]> Das Kapital II - I. Die Metamorphosen des Kapitals und ihr Kreislauf

2. Kapitel. Der Kreislauf des produktiven Kapitals | Inhalt | 4. Kapitel. Die drei Figuren des Kreislaufsprozesses

Seitenzahlen verweisen auf: Karl Marx - Friedrich Engels - Werke, Band 24, "Das Kapital", Bd. II, 1. Abschnitt, S. 69 - 103 Dietz Verlag, Berlin/DDR 1963

DRITTES KAPITEL Der Kreislauf des Warenkapitals

<91> Die allgemeine Formel für den Kreislauf des Warenkapitals ist:

W´ - G´ - W ... P ... W´.

Der Warenkreislauf hat die Reihenfolge III., I., II., wo sich das fertige Produkt III. auf dem Waren- und Arbeitsmarkt I. auftrennt, um im Anschluss wieder in der Produktion II. zusammenzufinden und um von dort wieder auf den »richtigen« Markt III. zu gehen (der c-Markt in I. ist wird nur alle 10 Jahre aufgesucht, und der (v+m)-Markt in I. ist ein Kredit). Da die 78er Lücken des Arbeiterkredits am Jahresende geschlossen werden, können sie kalkulatorisch mit einbezogen bleiben. Nur um ihre Größe dreht sich die Jahresabrechnung, die im dritten Band des »Kapital« erfolgt. Wäre der Arbeiter ein ebenso hartherziger Wucherer wie die Finanzpinkel, die sich als »Imperatoren« feiern lassen, so würde er den ganzen m in die Tasche stecken und damit die Welt ebenso wie diese zugrunde richten. Da ihm aber ein unzufriedener oder toter Kapitalist nichts nützt, sondern schadet, wird er seinen Zins so mit ihm teilen, dass die Geschäfte flott vorangehen können und den Finanzpinkeln »that play with my world like (their) little toy« (Bob Dylan, Masters of War) eine Lektion erteilen.

W´  erscheint nicht nur als Produkt, sondern auch als Voraussetzung der beiden früheren Kreisläufe, da, was G - W für das eine Kapital, schon W´ - G´  für das andre einschließt, sofern wenigstens ein Teil der Produktionsmittel selbst das Warenprodukt andrer in ihrem Kreislauf befindlichen individuellen Kapitale ist. In unserm Fall z. B. sind Kohle, Maschinen etc. das Warenkapital des Grubenexploiteurs, des kapitalistischen Maschinenbauers usw. Ferner ist schon in Kap. I, 4 gezeigt, daß schon bei der ersten Wiederholung von G ... G´, schon ehe dieser zweite Kreislauf des Geldkapitals vollendet, nicht nur der Kreislauf P ... P, sondern auch der Kreislauf W ... W´  vorausgesetzt ist.

Findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, so ist das Schluß-W´  größer als das Ausgangs-W´  und soll deshalb hier mit W´ ´ bezeichnet werden.

Der Unterschied der dritten Form von den zwei ersten zeigt sich darin, erstens, daß hier die Gesamtzirkulation mit ihren zwei entgegengesetzten Phasen den Kreislauf eröffnet, während in Form I die Zirkulation durch den Produktionsprozeß unterbrochen wird, in Form II die Gesamtzirkulation mit ihren zwei sich ergänzenden Phasen nur als Vermittlung des Reproduktionsprozesses erscheint und daher die vermittelnde Bewegung zwischen P ... P bildet. Bei G ... G´  ist die Zirkulationsform G - W ... W´ - G´  = G - W - G. Bei P ... P ist sie die umgekehrte W´ - G´. G - W = W - G - W. In W´ ... W´  hat sie ebenfalls diese letztre Form.

Zweitens: In der Wiederholung der Kreisläufe I und II, auch wenn die Schlußpunkte G´  und P´ die Anfangspunkte des erneuerten Kreislaufs <92> bilden, verschwindet die Form, in der sie erzeugt waren. G´  = G + g, P´ = P + p beginnt den neuen Prozeß wieder als G und P. In Form III aber muß der Ausgangspunkt W als W´  bezeichnet werden, auch bei Erneuerung des Kreislaufs auf derselben Stufenleiter, und zwar aus folgendem Grund. In Form I, sobald G´  als solches einen neuen Kreislauf eröffnet, fungiert es als Geldkapital G, Vorschuß des zu verwertenden Kapitalwerts in Geldform. Die Größe des vorgeschoßnen Geldkapitals, angewachsen durch die im ersten Kreislauf vollzogne Akkumulation, hat zugenommen. Aber ob 422 Pfd.St. oder 500 Pfd.St. die Größe des vorgeschoßnen Geldkapitals, ändert nichts daran, daß es als bloßer Kapitalwert erscheint. G´  existiert nicht mehr als verwertetes oder mit Mehrwert geschwängertes Kapital, als Kapitalverhältnis. Es soll sich ja erst im Prozeß verwerten. Dasselbe gilt für P ... P´; P´ muß stets als P, als Kapitalwert, der Mehrwert produzieren soll, weiter fungieren und den Kreislauf erneuern. - Dagegen der Kreislauf des Warenkapitals eröffnet sich nicht mit Kapitalwert, sondern mit in Warenform vermehrtem Kapitalwert, schließt also von vornherein den Kreislauf nicht nur des in Warenform vorhandnen Kapitalwerts, sondern auch des Mehrwerts ein. Findet daher in dieser Form einfache Reproduktion statt, so tritt ein W´  von gleicher Größe am Schlußpunkt wie am Ausgangspunkt ein. Geht ein Teil des Mehrwerts in den Kapitalkreislauf ein, so erscheint zwar am Schluß statt W´ , W´´, ein größres W´, aber der nun folgende Kreislauf wird wieder eröffnet mit W´,

