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9. Kapitel. Der Gesamtumschlag des vorgeschoßnen Kapitals. Umschlagszyklen | Inhalt | 11. Kapitel. Theorien über fixes und zirkulierendes Kapital. Ricardo

Seitenzahlen verweisen auf: Karl Marx - Friedrich Engels - Werke, Band 24, "Das Kapital", Bd. II, 2. Abschnitt, S. 189 - 216 Dietz Verlag, Berlin/DDR 1963

ZEHNTES KAPITEL Theorien über fixes und zirkulierendes Kapital. Die Physiokraten und Adam Smith

<189> Bei Quesnay erscheint der Unterschied von fixem und zirkulierendem Kapital als avances primitives <ursprüngliche Vorschüsse> und avances annuelles <jährliche Vorschüsse>. Er stellt diesen Unterschied richtig dar als Unterschied innerhalb des produktiven, dem unmittelbaren Produktionsprozeß einverleibten Kapitals. Da ihm das in der Agrikultur angewandte Kapital, also das Kapital des Pächters, als das einzig wirklich produktive gilt, so ergeben sich diese Unterschiede auch nur für das Kapital des Pächters. Hieraus ergibt sich auch die jährliche Umschlagszeit des einen Teils des Kapitals und die mehr als jährliche (zehnjährige) des andern. Beiläufig übertragen die Physiokraten im Lauf der Entwicklung diese Unterschiede auch auf andre Sorten Kapital, auf das industrielle Kapital überhaupt. Für die Gesellschaft bleibt der Unterschied zwischen jährlichen und mehrjährigen Vorschüssen so wichtig, daß viele Ökonomen, selbst nach A. Smith, zu dieser Bestimmung zurückkehren.

Der Unterschied zwischen beiden Arten von Vorschüssen entsteht erst, sobald vorgeschoßnes Geld in die Elemente des produktiven Kapitals verwandelt ist. Es ist ein Unterschied einzig und allein innerhalb des produktiven Kapitals. Es fällt Quesnay daher nicht ein, das Geld, sei es zu den ursprünglichen, sei es zu den jährlichen Vorschüssen zu rechnen. Als Vorschüsse der Produktion - d.h. als produktives Kapital - stehn sie beide sowohl dem Geld wie den auf dem Markt befindlichen Waren gegenüber. Ferner reduziert sich der Unterschied dieser beiden Elemente des produktiven Kapitals bei Quesnay richtig auf die verschiedne Weise, worin sie in den Wert des fertigen Produkts eingehn, daher auf die verschiedne Weise, worin ihr Wert mit dem Produktenwert zirkuliert wird, und daher die verschiedne Weise ihres Ersatzes oder ihrer Reproduktion, indem der Wert <190> des einen jährlich ganz, der des andren in längern Perioden stückweis ersetzt wird. (23)

Der einzige Fortschritt, den A. Smith macht, ist die Verallgemeinerung der Kategorien. Sie bezieht sich bei ihm nicht mehr auf eine spezielle Form des Kapitals, das Pächterkapital, sondern auf jede Form des produktiven Kapitals. Es folgt daher von selbst, daß an die Stelle des der Agrikultur entnommenen Unterschieds zwischen jährlichem und mehrjährigem Umschlag, der allgemeine Unterschied verschiedenzeitigen Umschlags tritt, so daß ein Umschlag des fixen Kapitals stets mehr als einen Umschlag des zirkulierenden Kapitals umfaßt, welches immer die Zeitdauer dieser Umschläge des zirkulierenden Kapitals sei, jährlich, mehr als jährlich oder weniger als jährlich. So verwandeln sich bei Smith die avances annuelles in zirkulierendes und die avances primitives in fixes Kapital. Auf diese Verallgemeinerung der Kategorien beschränkt sich aber sein Fortschritt. Die Ausführung fällt weit hinter Quesnay zurück.

Gleich die roh empirische Art, wie Smith die Untersuchung eröffnet, leitet die Unklarheit ein:

"There are two different ways in which a capital may be employed so as to yield a revenue or profit to its employer." <"Es gibt zwei verschiedene Arten, worin ein Kapital angelegt werden kann, um seinem Besitzer ein Einkommen oder einen Profit abzuwerfen."> ("Wealth of Nations", Book II, chap. I, p. 185. Edit. Aberdeen 1848.)

<191> Die Arten, worin Wert angelegt werden kann, um als Kapital zu fungieren, um seinem Eigner einen Mehrwert abzuwerfen, sind ebenso verschieden, ebenso mannigfach wie die Anlagesphären des Kapitals. Es ist eine Frage nach den verschiednen Produktionszweigen, worin Kapital angelegt werden kann. Die Frage, so formuliert, geht noch weiter. Sie schließt die Frage ein, wie Wert, auch wenn er nicht als produktives Kapital angelegt wird, als Kapital für seinen Eigner fungieren kann, z. B. als zinstragendes Kapital, Kaufmannskapital usw. Hier sind wir also schon himmelweit entfernt von dem wirklichen Gegenstand der Analyse, nämlich von der Frage: wie die Teilung des produktiven Kapitals in seine verschiednen Elemente, abgesehn von ihrer verschiednen Anlagesphäre, auf ihren Umschlag wirkt.

A. Smith fährt dann gleich fort:

"First, it may be employed in raising, manufacturing, or purchasing goods, and selling them again with a profit." <"Erstens kann es angelegt werden, um Güter zu züchten, zu fabrizieren oder zu kaufen, und sie mit einem Profit wieder zu verkaufen.">

A. Smith sagt uns hier nichts, als daß Kapital angewandt werden kann in der Agrikultur, der Manufaktur und dem Handel. Er spricht also nur von den verschiednen Anlagesphären des Kapitals und auch von solchen, worin, wie im Handel, das Kapital nicht dem unmittelbaren Produktionsprozeß einverleibt ist, also nicht als produktives Kapital fungiert. Damit verläßt er schon die Grundlage, worauf die Physiokraten die Unterschiede des produktiven Kapitals und ihren Einfluß auf den Umschlag darstellen. Ja, er nimmt sofort auch das Kaufmannskapital als Beispiel in einer Frage, wo es sich ausschließlich um Differenzen des produktiven Kapitals im Produkt- und Wertbildungsprozeß handelt, die selbst wieder Differenzen in seinem Umschlag und seiner Reproduktion erzeugen.

Er fährt fort:

"The capital employed in this manner yields no revenue or profit to its employer while it either remains in his possession or continues in the same shape." <"Das auf diese Weise angelegte Kapital wirft seinem Besitzer weder Einkommen noch Profit ab, solange es entweder in seinem Besitz bleibt oder die gleiche Gestalt behält.">

The capital employed in this manner! Aber Smith spricht von Kapital, das in der Agrikultur, in der Industrie angelegt ist, und er sagt uns später, daß das so angelegte Kapital in fixes und zirkulierendes zerfällt! Die Anlage des Kapitals in dieser Art kann also das Kapital weder zu fixem noch zu zirkulierendem machen.

<192> Oder meinte er, daß Kapital, angewandt, um Waren zu produzieren und diese Waren mit einem Profit zu verkaufen, nach seiner Verwandlung in Waren verkauft werden und durch den Verkauf erstens aus dem Besitz des Verkäufers in den des Käufers übergehn, zweitens aus seiner Naturalform als Ware in seine Geldform sich umsetzen muß, und daher dem Besitzer unnütz ist, solange es entweder in seinem Besitz oder - für ihn - in derselben Form bleibt? Aber dann kommt die Sache darauf hinaus: Derselbe Kapitalwert, der früher in der Form des produktiven Kapitals fungierte, in einer dem Produktionsprozeß angehörigen Form, fungiert jetzt als Warenkapital und Geldkapital, in seinen dem Zirkulationsprozeß angehörigen Formen, ist also weder fixes noch flüssiges Kapital mehr. Und es gilt dies ebensowohl für die Wertelemente, welche durch Roh- und Hilfsstoffe, also durch flüssiges, wie für diejenigen, welche durch den Verbrauch der Arbeitsmittel, also durch fixes Kapital, zugefügt werden. Wir kommen auch so dem Unterschied von fixem und flüssigem Kapital keinen Schritt näher.

Weiter:

"The goods of the merchant yield him no revenue or profit till he sells them for money, and the money yields him as little till it is again exchanged for goods. His capital is continually going from him in one shape, and returning to him in another, and it is only by means of such circulation, or successive exchanges, that it can yield him any profit. Such capitals, therefore, may very properly be called circulating capitals." <"Die Güter des Kaufmanns werfen ihm weder Einkommen noch Profit ab, bis er sie für Geld verkauft, und das Geld wirft ihm ebensowenig ab, bis es wieder gegen Güter ausgetauscht wird. Sein Kapital geht beständig in der einen Gestalt von ihm und kehrt in einer anderen zu ihm zurück, und nur vermittels einer solchen Zirkulation oder aufeinanderfolgender Tauschhandlungen kann es ihm einen Profit abwerfen. Deshalb kann man solche Kapitale ganz richtig zirkulierende Kapitale nennen.">

Was A. Smith hier als zirkulierendes Kapital bestimmt, ist das, was ich Zirkulationskapital nennen will, Kapital, in der dem Zirkulationsprozeß, dem Formwechsel vermittelst des Austausches (Stoffwechsel und Hände- Wechsel) angehörigen Form, also Warenkapital und Geldkapital, im Gegensatz zu seiner dem Produktionsprozeß angehörigen Form, der des produktiven Kapitals. Es sind dies keine besondren Arten, worin der industrielle Kapitalist sein Kapital teilt, sondern es sind verschiedne Formen, die derselbe vorgeschoßne Kapitalwert in seinem curriculum vitae <Lebenslauf> nacheinander stets von neuem annimmt und abstreift. Dies wirft A. Smith - und das ist ein großer Rückschritt gegen die Physiokraten - zusammen mit den Formunterschieden, die innerhalb der Zirkulation des Kapitalwerts, in seinem <193> Kreislauf durch seine sukzessiven Formen, entspringen während der Kapitalwert sich in der Form des produktiven Kapitals befindet; und zwar entspringen aus der verschiednen Weise, worin die verschiednen Elemente des produktiven Kapitals am Wertbildungsprozeß sich beteiligen und ihren Wert auf das Produkt übertragen. Wir werden die Folgen dieser Grundverwechslung zwischen dem produktiven und dem in der Zirkulationssphäre befindlichen Kapital (Warenkapital und Geldkapital) einerseits, und zwischen fixem und flüssigem Kapital andrerseits, weiter unten sehn. Der in fixem Kapital vorgeschoßne Kapitalwert wird ebensowohl durch das Produkt zirkuliert, wie der im flüssigen Kapital vorgeschoßne, und er verwandelt sich durch die Zirkulation des Warenkapitals ebensosehr in Geldkapital wie der andre. Der Unterschied entspringt nur daraus, daß sein Wert bruchweis zirkuliert und daher auch bruchweis, in kürzern oder längern Perioden ersetzt, in Naturalform reproduziert werden muß.

