Manifest der Kapitalistischen Partei | autobio

Der Anfang

Ein gesunder Staat,

eine in bescheidenem Wohlstand und in Sicherheit lebende Arbeiterklasse,

eine wohlhabende Kapitalistenklasse,

das ist das Ziel der Kapitalistischen Partei, zu deren Gründung ich hiermit aufrufe. Der Aufruf wendet sich an das bestehende Personal der drei für den Wirtschaftskreislauf verantwortlichen Teile des Staates und an alle Menschen, die Wahrheit, Wohlstand, Freiheit, Recht und Glück für alle nicht nur wollen, sondern die Wahrheit, Wohlstand, Freiheit, Recht und Glück für alle auch verwirklichen wollen. An das bestehende Personal wendet sich der Aufruf, weil er sich nur mit wirklichen und nicht mit erträumten Menschen und mit einer wirklichen und nicht erträumten Wirtschaft verwirklichen lässt, wie wir aus Maciavellis »Fürst« lernen können.

Das Geflecht zwischen dem Staat, den Unternehmern und den Arbeit»nehmern« ist weltweit aus den Fugen geraten und droht, die Weltgemeinschaft zum dritten Mal in hundert Jahren in den Abgrund zu reißen. Immer weniger Reiche stehen immer mehr Armen gegenüber. Der Staat, die Mutter der Nationen, hat sich seit Beginn der Französischen Revolution zur Hure der Reichen gemacht, die für immer weniger und schließlich für garnichts die Beine breit macht, um ihre Kinder durchzufüttern. Dann ging sie dazu über, sich die Gunst des Feiers zu erkaufen, und ist schließlich zu einer Betrügerin und Säuferin verkommen, die ihre Aufgabe als Hüterin des allgemeinen Wohls nur durch gigantischen Kreditbetrug wahrnehmen kann, in Wahrheit aber nur noch an sich und die Flasche denkt und sich nicht mehr um ihre Kinder kümmert. Die Unternehmer bedienen sich je schamloser am Eigentum der Gemeinschaft, je willfähriger die Alte ist. Und die Arbeiter sind zu einer elenden Menschenmasse verkommen, die nur noch in Angst vor dem nächsten Tag vegetiert. Dabei ist das Wort Vegetieren für dieses Leben ein Euphemismus, denn die Pflanze muss sich keine Sorgen um ihr Brot für den nächsten Tag machen ( eu : gut, phemi : sagen, behaupten), weil sie die Erde nährt. Kann es etwas Elenderes geben?

Jeder sieht es, jeder weiß es, Keiner tut etwas.

Die Welt ist aber kein Bordell.

Es ist an der Zeit, die Völker der Welt aus der Geiselhaft der Bilanzen zu befreien. Diese Befreiung duldet keinen Aufschub. Denn der Kapitalismus läuft zum dritten Mal in seiner Geschichte auf seinen Zusammenbruch zu. Der dritte Zusammenbruch wird alles Bisherige übertreffen, weil die technischen Voraussetzungen dazu da sind. Wie der Holocaust vor 80 Jahren unvorstellbar war, so wird die Zerstörung alles bisher Vorstellbare übertreffen. Nach den unmittelbar bevorstehenden Staatsbankrotten folgen die Armut und der Hunger, mit der Armut kommen die Diktatur der Barbaren und der Krieg. Wie dieser Krieg geführt wird, wage selbst ich nicht zu denken, der ich mir zum Prinzip gemacht habe, jeden Gedanken bis zu seinem Ende zu denken. Die hirnlosen Handlanger der Metzger wetzen bereits ihre Messer. Da gebe sich keiner einer Illusion hin. Denn alle, die Verantwortung tragen, handeln, wie sie handeln müssen. Sie können nicht anders. Der normale Kapitalist hängt ebenfalls an der Flasche und ist ein ständig besoffener Kotzbrocken, der ohne das Hochprozentige im glasigen Auge den Tag nicht übersteht. Die Banker sind die Fuseldealer, die die Staaten und die Kapitalisten mit ihrer mit Zinssprit gestreckten Kotzbrühe an der Flasche halten. Ist wie jetzt nichts mehr zum Saufen da, schlagen Staat und Kapitalist wie wild um sich. Das ist kein böser Wille, das ist der normale Entzug.

So wie die Politiker und Kapitalisten mit ihrem Anhang über Jahrzehnte das Heraufziehen des Finanzkollaps herbeigeführt und geleugnet haben, so klemmen sie jetzt die Augen vor dem genauso zwangsläufig kommenden dritten großen Schlachtfest des Kapitals zu. Wie die Lemminge stolpern sie von einer Katastrophe in die nächste, den Abgrund vor Augen bejubeln sie Millionen Arbeitslose als das Jobwunder von Deutschland, besingen Billionen Staatsschulden als Konsolidierung des Haushalts und lassen sich als die neuen Caesaren feiern, wenn sie die Fuseldealer auf Entzug mit Sprit zuschütten, denn sie sich vorher von den Großfuseldealern geliehen oder in ihrer eigenen Brennerei gepantscht haben. Kein besonders erfreuliches Bild.

Lässt sich der Zusammenbruch verhindern? Wer sollte ihn verhindern? Fangen wir zu Hause an. Die Arbeiterbewegung ist mit deutscher Gründlichkeit zerschlagen, wo nicht durch das Gewehr, dort auf administrativem oder unterhaltsamem Wege. Die deutschen Sozialdemokraten als die vormaligen Führer der Arbeiterbewegung der Welt haben sich in einem Jahrhundert harter Arbeit einen Beißzwang gegen alles, was denkt, anerzogen. Der Durchschnittspolitiker, ganz gleich von welcher Partei, beherrscht zwei oder drei Sätze, die er jeden Tag aufs neue als seine ureigene Überzeugung abliest. Alles in allem nicht gerade das Personal, mit dem die bevorstehende dritte Katastrophe abgewendet werden kann.

Oder doch?

Ein Säufer, ein Dealer und eine alte Schabracke, sollen die Gesellschaft der Zukunft bauen? In der die Völker die Freunde der Völker sind? In der die Sorge um das tägliche Leben verschwunden ist? In der Kriege nur noch den Kindern als Märchen einer barbarischen Vergangenheit erzählt werden?

Ja, denn die Kapitalisten saufen nicht nur, die Banker dealen nicht nur, und der Staat prostituiert sich nicht nur. Sondern sie beherrschen auch ihre Handwerke als Geldverleiher, als Mann fürs Grobe in der Wirtschaft und als Verwalter des Staates. Alles Dinge, die gemacht werden müssen.

Aber wo fangen wir in diesem Chaos und in diesem Krieg an?

Der Krieg der Reichen gegen die Armen tobt ohne Unterbrechung seit mehreren tausend Jahren. Er fängt in Europa an bei den Spartanern, die ihren Heloten alljährlich feierlich den Krieg erklären. In dieser humansten Form des Kriegs der Reichen gegen die Armen kam es nur vereinzelt zur Armentötung, etwa wenn der Vater den heranwachsenden Jüngling unters Volk schickte, um als Eintritt ins Mannesalter seinen ersten Heloten zu erschlagen ( Der große Ploetz. 33. Aufl. Darmstadt 2002, S. 132 ). Er wurde damit zum Mann und zeigte den zuschauenden Heloten zugleich, was ihnen bei der Verweigerung des Gehorsams blühte. Ansonsten war klar, dass die Heloten gebraucht wurden, und ihnen wurde kein Haar gekrümmt. Der Krieg setzt sich fort in der Sklavenhaltergesellschaft des alten Griechenland und Roms. Auch die Sklaverei war eine relativ humane Form des Krieges der Reichen gegen die Armen. Denn solange sein Besitzer ihn nicht töten wollte, war dem Sklaven Kost und Logis sicher. Der Krieg findet seine Verlängerung in der Leibeigenschaft (2016: oder dem Frondienst) des Mittelalters, in der der Arme Freiheiten und Rechte hinzugewonnen hat und nicht mehr direktes Eigentum des Reichen war, sondern nur noch indirektes (2016: oder im Frondienst zeitweises, indem er als Fronbauer einen Teil der Woche auf eigenem Acker und den anderen Teil auf dem Ackker des Fronhernn arbeitete oder) indem er als Leibeigener als Inventar zu dem Boden gehörte, der dem Reichen gehörte. Der Preis der Freiheit, mit der eigenen Arbeit eine Familie zu ernähren, war aber, dass er (2016: als Leibeigener) nun selbst auf dem Akker des Pfaffen oder des Fürsten für deren Ernährung sorgen musste (2016: oder als Leibeigener die Hälfte und mehr der Erträge seines eigenen Ackers an sie abgeben musste) . Und da die einen immer höheren Anteil am Ernteertrag als Lohn forderten, war der Hunger der ständige Begleiter des Bauern. Die neue Periode des Kapitalismus, die ungefähr mit der Entdeckung der Neuen Welt beginnt und sich in der Französischen Revolution vollendet, befreite die Armen nun auch vom Grund und Boden und machte sie zu freien Vertragspartnern des Kapitalisten. Die Armen können heute Verträge mit den Reichen abschließen und kündigen. Sie können ihre Wohnung und ihren Beruf frei wählen, sie können Familien gründen und auflösen. Sie können reisen, wohin sie wollen. Sie können sich versammeln und Vereinigungen zur Vertretung ihrer Interessen gründen. Sie dürfen frei ihre Meinung über die Reichen sagen. Die Abgaben des Armen sind heute nicht mehr die Erträge des Ackers, sondern allein die Erträge ihrer Arbeit. Diese seit zweihundert Jahren andauernde Periode hat in ihrer kurzen Zeit mehr gesellschaftlichen Reichtum erzeugt, als alle Perioden der Menschheit zusammengenommen.

Dieser Periode der neuen Freiheiten blieb aber auch die Barbarei vorbehalten, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Der Krieg der Reichen gegen die Armen hat Formen angenommen, die das menschliche Fassungsvermögen übersteigen. Der Krieg endlich hat seine Vollendung mit dem Massenschlachten Wilhelm und Hitler erfahren, die das technisch Machbare machten, um die Armen vom Tisch der Reichen fern zu halten.