Die einfache Reproduktion, die am Ende soviel wieder in die Reproduktion wirft, wie am Anfang hineingekommen ist und die am Ende mit Mehrwert geschwängert ist, muss daher schon am Anfang mit Mehrwert geschwängert gewesen sein. Wenn W<PmA von vornherein W <cv+m wäre, also das Volkseinkommen das Einkommen des Volkes, bedürfte das keiner weiteren Erläuterungen. Dann wäre es klar, dass es keinen Kauf von Arbeit ohne den Kauf von Mehrwert gäbe. Jetzt ist es klar bei allen Waren. Nur bei der einen Ware, die den Mehrwert zeugt, ist es noch nicht klar. Aber nach Klärung des zinstragenden Kapitals im dritten Band wird es klar sein.

Das Revolutionäre an der Enthüllung des Geheimnisses des Mehrwerts durch Marx ist nicht die Zweiteilung des Arbeitstages in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, sondern die Tatsache, dass er festgestellt hat, dass es sich bei dem zweiten Teil des Tages um eine widerrechtliche Aneignung handelt. Marx drückt diese widerrechtliche Aneigung als »unbezahlte Arbeit« aus. Der Kapitalist hat hier nichts zu zahlen. Er wird bezahlt. Das folgt aus Marx.

was nur ein größres W´  ist als im vorigen Kreislauf und mit größrem akkumuliertem Kapitalwert, daher auch mit verhältnismäßig größrem neuerzeugtem Mehrwert seinen neuen Kreislauf beginnt. In allen Fällen eröffnet W´  den Kreislauf stets als ein Warenkapital, welches = Kapitalwert + Mehrwert.

W´  als W erscheint in dem Kreislauf eines einzelnen industriellen Kapitals nicht als Form dieses Kapitals, sondern als Form eines andren industriellen Kapitals, soweit die Produktionsmittel dessen Produkt sind. Der Akt G - W (d.h. G - Pm) des ersten Kapitals ist für dieses zweite Kapital W´ - G´.

Die Pm, die für den Maschinenfabrikanten c + v + m sind, sind für den sie anwendenden Kapitalisten nur c.

Im Zirkulationsvorgang G - W <APm verhalten sich A und Pm soweit identisch, als sie Waren sind in der Hand ihrer Verkäufer, hier der Arbeiter, die ihre Arbeitskraft, dort der Besitzer der Produktionsmittel, die diese verkaufen. Für den Käufer, dessen Geld hier als Geldkapital fungiert, fungieren sie nur als Waren, solange er sie noch nicht gekauft hat, solange sie also seinem in Geldform existierenden Kapital als Waren andrer gegenübertreten. Pm und A unterscheiden sich hier nur soweit, als Pm in der Hand seines Verkäufers W´, also Kapital sein kann, wenn Pm Warenform <93> seines Kapitals ist, während A für den Arbeiter stets nur Ware ist und erst Kapital wird in der Hand des Käufers, als Bestandteil von P.

W´  kann daher nie als bloßes W, als bloße Warenform des Kapitalwerts einen Kreislauf eröffnen. Als Warenkapital ist es immer ein Doppeltes. Unter dem Gesichtspunkt des Gebrauchswerts ist es das Produkt der Funktion von P, hier Garn, dessen als Waren aus der Zirkulation herkommende Elemente, A und Pm, nur <1. und 2. Auflage. nun; geändert nach dem Manuskript von Marx> als Produktbildner dieses Produkts fungiert haben. Zweitens, unter dem Gesichtspunkt des Werts, ist es der Kapitalwert P plus dem in der Funktion von P erzeugten Mehrwert m.

Nur im Kreislauf von W´  selbst kann und muß W = P = dem Kapitalwert sich trennen von dem Teil von W´, worin Mehrwert existiert, von dem Mehrprodukt, worin der Mehrwert steckt, ob beide nun tatsächlich trennbar, wie bei Garn, oder nicht, wie in der Maschine. Sie werden jedesmal trennbar, sobald W´  in G´  verwandelt.

Ist das gesamte Warenprodukt trennbar in selbständige homogene Teilprodukte, wie z. B. unsre 10.000 Pfund Garn, und kann daher der Akt W´ - G´  sich in einer Summe nacheinander vollzogner Verkäufe darstellen, so kann der Kapitalwert in Warenform als W fungieren, sich von W´  lostrennen, bevor der Mehrwert, also bevor W´  als ganzes realisiert ist.

Von den 10.000 Pfund Garn zu 500 Pfd.St. ist der Wert von 8.440 Pfund = 422 Pfd.St. = dem Kapitalwert, getrennt vom Mehrwert. Verkauft der Kapitalist erst 8.440 Pfund Garn zu 422 Pfd.St., so stellen diese 8.440 Pfund Garn W dar, den Kapitalwert in Warenform; das in W´  außerdem enthaltne Mehrprodukt von 1.560 Pfund Garn = Mehrwert von 78 Pfd. St. zirkulierte erst später; der Kapitalist könnte W - G - W <APm vollziehn vor der Zirkulation des Mehrprodukts w - g - w.