Daß A. Smith hier unter zirkulierendem Kapital nichts versteht als Zirkulationskapital, d.h. den Kapitalwert in seinen dem Zirkulationsprozeß angehörigen Formen (Warenkapital und Geldkapital), beweist das von ihm mit besondrem Ungeschick gewählte Beispiel. Er nimmt als Beispiel eine Kapitalart, die gar nicht dem Produktionsprozeß angehört, sondern nur in der Zirkulationssphäre haust, nur aus Zirkulationskapital besteht, das Kaufmannskapital.

Wie abgeschmackt es ist, mit einem Beispiel zu beginnen, worin das Kapital überhaupt nicht als produktives Kapital figuriert, sagt er selbst gleich darauf:

"The capital of a merchant is altogether a circulating capital." <"Das Kapital eines Kaufmanns ist ganz und gar zirkulierendes Kapital.">

Aber der Unterschied zwischen zirkulierendem und fixem Kapital soll ja, wie uns später gesagt wird, ein aus wesentlichen Unterschieden innerhalb des produktiven Kapitals selbst entspringender sein. Einerseits hat A. Smith den physiokratischen Unterschied im Kopf, andrerseits die Formunterschiede, die der Kapitalwert in seinem Kreislauf durchmacht. Und beides geht bunt durcheinander.

Wie aber ein Profit entstehn soll durch den Formwechsel von Geld und Ware, durch bloße Verwandlung des Werts aus einer dieser Formen in die andre, ist absolut nicht abzusehn. Auch wird die Erklärung absolut unmöglich, weil er hier beginnt mit dem Kaufmannskapital, das sich nur in der Zirkulationssphäre bewegt. Wir kommen hierauf zurück; hören wir zunächst, was er über das fixe Kapital sagt:

<194> "Secondly, it" (capital) "may be employed in the improvement of land, in the purchase of useful machines and instruments of trade, or in such like things as yield a revenue or profit without changing masters, or circulation any further. Such capitals, therefore, may very properly be called fixed capitals. Different occupations require very different proportions between the fixed and circulating capitals employed in them ... Some part of the capital of every master artificer or manufacturer must be fixed in the instruments of his trade. This part, however, is very small in some, and very great in others ... The far greater part of the capital of all such master artificers (wie Schneider, Schuster, Weber) however is circulated, either in the wages of their workmen, or in the price of their materials, and to be repaid with a profit by the price of the work." <"Zweitens kann es" (das Kapital) "zur Bodenverbesserung, zum Ankauf nützlicher Maschinen und Arbeitsinstrumente oder zu ähnlichen Dingen verwandt werden, die ein Einkommen oder einen Profit abwerfen, ohne den Eigner zu wechseln oder weiter zu zirkulieren. Solche Kapitale kann man deshalb ganz richtig fixe Kapitale nennen. Verschiedene Beschäftigungen erfordern sehr verschiedene Größenverhältnisse der in ihnen angelegten fixen und zirkulierenden Kapitale ... Ein bestimmter Teil des Kapitals eines jeden Handwerksmeisters oder Fabrikanten muß in seinen Arbeitsinstrumenten festgelegt sein. Dieser Teil ist jedoch bei einigen sehr klein und bei andren sehr groß ... Der entschieden größere Teil des Kapitals aller solcher Handwerksmeister" (wie Schneider, Schuster, Weber) "zirkuliert jedoch entweder in den Löhnen ihrer Arbeiter oder im Preis ihrer Materialien und wird mit einem Profit durch den Preis der Arbeit zurückgezahlt.">

Abgesehn von der kindlichen Bestimmung über die Quelle des Profits tritt das Schwache und Konfuse gleich darin hervor: Für einen Maschinenfabrikanten z. B. ist die Maschine Produkt, die als Warenkapital zirkuliert, also in A. Smiths Worten:

"is parted with, changes masters, circulates further." <"von der man sich trennt, die die Eigner wechselt, die man weiter zirkulieren läßt.">

Die Maschine wäre also nach seiner eignen Bestimmung kein fixes, sondern zirkulierendes Kapital. Diese Konfusion entspringt wieder daraus, daß Smith den aus der verschiedenartigen Zirkulation der verschiednen Elemente des produktiven Kapitals entspringenden Unterschied von fixem und flüssigem Kapital verwechselt mit Formunterschieden, die dasselbe Kapital durchläuft, soweit es innerhalb des Produktionsprozesses als produktives Kapital fungiert, dagegen innerhalb der Zirkulationssphäre als Zirkulationskapital, d.h. als Warenkapital oder als Geldkapital. Je nach der Stelle, die sie im Lebensprozeß des Kapitals einnehmen, können dieselben Dinge daher bei A. Smith als fixes Kapital fungieren (als Arbeitsmittel, Elemente des produktiven Kapitals), und als "zirkulierendes" Kapital, Warenkapital <195> (als Produkt, das aus der Produktionssphäre in die Zirkulationssphäre abgestoßen wird).

Aber A. Smith wechselt auf einmal den ganzen Einteilungsgrund und widerspricht dem, womit er ein paar Zeilen vorher die ganze Untersuchung eröffnet hatte. Es geschieht dies namentlich mit dem Satz:

"There are two different ways in which a capital may be employed so as to yield a revenue or a profit to its employer" <"Es gibt zwei verschiedene Arten, worin ein Kapital angelegt werden kann, um seinem Besitzer ein Einkommen oder einen Profit abzuwerfen">,

nämlich als zirkulierendes oder als fixes Kapital. Danach waren dies also verschiedne Anwendungsweisen verschiedner voneinander unabhängiger Kapitale, wie Kapitale entweder z. B. in der Industrie oder in der Agrikultur angewandt werden können. - Jetzt aber heißt es:

"Different occupations require very different proportions between the fixed and circulating capitals employed in them." <"Verschiedene Beschäftigungen erfordern sehr verschiedene Größenverhältnisse der in ihnen angelegten fixen und zirkulierenden Kapitale.">

Fixes und zirkulierendes Kapital sind jetzt nicht mehr verschiedne, selbständige Kapitalanlagen, sondern verschiedne Portionen desselben produktiven Kapitals, die in verschiednen Anlagesphären verschiednen Anteil vom Gesamtwert dieses Kapitals bilden. Es sind also Unterschiede, die aus der sachgemäßen Teilung des produktiven Kapitals selbst entspringen, und die daher nur mit Bezug auf dieses gelten. Dem widerspricht aber wieder, daß das Handelskapital als bloß zirkulierendes Kapital dem fixen Kapital gegenübergestellt wird, denn Smith selbst sagt:

"Das Kapital eines Kaufmanns ist ganz und gar zirkulierendes Kapital."

Es ist in der Tat ein nur innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital und steht als solches dem produktiven Kapital, dem dem Produktionsprozeß einverleibten Kapital überhaupt gegenüber, kann aber ebendeshalb nicht als flüssiger (zirkulierender) Bestandteil des produktiven Kapitals dem fixen Bestandteil des produktiven Kapitals gegenüberstehn.

Bei den Beispielen, die Smith gibt, bestimmt er als fixes Kapital die instruments of trade <Arbeitsinstrumente>, als zirkulierendes Kapital den Kapitalanteil, ausgelegt in Arbeitslöhnen und Rohstoffen, Hilfsstoffe eingerechnet (repaid with a profit by the price of the work <mit einem Profit durch den Preis der Arbeit zurückgezahlt>).

<196> Also zunächst wird nur ausgegangen von den verschiednen Bestandteilen des Arbeitsprozesses, Arbeitskraft (Arbeit) und Rohstoffen auf der einen Seite, Arbeitsinstrumenten auf der andern. Diese aber sind Kapitalbestandteile, weil eine Wertsumme, die als Kapital fungieren soll, in ihnen ausgelegt ist. Sofern sind sie die stofflichen Elemente, Daseinsweisen des produktiven, d.h. des im Produktionsprozeß fungierenden Kapitals. Warum heißt nun der eine Teil fix? Weil

"some parts of the capital must be fixed in the instruments of trade" <"ein bestimmter Teil des Kapitals in den Arbeitsinstrumenten festgelegt werden muß">.

Aber der andre Teil ist auch fixiert in Arbeitslohn und Rohstoffen. Maschinen indessen und

"instruments of trade ... such like things ... yield a revenue or profit without changing masters, or circulating any further. Such capitals, therefore, may very properly he called fixed capitals" <"Arbeitsinstrumente ... ähnliche Dinge ... werfen ein Einkommen oder Profit ab, ohne den Eigner zu wechseln oder weiter zu zirkulieren. Solche Kapitale kann man deshalb ganz richtig fixe Kapitale nennen">.

Nehmen wir z. B. den Bergbau. Rohmaterial wird hier gar nicht verwandt, indem der Arbeitsgegenstand, z. B. das Kupfer, ein Naturprodukt ist, das durch die Arbeit erst angeeignet werden soll. Das erst anzueignende Kupfer, das Produkt des Prozesses, das später als Ware, resp. Warenkapital, zirkuliert, bildet kein Element des produktiven Kapitals. Kein Teil seines Werts ist darin ausgelegt. Andrerseits die andren Elemente des Produktionsprozesses, Arbeitskraft und Hilfsstoffe, wie Kohle, Wasser usw., gehn ebensowenig stofflich in das Produkt ein. Die Kohle wird ganz konsumiert, und nur ihr Wert geht in das Produkt ein, ganz wie ein Wertteil der Maschine etc. in das Produkt eingeht. Endlich bleibt der Arbeiter ebenso selbständig dem Produkt, dem Kupfer, gegenüber stehn, wie die Maschine. Nur der Wert, den er durch seine Arbeit produziert, ist jetzt Bestandteil des Kupferwerts. Also in diesem Beispiel wechselt kein einziger Bestandteil des produktiven Kapitals die Hände (masters <des Eigners>), oder wird keiner derselben weiter zirkuliert, weil keiner derselben stofflich in das Produkt eingeht. Wo bleibt hier also das zirkulierende Kapital? Nach A. Smiths eigner Definition bestände das ganze in einem Kupferbergwerke zur Verwendung kommende Kapital nur aus fixem Kapital.