Das war die gute Nachricht. Denn das Gute, so Aristoteles in seiner Ethik, entwickelt sich nach der Vollendung des Schlechten. Die Zeit ist reif für das Gute. (2016: Das remake der Endlösung der Moslemfrage will und will trotz aller menschenrechlichen Bombardierungen nicht so recht in die Pötte kommen. Irgend etwas fehlt, der Funke der Begeisterung am Schlachten will und will nicht auf die Völker überspringen. Was machen wir nur falsch? Die Antwort ist einfach, muss aber gegeben werden.) Die Völker der Welt sind heute nicht mehr bereit, sich gegeneinander in den Krieg hetzen zu lassen, um einer Bande von Kreditbetrügern das Fell zu retten. (2016: Seien es die Wucherer, seien es die Staaten in den Klauen der Wucherer und selbst Wucherer.)

Zur Beendungung des Krieges bietet daher das Volk, vertreten durch die Kapitalistische Partei, dem Kapital einen Friedensvertrag an. Da das Volk ein großes Herz » for each and every underdog in the whole wide universe « ( Bob Dylan, Chimes of Freedon ) hat, wird es keine Rache üben, sondern allein aus dem unsozialen Kapitalismus einen sozialen Kapitalismus machen.

Ich habe eine Lösung zur Revolutionierung des Kapitalismus in eine soziale Gesellschaft erarbeitet. Dieses Modell lässt sich von heute auf morgen mit den vorhandenen Mitteln im laufenden Betrieb in die Tat umsetzen. In dieser Gesellschaft wahren alle drei am Wirtschaftskreislauf Beteiligten, der Staat, die Kapitalisten (industrielle Kapitalisten, Handelskapitalisten, Geldkapitalisten) und die Arbeiter, ihre Interessen. Der Staat schöpft reiche Abgaben. Die Kapitalisten machen ansehnliche Gewinne. Die Arbeiter leben ohne Angst vor der Zukunft in bescheidenem und sicherem Wohlstand für sich und ihre Familien. (Dabei verstehe ich unter »Arbeiter« alle abhängig Beschäftigten, vom Handarbeiter bis zum Vorstandsvorsitzenden, 2016: ohne dabei die werteschaffende Arbeit des Arbeiters in der Fabrik oder auf dem Akker eine Sekunde aus dem Auge zu verlieren. ) Die Reichen bleiben reich. Aber es wird keine Armen mehr geben. Der Krieg der Reichen gegen die Armen wird ohne Blutvergießen beendet und kann nie mehr aufflammen, weil aus erbitterten Feinden Bündnisgenossen werden, die jeden Tag aufs Neue ein gemeinsames Ziel verfolgen, die Mehrung des Wohlstandes der Nationen ( Adam Smith ).

Ich bin Lothar Seidel, 58 2016: 64 Jahre alt, Vater Arbeiter, Mutter Hausfrau, Publikationen aus dem Bereich der Logik und der Naturphilosophie (Physik) des Aristoteles.

Meine Quellen sind Aristoteles, Marx, Rousseau und das Statistische Bundesamt. Aristoteles für die Wahrheit, Marx für die Ökonomie, Rousseau für die Feihheit, das Recht und das Herz. Das Statistische Bundesamt für die Zahlen.

Die Ursache

Der erste Schritt entscheidet die Richtung des Wegs. Von ihm hängt alles Weitere ab. Hier darf kein Fehler gemacht werden. Gehen Millionen den ersten Schritt gemeinsam, ist es ein millionenfacher erster richtiger oder falscher Schritt. Sind die Millionen erst einmal in Bewegung, kann die Richtung nur noch mit großem Aufwand geändert werden. Alles Weitere folgt aus dem ersten Schritt. Dass der Schritt von einer unsozialen in eine soziale Gesellschaft gegangen werden muss, ist seit 200 Jahren so selbstverständlich, dass ausnahmslos alle politischen Parteien das Soziale (und vor oder nach einem Krieg auch gern einmal den Sozialismus) für sich reklamieren. Aber den Schritt selbst hat noch niemand gefunden. Daher können ihn die, die ihn gehen wollen, nicht gehen, und die, die ihn nicht gehen wollen, haben eine schöne Ausrede.

Um das Übel zu beseitigen, muss es als erstes benannt werden.

Was ist das Übel des Kapitalismus?

Das Übel des Kapitalismus ist, dass es den Kapitalisten gut geht, wenn es den Arbeitern schlecht geht. Und dass es den Kapitalisten schlecht geht, wenn es den Arbeitern gut geht.

Ginge es den Kapitalisten gut, wenn es den Arbeitern gut geht, und ginge es den Kapitalisten schlecht, wenn es den Arbeitern schlecht geht, dann wäre das Übel des Kapitalismus beseitigt.

Wie lässt sich das Übel des Kapitalismus beseitigen?

Lässt sich der Krieg der Reichen gegen die Armen durch den Krieg der Armen gegen die Reichen beenden? Die Helotenaufstände in Sparta, die Sklavenaufstände in Rom, der Bauernkrieg in Deutschland, das Köpferollen in der Französichen Revolution, Lenins Abmurksen der Zarenfamilie und der wenigen Reichen, die der riesige Agrarstaat seinerzeit hatte, all diese Kriege der Armen gegen die Reichen haben nur bewirkt, dass der Hydra hundert neue Köpfe gewachsen.

2016: Das Erschießen ist also kein Garant für eine bessere Zukunft. Aber was machen wir mit den Kapitalisten 2016:, wenn wir demokratisch oder militärisch die Macht in die Hände bekommen haben ? Das Heft des Handelns, als seien sie die Einzigen im Staat, muss ihnen für die Dauer der Umwandlung aus der Hand genommen werden. Denn ließen wir sie weiterwursteln, dann hieße der Wohlstand der Nationen Common Wealth. Oder ihr Sozialismus hieße Nationalsizialismus. Die Kapitalisten sind zwar ein wichtiger Teil des Volkes, aber sie sind nur ein kleiner Teil des Volkes. Wenn schon in Friedenszeiten alles, was sie anfassen, zu Schmutz wird, dann dürfen wir ihnen in der Zeit des Umbruchs nicht das Ruder überlassen. Das wäre der sichere Untergang. Die Kapitalistische Partei muss in dieser Zeit der handelnde, die Kapitalisten müssen der passive Teil sein.

Bisher kommt es in Krisenzeiten immer wieder zu der Ansicht, mit Reichen könne man nicht verhandeln, und man müsse Rache an ihnen üben. Gründe gibt es genug. Aber so verständlich die Rache auch sein mag, die das erregte Volk fordert, wenn es die Taten der Kapitalisten in Krisenzeiten nicht mehr beiseitedenken kann, so wenig ist die Rache ein Argument und so wenig sorgt sie für das Brot am Tag »danach«.

Kann man die Habgier köpfen? Man kann habgierige Kapitalisten köpfen. Dann sind sie nicht mehr habgierig. Dann sind sie aber auch keine Kapitalisten mehr, weil sie dann gar nicht mehr sind. Und es stimmt auch nicht, dass man nicht mit den Kapitalisten reden kann. Sie sprechen nur eine ganz eigene Sprache. Lernt man diese Sprache sprechen, dann lassen sich sehr weit reichende Gespräche führen, die zunächst ganz unvorstellbar scheinen. Der gesamte Wortschatz dieser Sprache besteht aus zwei Wörtern. Diese beiden Wörter heißen Soll und Haben oder Aufwand und Ertrag oder Einkauf und Verkauf .

Die ganze Seele jedes Kapitalisten hängt mit jeder einzelnen Faser an diesen beiden Wörtern. Die Differenz zwischen Aufwand und Ertrag absorbiert alles Gute im Kapitalistenmenschen. Ihr, der Differenz zwischen Aufwand und Ertrag, gilt die ganze Liebe, die er zu geben hat. Diese Liebe mag abstoßend wirken, angesichts dessen, was der Kapitalist in den letzten zwei Jahrhunderten mit ihr angerichtet hat. Aber es ist die einzige Liebe, die er zu geben hat. Und sie kommt vom ganzen Herzen, jeden Tag erneut, ein ganzes Leben lang. Es war daher ein unverzeihlicher Fehler, das Gute, das der Kapitalist zu geben hat, nicht zum Gegenstand der Überlegung zu machen. Wenn wir wollen, dass er uns nutzt und nicht schadet, dann müssen wir den Kapitalisten nehmen, wie er ist und nicht, wie wir ihn gerne hätten.

2016 Daher folgt nun eine kurze Einführung in diese Zweiwortsprache.

Das Manifest

Was ist

Betrachten wir uns die Entwicklung des deutschen Volkseinkommens der vergangenen 19 Jahre mit Hilfe dieser Sprache. So weit reichen die Aufzeichnungen des Online-Angebots des Statistischen Bundesamtes. Das Schwarze sind die Statistiken im Original, das Blaue sind die Berechnungen des aus dem Schwarzen von mir. 2016: Diese Zahlen dienen hier wiegesagt nur als Beispiele zum Verständnis der SOLL- und HABEN-Sprache.

VGR des Bundes - Bruttosizialeinkommen, Volkseinkommen:

Deutschland, Jahre

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen des Bundes

Deutschland

Gegenstand der Nachweisung
Einheit 1992 1994 1996 1998 2000 2002
Volkseinkommen Mrd. EUR 1269,78 1341,00 1417,73 1466,09 1524,43 1567,12
- Unternehmerlohn Mrd. EUR 352,61 379,14 411,11 433,84 424,37 447,80
= Arbeitnehmerentgelt Mrd. EUR 917,17 961,86 1006,62 1032,25 1100,06 1128,32
Arbeitgeberlohn in % AN Prozent 38,45 39,42 40,84 42,03 38,68 39,69
Arbeitnehmerlohn in % AG Prozent 260,11 253,70 244,85 347,93 259,22 251,97
Copyright Statistisches Bundesamt Wiesbaden 2011

Stand 15.03.2011/08:03:16

2015: Im geretteten Ausdruck sind nur die Daten von 1992-2002 erhalten. Leider hat auch das Gedächtnis des Internet in der WayBackMachine diesen Teil von aristoteles-heute.de vergessen.

Das Volkseinkommen, die Summe von Arbeitgeberlohn und Arbeiterlohn, ist von 1992 bis 2010 von 1,2 Billionen Euro auf 1,9 Billionen Euro gestiegen. Die Unternehmer haben ihr Einkommen in dieser Zeit um 50% erhöht. Die Arbeiter haben ihr Einkommen um rund 37% erhöht.

