedoch.

"Die Nahrung und Kleidung, die der Arbeiter konsumiert, die Gebäude, worin er arbeitet, die Werkzeuge, die bei seiner Arbeit mitwirken, sind alle vergänglicher Natur. Es besteht aber ein gewaltiger Unterschied in der Zeit, während welcher diese verschiednen Kapitale vorhalten; eine Dampfmaschine dauert länger als ein Schiff, ein Schiff länger als die Kleidung des Arbeiters, die Kleidung des Arbeiters wieder länger als die Nahrung, die er verzehrt."(27)

Wobei Ricardo vergißt das Haus, worin der Arbeiter wohnt, seine Möbel, seine Konsumtionswerkzeuge, wie Messer, Gabeln, Gefäße etc., die alle denselben Charakter der Dauerhaftigkeit besitzen, wie die Arbeitsmittel. Dieselben Dinge, dieselben Klassen von Dingen erscheinen hier als Konsumtionsmittel, dort als Arbeitsmittel.

Der Unterschied, wie Ricardo ihn ausspricht, ist dieser:

"Je nachdem Kapital rasch vergänglich ist und oft reproduziert werden muß, oder je nachdem es langsam konsumiert wird, klassifiziert man es unter das zirkulierende oder unter das fixe Kapital."(28)

Dazu macht er die Note:

"Eine unwesentliche Einteilung, in welcher zudem die Scheidelinie nicht genau gezogen werden kann."(29)

So sind wir wieder glücklich bei den Physiokraten angekommen, wo der Unterschied zwischen avances annuelles und avances primitives ein Unterschied war in der Zeit der Konsumtion und daher auch in der verschiednen Reproduktionszeit des angewandten Kapitals. Nur, was bei ihnen ein für die gesellschaftliche Produktion wichtiges Phänomen ausdrückt und im Tableau économique auch im Zusammenhang mit dem Zirkulationsprozeß <226> dargestellt ist, wird hier zu einer subjektiven, und wie Ricardo selbst sagt, überflüssigen Unterscheidung.

Sobald der in Arbeit ausgelegte Kapitalteil sich nur durch seine Reproduktionsperiode und daher seinen Zirkulationstermin von dem in Arbeitsmitteln ausgelegten Kapitalteil unterscheidet, sobald der eine Teil aus Lebensmitteln besteht, wie der andre aus Arbeitsmitteln, so daß die erstern sich von den letztern <1. und 2. Auflage: letztern sich von den erstern> nur durch raschern Grad der Vergänglichkeit unterscheiden, wie erstere ja selbst verschiedne Grade der Vergänglichkeit besitzen - ist natürlich alle differentia spezifica <jeder kennzeichnende Unterschied> zwischen dem in Arbeitskraft und dem in Produktionsmitteln ausgelegten Kapital ausgelöscht.

Dies widerspricht ganz Ricardos Lehre vom Wert, sowie seiner Profittheorie, die tatsächlich Mehrwerttheorie ist. Er betrachtet überhaupt den Unterschied von fixem und zirkulierendem Kapital nur insoweit verschiedne Proportionen von beiden, bei gleich großen Kapitalen, in verschiednen Geschäftszweigen, das Gesetz des Werts beeinflussen, und zwar, inwieweit eine Erhöhung oder Senkung des Arbeitslohns infolge dieser Umstände die Preise affiziert. Doch selbst innerhalb dieser beschränkten Untersuchung begeht er, infolge der Verwechslung von fixem und zirkulierendem Kapital mit konstantem und variablem, die größten Irrtümer und geht in der Tat von einer ganz falschen Basis der Untersuchung aus. Es werden also 1., so weit der in Arbeitskraft ausgelegte Wertteil des Kapitals unter die Rubrik des zirkulierenden Kapitals zu subsumieren ist, die Bestimmungen des zirkulierenden Kapitals selbst falsch entwickelt und speziell die Umstände, die den in Arbeit ausgelegten Kapitalteil unter diese Rubrik subsumieren. 2. Es findet Verwechslung statt zwischen der Bestimmung, wonach der in Arbeit ausgelegte Kapitalteil variabel, und derjenigen, wonach er zirkulierend im Gegensatz zum fixen Kapital ist.