Nehmen wir dagegen eine andre Industrie, die Rohstoffe anwendet, welche die Substanz des Produkts bilden, ferner Hilfsstoffe, die leiblich, <197> nicht nur dem Wert nach, wie etwa Heizkohle, in das Produkt eingehn. Mit dem Produkt, dem Garn z. B., wechselt auch der Rohstoff, die Baumwolle, woraus es besteht, die Hände und geht aus dem Produktionsprozeß in den Konsumtionsprozeß ein. Aber solange die Baumwolle als Element des produktiven Kapitals fungiert, verkauft der Eigner sie nicht, sondern bearbeitet sie, läßt Garn aus ihr machen. Er gibt sie nicht aus der Hand. Oder, um Smiths grobfalsch-trivialen Ausdruck zu brauchen, er macht keinen Profit by parting with it, by its changing masters, or by circulating it <indem er sich von ihr trennt, indem sie die Eigner wechselt oder indem er sie zirkulieren läßt>. Er läßt seine Materialien ebensowenig zirkulieren wie seine Maschinen. Sie sind fixiert im Produktionsprozeß, ganz so gut wie die Spinnmaschinen und Fabrikgebäude. Ja, es muß ebenso beständig ein Teil des produktiven Kapitals in der Form von Kohle, Baumwolle etc. fixiert sein, wie in der von Arbeitsmitteln. Der Unterschied ist nur der, daß die zur z. B. wöchentlichen Produktion von Garn nötige Baumwolle, Kohle etc. beständig in der Produktion des Wochenprodukts ganz konsumiert wird, daher durch neue Exemplare von Baumwolle, Kohle etc. ersetzt werden muß; also diese Elemente des produktiven Kapitals, obgleich sie der Art nach identisch bleiben, beständig aus neuen Exemplaren derselben Art bestehn, während dieselbe individuelle Spinnmaschine, dasselbe individuelle Fabrikgebäude fortfährt, ohne Ersatz durch ein neues Exemplar seiner Art, zu einer ganzen Reihe von Wochenproduktionen mitzuwirken. Als Elemente des produktiven Kapitals sind alle seine Bestandteile beständig im Produktionsprozeß fixiert, denn er kann nicht ohne sie vorgehn. Und alle Elemente des produktiven Kapitals, fixe wie flüssige, stehn gleichmäßig als produktives Kapital dem Zirkulationskapital, d.h. dem Warenkapital und Geldkapital gegenüber.

Zuordnung des Kaufmannskapitals zum Zirkulationskapital

Hier irrt Marx ebenso wie Smith. Das Zirkulationskapital als vom produktiven Kapital getrenntes Kapital hat Marx der Not folgend eingeführt, um eine Lücke in der Theorie zu schließen. Das kaufmännische Kapital ist ein Teil des produktiven Kapitals II., Teil des Warenkapitals III., Teil des Geldkapitals I.. Dass es als eigene Kapitalform erscheint, liegt nur daran, dass es schon früh von der produktiven Tätigkeit ausgegliedert wurde und heute im produktiven Kapital nur noch als die kalkulatorische Größe des Händlerrabatts auftritt, den der produktive Kapitalist auf den im eigenen Haus produzierten Wert aufschlägt, um ihn dem Händler abzulassen. Das allgemeine Vergessen dieses Teilseins hat zu ähnlichen Fehlentwicklungen im Handel wie bei den beiden Formen des parasitären Kapitals, dem Wucher in Grund und in Geld, geführt. Aber anders als diese nährt sich das kommerzielle Kapital nicht als Eindringling von seinem Wirtskörper, sondern von seinem eigenen Organismus.

Die Unproduktivität des Handels ist daher eine historische Erscheinung: Als ausgegliederte Abteilung verteilt er nur das Produzierte. Im produktiven Kapital kann er nicht v+m zugeordnet werden.

Ebenso verhält es sich mit der Arbeitskraft. Ein Teil des produktiven Kapitals muß beständig in ihr fixiert sein, und es sind dieselben identischen Arbeitskräfte, wie dieselben Maschinen, die überall auf längre Zeit von demselben Kapitalisten verwandt werden. Der Unterschied zwischen ihnen und den Maschinen besteht hier nicht darin, daß die Maschine ein für allemal gekauft ist (was auch nicht der Fall, wenn sie z. B. in Terminen abbezahlt wird), der Arbeiter nicht - sondern darin, daß die Arbeit, die dieser verausgabt, ganz in den Wert des Produkts eingeht, dagegen der Wert der Maschine nur bruchweis.

Smith verwechselt verschiedne Bestimmungen, wenn er vom zirkulierenden Kapital sagt im Gegensatz zum fixen:

<198> "The capital employed in this manner yields no revenue or profit to its employer, while it either remains in his possession or continues in the same shape." "Das auf diese Weise angelegte Kapital wirft seinem Besitzer weder Einkommen noch Profit ab, solange es entweder in seinem Besitz bleibt oder die gleiche Gestalt behält."

Er stellt die nur formelle Metamorphose der Ware, die das Produkt, das Warenkapital, in der Zirkulationssphäre durchläuft und die den Händewechsel der Waren vermittelt, auf gleiche Stufe mit der körperlichen Metamorphose, welche die verschiednen Elemente des produktiven Kapitals während des Produktionsprozesses durchlaufen. Verwandlung von Ware in Geld und von Geld in Ware, Kauf und Verkauf, wirft er hier ohne weitres zusammen mit Verwandlung von Produktionselementen in Produkt. Sein Beispiel für das zirkulierende Kapital ist das Kaufmannskapital, d.h. aus Ware in Geld, aus Geld in Ware verwandelt - der der Warenzirkulation angehörige Formwechsel W - G - W. Dieser Formwechsel innerhalb der Zirkulation hat aber für das fungierende industrielle Kapital die Bedeutung, daß die Waren, worin das Geld rückverwandelt wird, Produktionselemente (Arbeitsmittel und Arbeitskraft) sind, daß er also die Kontinuität seiner Funktion vermittelt, den Produktionsprozeß als kontinuierlichen oder als Reproduktionsprozeß. Dieser ganze Formwechsel geht in der Zirkulation vor, er ist es, der den wirklichen Übergang der Waren aus einer Hand in die andre vermittelt. Dagegen die Metamorphosen, die das produktive Kapital innerhalb seines Produktionsprozesses durchläuft, sind dem Arbeitsprozeß angehörige Metamorphosen, notwendig, um die Produktionselemente in das bezweckte Produkt zu verwandeln. A. Smith hält sich daran, daß ein Teil der Produktionsmittel (die eigentlichen Arbeitsmittel) im Arbeitsprozeß dient (was er fälschlich ausdrückt: yield a profit to their master <ihrem Meister einen Profit abwerfen>), indem er seine Naturalform nicht verändert, sich nur allmählich abnutzt; während ein andrer Teil, die Materialien, sich verändert, und gerade durch seine Veränderung seine Bestimmung als Produktionsmittel erfüllt. Dies verschiedne Verhalten der Elemente des produktiven Kapitals im Arbeitsprozeß bildet aber nur den Ausgangspunkt des Unterschieds zwischen fixem und nicht fixem Kapital, nicht diesen Unterschied selbst, was sich schon daraus ergibt, daß es für alle Produktionsweisen, kapitalistische und nichtkapitalistische, gleichmäßig besteht. Diesem verschiednen stofflichen Verhalten entspricht aber die Wertabgabe an das Produkt, der hinwieder der Wertersatz durch den Verkauf des Produkts entspricht; und erst dies bildet jenen Unterschied. Das Kapital ist also nicht fix, weil es in den Arbeits- <199> mitteln fixiert ist, sondern weil ein Teil seines in Arbeitsmitteln ausgelegten Werts in denselben fixiert bleibt, während ein andrer Teil als Wertbestandteil des Produkts zirkuliert.

"If it" (the stock) "is employed in procuring future profit, it must procure this profit by staying with him" (the employer), "or by going from him. In the one case it is a fixed, in the other it is a circulating capital." <"Wenn es" (das Kapital) "angelegt wird, um zukünftigen Profit zu verschaffen, so muß es diesen Profit entweder dadurch verschaffen, daß es bei ihm" (dem Besitzer) "bleibt, oder dadurch, daß es ihn verläßt. In dem einen Falle ist es fixes, in dem andren zirkulierendes Kapital."> (p. 189.)

Zunächst fällt hier auf die roh empirische, aus der Anschauungsweise des gewöhnlichen Kapitalisten geschöpfte Vorstellung des Profits, die der bessern esoterischen Einsicht A. Smiths durchaus widerspricht. In dem Preis des Produkts ist der Preis sowohl der Materialien wie der Arbeitskraft ersetzt worden, aber ebenso der von den Arbeitsinstrumenten durch Verschleiß auf das Produkt übertragne Wertteil. Aus diesem Ersatz entquillt in keinem Fall der Profit. Ob ein zur Produktion des Produkts vorgeschoßner Wert ganz oder stückweis, auf einmal oder allmählich durch den Verkauf desselben ersetzt wird, kann nur die Art und die Zeit des Ersatzes andern; in keinem Fall aber das beiden Gemeinschaftliche - den Wertersatz - in Schöpfung von Mehrwert verwandeln. Es liegt hier zugrunde die gewöhnliche Vorstellung, daß, weil der Mehrwert erst durch den Verkauf des Produkts, durch seine Zirkulation realisiert wird, er nur aus dem Verkauf, aus der Zirkulation entspringe. In der Tat ist die verschiedne Entstehungsweise des Profits hier nur falsche Phrase dafür, daß die verschiednen Elemente des produktiven Kapitals verschieden dienen, als produktive Elemente verschieden im Arbeitsprozeß wirken. Schließlich wird der Unterschied nicht aus dem Arbeits- resp. Verwertungsprozeß, aus der Funktion des produktiven Kapitals selbst abgeleitet, sondern soll nur subjektiv gelten für den einzelnen Kapitalisten, dem der eine Kapitalteil in dieser, der andre in jener Weise nützlich sei.

Dagegen hatte Quesnay die Unterschiede aus dem Reproduktionsprozeß und seinen Notwendigkeiten selbst hergeleitet. Damit dieser Prozeß kontinuierlich sei, muß aus dem Wert des jährlichen Produkts der Wert der jährlichen Vorschüsse jährlich ganz ersetzt werden, dagegen der Wert des Anlagekapitals nur stückweis, so daß er erst in einer Reihe von z. B. zehn Jahren ganz ersetzt und daher ganz reproduziert (durch neue Exemplare derselben Art ersetzt) werden muß. A. Smith fällt also tief unter Quesnay zurück.