Verdiente der Unternehmer 1992 knapp zwei Fünftel dessen, was alle seine Arbeiter zusammen verdienten, so verdient er 2010 die Hälfte der gesamten Lohnsumme. Ein Unternehmer mit 50.000 Mitarbeitern verdient demnach 25.000 Mal so viel wie einer seiner Arbeiter.

Hatten alle Arbeiter zusammen 1992 noch mehr als zweieinhalb mal so viel wie alle Unternehmer, so haben sie 2010 nur noch knapp zweimal so viel sie alle Unternehmer. Haben beide sich also 1992 den Kuchen im Verhältnis von Eins zu Sechs geteilt, so war das Verhältnis 2010 Eins zu Vier.

Dass das ungrecht ist, ist offenbar. Aber die Frage, welches der gerechte und welches der ungerechte Anteil des Kapitalisten ist, spielt für die weiteren Überlegungen keine Rolle. Denn der Zank darüber geht am Problem vorbei. Das Übel bleibt dasselbe, ob es ein vierzigprozentiges oder ein fünfzigprozentiges Übel ist.

Nichts ändert sich am Hauptproblem. Nämlich dem, dass es dem Unternehmer gut geht, wenn es dem Arbeiter schlecht geht. Und dass es dem Unternehmer schlecht geht, wenn es dem Arbeiter gut geht. Das muss geändert werden. Nehmen wir den »goldenen Vierziger« aus der Tabelle, das Jahr 1992, etwas genauer unter die Lupe. Wie kommt das Unternehmenseinkommen in Höhe von 352,61 zustande, wie kommt das Arbeitereinkommen in Höhe von 1.269,78 2015: Tippfehler 917,17 zustande? Die Antwort ist nicht kompliziert. Sie steht bereits in der Tabelle. Um zu verstehen, wie der Unternehmergewinn und der Arbeitslohn zustande kommen, musst du weder Aristoteles, noch Marx studieren. Hier genügt ein Blick auf das Mutterland des Glaubens und des Kredits ( credo: ich glaube ), nämlich nach Italien.

Wie England das Mutterland des industriellen Kapitalismus, so ist einige hundert Jahre vorher das Italien der Medici-Päpste und der Medici-Banker das Geburtsland des kaufmännischen Kapitalismus und des Finanzkapitalismus. Die Buchführung ist die Erfindung des Rades auf dem Gebiet der Ökonomie des Einzelbetriebes und der Volkswirtschaft. Mit Hilfe eines einfachen Schemas werden alle Geschäftsvorfälle (alles, bei dem Geld fließt) einer Firma in einer Abrechnungsperiose lückenlos erfasst und wird der Überschuss ermittelt, den Unternehmer und Arbeiter gemeinsam erwirtschaftet haben.

Die einfache Idee der doppelten Buchführung ist die, dass jede Ausgabe zugleich eine Einnahme ist und dass jede Einnahme zugleich eine Ausgabe ist. Gibst du Geld für einen Bleistift her, so nimmst du einen Bleistift ein. Verdienst du 100 Euro, so gibst du dafür den Stuhl her, den du gebaut hast. Gibst du Geld für Löhne her, so erhältst du dafür die Arbeit, die deine Stühle herstellt. Gibst du Arbeit her, so erhältst du Geld dafür, um dich und deine Lieben durchzufüttern. Alle hunderte und tausende Geschäftsvorfälle in einem Betrieb lassen sich auf dieses einfache Strickmuster reduzieren. So dass du am Ende nur noch zwei Spalten einer Tabelle hast. Links stehen alle Kosten, rechts stehen alle Erträge ( 2015: Dass das nicht korrekt ist und linke und rechte Seite manchmal entgegengesetzt sind, spielt für die erste Erklärung keine Rolle. Der Buchführungskurs klärt schnell darüber auf. ) Addierst du beide Spalten und bildest die Differenz, dann hast du den Unternehmensgewinn ermittelt.

Nehmen wir also wieder unsere Tabelle, werfen nun aber einen Blick in den Einzelbetrieb. Wie in der Volkswirtschaft die drei Personen Staat, Arbeiter und Kapitalist die Wirtschaft am Laufen halten, so im Einzelbetrieb der Arbeiter und der Kapitalist. Angenommen, die einzigen Kosten wären die Lohnkosten, der einzige Ertrag wäre das Volkseinkommen und ganz Deutschland wäre ein einzelner Betrieb, dann sähe die Bilanz für 1992 so aus

Bilanz Deutschlands 1992

Gewinne und Verluste

Aufwand Ertrag
____________________________________________________________
Löhne 917,17 1.269,78 Verkaufserlöse
Gewinn 352,61
Summen 1.269,78 1.269,78

Das wäre die Bilanz eines Dienstleistungs- oder Sklavenhalterstaates. Die reine Dienstleistung ohne ein anderes Werkzeug als den eigenen Körper, etwa die Prostitution oder die Sklavenarbeit, beruht allein auf der Handarbeit der Sklaven. Und deren Löhne bestehen allein aus Kost und Logis. Der »tote Arbeiter« fehlt. Denn die Maschinenparks, die EDV, die Rohstoffe, die sind es doch, die die moderne Industriegesellschaft von der Ackerbauperiode unterscheiden.

Also machen wir aus der Sklavenbilanz eine Bilanz eines modernen Industrielandes und fügen die Kosten für die Maschinen, die EDV, die Verwaltung, die Forschung ein, fassen sie in einem einzigen Konto »Kosten« zusammen und nehmen ihre Höhe mit einem fiktiven Betrag von 3.000 an:

Bilanz Deutschlands 1992

Gewinne und Verluste

Aufwand Ertrag
____________________________________________________________
Kosten 3.000,00 4269,78 Erlöse
Löhne 917,17
Gewinn 352,61
Summen 4269,78 4269,78

Die Kosten von 3.000,00 für die Wartung der Maschinen, von Neuanschaffungen, der Rohstoffe, die EDV und noch allem möglichen anderem werden genau wie die Löhne auf die Preise geschlagen, so dass der Verkaufserlös um 3.000 höher ist als in der Sklavenbilanz. Der Rest ist gleich geblieben.

Was im heutigen System wie im Sklavensytem dasselbe ist, ist, dass der Gewinn nur steigen kann, wenn die Löhne sinken, also die Arbeiter weniger essen und länger arbeiten und dass die Löhne nur steigen können, wenn die Gewinne sinken, also die Arbeiter mehr essen und kürzer arbeiten. Denn an den Kosten für die 3.000 lässt sich nicht rütteln. Die sind vom Markt vorggeben. Hier hat keiner etwas zu verschenken. Und hier verschenkt keiner etwas.

2015: Dass die Schulden nicht in der Bilanz erscheinen, liegt daran, dass sie erst zum Schluss des Manifests untersucht werden. Das ist der Ort, wo sie hingehören.

Nach der Feststellung des Jahresüberschusses beginnt nun eine ungeheure Vergeudung menschlicher Arbeitskraft, Heimlichtuerei, Schwindelei und Betrug, nämlich die Steuerfestsetzung und -eintreibung durch Mutter Staat.

Der Arbeiter zahlt während des laufenden Betriebs zwölfmal im Jahr die Lohnsteuer, der Bankier zahlt die Bankierssteuer, wenn ihm danach ist, der Grundbesitzer zahlt die Raubrittersteuer, und der produktive Kapitalist zahlt die Steuer auf den Gewinn, wenn er schlecht beraten ist. Jeder schwindelt, so gut er kann. Dann flehen die Gewerkschaften den Unternehmer an, er möge doch ein wenig von dem zurückgeben, was er eingesackt hat. Der Staat nimmt, was ihm der Kapitalist zubilligt. Und weil das immer zu wenig ist, muss sich der Staat beim Geldbesiter Geld leihen oder druckt Zettel, die er ins Nirvana verkauft. Der Kapitalist weint bittre Tränen, dass alle ihm alle alles wegnehmen wollen. Denn nicht nur der Staat und die Gewerkschaften, sondern auch die Banken wollen von seinem erwirtschafteten Gewinn abhaben. Arbeitet er auf fremdem Grund, ist auch noch die Abgabe an den Grungbesiter fällig. So wird alles verzerrt und verschleiert und endet jedes Jahr in einem einzigen Chaos. Aber zurück zur Bilanz.

Es fehlt noch der Staat. Den erwirtschafteten Reichtum teilen sich in der Industriegesellschaft Unternehmer, Staat und Arbeiter in drei Teile. Da es die Beute nur ein einziges Mal gibt - der Traum vom Geld gebärenden Geld ist ausgeträumt -, hat der eine mehr, was der andere weniger hat. Und es hat der eine weniger, was der andere mehr hat. Das ist eine logische, physikalische, mathematische, ökonomische und philosophische Tatsache, die nur Verrückte anzweifeln.

Die moderne Industriegesellschaft mit ihrem toten Arbeiter hilft uns in unserer Bilanz auch nicht weiter. Denn ob die Kosten für den toten Arbeiter null, drei oder drei Millionen sind, ist völlig unerheblich, weil sie vollständig in den Preisen enthalten sind. Also konzentrieren wir uns auf das Volkseinkommen und holen den dritten Teilnehmer am Wirtschaftskreislauf mit ins Boot, den Staat. Ganz verschämt steckt er ja bereits in der ersten Tabelle. Denn die Löhne und Gewinne sind die noch nicht versteuerten Löhne und Gewinne. Wir holen uns also zunächst die Steuern, die der Staat in dieser Zeit erhalten erhoben hat aus der Statistik.