Es ist von vornherein klar, daß die Bestimmung des in Arbeitskraft ausgelegten Kapitals als zirkulierend oder flüssig eine sekundäre Bestimmung ist, worin seine differentia specifica im Produktionsprozeß ausgelöscht ist; denn in dieser Bestimmung sind einerseits die in Arbeit und die in Rohstoffen etc. ausgelegten Kapitale gleichwertig; eine Rubrik, die einen Teil des konstanten Kapitals identifiziert mit dem variablen Kapital, hat es nicht mit der differentia specifica des variablen Kapitals im Gegensatz zum konstanten zu tun. Andrerseits werden zwar die in Arbeit und die in Arbeitsmitteln ausgelegten Kapitalteile einander entgegengesetzt, aber keineswegs mit Bezug darauf, daß sie in ganz verschiedner Weise in die Produktion <227> des Werts eingehn, sondern mit Bezug darauf, daß von beiden ihr gegebner Wert auf das Produkt übertragen wird, nur in verschiednen Zeiträumen.

Es handelt sich in allen diesen Fällen darum, wie ein gegebner Wert, der im Produktionsprozeß der Ware ausgelegt wird, sei es Arbeitslohn, Preis des Rohstoffs oder Preis der Arbeitsmittel, auf das Produkt übertragen, daher durch das Produkt zirkuliert und durch seinen Verkauf zu seinem Ausgangspunkt zurückgeführt oder ersetzt wird. Der einzige Unterschied besteht hier in dem "wie", in der besondren Art und Weise der Übertragung und daher auch der Zirkulation dieses Werts.

Ob der in jedem Fall kontraktlich vorher bestimmte Preis der Arbeitskraft in Geld oder Lebensmitteln gezahlt wird, ändert nichts an seinem Charakter, ein bestimmter gegebner Preis zu sein. Indes ist bei dem in Geld gezahlten Arbeitslohn evident, daß nicht das Geld selbst in den Produktionsprozeß eingeht, in derselben Weise, wie nicht nur der Wert, sondern auch der Stoff der Produktionsmittel in den Produktionsprozeß eingeht. Werden dagegen die Lebensmittel, die der Arbeiter mit seinem Lohn kauft, direkt als stoffliche Gestalt des zirkulierenden Kapitals mit den Rohstoffen etc. unter eine Rubrik und den Arbeitsmitteln entgegen gestellt, so gibt dies der Sache einen andern Schein. Wenn der Wert dieser Dinge, der Produktionsmittel, im Arbeitsprozeß auf das Produkt übertragen wird, so erscheint der Wert jener andern Dinge, der Lebensmittel, in der Arbeitskraft, die sie verzehrt, wieder und wird durch Betätigung derselben ebenfalls auf das Produkt übertragen. Es handelt sich in allem diesem gleichmäßig um das bloße Wiedererscheinen der während der Produktion vorgeschoßnen Werte im Produkt. (Die Physiokraten nahmen dies ernsthaft und leugneten daher, daß die industrielle Arbeit Mehrwert schaffe.) So in der bereits zitierten Stelle <Siehe Band 23, S. 222> von Wayland:

"Es kommt nicht darauf an, in welcher Form das Kapital wieder erscheint ... die verschiednen Arten der Nahrung, Kleidung und Wohnung, die für das Dasein und Wohlbefinden des Menschen nötig sind, werden auch verändert. Sie werden im Lauf der Zeit verzehrt, und ihr Wert erscheint wieder etc." ("Elements of Pol. Econ.", p. 31, 32.)

Die der Produktion in Gestalt von Produktionsmitteln und Lebensmitteln vorgeschoßnen Kapitalwerte erscheinen hier gleichmäßig im Wert des Produkts wieder. Damit ist denn die Verwandlung des kapitalistischen Produktionsprozesses in ein vollständiges Mysterium glücklich vollbracht und <228> der Ursprung des im Produkt vorhandnen Mehrwerts gänzlich dem Blick entrückt.