Oder wenn er erst 7.440 Pfund Garn zum Wert von 372 Pfd.St. und dann 1.000 Pfund Garn zum Wert von 50 Pfd.St. verkaufte, so könnten mit dem ersten Teil von W die Produktionsmittel (der konstante Kapitalteil c) und mit dem zweiten Teil von W der variable Kapitalteil v, die Arbeitskraft ersetzt werden, und dann wie vorher.

Finden aber solche sukzessive Verkäufe statt und erlauben es die Bedingungen des Kreislaufs, so kann der Kapitalist, statt W´  zu trennen in c + v + m, diese Trennung auch bei aliquoten Teilen von W´  vornehmen.

z. B. 7.440 Pfund Garn = 372 Pfd.St., die als Teile von W´  (10.000 Pfund Garn = 500 Pfd.St.) den konstanten Kapitalteil repräsentieren, sind selbst wieder zerfällbar in

5.535,360 Pfund Garn zum Wert von 276,768 Pfd.St.,

<94> die bloß den konstanten Teil, den Wert der in 7.440 Pfund Garn verbrauchten Produktionsmittel ersetzen;

744 Pfund Garn zum Wert von 37,200 Pfd.St.,

die nur das variable Kapital ersetzen;

1.160,640 Pfund Garn zum Wert von 58,032 Pfd.St.,

welche als Mehrprodukt Träger des Mehrwerts sind. Von den verkauften 7.440 Pfund kann er also den in ihnen enthaltnen Kapitalwert ersetzen durch Verkauf von 6.279,360 Pfund Garn zum Preis von 313,968 Pfd.St., und den Wert des Mehrprodukts 1.160,640 Pfund = 58,032 Pfd.St. als Revenue verausgaben.

Ebenso kann er weiter 1.000 Pfund Garn = 50 Pfd.St. = dem variablen Kapitalwert zerfällen und demgemäß verkaufen;

744 Pfund Garn zu 37,200 Pfd.St.,

konstanter Kapitalwert von 1.000 Pfund Garn;

100 Pfund Garn zu 5,000 Pfd.St.,

variabler Kapitalteil von ditto; also 844 Pfund Garn zu 42,200 Pfd.St., Ersatz des in den 1.000 Pfund Garn enthaltnen Kapitalwerts; endlich

156 Pfund Garn zum Wert von 7,800 Pfd.St.,

die das darin enthaltne Mehrprodukt darstellen und als solches verzehrt werden können.

Endlich kann er die noch übrigen 1.560 Pfund Garn zum Wert von 78 Pfd.St., wenn der Verkauf gelingt, in der Weise zerfällen, daß der Verkauf von

1.160,640 Pfund Garn zu 58,032 Pfd.St.

den Wert der in den 1.560 Pfund Garn enthaltnen Produktionsmittel, und

156 Pfund Garn zum Wert von 7,800 Pfd.St.

den variablen Kapitalwert ersetzen; zusammen 1.316,640 Pfund Garn = 65,832 Pfd.St., Ersatz des gesamten Kapitalwerts; endlich das Mehrprodukt

243,360 Pfund = 12,168 Pfd.St.

bleibt als Revenue zu verausgaben.

Wie jedes im Garn existierende Element c, v, m, wieder in dieselben Bestandteile zerlegbar ist, so auch jedes einzelne Pfund Garn zum Wert von 1 sh. = 12d.

c = 0,744 Pfund Garn = 8.928 d.
v = 0,100 Pfund Garn = 1,200 d.
m = 0,156 Pfund Garn = 1,872 d.
c + v + m = 1,000 Pfund Garn = 12,00 d.

Addieren wir die Resultate der drei obigen Teilverkäufe zusammen, so kommt dasselbe Resultat heraus, wie beim Verkauf der 10.000 Pfund Garn auf einen Schlag.

Wir haben an konstantem Kapital:

beim 1. Verkauf: 5.535,360 Pfund Garn = 276,768 Pfd.St.
beim 2. Verkauf: 744,000 Pfund Garn = 37,200 Pfd.St.
beim 3. Verkauf: 1.160,640 Pfund Garn = 58,032 Pfd.St.
zusammen 7.440,000 Pfund Garn = 372,000 Pfd.St.

<95> An variablem Kapital:

beim 1. Verkauf: 744,000 Pfund Garn = 37,200 Pfd.St.
beim 2. Verkauf: 100,000 Pfund Garn = 5,000 Pfd.St.
beim 3. Verkauf: 156,000 Pfund Garn = 7,800 Pfd.St.
zusammen 1.000,000 Pfund Garn = 50,000 Pfd.St.

An Mehrwert:

beim 1. Verkauf: 1160,000 Pfund Garn = 58,032 Pfd.St.
beim 2. Verkauf: 156,000 Pfund Garn = 7,800 Pfd.St.
beim 3. Verkauf: 243,360 Pfund Garn = 12,168 Pfd.St.
zusammen 1.560,000 Pfund Garn = 78,000 Pfd.St.