VGR des Bundes - Bruttosizialeinkommen, Volkseinkommen:

Deutschland, Jahre

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen des Bundes

Deutschland

Gegenstand der Nachweisung
Einheit 1992 1994 1996 1998 2000 2002
Volkseinkommen netto Mrd. EUR 617,90 620,06 641,38 647,37 646,59 707,93
+ Steuern und Sozialabgaben* Mrd. EUR 651,88 720,94 776,35 818,72 877,44 866,19
= Volkseinkommen brutto Mrd. EUR 1269,78 1341,00 1417,73 1466,09 1524,43 1567,12
- Unternehmerlohn brutto Mrd. EUR 352,61 379,14 411,11 433,84 424,37 447,80
= Arbeitnehmerentgelt brutto Mrd. EUR 917,17 961,86 1006,62 1032,25 1100,06 1128,32

Copyright Statistisches Bundesamt Wiesbaden 2011

Stand 15.03.2011/08:03:16

* Einnahmen und Ausgaben des Staates ebenfalls vom 15.03.2011 / 12:13:51

Die Einnahmen des Bundes bestehen im wesentlichen aus den Steuern und den Sozialabgaben, die von den Arbeitern und den Arbeitgebern bezahlt werden. Ziehen wir die Staatseinnahmen vom Volkseinkommen ab, so erhalten wir das Nettovolkseinkommen , also das, was Arbeiter und Arbeitgeber in der Tasche behalten, nachdem sich der Staat bedient hat. Um jetzt die Einkünfte der Drei vergleichen zu können, müssen wir nur noch die Steuer aus den Löhnen und den Gewinnen herausrechnen. Dabei greifen wir zu der utopischen Annahme, Arbeiter und Arbeitgeber seien im Zeitraum im selben Verhältnis von (Volkseinkommen netto : Volkseinkommen brutto = 0,486) von 1992 besteuert worden:

Nettonationaleinkommen, Volkseinkommen

Deutschland, Jahre

Gegenstand der Nachweisung
Einheit 1992 1994 1996 1998 2000 2002
Arbeitgeberlohn netto Mrd. EUR 171,59 175,31 185,99 191,57 180,11 201,13
Arbeitnehmerlohn netto Mrd. EUR 446,31 444,75 455,39 455,80 466,88 506,80
Staatseinnahmen Mrd. EUR 651,88 720,94 776,35 818,72 877,44 868,19
Probe (Volkseinkommen brutto) Mrd. EUR 1269,78 1341,00 1417,73 1466,09 1524,43 1567,12

WEITER

sa Copyright Statistisches Bundesamt Wiesbaden 2011

Stand 15.03.2011/08:03:16 se

* Einnahmen und Ausgaben des Staates ebenfalls vom 15.03.2011 / 12:13:51

Jetzt ist die Summe von (Staatseinnahmen plus Löhne plus Gewinne) = Volkseinkommen. Und die drei Hauptakteure des Monopoly stehen gleichberechtigt untereinander. Das gesamte Volkseinkommen steht an einer einzigen Stelle. Und es wird restlos auf die drei am Wirtschaftskreislauf Beteiligten aufgeteilt. Und genau dies ist der Schlüssel zum sozialen Kapitalismus, das Volkseinkommen geteilt durch drei. Dessen Realisierung ist die einzige Aufgabe der Kapitalistischen Partei.

Die Revolution

Eine kleine Änderung in der Bilanzierung wird nun einen großen Schritt für die Menschheit bewirken. Die Revolution findet auf dem Verwaltungswege statt, nein schlimmer noch, in der Buchführung. Der Jahresabschluss ist nicht mehr nur die Ermittlung des Betriebsgewinns. Der Jahresabschluss ist die Ermittlung des Überschusses, den Arbeiter und Kapitalist gemeinsam erwirtschaftet haben, das Volkseinkommen.

Man sagt uns Deutschen nach, wir seien ein Volk von Angsthasen. Jede Revolution haben wir bisher vergeigt. Angefangen von den Bauernkriegen 1521 über die bürgerliche Revolution 1848 bis zur Revolution 1919. Aber man kann es auch anders sehen. Als der Katholizismus mit dem Po an der Wand stand, hat ihm Luther zwar denselbigen gerettet, aber er hat die Päpste ein für allemale von den weltlichen Thronen verjagt. Die Päpste haben 500 Jahre gebraucht, um uns das symbolisch zu verzeihen und einen von uns wieder ranzulassen:

»die deutsche Reformation ... nötigte ... das Papsttum, wieder der Ausdruck einer geistigen Weltmacht zu werden«, hat aber zugleich die »größte Gefahr ... die Säkularisation ... für Jahrhunderte beseitigt.« »In diesem Sinne kann man mit voller Wahrheit sagen, dass das Papsttum in moralischer Beziehung durch seine Todfeinde gerettet worden ist.« - Jakob Burckhardt, Die Kultur der Renaissance in Italien, S. 131f, Frankfurt 2009 -

Vor der zweiten Aufgabe, auch die Philosophie als Wissenschaft aus den Klauen der Mönche zu entreißen, haben die Protestanten zwar kläglich versagt. Aber das schmälert Luthers Verdienst an der Menschheit um keinen Fingerbreit. Die Franzosen haben sich 1789 bis 1794 vom Papsttum befreit, das in Frankreich besonders gehässig gewütet hat. Das war 260 Jahre nach Luther.

Heute steht der Kapitalismus mit dem Rücken an der Wand. Wer weiß, vielleicht ist die deutsche Methode der Revolution auf dem Verwaltungsweg ja doch nicht die verkehrteste. Sie spart Blut und ist auf Dauer angelegt. Und vielleicht ist es gar nicht fehlernder Mut, sondern berechtigter Zweifel gewesen, der uns so lange zurückgehalten hat. Und vielleicht machen wir die anstehende Revolution um so besser, je genauer die Rechnung auf die Zukunft aufgeht. Und so wird es gehen.

Nicht das Privateigentum an den Produktionsmitteln, nicht die Aneignung des Mehrwerts durch den Kapitalisten, nicht die kapitalistische Produktionsweise sind Schuld an den Krisen der Produktion und den Krisen des Geldes.

Allein die Zeit, der Ort und die Art der Aneignung des erwirtschafteten Überschusses ist die Ursache. Die Zeit der Aneignung des Kapitalistenlohns ist nach der Feststellung des Volkseinkommens, das sich an einem einzigen Ort befindet. Und die Art ist die, dass er einen prozentualen Anteil am verbliebenen Volkseinkommen erhält, die »Kapitalistensteuer«.

Der Ort der Aneignung des Mehrwerts durch den Kapitalisten, muss dort sein, wo der Kuchen gebacken wird, in der Backstube. Wo der Überschuss entsteht, muss er verteilt werden, beim gemeinsamen Produkt der Arbeit seiner selbst und seiner Arbeiter. Allein dies wird den Kapitalistendurst nach Mehrwert dauerhaft und ohne Folgeschäden stillen, ein prozentualer Anteil an der Lohnsumme seiner Arbeiter und dem Betriebsüberschuss des laufenden Jahres . Die Kapitalistensteuer , die die Arbeiter an die Kapitalisten entrichten, ist die Lösung der meisten, wenn nicht aller Probleme des Kapitalismus.

Bilanz Deutschlands 1992

Gewinne und Verluste

Zwischanabschluss Aufwand Ertrag
___________________________________________________________________________
Kosten 3.000,00 4.269,78 Erlöse
Löhne 917,17
Unternehmensüberschuss 352,61
Umbuchung 1.269,78 Volkseinkommen
Hauptabschluss Zwischensummen 4.269,78 5.539,56
Endsaldo 1.269,78
Endsummen 5.539,56 5.539,56

Die einzige Voraussetzung ist, dass sich das Volkseinkommen (1.269,78), die Verkaufserlöse ohne die Kosten, also wieder die Grundlage der Sklavenhalterbilanz, am Ende einer Periode an einem einzigen Ort befinden und dass sich die drei Teile des Volkes dann die Beute untereinander restlos aufteilen. Erst der Staat, dann der Kapitalist, dann die Arbeiter. Die Kapitalistensteuer ist wie die Staatssteuer je höher, desto höher die verbliebenen Löhne sind. Der Steuersatz wird mit zunehmender Masse geringer. Der Staat nimmt sich als erster, so viel er als Mutter der Nation benötigt, um alle Kinder gesund, gebildet und bei Laune zu halten. Der Kapitalist ist um so reicher, je besser er im laufenden Jahr gewirtschaftet hat und je mehr Wirtschaftsgeld er zu Hause abgegeben hat, Frauen können ja doch besser mit dem Geld umgehen. Und die Arbeiter haben einen Freund fürs Leben gewonnen, weil der Kapitalist sich nun, ob er es will oder nicht, nichts sehnlicher wünschen wird, als einen möglichst hohen Lohn seiner Arbeiter.

Das zu versteuernde Einkommen von Deutschland 1992 beträgt 1.269,78. Nicht mehr und nicht weniger als es 1992 betragen hat.

Aber der Unternehmer wird sich nicht nur einen hohen Lohn seiner Arbeiter wünschen, sondern er wird auch, statt wie bisher zögerlich, falsch oder garnicht Meldung an das Finanzamt zu machen, nun ganz im Gegenteil brav und stolz das gesamte Haushaltsgeld für das nächste Jahr abliefern, den Nov. 2015: mit dem gemeinsam von ihm und seinen Arbeitern erwirtschafteten Überschuss. Er wird ihn begierig dem Finanzamt melden und ihn so groß wie nur möglich machen, anstatt ihn kleinzurechnen.

Nov. 2015: Der bisherige Hauptabschluss ist nun nur noch der Zwischenabschluss, d er Unternehmenüberschuss ist nur ein Zwischensaldo. Der Lohn ergibt zusammen mit dem Zwischensaldo das Betriebsergebnis auf dem neuen Bilanzkonto »Volkseinkommen« .

Die Prostitution des Staates hat ein Ende, weil der Staat keine Schulden mehr machen muss. Der Kapitalist muss nicht mehr die Rache des Volkes fürchten, und die Arbeiter leben in Wohlstand und Sicherheit.

Der Kapitalist wird von jetzt auf nachher aus einer lichtscheuen Gestalt zu eine Wohltäter der Menschheit, der laut mit seinem Reichtum prahlen kann und der dafür geehrt statt gehasst wird.

Um die revolutionären und dauerhaften Folgen dieser kleinen Umbuchung zu verstehen, musst du nur wissen, dass allein da der Irrtum ausgeschlossen ist, wo von einem Ganzen ausgegangen wird, das restlos in seine Teile aufgeteilt wird. Nur da, wo du das Ganze vor Augen und in der Hand hast, ist die Teilung des Ganzen möglich, ohne dass Teile vergeudet werden oder nicht vorhandene Teile geteilt werden (2016: wird im Schluss besprochen).

Haben wir ein Ganzes, das sich ohne Rest in drei, vier, fünf oder sechs Teile teilt, die auf die Arbeiter, die Kapitalisten (industrieller Kapitalist, Handelskapitalist, Geldkapitalist und Grundkapitalist) und den Staat, kann nie mehr ein Krise eintreten. So wenig, wie das Aufschneiden und der Verzehr eine Kuchens krebserzeugend ist. Zugleich ist die restlose Aufteilung eines Ganzen in seine Teile eine unscheinbare, dafür aber umso wirksamere Methode, die Myriaden von Schmarotzern loszuwerden, die sich an der bisherigen Lohnquelle des Kapitalisten mästen, die allen schaden und niemandem nutzen und die zudem kein schöner Anblick sind.