<200> Es bleibt so bei A. Smith für die Bestimmung des fixen Kapitals durchaus nichts übrig, als daß es Arbeitsmittel sind, die ihre Gestalt nicht im Produktionsprozeß ändern und fortfahren, bis zu ihrer Abnutzung in der Produktion zu dienen, gegenüber den Produkten, zu deren Bildung sie mithelfen. Es wird vergessen, daß alle Elemente des produktiven Kapitals beständig in ihrer Naturalform (als Arbeitsmittel, Materialien und Arbeitskraft) dem Produkt und dem als Ware zirkulierenden Produkt gegenüberstehn, und daß der Unterschied des aus Materialien und Arbeitskraft bestehenden Teils von dem aus Arbeitsmitteln bestehenden Teil nur darin liegt, mit Bezug auf die Arbeitskraft: daß sie stets neu gekauft wird (nicht für ihre Dauer gekauft wird wie die Arbeitsmittel); in bezug auf die Materialien: daß nicht dieselben identischen, sondern stets neue Exemplare derselben Art im Arbeitsprozeß fungieren. Es wird zugleich der falsche Schein hervorgebracht, als ob der Wert des fixen Kapitals nicht auch zirkuliere, obgleich A. Smith natürlich den Verschleiß des fixen Kapitals als Teil des Produktenpreises früher entwickelt hat.

Bei dem zirkulierenden Kapital als Gegensatz zum fixen wird nicht hervorgehoben, daß es diesen Gegensatz nur hat als derjenige Bestandteil des produktiven Kapitals, der ganz aus dem Wert des Produkts ersetzt werden und dessen Metamorphosen daher ganz mitmachen muß, während dies bei dem fixen Kapital nicht der Fall. Es wird vielmehr zusammengeworfen mit den Gestalten, die das Kapital bei seinem Übergang aus der Produktionssphäre in die Zirkulationssphäre annimmt, als Warenkapital und Geldkapital. Aber beide Formen, Warenkapital und Geldkapital, sind Träger des Werts ebensowohl der fixen wie der flüssigen Bestandteile des produktiven Kapitals. Beide sind Zirkulationskapital, im Gegensatz zum produktiven, aber nicht zirkulierendes (flüssiges) Kapital im Gegensatz zum fixen.

Endlich: Durch die ganz schiefe Entwicklung vom Machen des Profits durch das fixe Kapital, indem es im Produktionsprozeß bleibt; durch das zirkulierende, indem es ihn verläßt und zirkuliert wird, - wird über die Dieselbigkeit der Form, die variables Kapital und der flüssige <1. und 2. Auflage: den flüssigen; geändert nach der Druckvorlage von Engels> Bestandteil des konstanten Kapitals im Umschlag haben, der wesentliche Unterschied derselben im Verwertungsprozeß und der Bildung des Mehrwerts versteckt, also das ganze Geheimnis der kapitalistischen Produktion noch mehr verdunkelt; durch die gemeinsame Bezeichnung: zirkulierendes Kapital, wird dieser wesentliche Unterschied aufgehoben; was dann die spätere Ökonomie noch weiter führte, indem nicht der Gegensatz von variablem und konstan- <201> tem, sondern der von fixem und zirkulierendem Kapital als das Wesentliche und allein Unterscheidende festgehalten wurde.

Nachdem A.Smith fixes und zirkulierendes Kapital erst bezeichnet hat als zwei besondre Arten, Kapital anzulegen, die, jede für sich betrachtet, einen Profit abwerfen, sagt er:

"No fixed capital can yield any revenue but by means of a circulating capital. The most useful machines and instruments of trade will produce nothing without the circulating capital which affords the materials they are employed upon, and the maintenance of the workmen who employ them." <"Kein fixes Kapital kann anders als mit Hilfe eines zirkulierenden Kapitals ein Einkommen abwerfen. Die nützlichsten Maschinen und Arbeitsinstrumente werden nichts ohne das zirkulierende Kapital produzieren, das die Materialien, die bearbeitet werden, und den Unterhalt der Arbeiter, von denen sie in Tätigkeit gesetzt werden, verschafft."> (p. 188.)

Hier kommt es heraus, was die frühern Ausdrücke: yield a revenue, make a profit <ein Einkommen abwerfen, Profit machen> etc. bedeuten, daß nämlich beide Kapitalteile als Produktbildner dienen.

A. Smith gibt nun folgendes Beispiel:

"That part of the capital of the farmer which is employed in the implements of agriculture is a fixed, that which is employed in the wages and maintenance of his labouring servants is a circulating capital." <"Der Teil des Kapitals eines Pächters, der in den Ackergeräten angelegt ist, ist fixes, derjenige, der in den Löhnen und dem Unterhalt seines Arbeitsgesindes angelegt ist, ist zirkulierendes Kapital.">

(Hier bezieht sich also der Unterschied von fixem und zirkulierendem Kapital richtig nur auf die verschiedne Zirkulation, den Umschlag verschiedner Bestandteile des produktiven Kapitals.)

"He makes a profit of the one by keeping it in his own possession, and of the other by parting with it. The price or value of his labouring cattle is a fixed capital" <"Er macht mit dem einen dadurch einen Profit, daß er es in seinem eignen Besitz behält, und mit dem anderen dadurch, daß er es weggibt. Der Preis oder Wert seines Arbeitsviehs ist ebenso fixes Kapital">

(hier wieder das Richtige, daß es der Wert ist, worauf sich der Unterschied bezieht, nicht das stoffliche Element),

"in the same manner as that of the instruments of husbandry; their maintenance" (des Arbeitsviehs) "is a circulating capital, in the same way as that of the labouring servants. The farmer makes his profit by keeping the labouring cattle, and by parting with their maintenance." <"wie der der Ackergeräte; sein" (des Arbeitsviehs) "Unterhalt ist gerade so zirkulierendes Kapital, wie der des Arbeitsgesindes. Der Pächter macht seinen Profit, indem er das Arbeitsvieh behält und dessen Unterhalt weggibt."

<202> (Der Pächter behält das Futter des Viehs, verkauft es nicht. Er verbraucht es als Viehfutter, während er das Vieh selbst als Arbeitsinstrument verbraucht. Der Unterschied ist nur der: Das Viehfutter, das in die Erhaltung des Arbeitsviehs eingeht, wird ganz aufgezehrt und muß beständig durch neues Viehfutter aus dem Ackerbauprodukt oder seinem Verkauf ersetzt werden; das Vieh selbst wird nur ersetzt im Maß, wie jedes Stück der Reihe nach arbeitsunfähig wird.)

"Both the price and the maintenance of the cattle which are bought in and fattened, not for labour but for sale, are a circulating capital. The farmer makes his profit by parting with them." <"Sowohl der Preis als auch der Unterhalt des Viehs, das nicht zur Arbeit, sondern zum Verkauf gekauft und gemästet wurde, ist zirkulierendes Kapital. Der Pächter macht seinen Profit dadurch, daß er es weggibt.">

(Jeder Warenproduzent, also auch der kapitalistische, verkauft sein Produkt, das Resultat seines Produktionsprozesses, weswegen aber dies Produkt weder fixen noch flüssigen Bestandteil seines produktiven Kapitals bildet. Es besteht jetzt vielmehr in einer Form, worin es aus dem Produktionsprozeß ausgestoßen ist und als Warenkapital fungieren muß. Das Mastvieh fungiert im Produktionsprozeß als Rohmaterial, nicht als Instrument wie das Arbeitsvieh. Es geht daher als Substanz in das Produkt ein, und sein ganzer Wert geht in dasselbe ein, wie der der Hilfsstoffe {sein Futter}. Daher ist es flüssiger Teil des produktiven Kapitals, nicht weil das verkaufte Produkt das Mastvieh - hier dieselbe Naturalform hat wie der Rohstoff, das noch nicht gemästete Vieh. Dies ist zufällig. Zugleich hatte aber Smith aus diesem Beispiel sehn können, daß es nicht die dingliche Gestalt des Produktionselements ist, was dem in ihm steckenden Wert die Bestimmung fix und flüssig gibt, sondern seine Funktion innerhalb des Produktionsprozesses.)

"The whole value of the seed too is a fixed capital. Though it goes backwards and forwards between the ground and the granary, it never changes masters, and therefore it does not properly circulate. The farmer makes his profit not by its sale, but by its increase." <"Der ganze Wert der Aussaat ist ebenfalls ein fixes Kapital. Obgleich sie zwischen dem Boden und der Scheune hin und her geht, wechselt sie doch nie den Eigner und zirkuliert daher nicht wirklich. Der Pächter macht seinen Profit nicht durch ihren Verkauf, sondern durch ihren Zuwachs.">

Hier bricht die gänzliche Gedankenlosigkeit der Smithschen Distinktion an den Tag. Nach ihm wäre die Aussaat fixes Kapital, wenn kein change of masters <Wechsel der Eigner> stattfände, d.h. wenn die Aussaat direkt aus dem jährlichen <203> Produkt ersetzt, von ihm abgezogen wird. Es wäre dagegen zirkulierendes Kapital, wenn das ganze Produkt verkauft und aus einem Wertteil desselben fremdes Saatkorn gekauft worden. In dem einen Fall findet change of masters statt, in dem andern nicht. Smith verwechselt hier wieder flüssiges Kapital und Warenkapital. Das Produkt ist der stoffliche Träger des Warenkapitals. Aber natürlich nur der Teil desselben, der wirklich in Zirkulation tritt und nicht wieder direkt in den Produktionsprozeß eingeht, aus dem er als Produkt hervorkam.

Ob der Same direkt als Teil vom Produkt abgezogen, oder ob das ganze Produkt verkauft und ein Teil seines Werts im Ankauf von fremdem Samen umgesetzt wird, in beiden Fällen findet nur Ersatz statt und wird durch diesen Ersatz kein Profit gemacht. In dem einen Fall tritt der Same mit dem Rest des Produkts als Ware in Zirkulation, im andern Fall figuriert er nur in der Buchhaltung als Wertbestandteil des vorgeschoßnen Kapitals. Aber in beiden Fällen bleibt er flüssiger Bestandteil des produktiven Kapitals. Er <1. und 2. Auflage: Es; geändert nach der Druckvorlage von Engels> wird ganz aufgezehrt, um das Produkt fertig zu machen, und er muß ganz aus ihm ersetzt werden, um die Reproduktion zu ermöglichen.

