Vorwort zu SGML2

25.02.2019 Die Menschen besitzen mit der Schrift ein kostbares Gut, mit dem sie ihre Gedanken materialisieren, vervielfältigen und verteilen können. Vor und nach der Erfindung des Buchdrucks war jedoch diese Materie eher der Materie aus der "Metaphysik" des Aristoteles vergleichbar. Er nennt Materie das, was selbst keine Form hat, aber fähig ist jede Form anzunehmen, also etwas Diffuses, Unbestimmbares. Das hat sich schlagartig geändert, als Charles Goldfarb SGML erfunden hat. Mit SGML ist es erstmals in der Geschichte der Menschheit gelungen, jeder nur möglichen Gedankenstruktur allein mit Hilfe der 26 Zeichen des lateinischen Alphabets eine eindeutige Form zu geben. Was Gutenbergs Bleilettern im Setzkasten mit einer Seite aus Wörtern, Zeilen und Absätzen eher recht als schlecht in eine Form bringen, das gelingst SGML für die kompliziertesten Gedankengefüge. Vom Buchdruck bleibt in SGML nur noch die vormalige Bleiletter, nun als Nummer oder als Name. Der Setzkasten ist nicht aus einem anderen Material als die Letter, sondern er ist ebenfalls aus den Lettern!

19.02.2019 SGML2 haust in drei Stufen, der oberen, der mittleren und der unteren. Die obere ist kein Teil von SGML2, sondern sein Behälter, das Dokumentenuniversum, in dem jedes Dokument nur ein Atom ist, dessen Inhalt das Universum nichts angeht.

Die Mitte besteht aus drei Gattungen von SGML2 Dokumententypen, die sich in alle Arten von SGML Dokumententypen auflösen. Hier ist der Inhalt der Dokumente die Hauptsache. Und der Behälter tritt nur in Form von externen identifiern auf.

Die Basis ist SGML selbst, der Dokumententypen "Prinzip" (griechisch: arche, deutsch: Anfang, english: beginning). Das Dokumentenuniversum geht SGML nichts an, weil es ein vom Verursachten Verursachtes ist.

08.12.2018 SGML2 handelt vorwiegend von der mittleren Stufe. Es behandelt dort die frühzeitig abgebrochene Untersuchung der Beziehungen zwischen HTML und SGML. Für SGML2 ist HTML nicht irgend ein Dokumententyp, sondern es ist das Kleid, mit dem sich SGML2 schmückt, weil es allein nackt daherkommt.

Die obere Stufe ist das WWW im Internet oder wie immer sich das Dokumentenuniversum im Internet nennen mag. Das Internet ist ein neuer öffentlicher Raum, der nicht wie alle vorigen öffentlichen Räume auf einen Menschen, eine Familie, eine Stadt, einen Staat einen Kontinent, sondern auf die Erde und darüber hinaus auf den extraterrestrischen Raum ausgedeht ist. Er ist ein öffentliches Gut, für den es besondere Regeln zu verfassen gilt, die dem Menschenrecht unterworfen sein müssen und der nicht mit dem Recht der Habenden zu ihrem Marktplatz oder mit dem Recht der Herrschenden zu ihrem Kriegsschauplatz gemacht werden darf. Vielmehr wird den Habenden in ihm ihr Marktplatz zur Verfügung gestellt, auf dem sie zu ihrer und aller Nutzen Handel treiben dürfen. Ähnliches gilt für die Herrschenden, die in deinem Wohnzimmer ohne Einladung nichts verloren haben.

Dieses Recht muss neu definiert werden, weil es für diesen neuen Raum kein Beispiel in der Geschichte gibt, das den Rechtsgelehrten als Schablone dienen könnte.

Dazu später. Zuerst einige Informationen über die Genesis dieses Raums.

Genesis von EDKH

17.09.2018

In dem seinerzeit weltweit größtem Konzern für Büromaschinen hat sich ein Angestellter in den sechziger Jahren des 20. Jh. darüber Gedanken gemacht, wie der gerade aufkommenden Wildwuchs der EDV Systeme durch eine "klassenlose" Kommunikation der Denkenden – sie sei httpd genannt – überwunden werden kann, in der die Systeme einander nicht bekriegen, sondern kooperieren, gleichberechtigt geben und nehmen. Er war kein Programmierer, sondern wie viele Revolutionäre (Robespierre, Lenin) Anwalt.Auch in seinem System werden Köpfe rollen, doch das werden die heads der document types in SGML2 sein, die nicht mit dem Schafott, sondern mit dem Messer der Vernunft abgetrennt und beliebig transplantiert werden. Die zu findenden Prinzipien mussten über die Grenzen der Betriebssysteme und Programmiersprachen hinausgehen, aber auch in den Grenzen der Betriebssysteme und Programmiersprachen gelten.

Um solche Dinge zu finden, ist eine Denkweise erforderlich, die Dinge so zu denken und vor allem auszusprechen und niederzuschreiben, wie sie sind. Sie hat das mit dem "gesunden Menschenverstand" gemein, dass sie jeder versteht. Sie trennt von ihm, dass sie nicht auf dem Vorurteil, sondern auf universellen Prinzipien beruht, die in allem sind, also auch in dir.