Der Kapitalist wird Lohnempfänger des Volkes. Das ist das Ziel und zugleich das Ende des Krieges zwischen den Klassen. Was der Kapitalist heute in der doppelten Buchführung als »Unernehmerlohn« verbucht, wird morgen der Unternehmerlohn sein. Man kann es auch anders formulieren. Der Kapitalist wird de jure, was er de fakto ist, dem Staat gleichgestellt ( jus : das Recht, factum : die Tatsache). Wie der Staat, so zahlt der Kapitalist keine Steuern mehr, sondern er erhält von seinen Arbeitern die Kapitalistensteuer , Nov. 2015: deren Höhe ähnlich in einer Steuertabelle festgelegt ist wie die Staatssteuer . Es gibt nur noch eine Steuer an den Staat, die Steuer aus der gemeinsamen Arbeit. 2015: Das Volkseigentum ist Eigentum des Volkes. Wie jeder Lohn, so ist ab nun auch die Dividende ein leicht berechenbares und einklagbares Recht. Zu ihrer Berechnung genügt das Betriebseinkommen und die Steuertabelle.

Nachdem das Volk dem Staat gegeben hat, was des Staates ist, bekommt der Kapitalist nach ähnlichen Steuertabellen aus dem verbliebenen Rest des Volkseinkommens die Kapitalistensteuer von seinen Arbeitern. Die Höhe seiner Steuer bemisst sich aus der Höhe des nach Abzug der Staatssteuer verbliebenen gemeinsamen Einkommens von Arbeitern und Kapitalist. Je höher dieses, desto höher die Kapitalistensteuer. Dies - noch einmal - ist die Garantie dafür, dass der Kapitalist einen hohen Lohn seiner Arbeiter als das eigene Interesse hat. Der Rest gehört den Arbeitern und wird der Lohn des kommenden Jahres sein. 2015: Der buchhalterische Lohn des laufenden Jahres ist der nicht antastbare Grundlohn der Arbeiter, der für das kommende Jahr zurückgestellt wird. Der aus dem guten Wirtschaften des Kapitalisten entstandene Überschussteil ist der Jahresbonus. Der kann steigen und fallen.

Die Kapitalisten-Steuer muss hoch genug sein, dass der Kapitalist nicht die Lust am Kapitalistendasein verliert und dass er daraus die Bank und den Grundbesitzer entlohnen kann, die ihm Geld und den Boden für die Überschussproduktion zur Verfügung stellen.

Durchführung

Spätestens hier wird klar, wie wichtig das Ganze und der Teil sind. Denn hier sind die 1.200 Mrd. das Ganze. Der Staat, der produktive Kapitalist, der Arbeiter, Geldkapitalist und Grundbesitzer können zusammen nie mehr als das Ganze haben und verbrauchen. Das ist ausgeschlossen. Denn die Teilung eines Ganzen in seine Teile macht den Irrtum unmöglich. Es ist nicht überflüssig zu sagen, dass dies nur dann gilt, wenn das Ganze das Ganze und nicht der Teil ist. Hier geht es nicht ohne Kontrolle. Am einfachsten wäre die Spiegelung der Gewinn- und Verlustrechunungen der Kapitalgesellschaften auf den Servern der Finanzbehörden, noch besser die Publizitätspflicht im Internet, die jedem Anteilseigner seinen einklagbaren Anteil am Ganzen tagesaktuell anzeigt. Oder die Bilanzabteilungen sind outgesourcte Zweigstellen der Finanzbehörden. Das muss das Gesetz regeln.

Steuersatz und Degression der Kapitalsteuer werden vom Gesetzgeber nach nachvollziehbaren Kriterien festgelegt. Die Gefahr, dass sich der Staat zuviel nimmt, ist genauso groß wie die, dass er den Kapitalisten aus alter Gefällligkeit zu viel übriglässt. Die beiden Gefahren werden sich die Waage halten, weil die dem Staat gleichgestellten Kapitalisten ihm auf die Finger klopfen, wenn er zu gierig wird. Damit Staat und Kapitlisten nicht gemeinsame Sache gegen die Arbeiter machen, ist es unerlässlich, dass sich der Staat zuerst bedient. Nur so ist gewährleistet, dass der Kapitalist gmeinsam mit dem Arbeiter dem Staat auf die Finger klopfen, wenn er zu gierig wird. Die Steuer kann innerbetrieblich bzw. innerhalb eines Tarifgebiets über- oder unterschritten werden. Abweichungen darunter und darüber werden zwischen Kapitalisten, Staat und Gewerkschaften ausgehandelt. Hier werden sich die Teilnehmer an neue Rollen gewöhnen müssen. Denn ab nun werden Kapitalisten und Arbeiter gemeinsam nicht selten gegen Gewerkschaften und Staat für längere Arbeitszeiten und höheren Lohn streiten und ähnliches bisher Undenkbares. Kapitalisten und der »echte« Staat werden die eigentlichen Tarifauseinandersetzungen um die Verteilung des Kuchens führen. Der Staat wird die Gewerkschaften als Verbündete brauchen, um einen Normalarbeitstag durchzusetzen, der der Gesundheit der Arbeiter nicht schadet.

Fast alles bisher Geschilderte ist bereits Realität. Nur in der schlechtesten Verpackung. Die einen Kapitalisten brüsten sich damit, keine Steuern zu zahlen, und sogar die degressive Kapitalistensteuer kann man bei Marx als den tendentiellen Fall der Profitrate (das Verhältnis Überschuss : toter Arbeiter) bei gleichzeitig wachsender Masse des Profits.

Das Ende

Der Finanzkarpfen

Damit haben wir endlich das Mittel an der Hand, die Banken und die Grundbesitzer auf die ihnen gebührenden Größen des Finanzkarpfens und des Immobilienherigs zurechtzustutzen.

(Der Grundbesitzer, der hier nur am Rande behandelt wird, erhält seinen Lohn für die Verpachtung des Landes aus der Kapitalistensteuer, genau wie der Bankier, nur dass er einen Promillesatz der absoluten Einkünfte erhält, die auf seinem Boden erwirtschaftet wurden. Denn der Boden wird ja nicht wie die Kreditsumme jedes Jahr weniger. Aber auch der Immobilienfusel wird genau wie der Zinsfusel verboten. Die Bodenrente, jenes Relikt aus den bäuerlichen Zeiten, den tausend Jahren, in denen die Bauern den überaus wichtigen Gedankenwettstreit der katholischen Aristotelesschüler finanziert haben, ob die »Hamsterheit« eine eigene Existenz hat neben dem wirklichen Lebewesen Fridolin aus Fleisch und Blut und Pelzchen und wenn ja, ob und wie beide miteinander kopulieren, die Bodenrente verdient eine eigene Untersuchung.)

Denn der Jahresabschluss ist noch nicht fertig. Der Zins fehlt noch. Der Unternehmer muss aus seiner Kapitalistensteuer noch dem Geldkapitalitsten den Zins bezahlen. Denn der Geldkapitalist hat dem Unternehmer etliche Millionen vorgeschossen, damit er seine Steuer erwirtschaftet. Der Bankier will nun nicht nur »sein« Geld zurück, sondern er will vor allem einen Teil vom Gewinn des Kapitalisten abhaben. Denn ohne Vorschuss keinen Gewinn. Also steht ihm ein Anteil am Gewinn zu. Den soll er auch haben. Aber das wird ab jetzt das Einzige sein, das er bekommt. Denn das ist das Einzige, das er durch seine eigene Arbeit verdient.

Aber nun stehen wir hier wie durch ein Wunder, ganz am Ende des ökonomischen Jahreskreislaufs, vor einer unüberwindlichen Hürde, dem Geldkapital. Vom über die Jahrhunderte verachteten Stand der Wucherer am Rande der Gesellschaft ist es den Banken gelungen, den Staat von der Hure zur Kreditbetrügerin zu machen und sich zu den Herren über die Industrien und die Völker der Welt aufzuschwingen. Der Finanzmarkt macht Dinge, deren Absurdität offenkundig ist, aber es herrscht völlige Ratlosigkeit, wenn es um die Frage geht, wie dieses Theater zu beenden ist.

Diese Unüberwindlichkeit hat ihren Grund in einem Geheimnis, das die Geldbesitzer seit dem Altertum wie ihren Augapfel hüten, der Entstehung und dem Wesen des Zinses. Der Zins ist zwar so wenig ein Geheimnis wie der Staatslohn, der Kapitalistenlohn oder der Arbeiterlohn: Der Zins ist ein Teil des Kapitalistenlohns. Es ist der Lohn der Bank dafür, dass sie dem industriellen Kapitalisten die Produktion eines Überschusses ermöglicht hat. Dafür steht ihr nicht nur die Rückzahlung der Kreditraten aus dem Verkaufserlös zu, sondern auch ein Bruchteil der Kapitalistensteuer. Das ist der Zins. Nicht weniger. Nicht mehr.

Weil es das Geldkapital Jahrtausende vor dem produktiven Kapital des Industriellen gab, so der schlagende Beweis der Ökonomen der Geld-Dealer, hat es nichts mit der Überschussproduktion aus der Fabrik zu schaffen. Es ist eine Welt für sich, in der eigene Gesetze gelten. Das einzige wirkliche Gesetz aber, das es hier gibt, ist die Lizenz zur Schnapsbrennerei, die Verdünnung von Arbeiterblut mit Zins-Fusel und als vereldeltes Arbeiterblut zu verhökern, die Brühe jedemal mehr mit Fusel zu verdünnen und kurz vor dem Dilirium dem Säufer reinen Sprit als Blut anzudrehen. Diese Lizenz muss dem Geldkapitalisten entzogen werden, bevor er wieder in die Gemeinschaft eingegliedert werden kann.

Der Grund, warum der Geldkapitalist zur Zeit der babylonischen Türme, genau wie zu heutigen Zeit sein Auskommen hat, warum wir ihn nicht einfach zum Teufel jagen können, ist die Überschussproduktion . Die Überschussproduktion macht den Geldkapitalisten zum gleichermaßen verhassten wie benötigten Akteur im Wirtschaftskreislauf. Ist dies erst einmal erkannt und anerkannt, dann wird ihm auch die Möglichkeit genommen werden, die Menschheit zum Komasaufen zu zwingen, weil er dann nur noch den Überschuss sammeln und verteilen darf und nicht mehr. Und dies wird einfach dadurch geschehen, dass er vom Anfang ans Ende des Kreislaufs versetzt wird, wo er hingehört.