"Rohmaterialien und Hilfsstoffe verlieren die selbständige Gestalt, womit sie in den Arbeitsprozeß als Gebrauchswerte eintraten. Anders mit den eigentlichen Arbeitsmitteln. Ein Instrument, eine Maschine, ein Fabrikgebäude, ein Gefäß usw. dienen im Arbeitsprozeß nur, solange sie ihre ursprüngliche Gestalt bewahren und morgen wieder in ebenderselben Form in den Arbeitsprozeß eingehn wie gestern. Wie sie während ihres Lebens, des Arbeitsprozesses, ihre selbständige Gestalt gegenüber dem Produkt bewahren, so auch nach dem Tode. Die Leichen von Maschinen, Werkstätten, Arbeitsgebäuden existieren immer noch selbständig, getrennt von den Produkten, die sie bilden halfen." (Buch I, Kap. VI, S. 192. <Siehe Band 23, S. 217/218>)

Diese verschiednen Weisen, worin die Produktionsmittel zur Bildung des Produkts vernutzt werden, indem die einen dem Produkt gegenüber ihre selbständige Gestalt bewahren, die andern sie verändern oder ganz verlieren, - diesen, dem Arbeitsprozeß als solchem angehörigen Unterschied, der daher ebenso für Arbeitsprozesse zutrifft, die auf bloßen Selbstbedarf, z. B. der patriarchalischen Familie, gerichtet sind, ohne allen Austausch, ohne Warenproduktion - verfälscht A. Smith, indem er 1. die hier ganz ungehörige Bestimmung des Profits hineinbringt, daß die einen dem Eigner Profit bringen, indem sie ihre Gestalt beibehalten, die andren, indem sie sie verlieren; 2. indem er die Veränderungen eines Teils der Produktions- <204> elemente im Arbeitsprozeß zusammenwirft mit dem, dem Austausch der Produkte, der Warenzirkulation angehörigen Formwechsel (Kauf und Verkauf), der zugleich den Wechsel des Eigentums an den zirkulierenden Waren einschließt.

Der Umschlag unterstellt die Reproduktion als vermittelt durch Zirkulation, also durch Verkauf des Produkts, durch seine Verwandlung in Geld und Rückverwandlung aus Geld in seine Produktionselemente. Soweit aber ein Teil seines eignen Produkts dem kapitalistischen Produzenten selbst wieder direkt als Produktionsmittel dient, erscheint der Produzent als Verkäufer desselben an sich selbst, und so figuriert die Sache in seiner Buchhaltung. Dieser Teil der Reproduktion ist dann nicht durch Zirkulation vermittelt, sondern unmittelbar. Der Teil des Produkts, der so wieder als Produktionsmittel dient, ersetzt aber flüssiges Kapital, nicht fixes, soweit 1. sein Wert ganz in das Produkt eingeht und 2. es selbst in natura ganz durch ein neues Exemplar aus dem neuen Produkt ersetzt worden ist.

A. Smith sagt uns nun, woraus zirkulierendes und fixes Kapital besteht. Er zählt die Dinge, die stofflichen Elemente auf, welche fixes Kapital, und die, welche zirkulierendes bilden, als ob diese Bestimmtheit diesen Dingen stofflich, von Natur zukäme und nicht vielmehr aus ihrer bestimmten Funktion innerhalb des kapitalistischen Produktionsprozesses entspränge. Und doch macht er in demselben Kapitel (Book II, chap. I) die Bemerkung, daß, obgleich ein gewisses Ding, wie z. B. ein Wohnhaus, das für unmittelbare Konsumtion, reserviert ist,

"may yield a revenue to its proprietor, and thereby serve in the function of a capital to him, it cannot yield any to the public, nor serve in the function of a capital to it, and the revenue of the whole body of the people can never be in the smallest degree increased by it". <"seinem Besitzer ein Einkommen abwerfen und ihm so in der Eigenschaft eines Kapitals dienen kann, es keineswegs der Allgemeinheit Einkommen abwerfen, noch ihr in der Eigenschaft eines Kapitals dienen, und das Einkommen der Gesamtheit des Volkes dadurch niemals im geringsten Grade vergrößert werden kann".> (S. 186.)

Hier spricht A. Smith also klar aus, daß die Kapitaleigenschaft den Dingen nicht als solchen und unter allen Umständen zukommt, sondern eine Funktion ist, mit der sie je nach Umständen bekleidet oder nicht bekleidet sind. Was aber vom Kapital überhaupt, das gilt auch von seinen Unterabteilungen.

Dieselben Dinge bilden Bestandteil des flüssigen oder des fixen Kapitals, je nachdem sie andre Funktion im Arbeitsprozeß vollziehn. z. B. ein Vieh, als Arbeitsvieh (Arbeitsmittel) bildet stoffliche Existenzweise des fixen <205> Kapitals, dagegen als Mastvieh (Rohmaterial) Bestandteil des zirkulierenden Kapitals des Pächters. Andrerseits kann dasselbe Ding bald als Bestandteil des produktiven Kapitals fungieren, bald zum unmittelbaren Konsumtionsfonds gehören. Ein Haus z. B., wenn als Arbeitslokal fungierend, ist fixer Bestandteil des produktiven Kapitals; wenn als Wohnhaus, gar keine Form des Kapitals qua <in seiner Eigenschaft als>Wohnhaus. Dieselben Arbeitsmittel können in vielen Fällen bald als Produktionsmittel, bald als Konsumtionsmittel fungieren.

Es war dies der eine der Irrtümer, die aus der Smithschen Auffassung folgen: die Charaktere von fixem und zirkulierendem Kapital als den Dingen zukommende Charaktere zu fassen. Schon die Analyse des Arbeitsprozesses (Buch I, Kap. V <Siehe Band 23, S. 192-200>) zeigt, wie die Bestimmungen von Arbeitsmittel, Arbeitsmaterial, Produkt wechseln, je nach der verschiednen Rolle, die ein und dasselbe Ding im Prozeß einnimmt. Die Bestimmungen von fixem und nicht fixem Kapital sind aber ihrerseits aufgebaut auf die bestimmten Rollen, welche diese Elemente im Arbeitsprozeß und daher auch im Wertbildungsprozeß spielen.

Zweitens aber, bei Aufzählung der Dinge, woraus fixes und zirkulierendes Kapital bestehn, kommt ganz zum Ausbruch, daß Smith den nur in bezug auf das produktive Kapital (das Kapital in seiner produktiven Form) gültigen und Sinn habenden Unterschied von fixen und flüssigen Bestandteilen desselben zusammenwirft mit dem Unterschied zwischen produktivem Kapital und den dem Kapital in seinem Zirkulationsprozeß angehörigen Formen: Warenkapital und Geldkapital. Er sagt an derselben Stelle (p. 188):

"The circulating capital consists ... of the provisions, materials, and finished work of all kinds that are in the hands of their respective dealers, and of the money that is necessary for circulating and distributing them etc." <"Das zirkulierende Kapital besteht ... den Lebensmitteln, Materialien und fertigen Produkten aller Art, die sich in den Händen ihrer jeweiligen Händler befinden, und aus dem Geld, das nötig ist, um sie zirkulieren zu lassen und sie zu verteilen usw.">

In der Tat, wenn wir näher zusehn, so ist hier, im Gegensatz zum frühern, zirkulierendes Kapital wieder gleichgesetzt mit Warenkapital und Geldkapital, also mit zwei Formen des Kapitals, die gar nicht dem Produktionsprozeß angehören, die nicht zirkulierendes (flüssiges) Kapital im Gegensatz zum fixen, sondern Zirkulationskapital im Gegensatz zum produktiven Kapital bilden. Nur neben diesen figurieren dann wieder die in Materialien (Rohstoff oder Halbfabrikaten) vorgeschoßnen und wirklich dem Produktionsprozeß einverleibten Bestandteile des produktiven Kapitals. Er sagt:

<206> "... The third and last of the three portions into which the general stock of the society naturally divides itself, is the circulating capital, of which die characteristic is, that it affords a revenue only by circulating or changing masters. This is composed likewise of four parts: first, of the money ..." <"Der dritte und letzte der drei Teile, in die sich der Gesamtvorrat der Gesellschaft naturgemäß teilt, ist das zirkulierende Kapital, dessen Kennzeichen es ist, daß es nur durch Zirkulation oder Wechsel des Eigner: ein Einkommen liefert. Es besteht gleichfalls aus vier Teilen: erstens aus dem Geld ...">

(Aber Geld ist nie eine Form des produktiven, des im Produktionsprozeß fungierenden Kapitals. Es ist stets nur eine der Formen, welche das Kapital innerhalb seines Zirkulationsprozesses annimmt.) -

"secondly, of the stock of provisions which are in the possession of the butcher, tile grazier, the farmer ... and from the sale of which they expect to derive a profit ... Fourthly and lastly, of the work which is made up and completed, but which is still in the hands of the merchant and manufacturer." - Und: "thirdly, of the materials, whether altogether rude or more or less manufactured, of clothes, furniture, and building, which are not yet made up into any of those three shapes but which remain in the hands of the growers, the manufacturers, the mercers and drapers, the timbermerchants, the carpenters and joiners, the brickmakers etc." <"zweitens aus dem Vorrat an Lebensmitteln, die im Besitze des Fleischers, des Viehmästers, des Pächters sind ... und aus deren Verkauf sie hoffen, einen Profit zu erzielen ... Viertens und letztens aus dem Produkt, das fertig und vollendet, aber noch in den Händen des Kaufmanns oder Fabrikanten ist." - Und: "drittens aus den Materialien, die entweder völlig roh oder mehr oder weniger bearbeitet sind, aus Kleidern, Möbeln und Gebäuden, die noch nicht zu einer dieser drei Gestalten verarbeitet sind, sondern noch in der Hand der Landwirte, der Fabrikanten, der Seiden- und Tuchhändler, der Holzhändler, der Zimmerleute und Tischler, der Ziegelbrenner usw. bleiben.">

Nr. 2 und 4 enthalten nichts als Produkte, die als solche aus dem Produktionsprozeß abgestoßen sind und verkauft werden müssen; kurz, die nun als Waren, daher resp. als Warenkapital fungieren, also eine Form besitzen und eine Stelle im Prozeß einnehmen, worin sie kein Element des produktiven Kapitals bilden, welches immer ihre schließliche Bestimmung, d.h. ob sie der individuellen oder produktiven Konsumtion schließlich ihrem Zweck (Gebrauchswert) nach anheimfallen sollen. Diese Produkte in 2 sind Nahrungsmittel, in 4 alle andern fertigen Produkte, die also selbst wieder nur aus fertigen Arbeitsmitteln oder fertigen Genußmitteln (andern als den sub 2 enthaltnen Nahrungsmitteln) bestehn.

Daß Smith dabei auch vom Kaufmann spricht, zeigt seine Konfusion. Soweit der Produzent sein Produkt an den Kaufmann verkauft hat, bildet es überhaupt keine Form seines Kapitals mehr. Gesellschaftlich betrachtet ist es allerdings immer noch Warenkapital, wenn auch in andrer Hand als in <207> der seines Produzenten; aber eben weil Warenkapital, weder fixes noch flüssiges Kapital.

In jeder nicht auf unmittelbaren Selbstbedarf gerichteten Produktion muß das Produkt als Ware zirkulieren, d.h. verkauft werden, nicht, um daraus einen Profit zu machen, sondern damit der Produzent überhaupt leben kann. Bei der kapitalistischen Produktion kommt hinzu, daß mit dem Verkauf der Ware auch der Mehrwert, der in ihr steckt, realisiert wird. Das Produkt tritt als Ware aus dem Produktionsprozeß heraus, ist also weder fixes noch flüssiges Element desselben.