Schon bald erkannten seine Vorgesetzten sein Talent und versetzten ihn in eine ihrer Forschungsabteilungen, wo er seine Vision der systemübergreifenden Kommunikation ausarbeiten konnte. Das Ergebnis der Arbeit von 1969 bis 1978 war GML, dessen Name sich aus den Initialen seiner drei Entwickler Charles Goldfarb, Edward Mosher und Raymond Lorie herleitet, das man auch als Generalized Markup Language lesen kann, dem Vorläufer der Standard Generalized Markup Language SGML, die 1989 als ISO-8879 erschien. Charles Goldfarb ist der besagte Anwalt.

Obwohl ursprünglich auf die Klassifikation von Gerichtsentscheidungen und dann nur auf die Bürokommunikation zugeschneidert, wurde es mit S/GML möglich, die in Worte gefassten Strukturen der Produkte des menschlichen Geistes oder die in Worte gefassten Strukturen der Produkte der Natur mit den 26 Zeichen des lateinischen Alphabets und wenigen nicht-alphabetischen Zeichen in eine eindeutige Form zu bringen, so, dass sie nicht nur Menschen mit einfacher Bildung, sondern auch Maschinen mit überhaupt keiner Bildung verstehen.

S/GML ist komplex. Aber das Prinzip von S/GML ist einfach:

Das Ganze ist der document type, der zunächst nur ein Name ist. Die Teile sind die element types. Die Namen sind die generic identifier oder die tags. Die Anordnung und die Häufigkeit der Elemente im document type werden durch drei connectors und drei occurance indicators festgelegt (hier bereits in der Terminologie von SGML benannt).

Diese DTD wird nun in die Hände von Menschen gelegt, die das Ganze und die Teile, um die sich die DTD dreht, schon lange kennen, etwa in die Hände von Autoren, die mit den Elementen buch, kapitel, abschnitt, unterabschnitt, paragraph täglich zu tun haben, die Elemente und die Struktur ihres Buchs aber nur vor ihrem geistigen Auge sehen oder im Layout ihres Textprogramms angedeutet sehen. Anders mit der DTD. Sie macht die Elemente auf dem Bildschirm sichtbar und greifbar und bewegbar und änderbar, indem sie sie begrenzt und mit ihren Namen benennt. Zwischen die Elementgrenzen kommt das und nur das hinein, was in das Element hineingehört. Die DTD bietet dem Autor an der Stelle, an der er ein Kapitel beginnen will, ein Kapitelelement an, das auf einer neuen Seite beginnt und eine großgeschriebene Überschift bekommt. Will er einen Abschnitt im Kapitel einfügen, bietet ihm die DTD das Abschnitt Element an, dass er mit einer Überschrift versehen kann oder nicht. Benötigt er im Abschnitt einen Unterabschnitt, so steht auch dafür das Element bereit und so weiter.

Daneben steht ihm ein document explorer zur Verfügung, der die bereits geschriebenen Elemente in einem Strukturbaum darstellt.Struktur, Baum, Hierarchie oder teilehabendes Ganzes können mehr oder weniger synonym gebraucht werden. Über die Unterschiede zwischen Hierarchie und teilehabendes Ganzes wird noch öfter die Rede sein. Will er aus dem Unterabschnitt einen Hauptabschnitt oder ein Kapitel machen, schiebt er einfach das Unterabschnittelement eine oder zwei Stufen höher und ändert den Elementnamen.

Drei Beispiele von document types seien konzert, buch und fahrplan. Jeder und insbesondere ein Komponist weiß, dass ein Konzert aus Sätzen besteht, ein Satz aus Takten und Tempi, ein Takt aus Noten. Jeder und insbesondere ein Autor weiß, das ein Buch aus einer front matter einem body und einer back matter besteht, dass die front matter aus dem Inhaltsverzeichnis und dem Vorwort besteht, dass der body aus Kapiteln, die Kapitel aus Abschnitten, die Abschnitte aus Absätzen bestehen.Ja, die Absätze bestehen aus Sätzen und Wörtern, und die Wörter bestehen aus Zeichen. Aber der Satz ist kein Datensatz, das Wort ist nicht in der Gewalt von SGML, sondern in der Gewalt des Schreibenden, und das Zeichen ist weder in der Gewalt von SGML, noch in der des Schreibenden, sondern in der des Zeichenstandards. Für DTDs, die tatsächlich mit Sätzen, Wörtern und Zeichen zu tun haben, wie die Kompositionssoftware mit Sätzen, Takten und Noten, musste daher ein eigener Standard gefunden werden, weil dort Notwendigkeit ist, was in SGML die Abschaffung der Gedankenfreiheit wäre, die nach Regeln geordnete Folge. Jeder und insbesondere ein Fahrplanersteller weiß, dass ein Fahrplan, aus Strecken, eine Strecke aus Stationen, Kreuzungen, Abzweigungen, Zeiten und Entfernungen besteht. Und so kennt jeder unzählige Ganze und weiß deren Teile genau zu benennen.