Summa Summarum:

Konstantes Kapital: 7.440 Pfund Garn = 372 Pfd.St.
Variables Kapital: 1.000 Pfund Garn = 50 Pfd.St.
Mehrwert: 1.560 Pfund Garn = 78 Pfd.St.
zusammen 10.000 Pfund Garn = 500 Pfd.St.

W´ - G´  ist für sich nichts als ein Verkauf von 10.000 Pfund Garn. Die 10.000 Pfund Garn sind Ware wie alles andre Garn. Den Käufer interessiert der Preis von 1 sh. per Pfund, oder von 500 Pfd.St. für 10.000 Pfund. Läßt er sich bei dem Handel auf die Wertzusammensetzung ein, dann nur mit der heimtückischen Absicht nachzuweisen, daß das Pfund unter 1 sh. verkauft werden könne und der Verkäufer dabei immer noch ein gutes Geschäft machen werde. Das Quantum aber, das er kauft, hängt von seinen Bedürfnissen ab; ist er z. B. Webereibesitzer, dann von der Zusammensetzung seines eignen in der Weberei fungierenden Kapitals, nicht von der des Spinners, von dem er kauft. Die Verhältnisse, worin W´  einerseits das in ihm aufgearbeitete Kapital (resp. dessen verschiedne Bestandteile) zu ersetzen, andrerseits als Mehrprodukt, sei es zur Verausgabung von Mehrwert, sei es zur Kapitalakkumulation, zu dienen hat, existieren nur im Kreislauf des Kapitals, dessen Warenform die 10.000 Pfund Garn sind. Sie haben mit dem Verkauf als solchem nichts zu tun. Hier ist außerdem unterstellt, daß W´  zu seinem Wert verkauft wird, es sich also nur um seine Verwandlung aus Warenform in Geldform handelt. Für W´, als funktionelle Form im Kreislauf dieses einzelnen Kapitals, woraus das produktive Kapital ersetzt werden muß, ist es natürlich entscheidend, ob und wieweit Preis und Wert beim Verkauf voneinander abweichen, aber damit haben wir hier bei Betrachtung der bloßen Formunterschiede nichts zu schaffen.

<96> In Form I, G ... G´  erscheint der Produktionsprozeß in der Mitte zwischen den zwei sich ergänzenden und einander entgegengesetzten Phasen der Zirkulation des Kapitals; er ist vergangen, bevor die abschließende Phase W´  - G´  eintritt. Geld ist als Kapital vorgeschossen, zuerst in die Produktionselemente, aus diesen in Warenprodukt verwandelt und dies Warenprodukt wieder in Geld umgesetzt. Es ist ein fertig abgeschloßner Geschäftszyklus, dessen Resultat das zu allem und jedem verwendbare Geld. Der Neubeginn ist so nur der Möglichkeit nach gegeben. G ... P ... G´  kann ebensowohl der letzte Kreislauf sein, der beim Rücktritt aus dem Geschäft die Funktion eines individuellen Kapitals abschließt, wie erster Kreislauf eines neu in Funktion tretenden Kapitals. Die allgemeine Bewegung ist hier G ... G´, von Geld zu mehr Geld.

In Form II, P ... W´ - G´ - W ... P (P´) folgt der gesamte Zirkulationsprozeß auf das erste P und geht dem zweiten vorher; er erfolgt aber in entgegengesetzter Ordnung wie in Form I. Das erste P ist das produktive Kapital, und seine Funktion der Produktionsprozeß, als Vorbedingung des nachfolgenden Zirkulationsprozesses. Das abschließende P dagegen ist nicht der Produktionsprozeß; es ist nur das Wiederdasein des industriellen Kapitals in seiner Form als produktives Kapital. Und zwar ist es dies als Resultat der in der letzten Zirkulationsphase vollzognen Verwandlung des Kapitalwerts in A + Pm, in die subjektiven und objektiven Faktoren, welche in ihrer Vereinigung die Daseinsform des produktiven Kapitals bilden. Das Kapital, sei es P oder P´, ist am Schluß wieder in einer Form fertig vorhanden, worin es von neuem als produktives Kapital fungieren, den Produktionsprozeß vollziehn muß. Die allgemeine Form der Bewegung, P ... P, ist die Form der Reproduktion und zeigt nicht, wie G ... G´, die Verwertung als Zweck des Prozesses an. Sie macht es deshalb der klassischen Ökonomie um so leichter, von der bestimmten kapitalistischen Form des Produktionsprozesses abzusehn und die Produktion als solche als Zweck des Prozesses darzustellen, so daß möglichst viel und wohlfeil zu produzieren und das Produkt gegen möglichst vielseitige andre Produkte auszutauschen sei, teils zur Erneuerung der Produktion (G - W), teils zur Konsumtion (g - w). Wobei denn, da G und g hier nur als verschwindendes Zirkulationsmittel erscheinen, die Eigentümlichkeiten sowohl des Geldes wie des Geldkapitals übersehn werden können, und der ganze Prozeß einfach und natürlich erscheint, d.h. die Natürlichkeit des flachen Rationalismus besitzt. Beim Warenkapital wird ebenso der Profit gelegentlich vergessen, und figuriert es, sobald vom Produktionskreislauf als Ganzem die Rede, nur als Ware; sobald aber von den Wertbestandteilen die Rede, als Warenkapital. Die <97> Akkumulation erscheint natürlich in derselben Weise wie die Produktion.