Übrigens hebt Smith sich hier selbst auf. Die fertigen Produkte, welches immer ihre stoffliche Gestalt oder ihr Gebrauchswert, ihr Nutzeffekt, sind hier alle Warenkapital, also Kapital in einer dem Zirkulationsprozeß angehörigen Form. Als in dieser Form befindlich, bilden sie keine Bestandteile des etwaigen produktiven Kapitals ihres Eigners; was durchaus nicht verhindert, daß, sobald sie verkauft sind, sie in der Hand ihres Käufers Bestandteile von produktivem Kapital werden, sei es flüssige oder fixe. Es zeigt sich hier, daß dieselben Dinge, die zu einer Zeit als Warenkapital, im Gegensatz zum produktiven Kapital, auf dem Markt auftreten - sobald sie dem Markt entzogen sind, als flüssige oder fixe Bestandteile des produktiven Kapitals fungieren oder auch nicht fungieren können.

Der Wechsel des Eigentumstitels, das Allerheiligste des Kapitalistenhirns, macht es ihm unmöglich, die beiden als Ganzes und Teil zu betrachten.

Wie diesem Dilemma entkommen? Das Handelskapital ist einerseits vom produktiven Kapital zu unterscheiden, aber es ist andererseits untrennbar mit ihm verbunden, denn der Händler kann nur das Produzierte verkaufen, ohne es gäbe es ihn nicht. Die drei Kreisläufe (Geld, Produktion, Waren) wären nicht möglich, wenn das kommerzielle Kapital nicht Teil des produktiven Kapitals wäre. Alle Zirkulationen gehen mit ihren ganzen Werten ineinander über, ohne dass ein Zirkulationskapital in Erscheinung tritt. Obwohl Fleisch vom eigenen Fleische ist die Bestimmung des richtigen Teils beim Handelskapital ebenso schwierig (schwieriger!) wie die Bestimmung der Anteile der Beutejäger zum Jahresabschluss, die nur von außen als Fremde an das produktive Kapital herantreten. Daher muss es wie diese im dritten Teil untersucht werden.

Das Produkt des Baumwollspinners - Garn - ist die Warenform seines Kapitals, Warenkapital für ihn. Es kann nicht wieder als Bestandteil seines produktiven Kapitals fungieren, weder als Arbeitsmaterial noch als Arbeitsmittel. Aber in der Hand des Webers, der es kauft, wird es dem produktiven Kapital desselben als einer seiner flüssigen Bestandteile einverleibt. Für den Spinner ist das Garn aber Träger des Werts eines Teils sowohl seines fixen als seines flüssigen Kapitals (vom Mehrwert abgesehn). So ist eine Maschine, als Produkt des Maschinenfabrikanten, Warenform seines Kapitals, Warenkapital für ihn; und solange sie in dieser Form verharrt, ist sie weder flüssiges noch fixes Kapital. Verkauft an einen sie verwendenden Fabrikanten, wird sie fixer Bestandteil eines produktiven Kapitals. Selbst wenn, seiner Gebrauchsform nach, das Produkt teilweis wieder als Produktionsmittel in den Prozeß eingehn kann, aus dem es herkam, wie z. B. Kohle in die Kohlenproduktion, so repräsentiert gerade der für den Verkauf bestimmte Teil des Kohlenprodukts weder flüssiges noch fixes Kapital, sondern Warenkapital.

Andrerseits kann das Produkt seiner Gebrauchsform nach durchaus unfähig sein, irgendein Element des produktiven Kapitals zu bilden, sei es als Arbeitsmaterial oder als Arbeitsmittel. z. B. irgendein Lebensmittel. Nichts- <208> destoweniger ist es Warenkapital für seinen Produzenten, Wertträger sowohl des fixen wie des flüssigen Kapitals; und des einen oder des andern, je nachdem das in seiner Produktion angewandte Kapital ganz oder teilweise ersetzt werden muß, seinen Wert ganz oder teilweise auf es übertragen hat.

Bei Smith figuriert in Nr. 3 das Rohmaterial (Rohstoff, Halbfabrikat, Hilfsstoff) einerseits nicht als ein schon dem produktiven Kapital einverleibter Bestandteil, sondern in der Tat nur als eine besondre Sorte der Gebrauchswerte, aus denen das gesellschaftliche Produkt überhaupt besteht, der Warenmasse, neben den sub 2 und 4 aufgezählten andern stofflichen Bestandteilen, Lebensmitteln etc. Andrerseits werden sie allerdings als dem produktiven Kapital einverleibt, und daher auch als Elemente desselben in der Hand des Produzenten, aufgeführt. Die Konfusion zeigt sich darin, daß sie teils als in den Händen des Produzenten fungierend aufgefaßt werden (in the hands of the growers, the manufacturers etc. <in den Händen der Landwirte, der Fabrikanten usw.>), andrerseits als in den Händen von Kaufleuten (mercers, drapers, timber-merchants <Seiden-, Tuch-, Holzhändlern>), wo sie bloßes Warenkapital, nicht Bestandteile des produktiven Kapitals.

In der Tat vergißt A. Smith hier in der Aufzählung der Elemente des zirkulierenden Kapitals ganz den nur in bezug auf das produktive Kapital gültigen Unterschied von fixem und flüssigem Kapital. Er stellt vielmehr Warenkapital und Geldkapital, d.h. die beiden dem Zirkulationsprozeß angehörigen Formen des Kapitals, dem produktiven Kapital gegenüber, aber auch dies nur bewußtlos.

Auffallend ist endlich, daß A. Smith bei Aufzählung der Bestandteile des zirkulierenden Kapitals die Arbeitskraft vergißt. Und zwar geschieht dies aus doppeltem Grund.

Man hat eben gesehn, daß, abgesehn vom Geldkapital, das zirkulierende Kapital nur ein andrer Name für das Warenkapital ist. Aber soweit die Arbeitskraft auf dem Markt zirkuliert, ist sie nicht Kapital, keine Form des Warenkapitals. Sie ist überhaupt nicht Kapital; der Arbeiter ist kein Kapitalist, obgleich er eine Ware auf den Markt bringt, nämlich seine eigne Haut. Erst sobald die Arbeitskraft verkauft, dem Produktionsprozeß einverleibt ist, - also nachdem sie aufgehört hat, als Ware zu zirkulieren, wird sie Bestandteil des produktiven Kapitals: variables Kapital als Quelle des Mehrwerts, flüssiger Bestandteil des produktiven Kapitals in bezug auf den Umschlag des in ihr ausgelegten Kapitalwerts. Da Smith hier das flüssige Kapital mit Warenkapital verwechselt, kann er die Arbeitskraft nicht unter- <209> bringen unter seine Rubrik des zirkulierenden Kapitals. Das variable Kapital tritt daher hier auf in der Form der Waren, die der Arbeiter mit seinem Lohn kauft, der Lebensmittel. In dieser Form soll der in Arbeitslohn ausgelegte Kapitalwert zum zirkulierenden Kapital gehören. Was dem Produktionsprozeß einverleibt wird, ist die Arbeitskraft, der Arbeiter selbst, nicht die Lebensmittel, wodurch sich der Arbeiter erhält. Allerdings haben wir gesehn (Buch I, Kap. XXI), daß, gesellschaftlich betrachtet, auch die Reproduktion des Arbeiters selbst durch seinen individuellen Konsum zum Reproduktionsprozeß des gesellschaftlichen Kapitals gehört. Aber dies gilt nicht für den einzelnen in sich abgeschloßnen Produktionsprozeß, den wir hier betrachten. Die acquired and useful abilities <erworbenen und nützlichen Fähigkeiten> (p. 187), die Smith unter der Rubrik des fixen Kapitals aufführt, bilden im Gegenteil Bestandteile des flüssigen Kapitals, sobald sie abilities des Lohnarbeiters sind und dieser seine Arbeit mitsamt ihren abilities verkauft hat.

Es ist ein großer Fehler Smiths, daß er den ganzen gesellschaftlichen Reichtum einteilt in 1. unmittelbaren Konsumtionsfonds, 2. fixes Kapital, 3. zirkulierendes Kapital. Hiernach wäre der Reichtum einzuteilen in 1. den Konsumtionsfonds, der keinen Teil des fungierenden gesellschaftlichen Kapitals bildet, obgleich Teile desselben beständig als Kapital fungieren können; und 2. in Kapital. Ein Teil des Reichtums fungiert hiernach als Kapital, der andre Teil als Nichtkapital oder Konsumtionsfonds. Und es erscheint hier als eine unumgängliche Notwendigkeit für alles Kapital, entweder fix zu sein oder flüssig, etwa wie es für ein Säugetier eine Naturnotwendigkeit ist, entweder männlich zu sein oder weiblich. Wir haben aber gesehn, daß der Gegensatz von fix und flüssig nur anwendbar ist auf die Elemente des produktiven Kapitals, daß es also neben diesen noch eine sehr bedeutende Menge Kapital - Warenkapital und Geldkapital - gibt, die sich in einer Form befindet, in der sie weder fix noch flüssig sein kann.

Da mit Ausnahme des Teils der Produkte, der in Naturalform von den einzelnen kapitalistischen Produzenten selbst, direkt ohne Verkauf oder Einkauf, wieder als Produktionsmittel vernutzt wird, die ganze Masse der gesellschaftlichen Produktion - auf kapitalistischer Grundlage - als Warenkapital auf dem Markt zirkuliert, so ist es klar, daß aus dem Warenkapital sowohl die fixen und flüssigen Elemente des produktiven Kapitals, wie auch alle Elemente des Konsumtionsfonds herausgezogen werden; was in der Tat nichts andres heißt, als daß Produktionsmittel wie Konsumtionsmittel auf Basis der kapitalistischen Produktion zunächst als Warenkapital auftreten, <210> wenn sie auch die Bestimmung haben, später als Konsumtions- oder Produktionsmittel zu dienen; wie die Arbeitskraft selbst als Ware, wenn auch nicht als Warenkapital, auf dem Markt vorgefunden wird.