Ferner vollendet sich damit der der bürgerlichen Ökonomie eigentümliche Fetischismus, der den gesellschaftlichen, ökonomischen Charakter, welchen Dinge im gesellschaftlichen Produktionsprozeß aufgeprägt erhalten, in einen natürlichen, aus der stofflichen Natur dieser Dinge entspringenden Charakter verwandelt. z. B. Arbeitsmittel sind fixes Kapital - eine scholastische Bestimmung, die zu Widersprüchen und Konfusion führt. Ganz wie beim Arbeitsprozeß (Buch I, Kap. V) nachgewiesen wurde, daß es ganz von der jedesmaligen Rolle abhängt, welche die gegenständlichen Bestandteile in einem bestimmten Arbeitsprozeß spielen, von ihrer Funktion, ob sie als Arbeitsmittel, Arbeitsmaterial oder Produkt fungieren, - ganz ebenso sind Arbeitsmittel nur da fixes Kapital, wo der Produktionsprozeß überhaupt kapitalistischer Produktionsprozeß und daher die Produktionsmittel überhaupt Kapital sind, die ökonomische Bestimmtheit, den gesellschaftlichen Charakter von Kapital besitzen; und zweitens sind sie fixes Kapital nur, wenn sie ihren Wert in einer besondern Weise auf das Produkt übertragen. Wenn nicht, bleiben sie Arbeitsmittel, ohne fixes Kapital zu sein. Ebenso Hilfsstoffe, wie Dünger, wenn sie in derselben besondern Art Wert abgeben, wie der größte Teil der Arbeitsmittel, werden fixes Kapital, obgleich sie keine Arbeitsmittel sind. Es handelt sich hier nicht um Definitionen, unter welchen die Dinge subsumiert werden. Es handelt sich um bestimmte Funktionen, welche in bestimmten Kategorien ausgedrückt werden.

Gilt es für eine den Lebensmitteln an sich, unter allen Umständen zukommende Eigenschaft, in Arbeitslohn ausgelegtes Kapital zu sein, so wird es auch Charakter dieses "zirkulierenden" Kapitals, "die Arbeit zu erhalten", to support labour {Ricardo, p. 25}. Wären die Lebensmittel nicht "Kapital", so würden sie also nicht die Arbeitskraft erhalten; während ihr Kapitalcharakter ihnen gerade die Eigenschaft gibt, das Kapital zu erhalten durch fremde Arbeit.

Sind Lebensmittel an sich zirkulierendes Kapital - nachdem dieses verwandelt in Arbeitslohn -, so ergibt sich ferner, daß die Größe des Arbeitslohns abhängt von dem Verhältnis der Arbeiterzahl zu der gegebnen Masse des zirkulierenden Kapitals - ein beliebter ökonomischer Satz -, während in der Tat die Masse der Lebensmittel, die der Arbeiter dem Markt entzieht, und die Masse der Lebensmittel, worüber der Kapitalist zu seinem Konsum verfügt, abhängt vom Verhältnis des Mehrwerts zum Preis der Arbeit.

<229> Ricardo, wie Barton (29a), verwechselt überall das Verhältnis des variablen Kapitals zum konstanten mit dem Verhältnis des zirkulierenden Kapitals zum fixen. Wir werden später <Siehe Band 25, 1. bis 3. Kapitel> sehn, wie dies seine Untersuchung über die Profitrate verfälscht.

Ricardo setzt ferner die Unterschiede, die im Umschlag aus andren Gründen entspringen als aus dem Unterschied von fixem und zirkulierendem Kapital, mit diesem gleich:

"Es ist ferner zu bemerken, daß das zirkulierende Kapital in sehr ungleichen Zeiträumen zirkulieren oder seinem Anwender zurückfließen kann. Der von einem Pächter zur Aussaat gekaufte Weizen ist ein fixes Kapital verglichen mit dem von einem Bäcker zur Verwandlung in Brot gekauften Weizen. Der eine läßt ihn im Boden, und kann erst nach einem Jahr einen Rückfluß erhalten, der andre kann ihn zu Mehl vermahlen lassen und als Brot an seine Kunden verkaufen, so daß er innerhalb einer Woche sein Kapital wieder frei hat, um dieselbe Operation von neuem oder irgendeine andre damit zu beginnen."(30)