In Form III, W´ - G´ - W ... P ... W´  eröffnen die zwei Phasen des Zirkulationsprozesses den Kreislauf, und zwar in derselben Ordnung wie in Form II, P ... P; es folgt dann P, und zwar wie in Form I mit seiner Funktion, dem Produktionsprozeß; mit dem Resultat des letztren, W´, schließt der Kreislauf. Wie in Form II mit P als bloßem Wiederdasein des produktiven Kapitals, schließt er hier mit W´, als Wiederdasein des Warenkapitals; wie in Form II das Kapital in seiner Schlußform P den Prozeß wieder beginnen muß als Produktionsprozeß, so muß hier mit dem Wiedererscheinen des industriellen Kapitals, in der Form von Warenkapital, der Kreislauf sich von neuem eröffnen mit der Zirkulationsphase W´  - G´. Beide Formen des Kreislaufs sind unvollendet, weil sie nicht mit G´, dem in Geld rückverwandelten, verwerteten Kapitalwert abschließen. Beide müssen also weiter fortgesetzt werden und schließen daher die Reproduktion ein. Der Gesamtkreislauf in Form III ist W´ ... W´.

Was die dritte Form von den beiden ersten unterscheidet, ist, daß nur in diesem Kreislauf der verwertete Kapitalwert, nicht der ursprüngliche, erst zu verwertende Kapitalwert als Ausgangspunkt seiner Verwertung erscheint. W´  als Kapitalverhältnis ist hier der Ausgangspunkt und wirkt als solches determinierend auf den ganzen Kreislauf ein, indem es sowohl den Kreislauf des Kapitalwerts als den des Mehrwerts schon in seiner ersten Phase einschließt, und der Mehrwert, wenn auch nicht in jedem einzelnen Kreislauf, doch in ihrem Durchschnitt, zum Teil als Revenue verausgabt werden, die Zirkulation w - g - w durchlaufen, zum Teil als Element der Kapitalakkumulation fungieren muß.

Erst in III. ist der Mehrwert in Geld aktualisiert. Vorher ist er nur potentielles Geld. In I. tritt er als Zeitkredit und in II. als Arbeit auf. Da für den Kapitalisten nur Bares Wahres ist, ist erst der Markt in III. für ihn der wirkliche Mehrwertmacher. Dass aber Zeit = Geld ist wird ihm sein Kreditgeber aus I. am Jahresende vorrechnen.

In der Form W´ ... W´  ist die Konsumtion des gesamten Warenprodukts als Bedingung des normalen Verlaufs des Kreislaufs des Kapitals selbst vorausgesetzt. Die individuelle Konsumtion des Arbeiters und die individuelle Konsumtion des nicht akkumulierten Teils des Mehrprodukts umschließt die gesamte individuelle Konsumtion. Es geht also die Konsumtion ihrer Gesamtheit nach - als individuelle und als produktive Konsumtion - als Bedingung in den Kreislauf W´  ein. Die produktive Konsumtion (worin der Sache nach die individuelle Konsumtion des Arbeiters eingeschlossen, da Arbeitskraft beständiges Produkt, innerhalb gewisser Grenzen, der individuellen Konsumtion des Arbeiters) geschieht durch jedes individuelle Kapital selbst. Die individuelle Konsumtion außer soweit zur Existenz des individuellen Kapitalisten nötig - ist nur unterstellt als gesellschaftlicher Akt, keineswegs als Akt des individuellen Kapitalisten.

Für den ist die individuelle Konsumtion des Arbeiters das größte Ärgernis seiner Rechentabellen. Denn je mehr der Arbeiter isst, desto weniger kann der Kapitalist essen oder akkumulieren, so dass das Nichtessen des Arbeiters im Interesse des individuellen Kapitalisten ist. Schaut man sich die Weltbilanz zwischen den reichen und den armen Ländern an, so scheint das Nichtessen der Welt die Bedingung des mageren Einkommens der wenigen reichen Länder und damit der Kapitalisten als Weltklasse zu sein. Nichts war daher falscher als Kautskys Einteilung der friedliebenden produktiven und der räuberischen und kriegerischen Finanzkapitalisten. Das ist ein Verein, nicht zwei. Dass die Arbeiter mit dem einen Teil des Vereins eine etwas robustere Sprache sprechen werden, wenn sie sich ihr Eigentum zurückerobert haben werden, als mit dem anderen Teil, ändert daran nichts. Im asozialen Kapitalismus ist es für den Banker, Fabrikanten oder Pächter ein und dasselbe Ärgerniss, wenn der Arbeit zu viel isst.

<98> in den Formen I und II stellt sich die Gesamtbewegung dar als Bewegung des vorgeschoßnen Kapitalwerts. In der Form III bildet das verwertete Kapital, in Gestalt des gesamten Warenprodukts, den Ausgangspunkt und besitzt die Form des sich bewegenden Kapitals, Warenkapitals. Erst nach seiner Verwandlung in Geld zweigt diese Bewegung sich ab in Kapitalbewegung und Revenuebewegung. Die Verteilung des gesellschaftlichen Gesamtprodukts, wie die besondre Verteilung des Produkts für jedes individuelle Warenkapital, einerseits in individuellen Konsumtionsfonds, andrerseits in Reproduktionsfonds, ist in dieser Form in den Kreislauf des Kapitals eingeschlossen.

In G ... G´  ist mögliche Erweitrung des Kreislaufs eingeschlossen, je nach dem Umfang des g, das in den erneuerten Kreislauf eingeht.