Daher folgende neue Verwirrung bei A. Smith. Er sagt:

"Of these four parts"

(des circulating capital, d.h. des Kapitals in seinen dem Zirkulationsprozeß angehörigen Formen von Warenkapital und Geldkapital - zwei Teile, die sich dadurch in vier verwandeln, daß Smith die Bestandteile des Warenkapitals wieder stofflich unterscheidet)

"three - provisions, materials, and finished work, are either annually or in a longer or shorter period, regularly withdrawn from it, and placed either in the fixed capital, or in the stock reserved for immediate consumption. Every fixed capital is both originally derived from, and requires to be continually supported by, a circulating capital. All useful machines and instruments of trade are originally derived from a circulating capital, which furnishes the materials of which they are made and the maintenance of the workmen who make them. They require, too, a capital of the same kind to keep them in constant repair." <"Von diesen vier Teilen" (...) "werden drei - Lebensmittel, Materialien und fertige Produkte - entweder jährlich oder in einer längeren oder kürzeren Periode regelmäßig aus ihm herausgenommen und entweder in das fixe Kapital, oder aber in den für unmittelbare Konsumtion bestimmten Vorrat versetzt. Jedes fixe Kapital stammt ursprünglich von einem zirkulierenden Kapital, und muß ständig von ihm erhalten werden. Alle nützlichen Maschinen und Arbeitsinstrumente stammen ursprünglich von einem zirkulierenden Kapital, das die Materialien liefert, aus denen sie gemacht sind, und den Unterhalt der Arbeiter, die sie herstellen. Sie erfordern ebenfalls ein Kapital von der gleichen Art, um sie ständig in gutem Zustand zu erhalten."> (p. 188.)

Mit Ausnahme stets des direkt von ihren Produzenten wieder als Produktionsmittel verbrauchten Teils des Produkts, gilt für die kapitalistische Produktion der allgemeine Satz: Alle Produkte kommen als Waren auf den Markt und zirkulieren daher für den Kapitalisten als Warenform seines Kapitals, als Warenkapital, ob diese Produkte nun ihrer Naturalform, ihrem Gebrauchswert nach, als Elemente des produktiven Kapitals (des Produktionsprozesses) fungieren müssen oder können, als Produktionsmittel, und daher als fixe oder flüssige Elemente des produktiven Kapitals; oder ob sie nur als Mittel der individuellen, nicht der produktiven Konsumtion dienen können. Alle Produkte werden als Waren auf den Markt geworfen; alle Produktions- und Konsumtionsmittel, alle Elemente der produktiven und individuellen Konsumtion müssen daher durch Kauf als Waren wieder dem Markt entzogen werden. Diese Trivialität (truism) ist natürlich richtig. Es <211> gilt dies daher auch sowohl für die fixen wie für die flüssigen Elemente des produktiven Kapitals, für Arbeitsmittel wie für Arbeitsmaterial in allen Formen. (Dabei ist noch vergessen, daß es Elemente des produktiven Kapitals gibt, die von Natur vorhanden, keine Produkte sind.) Die Maschine wird wohl auf dem Markt gekauft, wie die Baumwolle. Aber es folgt daraus keineswegs - dies folgt nur aus der Smithschen Verwechslung von Zirkulationskapital mit zirkulierendem oder flüssigem, d.h. nicht fixem Kapital -, daß jedes fixe Kapital ursprünglich aus einem flüssigen herstammt. Und zudem hebt Smith sich selbst auf. Die Maschinen bilden als Ware nach ihm selbst Teil von Nr. 4 des zirkulierenden Kapitals. Daß sie aus dem zirkulierenden Kapital herstammen, heißt also nur, daß sie als Warenkapital fungierten, bevor sie als Maschinen fungierten, daß sie aber stofflich aus sich selbst herstammen; ebenso wie die Baumwolle als flüssiges Element des Spinnerkapitals aus der Baumwolle auf dem Markt herstammt. Wenn aber Smith, in seiner weitern Ausführung, das fixe Kapital deswegen aus dem flüssigen herleitet, weil Arbeit und Rohmaterial nötig ist, um Maschinen zu machen, so sind erstens noch Arbeitsmittel, also fixes Kapital, nötig, um Maschinen zu machen, und es ist zweitens ebenfalls fixes Kapital nötig, Maschinerie etc., um Rohmaterialien zu machen, da das produktive Kapital stets Arbeitsmittel einschließt, aber nicht stets Arbeitsmaterial. Er selbst sagt gleich darauf:

"Lands, mines, and fisheries, require all both a fixed and circulating capital to cultivate them;" <"Boden, Bergwerke und Fischereien erfordern alle sowohl fixes als zirkulierendes Kapital zu ihrer Bearbeitung;">

(er gibt also zu, daß nicht nur flüssiges, sondern auch fixes Kapital nötig zur Produktion von Rohmaterial)

"and" (hier neue Verkehrtheit) "their produce replaces with a profit, not only those capitals, but all the others in society." <"und" (...) "ihr Produkt ersetzt mit einem Profit nicht nur jene Kapitale, sondern auch alle andern in der Gesellschaft."> (p. 188.)

Dies ist total verkehrt. Ihr Produkt liefert das Rohmaterial, die Hilfsstoffe etc., für alle andern Industriezweige. Aber ihr Wert ersetzt nicht den Wert aller andern gesellschaftlichen Kapitale; er ersetzt nur ihren eignen Kapitalwert (+ Mehrwert). Hier geht bei A. Smith wieder die Erinnerung an die Physiokraten durch.

Gesellschaftlich betrachtet ist es richtig, daß der Teil des Warenkapitals, der aus Produkten besteht, die nur als Arbeitsmittel dienen können, früher <212> oder später - wenn sie nicht überhaupt nutzlos produziert sein sollen, nicht unverkäuflich sind - auch als Arbeitsmittel fungieren, d.h. auf Basis der kapitalistischen Produktion, sobald sie aufgehört haben, Waren zu sein, wirkliche, wie vorher schon voraussichtliche, Elemente des fixen Teils des gesellschaftlichen produktiven Kapitals bilden müssen.

Hier findet ein Unterschied statt, der aus der Naturalform des Produkts entspringt.

Eine Spinnmaschine z. B. hat keinen Gebrauchswert, wenn sie nicht zum Spinnen vernutzt wird, also nicht als Produktionselement, also, vom kapitalistischen Standpunkt, als fixer Bestandteil eines produktiven Kapitals fungiert. Aber die Spinnmaschine ist beweglich. Sie kann aus dem Land, worin sie produziert ist, exportiert und im fremden Land, sei es gegen Rohstoffe etc., sei es gegen Champagner, direkt oder indirekt verkauft werden. In dem Land, worin sie produziert wurde, hat sie dann nur als Warenkapital fungiert, nie aber, auch nicht nach ihrem Verkauf, als fixes Kapital.

Dagegen Produkte, die durch Einverleibung mit dem Boden lokalisiert sind, und daher auch nur lokal vernutzt werden können, z. B. Fabrikgebäude, Eisenbahnen, Brücken, Tunnels, Docks usw., Bodenverbesserungen usw., können nicht körperlich, mit Haut und Haaren, exportiert werden. Sie sind nicht beweglich. Entweder sind sie nutzlos, oder sie müssen, sobald sie verkauft sind, als fixes Kapital fungieren in dem Land, worin sie produziert sind. Für ihren kapitalistischen Produzenten, der auf Spekulation Fabriken baut oder Ländereien verbessert, um sie zu verkaufen, sind diese Dinge Form seines Warenkapitals, also nach A. Smith Form des zirkulierenden Kapitals. Aber gesellschaftlich betrachtet, müssen diese Dinge - sollen sie nicht nutzlos sein - schließlich im Land selbst in einem durch ihre eigne Lokalität fixierten Produktionsprozeß als fixes Kapital fungieren; woraus keineswegs folgt, daß unbewegliche Dinge als solche ohne weiteres fixes Kapital sind; sie können als Wohnhäuser etc. dem Konsumtionsfonds angehören und also überhaupt nicht zum gesellschaftlichen Kapital gehören, obgleich sie ein Element des gesellschaftlichen Reichtums bilden, wovon das Kapital nur ein Teil. Der Produzent dieser Dinge, um uns Smithisch auszudrücken, macht einen Profit durch ihren Verkauf. Also zirkulierendes Kapital! Ihr Nutzanwender, ihr definitiver Käufer, kann sie nur benutzen, indem er sie im Produktionsprozeß verwendet. Also fixes Kapital!

Eigentumstitel, an einer Eisenbahn z. B., können täglich die Hände wechseln, und ihre Besitzer durch den Verkauf dieser Titel sogar im Auslande - so daß die Eigentumstitel exportierbar, obgleich nicht die Eisen- <213> bahn selbst - einen Profit machen. Aber nichtsdestoweniger müssen diese Dinge im Lande selbst, wo sie lokalisiert sind, entweder brachliegen oder als fixer Bestandteil eines produktiven Kapitals fungieren. Ebenso kann Fabrikant A Profit machen durch Verkauf seiner Fabrik an Fabrikant B, was aber die Fabrik nicht hindert, nach wie vor als fixes Kapital zu fungieren.

Wenn daher die lokal fixierten, vom Boden unzertrennlichen Arbeitsmittel, obgleich sie für ihren Produzenten als Warenkapital fungieren mögen und keine Elemente seines fixen Kapitals bilden (dies besteht für ihn aus den Arbeitsmitteln, die er zum Bau von Gebäuden, Eisenbahnen etc. braucht), dennoch notwendig voraussichtlich als fixes Kapital im Land selbst fungieren müssen, so folgt daraus keineswegs umgekehrt, daß das fixe Kapital notwendig aus unbeweglichen Dingen besteht. Ein Schiff und eine Lokomotive wirken nur durch ihre Bewegung; und doch fungieren sie, nicht für ihren Produzenten, aber für ihren Anwender als fixes Kapital. Andrerseits sind Dinge, die wirklichst im Produktionsprozeß fixiert sind, in ihm leben und sterben und ihn nie, nachdem sie in ihn eingetreten, wieder verlassen, flüssige Bestandteile des produktiven Kapitals. z. B. die Kohle, die zum Betrieb der Maschine im Produktionsprozeß, das Gas, das zur Beleuchtung im Fabrikgebäude verzehrt wird usw. Sie sind flüssig, nicht weil sie leiblich mit dem Produkt den Produktionsprozeß verlassen und als Ware zirkulieren, sondern weil ihr Wert ganz in den Wert der Ware eingeht, den sie produzieren helfen, also auch ganz aus dem Verkauf der Ware ersetzt werden muß.

In der letztzitierten Stelle A. Smiths ist noch die Phrase zu bemerken:

"A circulating capital which furnishes ... the maintenance of the workmen who make them" <"Ein zirkulierendes Kapital, ... das den Unterhalt der Arbeiter, die sie" (...) "herstellen, liefert"> (Maschinen etc.).