Um aber zu verstehen, dass wirklich nicht mehr dahintersteckt und vor allem, um die richtigen Schlussfolgerungen daraus für den Umgang mit den Geldkapitalisten zu ziehen, müssen wir am Ende des Kapitalistischen Manifests nun doch einen Blick in die Geschichte und die Ökonomie werfen. Die Schlussfolgerungen gegen die Banken, so viel ist klar, können hier nicht ganz so moderat ausfallen wie bei der Kapitalistensteuer. Hier muss der Staat seine Autorität als Gesetzgeber und vielleicht auch physische Gewalt einsetzen. Aber, liebe Frau Merkel, so lange die Bundeswehr noch nicht in eine Söldnerbande umgewandelt ist, die für den schießt, der zahlt, so lange haben Sie nichts zu befürchten und können mit der Parole Von den Arabern lernen heißt siegen lernen! in die Schlacht ziehen. Trauen Sie sich!

Um den Zins als einen Teil des Überschusses zu verstehen, muss man den Überschuss, die Kapitalistensteuer, verstehen. Unsere bisherigen Betrachtungen des Überschusses als Differenz zwischen Aufwand und Ertrag sind zwar in der Summe korrekt und für den Jahresabschluss völlig ausreichend, erklären aber nicht viel. Um den Gewinn machen die Kapitalisten, seit es sie gibt, das gleiche Gewese, wie die Wucherer um den Zins. Sie haben in ihren Behörder und Universitäten und unter ihren Schreibkundigen ganze Stäbe von von Sehern und Deutern, die sich Ökonomen oder Philosophen nennen. Deren einzige Aufgabe ist es, aus dem Gewinn ein unergründliches Geheimnis zu machen, das dem kleinen Erdenmenschen mit dem einen Gebot, Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht unnötig führen, denn der Herr wird den nicht ungestaft lassen, der seinen Namen missbraucht. Glücklicherweise können die alle mit der Einführung der Kapitalistensteuer entlassen werden. Sie werden dann nicht mehr gebraucht.

Diese Heimlichtuerein wird durch die neue Aufteilung des Volkseinkommens überflüssig. Der Kapitalist wird nun im Gegenteil jedes Jahr voller Stolz bei Ablieferung des Haushaltsgeldes verkünden lassen, wie groß der Gewinn ist und woraus er sich zusammensetzt. Aber damit sind die Orakel der Zinsdealer noch nicht abgegolten.

Der Zins als Teil des Überschusses

2015: Um die ökonomische Funktion des Zinses zu verstehen, muss seine ökonomische Quelle untersucht werden, der Überschuss.

Das Ziel eines Unernehmens ist es, Gewinne zu erwirtschaften.

Der Überschuss ist das zentrale Motiv der Pharaonen, der Sklavenhalter, der Päpste und Feudalherren, der Kapitalisten. Daher spielt der Überschuss auch die zentrale Rolle des rationalen Kapitalismus. Was aber für den industriellen Kapitalisten gilt, das gilt nicht für den Geldkapitalisten. Eine Überschüsse erwirtschaftende Bank wird bald jedem als die gleiche Absurdität erscheinen wie ein Überschüsse erwirtschaftender Kindergarten (2015: Durch den Aufkauf der Aktien der Industrieunternehmen wird die Bank zum »produktiven Kapitalisten«. Aber das verbirgt nur eine Zeitlang, dass die Banken keine Überschüsse erwirtschften. Es bleibt die Aufgabe der industriellen Unternehmen, die Überschüsse zu erwirtschaften. Das Bankgeschäft erwirtschaftet keinen Überschuss. 2016: Nähreres im dritten Band des Kapitals.). Eine Bank macht keine Überschüsse. Eine Bank sammelt die Überschüsse, die die Kapitalisten und ihre Arbeiter gemacht haben. Eine Bank hat kein Eigentum. Einer Bank wird Eigentum anvertraut.

Nach der Befreiung aus des Gewinnstrebens (2015: Habentriebs?) von der Barbarei durch die Kapitalistensteuer werden sich zunächst die Worte unserer beiden jungen Revolutionäre von 1848 verwirklichen:

»Die Bourgeoisie hat in der Geschichte eine höchst revolutionäre Rolle gespielt.Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose 'bare Zahlung'. Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt.

...

Die Bourgeoisie hat enthüllt, wie die brutale Kraftäußerung, die die Reaktion so sehr am Mittelalter bewundert, in der trägsten Bärenhäuterei ihre passende Ergänzung fand. Erst sie hat bewiesen, was die Tätigkeit der Menschen zustande bringen kann. Sie hat ganz andere Wunderwerke vollbracht als ägyptische Pyramiden, römische Wasserleitungen und gotische Kathedralen, sie hat ganz andere Züge ausgeführt als Völkerwanderungen und Kreuzzüge.« Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei

Der Überschuss, den der Kapitalismus produziert, ist das Großartigste, was die Menschheit seit ihrem Bestehen zustandegebracht hat.

Das Eigentum und die Mehrung des Eigentums haben den Kapitalismus großgemacht. Sie können daher nicht ohne Nutzen sein. Die Voraussetzung für das Funktionieren einer Wirtschaft und zugleich das stärkste Handlungsmotiv ist die Produktion eines Überschusses.

Überschuss bedeutet zunächst ganz profan, dass mehr produziert wird, als aufgegessen werden kann.

Die Überschussproduktion ist aber darüber hinaus die Voraussetzung aller Entwicklung materieller kultureller, wissenschaftlicher und ideeller Art. Ohne Überschussproduktion keine Wissenschaft, keine Kultur. Dieses Gesetz ist so alt wie die Überschussproduktion des Überschusses selbst. Dies hat den einfachen Grund, dass man zwar essen kann, ohne zu denken, aber nicht denken, ohne zu essen, wie schon Aristoteles in seiner Psychologie sagt: »Dieses Vermögen [der Nahrungsaufnahme] kann von den anderen [Sinneswahrnehmung und Vernunft] getrennt sein. Unmöglich können aber bei den sterblichen Wesen die anderen getrennt von jenem bestehen.« Aristoteles Über die Seele 2.2. Erst wenn eine Gesellschaft mehr produziert, als sie verzehren kann, kann sie Menschen mit Aufgaben betrauen, die nicht dem unmittelbaren Broterwerb dienen.

Der Bauer im Zweistromland, in Ägypten oder in Indien vor 4.000 Jahren erarbeitet den Überschuss mit drei mächtigen toten Arbeitern, dem Feuer, dem Wasser und der Erde, wie Empedokles sagen würde, der Sonne, dem Euphrat und Tigris, dem Indus und Ganges und dem Monsun, dem Nil und dem Schlamm. Der Überschuss ist sicher. Über Jahrtausende. Denn jedes Jahr wird der Ackerboden erneut von fruchtbarem Schlamm überschwemmt, vom Monun getränkt oder von den Kanälem im Schwemmland bewässert. Mehrere Ernten im Jahr sind garantiert. So können sich die Sumerer und Babylonier, die Ägypter und die Inder eine hochentwickelte Verwaltung und die Anfänge der Wissenschaften, prächtige Tempel und Grabmäler leisten, über deren Trümmer wir heute noch staunen. »Daher bildeten sich in Ägypten zuerst die mathematischen Wissenschaften, weil dort dem Stande der Priester Musse gelassen war.«, Aristoteles Metaphysik 1.1. Staatsbeamte, Priester, Wissenschaftler und Huren kann eine Gesellschaft erst dann durchfüttern, wenn sie etwas zum Füttern hat, den Überschuss.

In Ländern, die nicht so reich von der Natur beschenkt werden, in Griechenland oder in Rom, mussten statt der toten Arbeiter die lebendigen Arbeiter in Form der Sklaverei und später bei uns von Leibeigenen für die Produktion des Überschusses sorgen. Da Not bekanntlich erfinderisch machet oder das Sein das Bewusstsein bestimmt, blieb es auch diesen Ländern vorbehalten, die Wissenschaften und Künste (griech: techne) weiter zu entwickeln, als es den Pharaonen und Nebukadnezar gelingen konnte.

Im bäuerlichen Europa des Mittelalters garantierten neben dem Acker und dem Bauern bald auch die toten Arbeiter Windmühlen und Wassermühlen die Überschussproduktion. Das war zwar wesentlich mühseliger als die Überschussproduktion in Ägypten, hat aber gerade dadurch die Erfindungsgabe mehr gereizt, als es der bequeme Schlamm vermochte. Mit der Windkraft und der Wasserkraft konnten auch Räderwerke und automatische Hämmer für viele andere Zwecke nutzbar gemacht werden. So ganz tot waren diese neuen Arbeiter aber nicht. Denn in jedem steckte die Arbeit ihres Erfinders und die Arbeit ihrer Herstellung.

Die ersten Jahrtausende war die Überschussproduktion kein Geheimnis, weil der Überschuss als Selbstverständlichkeit anerkannt und erkannt wurde. Er war handgreiflich und lag jedermann vonr Augen. Die Sonne, der Schlamm, der Nil, die Leibeigenen und die Heuschrecken waren die Ursachen für den Überschuss bzw. dessen Ausbleiben. Der Überschuss war naturgegeben und abgesehen von den Heuschreckenplagen, renitenten Sklaven oder Bauersleuten unwiderruflich. Die Erklärungen des Überschusses und seines Ausbleibens als Geschenk oder als Strafe der Götter waren völlig ausreichend.

Mit zunehmender Differenzierung gingen dann die Göttergeschenke Erde, Luft, Wassser, Feuer, aber auch Mensch in die Hände von Menschen über, die damit das Gute und das Schlechte, was in einer Wirtschaft geschieht, bewerkstelligten.