Aber das Aufschreiben dieser Dinge, so, dass mit den document types konzert, buch und fahrplan Konzerte, Bücher und Fahrpläne geschrieben werden können, ist nicht einfach, sondern erfordert neben der Kenntnis der DTD-Erstellung die Kenntnis aller Eigenarten von Konzerten, Büchern und Fahrplänen. Hier sind also keine Fachidioten gefragt, sondern das Wissen um SGML muss mit dem Wissen um den behandelten Gegenstand der DTD gepaart sein. Der Benutzer der DTD will als Komponist, Dichter und Fahrplanersteller Unterstützung und Erleichterung seiner Arbeit und nicht von der DTD mit "tu dies", "tu das" bevormundet werden. Daher wird Goldfarb nicht müde, SGML als deskriptiv zu bezeichnen und nicht als präskriptiv, kann man ergänzen. Aber die meisten EDVler blieben gegenüber dem Unterschied zwischen dem Deskriptiven und dem Präskriptivem blind und haben dem fehlenden "tu dies", "tu das" nachgetrauert. Sie konnten die Stärke von SGML nur als Mangel betrachten, den es mit Matthäus zu beheben galt.Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. Matth. 5.37

Die Blindheit gegenüber dem Unterschied zwischen dem Deskriptiven und dem Präskriptiven, dem Deduktiven und dem Induktiven, dem Teilenden und dem Trennenden, hat eine Tradition, die so alt ist, wie die Wissenschaft.

Goldfarb sagt im Vorwort zum SGML Handbook:

… Which brings us to the subject of this book. The Standard Generalized Markup Language has in many respects been a victim of this modern form of blindness. There has been a dismaying tendency to characterize SGML solely in terms of the aspect whith which one happens to make contact:
  • It is a tagging language.
  • It handles logical structures.
  • It is a file linking and addressing scheme.
  • It is a data base language for text.
  • It is a foundation for multimedia and hypertext.
  • It is a syntax for text processing style sheets.
  • It allows coded text to be reused in ways not anticipated by the coder.
  • It is a document representation language for any architecture.
  • It is a notation for any kind of structure.
  • It is a metalanguage for defining document types.
  • It represents hierarchies.
  • It is an extensible document description language.
  • It is a standard for communication among different hardware platforms and software applications.
SGML is and does all of these things, but the whole is much more than the sum of the parts. Moreover, it is only by understanding the whole that one can make the best use of SGML … Die Basis, SGML, umfasst ebenfalls drei Stufen. Diesmal sind es drei Stufen der Abstraktion. Die obere Stufe ist die Erstellung von SGML. Das ist das, wovon das SGML Handbook und ISO 8879 handeln. Die mittlere Stufe ist die Erstellung von DTDs, document type definitions. Das ist das, was mit SGML erstellt wird. Die untere Stufe ist die Erstellung von documents. Das ist das, was mit DTDs erstellt wird. Das ist das Ziel des ganzen Überbaus. Goldfarb beginnt das SGML Handbook aus pädagogischen Gründen mit der unteren Stufe. Das hat dazu geführt, dass Viele auf der unteren Stufe stehengeblieben sind und das tagging für das ganze SGML halten. SGML2 beginnt mit der Mitte der Basis, der Erstellung der DTDs. Das soll dazu führen, dass die Dokumentautoren ihre DTD besser verstehen und dazu, dass die DTD Autoren SGML besser verstehen und dazu, dass das SGML Handbook neu aufgelegt wird und dazu, dass die ISO anerkennt, dass es sich bei SGML wie bei Unicode/ISO-10646 um ein öffentliches Gut handelt und dazu, dass die Lizenzaufkäufer der SGML Programme freiwillig oder durch die Gesetzgeber gezwungen, die Neuerfindung des Buchdrucks nicht in ihren Archiven zu verklauen, sondern sie öffentlich verfügbar machen. … The moral, of course is that if you are going to mess around with something powerful that you do not fully understand – even something benign – you had better do it with your eyes open. I hope the sgml handbook will be the eye-opener… xii, xiii

Neben der ubiquitären html DTD spielen die von Goldfarb general dtd genannte DTD aus (GML und) dem SGML Handbook die Hauptrolle in SGML2.

Die general dtd ist zwar eine DTD zum Schreiben von Büchern, aber sie ist durch ihren Aufbau so allgemein, dass sie für Dokumente des geschriebenen Wortes vieler Arten verwendet werden kann.Denn sie und SGML überhaupt beruhen auf dem oben als einfach bezeichneten Prinzip der Teilung eines Ganzen in seine natürlichen Teile, das es in der Geschichte des menschlichen Denkens so schwer hatte, das aber nicht totzukriegen ist, weil es Alles umfasst. An ihm werden sich letztlich alle Bücherverbrenner die Finger verbrennen. Aus der GML Version der general DTD ist durch Vereinfachung die DTD entstanden, die keinen besonderen Gegenstand zu ihrem Gegenstand hat, sondern mit der jeder jedes ausdrücken kann, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, die Hypertext Markup Language HTML.