Bei den Physiokraten figuriert der in Arbeitslohn vorgeschoßne Kapitalteil richtig unter den avances annuelles <jährlichen Vortschüsses> im Gegensatz zu den avances primitives <ursprünglichen Vorschüssen>. Andrerseits erscheint bei ihnen als Bestandteil des vom Pächter angewandten produktiven Kapitals nicht die Arbeitskraft selbst, sondern die den Landarbeitern gegebnen Lebensmittel (the maintenance of the workmen <der Unterhalt der Arbeiter>, wie Smith sagt). Dies hängt genau mit ihrer spezifischen Doktrin zusammen. Der Wertteil, den die Arbeit dem Produkt zusetzt (ganz wie der Wertteil, den Rohmaterial, Arbeitsinstrumente etc., kurz die stofflichen <214> Bestandteile des konstanten Kapitals dem Produkt zusetzen), ist nämlich bei ihnen nur gleich dem Wert der den Arbeitern gezahlten und zur Erhaltung ihrer Funktion als Arbeitskräfte notwendig zu verzehrenden Lebensmittel. Den Unterschied von konstantem Kapital und variablem Kapital zu entdecken, ist ihnen durch ihre Doktrin selbst versagt. Ist es die Arbeit, welche den Mehrwert produziert (außer der Reproduktion ihres eignen Preises), so produziert sie ihn in der Industrie so gut wie im Ackerbau. Da sie ihn aber nach dem System nur in dem einen Produktionszweig, dem Ackerbau produziert, so entspringt er nicht aus ihr, sondern aus der besondren Tätigkeit (Mithilfe) der Natur in diesem Zweige. Und nur deswegen heißt ihnen die Ackerbauarbeit produktive Arbeit, im Unterschied von den andern Arbeitsarten.

A. Smith bestimmt die Lebensmittel der Arbeiter als zirkulierendes Kapital im Gegensatz zum fixen

1. weil er das flüssige Kapital im Gegensatz zum fixen verwechselt mit den der Zirkulationssphäre angehörigen Formen des Kapitals, mit dem Zirkulationskapital; eine Verwechslung, die sich nach ihm kritiklos fortgeerbt hat. Er verwechselt daher das Warenkapital mit dem flüssigen Bestandteil des produktiven Kapitals, und da versteht es sich von selbst, daß, wo das gesellschaftliche Produkt die Form der Ware annimmt, die Lebensmittel der Arbeiter, wie die der Nichtarbeiter, die Materialien, wie die Arbeitsmittel selbst, aus dem Warenkapital geliefert werden müssen.

2. Aber auch die physiokratische Vorstellung läuft bei Smith unter, obgleich sie dem esoterischen - wirklich wissenschaftlichen - Teil seiner eignen Entwicklung widerspricht.

Das vorgeschoßne Kapital wird überhaupt umgesetzt in produktives Kapital, d.h. es nimmt die Gestalt von Produktionselementen an, die selbst Produkt früherer Arbeit sind. (Darunter die Arbeitskraft.) Nur in dieser Form kann es innerhalb des Produktionsprozesses fungieren. Setzt man nun statt der Arbeitskraft selbst, worin sich der variable Teil des Kapitals umgesetzt hat, die Lebensmittel des Arbeiters, so ist es klar, daß diese Lebensmittel als solche sich in Beziehung auf Wertbildung nicht von den andern Elementen des produktiven Kapitals unterscheiden, von den Rohmaterialien und von den Lebensmitteln des Arbeitsviehs, womit Smith, nach Vorgang der Physiokraten, sie daher auch in einer vorher zitierten Stelle auf eine Stufe stellt. Die Lebensmittel können nicht selbst ihren Wert verwerten oder ihm einen Mehrwert zusetzen. Ihr Wert, wie der der andren Elemente des produktiven Kapitals, kann nur im Wert des Produkts wieder erscheinen. Sie können ihm nicht mehr Wert zusetzen, als sie selbst besitzen. Sie unter- <215> scheiden sich, wie Rohmaterial, Halbfabrikat etc., nur dadurch vom fixen Kapital, das aus Arbeitsmitteln besteht, daß sie (für den Kapitalisten wenigstens, der sie zahlt) ganz verzehrt werden in dem Produkt, in dessen Bildung sie eingehn, ihr Wert daher ganz ersetzt werden muß, was bei dem fixen Kapital nur allmählich, stückweis geschieht. Der in Arbeitskraft (resp. den Lebensmitteln des Arbeiters) vorgeschoßne Teil des produktiven Kapitals unterscheidet sich jetzt also nur stofflich, nicht mit Bezug auf den Arbeits- und Verwertungsprozeß, von den übrigen stofflichen Elementen des produktiven Kapitals. Er unterscheidet sich nur als mit einem Teil der objektiven Produktbildner (materials sagt Smith allgemein) in die Kategorie des zirkulierenden Kapitals fallend, im Gegensatz zu einem andern Teil der objektiven Produktbildner, der unter die Kategorie des fixen Kapitals fällt.

Daß der in Arbeitslohn ausgelegte Teil des Kapitals zum flüssigen Teil des produktiven Kapitals gehört, die Flüssigkeit gemein hat, im Gegensatz zum fixen Bestandteil des produktiven Kapitals, mit einem Teil der gegenständlichen Produktbildner, den Rohstoffen etc., hat absolut nichts zu tun mit der Rolle, welche dieser variable Teil des Kapitals, im Gegensatz zum konstanten, im Verwertungsprozeß spielt. Es bezieht sich nur darauf, wie dieser Teil des vorgeschoßnen Kapitalwerts aus dem Wert des Produkts vermittelst der Zirkulation ersetzt, erneuert, also reproduziert werden muß. Der Kauf und Wiederkauf der Arbeitskraft gehört dem Zirkulationsprozeß an. Aber erst innerhalb des Produktionsprozesses verwandelt sich der in Arbeitskraft ausgelegte Wert (nicht für den Arbeiter, sondern für den Kapitalisten) aus einer bestimmten, konstanten, in eine variable Größe, und wird dadurch überhaupt erst der vorgeschoßne Wert in Kapitalwert, in Kapital, in sich verwertenden Wert verwandelt. Dadurch aber, daß wie bei Smith nicht der in Arbeitskraft ausgelegte Wert als flüssiger Bestandteil des produktiven Kapitals bestimmt wird, sondern der in den Lebensmitteln des Arbeiters ausgelegte Wert, wird das Begreifen des Unterschieds von variablem und konstantem Kapital, also das Begreifen des kapitalistischen Produktionsprozesses überhaupt, unmöglich gemacht. Die Bestimmung dieses Kapitalteils, variables Kapital zu sein im Gegensatz zu dem in gegenständlichen Produktbildnern ausgelegten konstanten Kapital, wird begraben unter der Bestimmung, daß der in Arbeitskraft ausgelegte Kapitalteil mit Bezug auf den Umschlag zum flüssigen Teil des produktiven Kapitals gehört. Das Begräbnis wird vollständig gemacht, indem an Stelle der Arbeitskraft die Lebensmittel des Arbeiters als Element des produktiven Kapitals aufgezählt werden. Ob der Wert der Arbeitskraft in Geld oder direkt in Lebensmitteln vorgeschossen wird, ist gleichgültig. Obgleich natürlich <216> das Letztre auf Basis der kapitalistischen Produktion nur Ausnahme sein kann. (24)

Dadurch, daß so die Bestimmung des zirkulierenden Kapitals durch A. Smith als das entscheidende für den in Arbeitskraft ausgelegten Kapitalwert fixiert wurde - diese physiokratische Bestimmung ohne die Voraussetzung der Physiokraten -, hat Smith bei seinen Nachfolgern glücklich die Erkenntnis des in Arbeitskraft ausgelegten Kapitalteils als variablen unmöglich gemacht. Die tiefern und richtigen Entwicklungen, die er anderswo selbst gegeben, siegten nicht, wohl aber dieser sein Verstoß. Ja, spätere Schriftsteller sind weiter gegangen, sie haben es nicht nur zur entscheidenden Bestimmung des in Arbeitskraft ausgelegten Kapitalteils gemacht, zirkulierendes - im Gegensatz zu fixem - Kapital zu sein; sie haben es zur wesentlichen Bestimmung des zirkulierenden Kapitals gemacht, in Lebensmitteln für die Arbeiter ausgelegt zu werden. Daran schloß sich naturgemäß die Lehre von dem aus notwendigen Lebensmitteln bestehenden Arbeitsfonds <Siehe Band 23, S. 636 - 639> als einer gegebnen Größe, welche einerseits die Grenzen des Anteils der Arbeiter am gesellschaftlichen Produkt physisch beschränkt, andrerseits aber auch im Ankauf von Arbeitskraft seinem ganzen Umfang nach verausgabt werden muß.

Der den Geldkreislauf einleitende Vorschuss c+v des Kapitalisten muss geändert werden in den den Kreislauf einleitenden Vorschuss von c des Kapitalisten in Geld und den vom Arbeiter einleitenden Vorschuss von v+m in Zeit. Da Zeit=Geld, können wir bei der Bezeichnung Geldkreislauf bleiben.<-besser!


Fußnoten

(23) Vgl. für Quesnay die "Analyse du Tableau Économique" ("Physiocrates", éd. Daire, I. Partie, Paris 1846). Es heißt dort z. B.: "Die jährlichen Vorschüsse bestehen in den Ausgaben, die jährlich für die Arbeiten in der Landbestellung gemacht werden; diese Vorschüsse müssen von den ursprünglichen Vorschüssen unterschieden werden, die Fonds für die Einrichtung der Landbestellung darstellen." (p. 59.) - Bei den jüngren Physiokraten werden die avances schon mehrfach direkt als capital bezeichnet: "Capital ou avances". Dupont de Nemours, "Maximes du Docteur Quesnay, ou résumé de ses principes d'économie sociale"<1. und 2. Auflage: "Origine & Progres d'une science nouvelle", 1767> (Daire, l.p. 391); ferner Le Trosne: "Infolge der längeren oder kürzeren Lebensdauer der Arbeitserzeugnisse besitzt eine Nation einen von seiner jährlichen Reproduktion unabhängigen beträchtlichen Vorrat von Reichtümern, der ein von langer Hand akkumuliertes Kapital darstellt und, ursprünglich mit Produkten bezahlt, sich immer erhält und wächst." (Daire, II, p. 928, 929.) - Turgot braucht das Wort capital schon regelmäßiger für avances, und identifiziert noch mehr die avances der manufacturiers <Fabrikanten> mit denen der Pächter. (Turgot, "Réflexions sur la Formation et la Distribution des Richesses", 1766.) <=

(24) Wie sehr A. Smith sich selbst den Weg versperrt hat zum Verständnis der Rolle der Arbeitskraft im Verwertungsprozeß, beweist folgender Satz, der die Arbeit der Arbeiter nach physiokratischer Weise mit der des Arbeitsviehs auf gleiche Stufe stellt: "Nicht nur sein" (des Pächters) "Arbeitsgesinde, auch sein Arbeitsvieh besteht aus produktiven Arbeitern." (Book II, chap. V, p. 243.) <=