In P ... P kann P mit demselben Wert, vielleicht mit geringrem, den neuen Kreislauf beginnen und dennoch Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter darstellen; wenn z. B. Warenelemente sich infolge gesteigerter Produktivität der Arbeit verwohlfeilern. Umgekehrt kann im entgegengesetzten Fall das dem Wert nach gewachsne produktive Kapital Reproduktion auf stofflich verengerter Stufenleiter darstellen, wenn z. B. Produktionselemente verteuert. Dasselbe gilt für W´ ... W´.

In W´ ... W´  ist Kapital in Warenform der Produktion vorausgesetzt; es kehrt wieder als Voraussetzung innerhalb dieses Kreislaufs im zweiten W. Ist dies W noch nicht produziert oder reproduziert, so ist der Kreislauf gehemmt; dies W muß reproduziert werden, größtenteils als W´  eines andren industriellen Kapitals. In diesem Kreislauf existiert W´  als Ausgangspunkt, Durchgangspunkt, Schlußpunkt der Bewegung, ist daher stets da. Es ist beständige Bedingung des Reproduktionsprozesses.

W´ ... W´  unterscheidet sich durch ein andres Moment von den Formen I und II. Alle drei Kreisläufe haben das gemein, daß die Form, worin das Kapital seinen Kreislaufsprozeß eröffnet, auch die Form ist, worin es ihn schließt, und damit sich wieder in der Anfangsform befindet, worin es denselben Kreislauf neu eröffnet. Die Anfangsform G, P, W´  ist stets die Form, worin der Kapitalwert (in III mit dem ihm angewachsnen Mehrwert) vorgeschossen wird, also seine mit Bezug auf den Kreislauf ursprüngliche Form; die Schlußform G´, P, W´  ist jedesmal verwandelte Form einer im Kreislauf vorhergehenden funktionellen Form, welche nicht die ursprüngliche Form ist.

So ist G´  in I verwandelte Form von W´, das Schluß-P in II verwandelte Form von G (und in I und II wird diese Verwandlung durch einen einfachen Vorgang der Warenzirkulation, durch formellen Stellenwechsel von <99> Ware und Geld bewirkt); in III ist W´  verwandelte Form von P, dem produktiven Kapital. Aber hier in III betrifft erstens die Verwandlung nicht nur die funktionelle Form des Kapitals, sondern auch seine Wertgröße; zweitens aber ist die Verwandlung das Resultat nicht eines dem Zirkulationsprozeß angehörigen, bloß formellen Stellenwechsels, sondern der wirklichen Verwandlung, welche Gebrauchsform und Wert der Warenbestand teile des produktiven Kapitals im Produktionsprozeß durchgemacht haben.

Die Form des Anfangsextrems G, P, W´  ist dem jedesmaligen Kreislauf I, II, III vorausgesetzt; die im Schlußextrem wiederkehrende Form ist gesetzt und daher bedingt durch die Metamorphosenreihe des Kreislaufs selbst. W´, als Schlußpunkt eines individuellen industriellen Kapitalkreislaufs, setzt nur die nicht der Zirkulation angehörige Form P desselben industriellen Kapitals voraus, dessen Produkt es ist. G´, als Schlußpunkt in I, als verwandelte Form von W´  (W´ - G´), setzt G voraus in der Hand des Käufers, als außerhalb des Kreislaufs G ... G´  existierend und durch Verkauf von W´  in ihn hineingezogen und zu seiner eignen Schlußform gemacht. So setzt in II das Schluß-P voraus A und Pm (W) als außerhalb existierend und durch G - W ihm als Schlußform inkorporiert. Aber abgesehn von dem letzten Extrem, setzt weder der Kreislauf des individuellen Geldkapitals das Dasein des Geldkapitals überhaupt, noch der Kreislauf des individuellen produktiven Kapitals das des produktiven Kapitals in ihrem Kreislauf voraus. In I kann G das erste Geldkapital, in II P das erste produktive Kapital sein, das auf der geschichtlichen Bühne auftritt, aber in III

{ W -- { G - W <APm ... P ... W´
-- G´
w -- g - w

ist W zweimal außerhalb des Kreislaufs vorausgesetzt. Einmal im Kreislauf W´ - G´ - W <APm. Dies W, soweit es aus Pm besteht, ist Ware in der Hand des Verkäufers; es ist selbst Warenkapital, soweit es Produkt eines kapitalistischen Produktionsprozesses; und selbst wenn das nicht, erscheint es als Warenkapital in der Hand des Kaufmanns. Das andre Mal in dem zweiten w in w - g - w, das ebenfalls als Ware vorhanden sein muß, um gekauft werden zu können. Jedenfalls, ob Warenkapital oder nicht, sind A und Pm Waren so gut wie W´  und verhalten sich zueinander als Waren. Dasselbe gilt von dem zweiten w in w - g - w. Soweit also W´  = W (A + Pm), hat es Waren zu seinen eignen Bildungselement und muß durch gleiche Waren n der Zirkulation ersetzt werden; wie auch in w - g - w das zweite w durch andre gleiche Waren in der Zirkulation zu ersetzen ist.