Eine solche DTD war erforderlich, um Tim Berners-Lee’s Vision eines weltumspannenden Netzes von Informationen zu erstellen, zum dem jeder ohne längeres Studium freien Zutritt hat und seine Gedanken mit jedem austauschen kann. Berners-Lee hat sich von Anfang an gegen SGML abgegrenzt, zu dem er – sicher auch wegen des damals noch ungelenken Auftretens der neuen Dogmen – nie den richtigen Zugang finden konnte. So sagt er über seine Arbeit beim CERN:

"Since I knew it would be difficult to encourage the whole world to use a new global information system, I wanted to bring on board every group I could. There was a family of markup languages, the standard generalized markup language (SGML), already preferred by some of the world’s documentation community and at the time considered the only potential document standard among the hypertext community. I developed HTML to look like a member of that family.

Designing HTML to be based on SGML highlighted one of the themes of the development of the Web: the constant interplay between the diplomatically astute decision and the technically clean thing to do. SGML used a simple system for denoting instructions, or "tags", which was to put a word between two angle brakkets (such as <h1> to denote the main haeading of a page), yet it also had many obscure and strange features that were not well understood. Nonetheless, at the time, the Web needed support and understanding from every community that could become involved, and in many ways the SGML community provoded a valuable input.

SGML was a diplomatic choice at CERN as well. SGML was being used on CERN’s IBM machines with a particular set of tags that were enclosed in angle brackets, so HTML used the same tags wherever possible. I did clean up the language a certain amount, but it was still recognizable. I chose this direction so that when a CERN employee saw the angle brackets of HTML, he or she would feel, Yes, I can do that. In fact, HTML was even easier to use than CERN’s version of SGML. The people promoting the SGML system at CERN could possibly be powerful figures in the choice of CERN’s future directions an I wanted them to feel happy about the Web. (Tim Berners-Lee Weaving The Web The Original Design and Ultimate Destiny of the World Wide Web S.41f)

Boethius hat seinerzeit der aristotelischen Logik ein clean-up von ihren obscure features verpasst, so dass diese easy to use war und durch Nutzung der Variablen A=B den Aristotelikern das Gefühl gegeben hat, yes, we can do it. Zwar hat jeder Aristoteles-Student seine Boethius-Phase, in der er die sechs ersten Kapitel der Ersten Analytik für sich entdeckt und in der Entdeckerfreude das Schwierige vereinfachen und des der Welt mitteilen möchte. Aber nach weiteren Studien entdeckt er dann, dass Alles, was er für dunkel und unverständlich hielt, seinen eigentümlichen Ort im System der Analytik hat. Wie es Voraussetzung für Goldfarb’s Vision der Überwindung der System- und Programmgrenzen war, dass er kein Programierer war, so war es für Berners-Lee Voraussetzung, dass er kein SGML Fachmann war und nicht an den Formalismus der SGML DTDs gebunden war, die nur für einen bestimmten Gegenstand wie ein Konzert, ein Buch oder ein Fahrplan geschrieben waren. Seine Äußerung

"we also noted that using HTML was easy, since it was so much like SGML. I may have promoted this angle too much, however. Although SGML has been adopted by the ISO, it was not well defined as a computer language". (ebd. S.43f)

belegt das. Denn das ist der Grundgedanke von SGML, nicht wie eine Programmiersprache zu sein, die der Maschine Vorschriften macht, sondern die ihr beschreibt, was ist.

"SGML descriptive tags are the antithesis of procedural language commands, and document type designers, in particular, should be discouraged from thinking them as similar." SGML Handbook, Annex F.1, A Model of SGML Parsing, S. 547

Diesem Grundgedanken sind aber die html DTDs des W3C bis zur Version 4 in weitaus größerem Maße gefolgt, als es die damaligen SGML Gurus gesehen haben.

Schnitt. Neben den vielen guten Seiten, die die Erfindung des WWW hat, haben sich aber auch bald die Kehrseiten herausgestellt, die notwendig aus allen anarchischen Systemen hervorgehen. Die Gesetze des Dschungels, das "Recht des Stärkeren" und alle anderen Beschaulichkeiten, die die Furie des Habens mit sich bringt, wenn sie Besitz ergreift von herrenlosen Gütern, die in Wahrheit die Güter der Menschheit sind. Erst waren es die Elemente, Feuer, Wasser Erde Luft. Und nun will sie sich das Wort unter den Nagel reißen und sagen: "Das ist MEINS, Zutritt nur gegen Vorkasse!" Ihr neuestes Produkt ist DML, die Daumenkino markup language. Mit ihr werden die Strukturen des menschlichen Geistes im Sinne des Wortes verwischt. Sie gar keine markup language, sondern ein in html geschriebener pseudo program code, der in der ersten zierlichen Version ein 1.500seitiges Dokument im SGML-Editor ergibt. Dieses Dokument hat in der Version HTML5.2 des W3C auf 6.800 Seiten zugenommen, während ihre Vorgängerin HTML4 sich mit mageren 30 Seiten begnügen musste, dafür aber eine richtige markup language war.

Mittlerweile hat sich das W3C ganz von html zurückgezogen und es den Daumenkinoparvenüs zum Ausweiden überlassen.

Um dieser größten Analphabetisierungskampagne seit der Übersetzung der Bibel ins Lateinische zu begegnen, bedarf es technisch betrachtet nicht viel. Denn der universellen Prinzipien, auf denen alle markup languages beruhen, können sich die DMLer nicht bemächtigen, auch nicht mit 100.000seitigen "Standards".