Hier ist charakteristisch, daß Weizen, obgleich er als Saatkorn, nicht als Lebensmittel, sondern als Rohmaterial dient, erstens zirkulierendes Kapital ist, weil an sich Lebensmittel, und zweitens fixes Kapital, weil sein Rückfluß sich über ein Jahr erstreckt. Es ist aber nicht nur der langsamere oder schnellere Rückfluß, der ein Produktionsmittel zu fixem Kapital macht, sondern die bestimmte Art und Weise der Wertabgabe an das Produkt.

Die von A. Smith angerichtete Konfusion hat zu folgenden Resultaten geführt:

1. Der Unterschied zwischen fixem und flüssigem Kapital wird verwechselt mit dem Unterschied von produktivem Kapital und Warenkapital. So ist z. B. dieselbe Maschine zirkulierendes Kapital, wenn sie sich als Ware auf dem Markt befindet, und fixes Kapital, wenn sie dem Produktionsprozeß <230> einverleibt ist. Dabei ist absolut nicht abzusehn, warum eine bestimmte Art Kapital mehr fix oder mehr zirkulierend sein soll als die andre.

2. Alles zirkulierende Kapital wird identifiziert mit in Arbeitslohn ausgelegtem oder auszulegendem Kapital. So bei J. St. Mill u.a.

3. Der Unterschied zwischen variablem und konstantem Kapital, der schon bei Barton, Ricardo u.a. mit dem von zirkulierendem und fixem verwechselt, wird endlich ganz auf diesen reduziert, wie z. B. bei Ramsay, wo alle Produktionsmittel, Rohstoffe etc. sowohl wie Arbeitsmittel, fixes Kapital und nur das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital zirkulierendes Kapital ist. Weil aber die Reduktion in dieser Form geschieht, wird der wirkliche Unterschied von konstantem und variablem Kapital nicht begriffen.

4. Bei den neuesten englischen, besonders schottischen Ökonomen, die alles vom unsäglich bornierten Standpunkt des Bankierkommis betrachten, wie Macleod, Patterson u.a., verwandelt sich der Unterschied von fixem und zirkulierendem Kapital in den von money at call und money not at call (Depositengeld, das ohne Kündigung oder nur nach vorheriger Kündigung zurückgezogen werden kann).


Fußnoten

(25) "This difference in the degree of durability of fixed capital, and this variety in the proportions in which the two sorts of capital may be combined." - "Principles", p. 25. <=

(26) "The proportions, too, in which the capital that is to support labour, and the capital that is invested in tools, machinery, and buildings, may be variously combined." - l.c. <=

(27) "The food and clothing consumed by the labourer, the buildings in which he works, the implements with which his labour is assisted, are all of a perishable nature. There is, however, a vast difference in the time for which these different capitals will endure: a steam-engine will last longer than a ship, a ship than the clothing of the labourer, and the clothing of the labourer longer than the food which he consumes." - Ricardo, etc., p. 26. <=

(28) "According as capital is rapidly perishable and requires to be frequently reproduced, or is of slow consumption, it is classed under the heads of circulating, or fixed capital." <=

(29) "A division not essential, and in which the line of demarcation cannot be accurately drawn." <=

(29a) "Observations on the Circumstances which influence the Condition of the labouring Classes of Society." London 1817. Eine einschlägige Stelle ist zitiert Buch I, S. 655 <Siehe Band 23, S. 660>, Note 79. <=

(30) "It is also to be observed that the circulating capital may circulate, or be returned to its employer, in very unequal times. The wheat bought by a farmer to sow is comparatively a fixed capital to the wheat purchased by a baker to make into loaves. The one leaves it in the ground, and can obtain no return for a year; the other can get it ground into flour, sell it as bread to his customers, and have his capital free, to renew the same, or commence any other employment in a week." (p. 26, 27.) <=