<100> Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise, als herrschender, muß außerdem alle Ware in der Hand des Verkäufers Warenkapital sein. Sie fährt fort es zu sein in der Hand des Kaufmanns, oder wird es in seiner Hand, wenn sie es noch nicht war. Oder aber sie muß Ware sein - z. B. eingeführte Artikel -, welche ursprüngliches Warenkapital ersetzt, ihm daher nur eine andre Daseinsform gegeben hat.

Die Warenelemente A und Pm, woraus das produktive Kapital P besteht, besitzen als Daseinsformen von P nicht dieselbe Gestalt wie auf den verschiednen Warenmärkten, auf denen sie zusammengesucht werden. Sie sind jetzt vereinigt, und in ihrer Verbindung können sie als produktives Kapital fungieren.

Daß nur in dieser Form III, innerhalb des Kreislaufs selbst, W als Voraussetzung von W erscheint, kommt daher, daß der Ausgangspunkt das Kapital in Warenform ist. Der Kreislauf wird eröffnet durch Umsatz von W´  (soweit es als Kapitalwert fungiert, ob durch Zusatz von Mehrwert vergrößert oder nicht) in die Waren, die seine Produktionselemente bilden. Dieser Umsatz aber umfaßt den ganzen Zirkulationsprozeß W - G - W (= A + Pm) und ist dessen Resultat. Hier steht also W auf beiden Extremen, aber das zweite Extrem, das seine Form W durch G - W von außen aus dem Warenmarkt erhält, ist nicht letztes Extrem des Kreislaufs, sondern nur seiner zwei ersten, den Zirkulationsprozeß umfassenden Stadien. Sein Resultat ist P, dessen Funktion dann eintritt, der Produktionsprozeß. Erst als dessen Resultat, also nicht als Resultat des Zirkulationsprozesses, erscheint W´  als Schluß des Kreislaufs und in derselben Form wie das Anfangsextrem W´. Dagegen in G ... G´, P ... P sind die Schlußextreme G´  und P unmittelbare Resultate des Zirkulationsprozesses. Hier sind also nur am Schluß das eine Mal G´, das andre Mal P in andrer Hand vorausgesetzt. Soweit der Kreislauf zwischen den Extremen vorgeht, erscheint weder G in dem einen Fall, noch P in dem andren - das Dasein von G, als fremdem Geld, von P, als fremdem Produktionsprozeß - als Voraussetzung dieser Kreisläufe. W´ ... W´  dagegen setzt W (= A + Pm) als fremde Waren in fremder Hand voraus, die durch den einleitenden Zirkulationsprozeß in den Kreislauf gezogen und in das produktive Kapital verwandelt werden, als Resultat von dessen Funktion nun W´  wieder Schlußform des Kreislaufs wird.

Aber eben weil der Kreislauf W´ ... W´  innerhalb seiner Beschreibung andres industrielles Kapital in Form von W (= A +Pm) voraussetzt (und Pm umschließt verschiedenartige andre Kapitale, z. B. in unserm Fall Maschinen, Kohlen, Öl etc.), fordert er selbst dazu heraus, ihn zu betrachten <101> nicht nur als allgemeine Form des Kreislaufs, d.h. als eine gesellschaftliche Form, worunter jedes einzelne industrielle Kapital (außer bei seiner ersten Anlage) betrachtet werden kann, daher nicht nur als eine allen individuellen industriellen Kapitalen gemeinsame Bewegungsform, sondern zugleich als Bewegungsform der Summe der individuellen Kapitale, also des Gesamtkapitals der Kapitalistenklasse, eine Bewegung, worin die jedes individuellen industriellen Kapitals nur als eine Teilbewegung erscheint, die mit der andren sich verschlingt und durch sie bedingt wird. Betrachten wir z. B. das jährliche Gesamtwarenprodukt eines Landes und analysieren die Bewegung, wodurch ein Teil desselben das produktive Kapital in allen individuellen Geschäften ersetzt, ein andrer Teil in die individuelle Konsumtion der verschiednen Klassen eingeht, so betrachten wir W´ ... W´  als Bewegungsform sowohl des gesellschaftlichen Kapitals, als des von diesem erzeugten Mehrwerts, resp. Mehrprodukts. Daß das gesellschaftliche Kapital Summe der individuellen Kapitale (inkl. der Aktienkapitale resp. des Staatskapitals, soweit Regierungen produktive Lohnarbeit in Bergwerken, Eisenbahnen etc. anwenden, als industrielle Kapitalisten fungieren), und daß die Gesamtbewegung des gesellschaftlichen Kapitals = der algebraischen Summe der Bewegungen der individuellen Kapitale ist, schließt in keiner Weise aus, daß diese Bewegung als Bewegung des vereinzelten individuellen Kapitals andre Phänomene darbietet, als dieselbe Bewegung, wenn sie unter dem Gesichtspunkt eines Teils der Gesamtbewegung des gesellschaftlichen Kapitals, also in ihrem Zusammenhang mit den Bewegungen seiner andren Teile betrachtet wird, und daß sie zugleich Probleme löst, deren Lösung bei der Betrachtung des Kreislaufs eines einzelnen individuellen Kapitals vorausgesetzt werden muß, statt sich daraus zu ergeben.