Die Schwierigkeit liegen vielmehr im Menschlichen. Denn wir, die Menschen, befinden uns in einer seit einigen tausend Jahren anhaltenden Phase unserer Geschichte, in der die Habenden und die Herrschenden die Essenden und die Denkenden quälen, ausbeuten und ihrer Freiheit berauben. Den Ort grenzenloser Freiheit des Geistes, als der uns das WWW vor 20 Jahren erschien, gibt es unter den gegebenen Verhältnissen nicht, sondern jeder Ort der Welt wird von den Habenden und deren Personal, den sogenannten Herrschenden, in Besitz genommen, und der Rest der Menschenhorde wird nach dem Motto Jedem das Seine auf die Plätze verwiesen. Das ist beklagenswert, aber es ist so.

Es sei denn …

16.09.2018

Die Teile des WWW habe eine innere Logik, und das ganze WWW hat einen einen menschenrechtlichen Rahmen, den man als seine äußere Logik bezeichnen kann. Die äußere Logik besteht aus den Beziehungen der Atome des WWW, den Dokumenten, zueinander.

Die innere Logik besteht aus dem Inneren des einzelnen Dokuments, wie es von den markup languages definiert wird. Um den inneren logischen Rahmen geht es in den vorliegenden Untersuchungen. Der menschenrechtliche Rahmen kann nur aus ersten Ahnungen und Andeutungen bestehen. Die technische Realisierung des äußeren Rahmens hängt aber aufs engste mit dem menschenrechtlichen Rahmen zusammen, dem er sich eines Tages zu fügen haben wird.Im Dokument und in allen anderen Teilen des WWW gibt es noch einen unscheinbaren Teil, ohne den kein Wort geschrieben werden könnte, das Schriftzeichen. Das Schriftzeichen ist das Atom des Dokuments, aber es ist nicht Teil der markup language in einem ähnlichen Sinn, wie der zu definierende Begriff nicht Teil des Definitionsinhalts ist. Wie es im Äußeren zwischen den Dokumenten Beziehungen gibt, die nur für die Beziehungen zwischen Dokumenten zuständig sind, wie es im Inneren des Dokuments Beziehungen gibt, die nur das Innere des Dokuments angehen, so gibt es im Inneren der Schriftzeichen zwischen den Zeichengruppen Beziehungen, die nur zu den Schriftzeichen gehören. Anders gesagt, am Schriftzeichen endet der Zuständigkeitsbereich der markup language, und der Zuständigkeit des Zeichenstandards beginnt. Er wird daher an anderer Stelle besprochen (im Teil D in den Annexes isoall, uniall und hanziall).

Bleiben wir nur auf der Instanzenebene,"Instanz" bedeutet ein Exemplar einer Definition wie Sokrates die Instanz der Definition von "Mensch" oder "<htnl>…</html>" die Instanz des Dokumententyps html oder dieses "o" in "Wort" eine Instanz des lateinischen Schriftzeichens o, dessen Definition in einem Zeichensatz aus einer Nummer besteht, die seinen Ort innerhalb des Zeichensatzes festlegt. so ist das Dokument so etwas wie die Mitte zwischen dem Schriftzeichen und den Beziehungen zwischen den Dokumenten. Es setzt sich aus den Schriftzeichen zusammen und bringt das Gedachte mit dem Gedachten anderer in Verbindung.

Zum menschenrechtlichen Rahmen

Die Beziehungen zwischen den Dokumenten als den Atomen im Dokumentenuniversum werden durch eine dem WWW angemessene Form der public identifier hergestellt, die mit httpx:// anfangen, wobei http hypertext transfer protocol, das x einen Teil des Netzes bezeichnet und das // den Eingang dazu. Die Beziehungen im Inneren der Atome werden durch die Elemente der DTD und die Verknüpfungen zwischen den Elementen durch system identifier hergestellt, die einen Dateipfad mit einem Dateinamen innerhalb einer Dateigruppe (site) oder ein beliebiges Ziel innerhalb einer Datei sind, das mit #ziel ausgedrückt wird.SGML ist daher so etwas wie die Atomphysik des Dokumentenuniversums, das dessen Kinematik ist. Die Verbindung der system identifier mit den public identifiern, war der Traum des Erfinders des WWW, so, dass "alles mit allem" verbunden werden kann und so, dass es für die Verbindung von allem mit allem keines Hochschulstudiums bedarf und so, dass keinerlei Behörde oder Autorität die Freiheit, alles mit allem zu verbinden, unterbinden sollte. Dieses Ziel hat er erreicht. Jedoch kam es, wie es immer kommt, wenn jeder die Freiheit hat jedes zu tun, und die, deren Beruf das Nehmen ist, haben genommen.

Das Innere aller hier behandelten Dokumente wird mit Elementen ausgedrückt, die mit <html> anfangen und mit </html> aufhören, mit vier Ausnahmennämlich der der "Ur-markup language", aus der alle markup languages entstanden sind, der SGML.dtd, der DTD des "SGML style sheet" von FrameMaker der ElemKat.dtd und last not least der DTD zum Schreiben von DTDs, der DtdEdd.dtd. Durch sie ist es möglich, auch diese vier Ausnahmen als html auszugeben.