Der Zins getrennt vom Überschuss

Neben den Elementbesitzern und Menschenbesitzern enstand aber schon sehr früh eine noch findigere Kaste, nämlich die Geldbesitzer. Sie griff nicht mehr roh zur Peitsche oder zu den Namen Gottes, um die Bauern auszusaugen, sondern spezialisierte sich auf den Handel mit dem Überschuss. Zunächst brachte sie - wie, das geht uns nichts an - in den Besitz eines Teils des Überschusses. Mit diesem Teil des Überschusses trieb sie nun Handel. Das war ein unerhörter Eingriff in die Natur, dessen tatsächelichen Konsequenzen erst Jahrtausende später klar werden konnten. Nämlich der Handel mit Unverkaufbarem und der Handel mit nicht Gegenwärtigem, sondern mit Zukünftigem, dem Zins auf geliehenes Geld:

Dem Bauer geht der Pflug kaputt. Also braucht er Geld, um sich einen neuen Pflug zu kaufen, der ihm die Jahresernte ermöglichen wird. Die Fürsten und Landbesitzer wollen mehr Land, weil sich aus ihrem Boden und aus ihren Bauern nicht mehr herausholen lässt. Also müssen sie einen Krieg führen, um mehr Land und mehr Bauern zu kriegen. Um seine Söldner zu werben und zu bewaffnen, benötigen der Fürst und der Landbesitzer Geld. Das leiht ihnen der Geldbesitzer, dem nichts Menschliches fremd ist. Er erhält als Leihgebühr einen Teil des Überschusses vom neuen und vom alten Land. Um diese Gebühr ranken seit seiner Geburt die buntesten Geschichten. Die meisten wurden von den Geldbesitzern erfunden, weil sie um ihre »Erträge« fürchten müssen, wenn der Zins allgemein als das erkannt wird, was er ist, ein Bruchteil des Überschusses, der erst nach der Produktion des Überschusses fällig ist und dessen Höhe sich nach der Höhe des erwirtschafteten Überschusses richtet. Jeder darüber hinausgehende Betrag zahlt etwas, was es nicht gibt.

Das produktive Kapital und das Geldkapital scheinen zwei völlig verschiedene Welten zu sein. Hier reale Werte zum Anfassen und zum Verzehr. Dort Zahlen, deren Irrationalität und Transzendenz selbst dem Eingeweihten mehr Rätsel aufgibt als Fragen beantwortet. Und dennoch hat das Irrationale die vollständige Herrschaft über die realen Werte übernommen.

»Die Banken sind dazu da, um die Kreditnot zu lindern«, so die Banken über die Banken. Ihr eigentliches Ziel ist aber die Enteignung aller Besitzenden, die das Geheimnis des Überschusses nicht lüften wollen oder können. Die Linderung beginnt hierzulande mit der Linderung der Not der verarmten Ritter des 18. Jahrhunderts, deren Böden ohne Leibeigenschaft und Hörigkeit keinen Überschuss mehr abwarfen. »Als erstes Institut wurde 1770 die 'Schlesische Landschaft' in Breslau als juristische Person des öffentlichen Rechts gegründet. Ihr wurde die Aufgabe übertragen, den Kreditbedarf der in der Provinz Schlesien gelegenen Rittergüter zu befriedigen« (Der Bankbetrieb, Bände I-III von Karl Fr. Hagenmüller, Wiesbaden 1964, Band I, S. 152, S. 178 5. Auflage) . Die Linderung der Not hatte zum Ziel die Enteignung der Ritter, weil klar war, dass sie die Zinsen nicht zahlen konnten. Nach 1848 war es auch den vormals leibeigenen 2016: hörigen Bauern gestattet, Hypotheken auf ihre mageren Böden aufzunehmen, und so statteten sich die daraus entstehenden Hypothekenbanken mit »realem« Kapital aus, Nov. 2015 weil ihnen klar war, dass weder der arme Ritter, noch die Bauern ihre Kredite bedienen können . Da der Staat stets klamm ist und die Not erfinderisch macht, probierten die Banker ein Instument aus, das die französischen Revolutionäre aus Feigheit vor dem Vatikan erfunden hatten und bedruckten Papier mit der Aufschrift »Ich bin Land«. So entstanden die Pfandbriefe und Kommunalobligationen. Die können verkauft und danach an die Bauern als Kredite weitergereicht werden. So ist allen gedient. Die Not ist gelindert, das Briefedrucken kostet nichts, der Pfandbriefbesitzer kriegt ein Stück papierne Erde, seinen Zins und das Versprechen auf Rückzahlung, wenn er das Papier wieder loswerden will. Und die Bank kriegt den Boden für die nicht gezahlten Kreditraten. Denn hätte unser Raubritter gewusst, dass seine Zeit nur da war, als sich alle Bauern seines Landes unentgeltlich für ihn abgerackert haben, so hätte er keinen Kredit aufgenommen, nachdem seine Bauern frei waren und die Überschüsse dahinschwanden. Denn er hätte gewusst, dass er sie nicht zurückzahlen kann.

Im Drucken von Zetteln, auf denen stand, »ich bin Papsteigentum«, bestand auch die »Enteignung« der Kirchengüter in der Französischen Revolution, ein Erbe, an dem wir bis heute zu tragen haben. Die Brüder Grimm müssen neidisch auf die von nun an erfundenen Märchen der Geldbesitzer sein, die den Zusammenhang von Zins und Überschuss verhüllen.

Wenn nämlich niemand weiß, dass der Zins nur ein Bruchteil des Überschusses ist, dann ist es ein leichtes Spiel, den Kredit mit einem doppelt so hohen Zins wie den Überschuss zu vergeben und dann den besicherten Gegenstand zu kassieren, wenn der Gläubiger nicht mehr zahlen kann. Schon früh gerieten daher die Geldbesitzer in Verruf und Aristoteles wettert noch in der Politik : »so ist ein drittes Gewerbe, das des Wucherers, mit vollstem Rechte eigentlich verhaßt, weil es aus dem Gelde selbst Gewinn zieht und nicht aus dem, wofür das Geld doch allein erfunden ist. Das Geld ist für den Umtausch aufgekommen, der Zins aber weist ihm die Bestimmung an, sich durch sich selbst zu vermehren. Daher hat er auch bei uns den Namen tokos (Junges) bekommen; denn das Geborene (tiktomenon) ist seinen Erzeugern ähnlich, der Zins aber stammt als Geld vom Gelde. Daher widerstreitet auch diese Erwerbsweise unter allen am meisten dem Naturrecht (para physin).« , - Aristoteles Politik 1.10.1258b -

Aristoteles verwechselt hier das Motiv des Wucherers mit der ökonomischen Funktion des Kredits. Und er verkennt die Rolle des Überschusses, die er im ersten Buch der Metaphysik bei den müßigen Priestern in Ägypten erahnt.

Zur vollen Blüte konnte der Zins erst mit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts kommen, als die Herbeischaffung großer Mengen Geldes in kurzer Zeit eine Frage von Leben und Tod für den industriellen Kapitalisten wurde. Die ist ohne den Kredit nicht möglich. Und der Kredit ist ohne eine Sammelstelle von freiem Kapital nicht möglich. Das sind die Banken.

Volkswirtschaftlich gesehen sind die Banken auf den ersten Blick nur ausgegliederte Abteilungen der Industrie, genau wie der Handel. Wie der Handel die produzierten Waren sammelt und verkauft, sammeln und verleihen die Banken die nicht reinvestierbaren, nicht verzehrbaren Überschüsse der produktiven Kapitalisten. Aber ganz anders als der Handel, der zum Eigentümer der Waren wird, die er anschließend verkauft, ist die Bank nicht Eigentümerin des ihr anvertrauten Geldes, sondern nur die Besitzerin (Aufbewahrerin). Und anders als die Handelskapitalisten übernehmen die Geldkapitalisten mit dem ihnen anvertrauten Kapital auch eine Verantwortung der restlichen Kapitalistenklasse und dem ganzen Volk gegenüber. Das Geld, mit dem die Banken handeln, können sie daher nicht kaufen und verkaufen, weil man nur Dinge verkaufen kann, die einem gehören. Der Kauf und der Verkauf von Geld ist eines der vielen Dinge, die die Banken im rationalen Kapitalismus nicht mehr tun dürfen.

Aber kommen wir zur Sache und bringen den Kreislauf zu einem guten Ende.

Kreditbetrug

Reden wir über den bandenmäßig über Jahrzehnte an den Völkern begangenen Kreditbetrug.

Reden wir darüber, dass die Völker der Welt den bandenmäßig begangenen Kreditbetrug in 100 Jahren bereits zweimal mit ihrem Leben büßen mussten.

Reden wir darüber, dass die Völker der Welt nicht ein drittes Mal den Bankrott einer Betrügerbande ausbaden wollen.

Reden wir - mit einem Wort - darüber, dass sich die Völker der Welt aus der Geiselhaft der Bilanzen einiger Schlächter befreien.

Angefangen hat der Kreditbetrug - wie könnte es anders sein - im Mutterland des Kreditbetrugs noch vor der Zeit des großen Römischen Resteessens, das die Franzoden Renaissance , wir die Reformation und die Italiener das Cinquecento nennen. Dort taucht zum ersten Mal das Urbild des Kreditbetrugs auf, der Wechsel: »Einer der ersten, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Wechsel hat z. B. folgenden Wortlaut 'Ich erhielt 10 Genuesische Lire in Wechsel gegen das Versprechen, sie in Tunesi auszuzahlen'.« Hagenmüller II S. 34, fehlt in 5. Aufl. 1987. Mit dem Wechsel liehen sich die italienischen Kaufleute untereinander Geld, das sie noch gar nicht hatten und handelten mit Waren, die es noch gar nicht gab. Der Wechsel ist ein Srück Papier mit der Aufschrift: »Ich glaube (credo) , ich bin 1.000 Gramm Gold wert. Drei Monate lang. Danach bin ich wertlos. Ehrlich.« Tatsächlich ist das Wechselgeld die ehrlichste Form des Kredits, weil es bei Erfüllung des Versprechens keinen Schaden anrichtet und mehrfachen Nutzen bereiten kann.

Jeder, der den Zettel in die Hand kriegt und das Credo akzeptiert, gibt dem Überbringer des Zettels Waren im Wert von 1.000 Gramm Gold. Jeder neue Besitzer des Papiergoldes geht zu seinem Geschäftsfreund und veranstaltet mit ihm das gleiche Spiel. So bringt es das Papier fertig, bei jedem Händewechsel, einen Berg von Waren im Wert von 1.000 Gramm Gold in Bewegung zu setzen, ohne selbst einen Pfifferling wert zu sein. Nach drei Monaten zahlt der Letzte 1.000 Gramm Gold für den Wechsel und holt sie sich vom Aussteller des Wechsels bei Gelegenheit zurück. Zahlt der nicht, so ist das eine lässliche Sünde, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Die für Kreditbetrug angedrohten Hundebisse für den Ersten fallen daher moderat aus. Denn jeder, der den Wechsel vor dem Letzten in der Hand hatte, weiß, dass er bei dem nächsten Wechsel der Erste sein könnte. So wäscht eine Hand die andere und man deckt sich gegenseitig. Das ist die Grundlage für den industriellen Kredit und der modernen Staatsverschuldung.