W´ ... W´  ist der einzige Kreislauf, worin der ursprünglich vorgeschossene Kapitalwert nur einen Teil des die Bewegung eröffnenden Extrems bildet und die Bewegung von vornherein sich so als Totalbewegung des industriellen Kapitals ankündigt; sowohl des Produktteils, der das produktive Kapital ersetzt, als des Produktteils, der Mehrprodukt bildet und der durchschnittlich teils als Revenue verausgabt wird, teils als Element der Akkumulation zu dienen hat. Soweit die Verausgabung von Mehrwert als Revenue in diesen Kreislauf eingeschlossen, soweit ist es auch die individuelle Konsumtion. Diese letztre ist aber auch ferner dadurch eingeschlossen, daß der Ausgangspunkt W, Ware, existiert als irgendein beliebiger Gebrauchsartikel; jeder kapitalistisch produzierte Artikel ist aber Warenkapital, gleichgültig ob seine Gebrauchsform ihn bestimmt für produktive oder für individuelle Konsumtion, oder für beide. G ... G´  zeigt nur hin <102> auf die Wertseite, die Verwertung des vorgeschoßnen Kapitalwerts als Zweck des ganzen Prozesses; P ... P (P´) auf den Produktionsprozeß des Kapitals als Reproduktionsprozeß mit gleichbleibender oder wachsender Größe des produktiven Kapitals (Akkumulation); W´ ... W´, während es schon in seinem Anfangsextrem sich als Gestalt der kapitalistischen Warenproduktion ankündigt, umschließt produktive und individuelle Konsumtion von vornherein; die produktive Konsumtion und die darin eingeschloßne Verwertung erscheint nur als Zweig seiner Bewegung. Endlich, da W´  existieren kann in Gebrauchsform, die nicht wieder in irgendeinen Produktionsprozeß eingehn kann, so ist von vornherein angezeigt, daß die verschiednen in Produktteilen ausgedrückten Wertbestandteile von W´  eine andre Stelle einnehmen müssen, je nachdem W´ ... W´  als Form der Bewegung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals oder als selbständige Bewegung eines individuellen industriellen Kapitals gilt. In allen diesen seinen Eigentümlichkeiten weist dieser Kreislauf über sich selbst hinaus als vereinzelten Kreislauf eines bloß individuellen Kapitals.

In Figur W´ ... W´  erscheint die Bewegung des Warenkapitals, d.h. des kapitalistisch produzierten Gesamtprodukts, sowohl als Voraussetzung des selbständigen Kreislaufs des individuellen Kapitals, wie ihrerseits durch denselben bedingt. Wird diese Figur daher in ihrer Eigentümlichkeit aufgefaßt, so genügt es nicht mehr, sich dabei zu beruhigen, daß die Metamorphosen W´ - G´  und G - W einerseits funktionell bestimmte Abschnitte in der Metamorphose des Kapitals sind, andrerseits Glieder der allgemeinen Warenzirkulation. Es wird notwendig, die Verschlingungen der Metamorphosen eines individuellen Kapitals mit denen andrer individuellen Kapitale und mit dem für den individuellen Konsum bestimmten Teil des Gesamtprodukts klarzulegen. Bei Analyse des Kreislaufs des individuellen industriellen Kapitals legen wir daher vorzugsweise die beiden ersten Formen zugrunde.

Als Form eines einzelnen individuellen Kapitals erscheint der Kreislauf W´ ... W´  z. B. in der Agrikultur, wo von Ernte zu Ernte gerechnet wird. In Figur II wird von der Aussaat, in Figur III von der Ernte ausgegangen, oder wie die Physiokraten sagen, in der ersteren von den avances <Vorschüssen>, in der letzteren von den reprises <Wiedereinnahmen>. Die Bewegung des Kapitalwerts erscheint in III von vornherein nur als Teil der Bewegung der allgemeinen Produktenmasse, während in I und II die Bewegung von W´  nur ein Moment in der Bewegung eines vereinzelten Kapitals bildet.

<103> In Figur III bilden auf dem Markt befindliche Waren die beständige Voraussetzung des Produktions- und Reproduktionsprozesses. Fixiert man daher diese Figur, so scheinen alle Elemente des Produktionsprozesses aus der Warenzirkulation herzukommen und nur aus Waren zu bestehn. Diese einseitige Auffassung übersieht die von den Warenelementen unabhängigen Elemente des Produktionsprozesses.

Da in W´ ... W´  das Gesamtprodukt (der Gesamtwert) Ausgangspunkt ist, so zeigt sich hier, daß (abgesehn vom auswärtigen Handel) Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter, bei sonst gleichbleibender Produktivität, nur stattfinden kann, wenn in dem zu kapitalisierenden Teil des Mehrprodukts die stofflichen Elemente des zusätzlichen produktiven Kapitals bereits enthalten sind; daß also, soweit die Produktion eines Jahres der des folgenden zur Voraussetzung dient, oder soweit dies gleichzeitig mit dem einfachen Reproduktionsprozeß innerhalb eines Jahres geschehn kann, Mehrprodukt sofort produziert wird in der Form, die es befähigt, als zuschüssiges Kapital zu fungieren. Vermehrte Produktivität kann nur den Kapitalstoff vermehren, ohne dessen Wert zu erhöhn; sie bildet aber damit zusätzliches Material für die Verwertung.

W´ ... W´  liegt dem Tableau économique Quesnays zugrunde, und es zeigt großen und richtigen Takt, daß er im Gegensatz zu G ... G´  (der isoliert festgehaltenen Form des Merkantilsystems) diese Form und nicht P ... P wählte.