29.01.2018

Der menschenrechtliche Rahmen des WWW sind die httpx. Die httpx sind derzeit noch eine tabula rasa (oder vielmehr eine überfüllte tabula). Bald alle Menschen aus allen Klassen und allen Ländern sitzen an diesem Tisch und verkehren miteinander in diesem Rahmen. Aber außer den ehrenwerten Gedanken des Urhebers des WWW in seinen Design Issues und den den Ereignisssen wie stets hinterhertrabenden Politikern aus aller Herren Ländern gibt es nichts Vergleichbares in der Geschichte, an das sich das Recht halten könnte. Und so nimmt sich der, der das Nehmen als sein Recht betrachtet. In der kurzen Geschichte des WWW ist es dem Träger des bürgerlichen Rechts (das ist der Bourgeois, der Kapitalist, der Imperialist oder "die Wirtschaft") gelungen, sein Recht über das Völker- und Menschenrecht zu stellen, wie ihm das in der restlichen Welt in den vergangenen 200 Jahren gelungen ist. Das bürgerliche Individuum plärrt "ich ich ich", und die Völker der Welt sind Objekte dieses "ich ich ich" geworden, weil die gutgemeinten Absichten des Begründers des WWW die Furie des Habens nicht in die Schranken verweisen können, in die sie verwiesen werden muss. Der menschenrechtliche Rahmen des WWW muss vollständig neu erdacht und errichtet werden, ohne dabei den naiven Vorstellungen der untergegangenen "Communities" nachzutrauern und ohne in die "Volksgemeinschaften" der Hitler oder Trump zu geraten, wo nur noch Einer "ich ich ich" plärrt und im Begriff ist, die Welt vor dem nicht mehr wegzuleugnenden Zusammenburch unseres idyllischen Systems mit in den Abgrund zu reißen. Zwar kann dieser Rahmen erst innerhalb eines globalen Rechtsrahmens Wirklichkeit werden und der erst innerhalb eines globalen ökonomischen und politischen Rahmens, aber die Elemente des Rahmens können bereits jetzt geschaffen werden.

Mit dem WWW verhält es sich ähnlich wie mit Anfang Mitte Ende. In seinen Genuss kann die Menschheit erst dann kommen, wenn das Recht die vier Triebe des Menschen in ihr angemessenes Verhältnis gesetzt haben wird.

Die Zeit ist daher einerseits noch nicht reif für die folgenden Andeutungen, denn sie handeln von einem Gegenstand, der sich erst in einer Gesellschaft verwirklichen lassen wird, die nach den vier obersten Rechtsgütern des Menschen geordnet ist,

dem Essen (httpe) dem Denken (httpd) dem Haben (httpk) dem Herrschen (httph)

und in der das Essen und das Denken die beiden Güter sind, denen sich die beiden anderen Güter unterzuordnen haben, weil alle essen und denken, aber nur wenige haben und herrschen (Das k in httpk steht für die Kopeke (КОПеЙКа), weil das h bereits für das Herrschen vergeben ist.).

Alle Gesetze der bisherigen einschließlich der jetzigen Gesellschaft dienen nur der Kopeke, der das Essen, Denken und Herrschen dienen. Zwar beklagen dies alle Philosophen seit Platon, und im 19. Jh. gab es die Denker Weitling, Proudhon, Rodbertus, Lassalle und Marx und Engels, die das Eigentum als die Quelle des Übels erkannten, aber die in der Parxis ausführbare Idee, wie die Gewichtung der Rechtsgüter zu ändern ist, hat bis heute noch niemend gehabt. Eine ausführbare Idee findet sich im "Manifest der Kapitalistischen Partei oder der Wirtschaftsvertrag".

Unter den heutigen Bedingungen führt es beim hier behandelten Thema dazu, dass sich der offene Austausch des httpd der Knausrigkeit und Gehässigkeit des httpk zu fügen hat, statt umgekehrt der Schacher sich dem Geist und den Bedürfnissen fügen muss. Es führt dazu, dass die "Gelehrtenrepublik des Netzes" zu einem Kramladen wird, in dem das geistloseste Geschwätz nur gegen bare Münze zu erhalten ist, dazu, dass sich die Schlechten httpk und die Dummen httph rund um die Uhr in deinem Wohn- und Schlafzimmer httpe breitmachen und du für den Schund, der dir Einlass zum Zwangs-Internierungsnet gewährt, auch noch zahlen musst. Im Internet der Zukunft, wirst du wissen, dass in httpe nur der Genuss zählt, aus httpd werden die Händler vertrieben sein, und httph und kttpk werden ihre Dienste für jeden, der sie aufsuchen will, bereitstellen und dich nicht ungefragt an jeder Ecke belästigen. Da dort auch die Reichen kein Interesse mehr daran haben werden, den Pöbel gegen das Volk aufzuhetzen, werden die unapetitlichen derzeitigen Erscheinungen des Netzes von allein verschwinden.

Der Plan dieser Arbeit

Die gute Nachricht ist wiegesagt: Der stofflichen Ursache, auf der das WWW beruht, können sich die Habenden und deren ausführende Organe gar nicht bemächtigen. Denn die Ursache ist ein Wissen ganz besonderer Art, für das sich keine Patente und keine Lizenzen zusammenschustern und keine Verbote erlassen lassen, weil es sich um universelle Strukturprinzipien des Seins handelt, zu denen jeder von Geburt an bis zum Ende freien Zugang hat und auf die niemals jemand ein Monopol haben kann. Die Wiederaneignung dieses Wissens ist die Absicht dieser Arbeit.

17.12.2017

Rekapitulation

Als Charles Goldfarb 1990 das SGML Handbook vorlegte, entfachte er mit diesem Werk einen ähnlichen Flächebrand unter den denkenden Menschen, wie ihn der Ontologe Parmenides seinerzeit in Griechenland unter den denkenden Menschen entfacht hatte.

Mit SGML erschien zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ein Werkzeug, mit dem die Produkte des menschlichen Geistes nicht nur in ihre ihm angemessene Form gebracht und nicht nur dem Menschen mit einfacher Bildung handgreiflich gemacht werden können, sondern auch der Maschine mit überhaupt keiner Bildung. Damit schien der Weg für eine Revolution des Geistes geebnet, der der Revolution der Industrie des 19. Jahrhunderts gleichkommt oder sie übertrifft.

Das die Lunte entzündende Zauberwort hieß "DTD", document type definition. Der Name – eine von vielen Auszeichnungen von SGML – steht für die Sache. Das heißt, der Begriff document type definition sagt genau, was er meint. Die DTD definiert einen Dokumententyp.

Das Großartige an einer DTD ist, dass ihre Mitteilungen an die Maschine mit den 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets, einigen Sonderzeichen und einigen aus ihnen gebildeten Wörtern gegeben werden, mit denen die Strukturen der Dinge und die Strukturen des menschlichen Geistes so abgebildet werden, wie sie sind und wie du sie denkst. Wo der Teil mit dem Teil des Ganzen identisch ist, etwa ein Kapitel mit einem Teil des Buchs und das Ganze aus getrennten Teilen zusammengesetzt wird, etwa der body des Buchs aus allen Kapiteln. Damit wird es möglich, Dokumente von den einfachen Stukturen wie einer Serie aufeinanderfolgender Absätze einer Erzählung über tief gegliederte Strukturen wie die eines wissenschaftlichen Aufsatzes bis hin zu relational verknüpften Strukturen etwa eines n-stufigen Inhaltsverzeichnisses zu erstellen. Und alles, ohne eine Zeile zu programmieren, nur mit den Zeichen der Schrift.

Der Weg hin zur DTD ist das SGML Handbook. Die DTD wird dort ab Seite 402 beschrieben und auf sechs Seiten 530 bis 535 in einem Exemplar vorgestellt. Dieses Exemplar sollte der Anfang aller DTDs werden, weil es die erste allgemein zugängliche DTD überhaupt war.

Alle Welt war für einige Jahre im DTD Rausch, wie die Philosophen in der vorsokratischen Periode im Prinzipienrausch gewesen sind.

Das einzige Produkt dieser Periode, das diese Zeit überdauert hat, war die HTML DTD bis zur Version 4 vom Team um Tim Berners-Lee. Von dieser DTD wird die nachfolgende Dokumentation handeln, nicht nur, weil zu ihr jeder eine Beziehung hat, der mit dem WWW in Berührung gekommen ist, sondern weil es eine ganz besondere DTD ist, die über Dinge verfügt, die andere DTDs nicht haben.

Das Studium von SGML ist Wenigen vorbehalten, weil es eine lebenslange Aufgabe ist, die die Energie und die Zeit eines ganzen Menschen aufbraucht. Die, die dieser Aufgabe gewachsen sind, müssen einen langen Weg gehen, bis sie die ersten Erfolge haben. Dagegen ist der erfolgreiche Umgang mit der HTML DTD oder ihr Verstehen an wenige Voraussetzungen gebunden, wie die vergangenen Jahrzehnte gezeigt haben. Daher geht die vorliegende Werbung für SGML wiegesagt einen anderen Weg, fängt mit den DTDs an und hört mit SGML auf. Zur SGML Hochzeit gab es nur die beiden Wege der unteren und der oberen Stufe von SGML, das Tagging und SGML. Die Mitte wurde sträflich vernachlässigt, sieht man von Arbeiten wie Maler’s/Andaloussi’s "Developing SGML DTDs" ab. Dabei finden der Buchautor den Weg zum Dokument und der DTD Autor den Weg zu der Syntax von SGML viel leichter von der Mitte aus.

Um was es sich bei der HTML DTD und den mit ihr zusammenhängenden Dingen (HTTP, URI) handelt, war den beiden Kennerinnen der Materie damals klar:

"in the case of DTDs such as the Hypertext Markup Language (HTML), much of the focus is on dictating appearance or browser behaviour while still taking advantage of some other benefits of SGML." (Eve Maler, Jean el Andaloussi, Developing SGML DTDs From Text to Model to Markup 1996, S.5).

"The World Wide Web, also called ’the Web’ or ’WWW’, is a protocol on the Internet for distributing documents, most of which are marked up with a DTD called HTML (for Hypertext Markup Language). HTML is a very simple presentation-oriented DTD that also offers multimedia links. Its very simplicity, and the fact that Web browsers don’t require documents to be valid before displaying them, has allowed a large number of companies and individuals to put their information on line without knowing much about SGML." (ebd. S. 61)

"Some presentation DTDs, such as the Hypertext Markup Language (HTML), are becoming widely used to hold output from original-form SGML documents. These languages are typically used with software that is customized to process or disply it. Transforming SGML documents to languages as these could obviate the need for a presentation DTD …

The rule for presentation DTDs is that they must allow a one-way transformation from the reference DTD." (ebd. S. 67)

Der HTML DTD ist in Kooperation mit einem style sheet und einem Browser und den Kommunikationsanweisungen zwischen PC oder Daumenkino (smartphone) und Server in HTTP gelungen, was in SGML nicht möglich ist, ein in einer markup language geschriebenes Dokument optisch ansprechbar darzustellen.Eine Ausnahme im Bereich der SGML Welt war Adobe FrameMaker. Bis zur Version 8.0 war FrameMaker ein SGML Editor mit einem style sheet, der EDD (element definition document), das es erlaubt hat, SGML als WySiWyG zu betrachten. Mit diesem Editor ist ame-nde.de in den hier beschriebenen DTDs geschrieben, so dass der Quellcode stets eine erste unmittelbare Erläuterung der jeweiligen DTD ist.

Dem Begriff des Darstellenden (presentational) haftete damals, kurz nach der Proklamierung der Trennung von Struktur und Darstellung, oft etwas Minderwertiges an. Und so haben viele HTML Autoren gegenüber weniger als die beiden Autorinnen an der Sache orientierten SGML-Gurus mit eingezogenem Genick vor deren Wissen um die hohe Struktuuur und die niedere presentation leben müssen. Für eine SGML DTD galt das Ideal, durch möglichst große Hässlichkeit abzuschrecken. Als Gegenbewegung ist dann der Wunsch entstanden, HTML irgendwie an SGML anzugleichen. Statt stolz auf die glänzend bewältigte Aufgabe von HTML zu sein, das hässliche Entlein mit den passenden Elementen und CSS in einen prachtvollen Schwan verwandelt zu haben, haben sich viele HTML Autoren gegenüber SGML geniert und sind darüber vielfach in eine übertrieben anitautoritäre Trotzreaktion gegen ihre Herkunft verfallen.

Was allen während dieser Periode unternommenen Versuchen einschließlich dem Schwarm von XML-Standards angehaftet hat, es dem "richtigen" SGML gleichzutun, war, was auch die beiden Autorinnen schildern, die Transformation von einer "richtigen DTD" in eine andere, "bloß presentational DTD".Auch SGML selbst hat sein eigenes presentational feature, das LINK feature auf das Prinzip der Übersetzung von einer DTD in eine andere aufgebaut. Das feature erweist sich durch die drei Relationen zwischen SGML und seiner presentational DTD HTML in SGML2 als überflüssig. Zu jung war die Entdeckung von SGML, um eine andere Verbindung zwischen der Darstellung und der Struktur als die der Übersetzung zu denken.

Hätte das W3C von Anfang an erkannt bzw. akzeptiert, dass mit HTML 4 diese presentational DTD bereits vorliegt, wären viele Irrwege erspart geblieben.

Als den vorletzten Irrweg hat das W3C ein SGML light oder XML geschaffen, das Ersatz sein sollte für beide, sowohl für SGML als auch für HTML. Dieser Versuch ist auch gescheitert, weil er scheitern musste. Die Gründe dafür stehen in der Dokumentation von XML

Jetzt befinden wir uns in einer Übergangsphase, in der die Grabräuber mit den zusammengerafften Habseligkeiten der Verstorbenen den dicken Max markieren und das Niveau von HTML auf das Niveau der Maschine mit überhaupt keiner Bildung herabziehen. Anders als im alten Griechenland, wo aus der Asche der nachparmenidischen Prinzipiensucher als auf ihrem natürlichen Dünger die Systeme des Sokrates/Platon und Aristoteles wachsen konnten, haben die heutigen Plünderer das Feuer so gründlich plattgewalzt und die Erinnerung an diese den Buchdruck um ein Vielfaches überragende Erfindung so gründlich aus dem Bewusstsein und der Erinnerung der Menschheit getilgt, dass die seinerzeit fehlgeschlagenen Versuche, den Buchdruck zu unterbinden, vor Neid davor hätten erblassen müssen. Aber das ist nicht das Thema.

Das Thema ist, dass die Phase der Bestimmung dessen, was die Darstellung in Beziehung zur Struktur, was HTML in Beziehung zu SGML ist und was es sein kann, noch nicht abgeschlossen ist. Denn wir kennen bisher nur diesen einen offensichtlichen Unterschied, dass HTML einen Browser braucht und SGML nicht. Das ist einmal keine allzu tiefschürfende Analyse und wird in Zukunft auch nicht mehr so sein.

Und nun endlich zum Thema.