Zunächst bei den Händlern der Medici-Päpste feierte das selbstgedruckete Geld seinen Siegeszug. Schon bald erkannten die italienischen Banker, dass sich hier eine ganz neue Möglichkeit bot, die Überschüsse zu sammeln, nämlich durch den Aufkauf aller im Umlauf befindlichen Wechsel. In der modernen Industriegesellschaft schließlich wurde der Kredit nun nicht mehr zur Quelle des Betrugs, sondern die revolutionäre und in abrupten <-schlechter Übergang-> Schüben vor sich gehende Entwicklung der modernen Maschinerie machten die Herbeischaffung von großen Mengen Geldes zu einer Frage von Leben und Tod ||::|| für den einzelnen Kapitalisten, wenn er im Konkurrenzkampf mithalten wollte. Die Entwicklung des Industriekapitalismus hatte daher im Gefolge eine Überschwemmung von Zetteln mit der Aufschrift »Ich bin drei Monate Gold. Ehrlich.« Welches der Credos gelogen war und welches nicht, war nicht zu unterscheiden. Das war am Beispiel Deutschlands die Stunde des David Hansemann. Er kaufte sämtliche Wechsel der Industriekapitalisten des Deutschen Reiches auf und gründete 1851 die Disconto Gesellschaft , die 2016: eine Vorläuferin der Deutschen Bank (Hagenmüller II, S. 67, 2015: in 5. Aufl. nicht zu finden). Das Gelddrucken war nun Sache der Bank. Nun trugen die Banknoten die Aufschrift: »Ich bin Gold. Ewig. Ehrlich.« Im 20. Jahrhundert übernahm der Staat das Monopol, Geld zu drukken. Die Lizenz Banknoten zu drucken wurde den Banken in den dreißiger Jahren von den Nazis in ihrem heldenhaften Kampf gegen das jüdisch-bolschewistische Finanzkapital entzogen. Die Banken haben sich aber ihren festen Platz im Wirtschaftskreislauf als Kapitalsammelstellen und im Zahlungsverkehr erobert. Ohne sie ist der Kapitalismus nicht möglich.

Der Staat, wie immer klamm und wie die Armen von den Reichen an der kurzen Leine gehalten, hob nun die Erfolgsgeschichte des Wechsels auf eine höhere Stufe. Das war die Geburtsstunde des unsagbaren »Reichtums« der Banken und die Geburt der Weltkriege als finaler Schuldenentsorgung. Denn nun gab der industrielle Kapitalist seine nicht verzehrbaren Überschüsse der Bank, die Bank gab sie dem Staat als Kredite, dann als Kredite zur Bezahlung der Kredite, als Kredite zur Bezahlung der Bezahlung der Kredite. Alle waren glücklich, und niemand fragte mehr nach dem Geheimnis des Zinsfusels. Aus den Huren des produktiven Kapitals wurden die Staaten der Welt von den Banken zu Säuferinnen gemacht, die sich nicht mehr um ihre Kinder kümmern, sondern nur noch ans Saufen denken. Das ist das Geheimnis des Zinses.

Und so begab sich die Begebung der ersten Anleihe im neuen Stil. Die Banken, der Staat, die industriellen Kapitalisten druckten Papierstücke mit der Aufschrift: »Ich bin zehn Milliarden Euro für zehn Jahre. Ehrlich. Wer's glaubt, kriegt zehn Prozent.« Nach zehn Jahren wirft man die Papiere in den Müll und begibt eine neue Anleihe mit der Aufschrift: »Ich bin zwanzig Milliarden Euro für zehn Jahre. Ehrlich. Wer's glaubt, kriegt 11 Prozent.« Damit bezahlt man den Müll. Nach weiteren zehn Jahren wirft man die Papiere wieder in den Müll und druckt »Ich bin 100 Milliarden für zehn Jahre. Ehrlich. Wer's glaubt, kriegt 20 Prozent.« Damit bezahlt man erneut den Müll, der immer mehr wird. Die jeweiligen Ehrlichs werden unterfüttert mit wachsenden Zinsversprechen. Denn ohne den sinnebenebelnden Zins würde selbst der Dümmste irgendwann einmal merken, dass er kein Gold, sondern Zellulose in den Fingern hat.

Jeder, der tausend Milliarden und tausend Milliarden zusammenzählen kann, kann sich am Po abfingern, dass das Versprechen der Rückzahlung nicht eingehalten wird. Mögen die Gangster ihre Näschen noch so hoch halten, damit sie ihre eigene Scheiße nicht riechen: Der Finanzmarkt ist eine kriminelle Vereinigung, die zum Zweck des Kreditbetrugs, der eigenen Vernichtung und der Ermordung der Völker gegründet ist. Die Zeche des Bankrotts zahlt das Volk, das sich nicht am Sprithandel beteiligt hat, einschließlich derer, die so dumm sind, die Zettel im Kleinen aufzukaufen. Die Strafe für das Verbrechen folgt im umgekehrten Verhältnis zur Schuld. Das Volk wird in die Armut, den Krieg, den Tod gehetzt, der Kleinbürger verliert alle Ersparnisse und wirft sich von die Eisenbahn oder er macht Revolution und ruft den Sozialismus der Reichen aus, der Nationalsozialismus heißt. Der industrielle Kapitalist meldet Konkurs an, ruht sich auf den Bahamas aus, bis das Gröbste vorüber ist und gründet dann ein neues Unternehmen. Der Staat drückt dem Volk sein ehrliches Mitgefühl aus und baut ihm schöne Grabsteine. Die Banken werden fürstlich belohnt.

Das war gestern. Heute wird es anders.

Genauso wenig, wie die Kapitalistische Partei die Kapitalisten Nov. 2015 und die staatlichen Kreditbetrüger abmurksen wird, genauso wird sie nicht die Türme der Banken abfackeln, sondern sie wird die Banker wieder zu nützlichen Gliedern der Gemeinschaft machen. Und all dies ist möglich und die notwendige Folge davon, dass das Volkseinkommen am Jahresende an einer Stelle ist und restlos aufgeteilt wird. Der letzte Rest geht nun in das Eigentum der Bank über. Der Zins und nichts anderes ist das Eigentum der Bank. Für alles andere in ihrem Besitz Befindliche, ist sie den Eigentümern Rechenschaft pflichtig und darf ihre Aufgabe nur so lange wahrnehmen, so lange sie sie richtig ausführt.

Die Lizenz zum Schnapsbrennen wird ihr ein für allemal entzogen. Und für den nächsten Schritt sind Sie wieder am Zug, liebe Frau Merkel. Sie machen pleite.

Alle Verbindlichkeiten gegen die Banken werden annuliert. Die Banken zahlen sämtliche Verbindlichkeiten, angefangen von ihren Aktien, bis hin zu allen Papierschnipseln, die sie verhökert haben <-wie soll das gehen? Der Staat macht Bankrott und zieht den Banken eine lange Nase. Da sich der Staat ab nun aus dem Volkseinkommen bedient, um alle seine Lieben für das nächste Jahr bei Laune zu halten, hat auch die Prostitution und die Erpressbarkeit ein Ende. Der Staat braucht keine Kredite mehr zum Überleben, sondern nur noch für Sonderausgaben. <-Nov. 2015 Schon die kleinste Ausnahme ist nicht erlaubt. Alle Entnahmen aus dem Fonds der Banken durch den Staat sind Steuern und keine Schulden. Dafür werden die Eigentümer des Fonds dem Staat nun genauer auf die Finger schauen.

Die Bank hat nur noch zwei Aufgaben. Sie sammelt wie bisher das überschüssige Kapital. Und sie verleiht das überschüssige Kapital gegen Entgelt. Der Zins satz Nov. 2015 für den Einzelkapitalisten wird am Jahresende rückwirkend als Bruchteil der Kapitalistensteuer für das vergangene Jahr fällig. Je höher der Gewinn, desto höher der Bankierslohn, je niedriger, desto niedriger. Macht der Unternehmer mit dem geliehenen Geld keinen Gewinn, gibt es keinen Zins für die Bank, sondern nur die Kreditrate ohne Zins. Zahlt er jedoch auch die Raten nicht, dann wird er wie bisher von der Bank enteignet. Die Bank verkauft den Betrieb umgehend entweder an Kapitalisten, oder, wenn sich kein Kapitalist finden lässt, an den Staat. Nov. 2015 Oder sie kauft sich fähiges Führungspersonal, das in der Vergangenheit bewiesen hat, dass es in der Lage ist, die Arbeiter ihres Betriebes sattzubekommen und wird so selbst zum produktiven Kapitalisten. Als Lohn erhält sie dann zusätzlich zum Zins die Kapitalistensteuer von ihren Arbeitern. Der Verkaufspreis ist andernfalls entweder die ausstehende Kreditsumme ohne Zinsen, da der enteignete Betrieb keine Überschüsse erwirtschaftet hat. Oder die restlichen Kapitalisten werden in Solidarhaftung genommen, und der Verlust muss abgeschrieben werden.

Die Genesis der Zinsen aus dem Überschuss hat für den Staat, und die Banken untereinander und den Privatmann die erfreuliche Folge, dass sie für ihre Kredite keine Zinsen zahlen, sondern nur ein Entgelt für die Bearbeitung des Kredits. Denn weder der Staat, dessen Kredite nicht »Kredite« heißen, sondern »Steuern«, noch Private, noch die Banken machen Überschüsse. Sie alle leben von den Überschüssen.

Die Banken morgen

Ein Gesetz, das die Höhe des Zinses regelt, gibt es noch nicht und gab es noch nie. Hier herrscht seit Jahrtausenden die Anarchie. Und dass die Anarchos Randale machen, wenn es ihnen ans Fell geht, ist bekannt. Aber bei den Geldkapitalisten wird es nicht ohne Einschnitte gehen. Wie bei den richtigen Anarchisten, so wird sich auch die Randale der Banker schnell legen, wenn ihnen das Gewand der Königskobra ausgezogen wird, mit dem sie die Menschen in Schrecken versetzen und die harmlose Blindschleiche darunter sichtbar wird. Die Banken werden gemeinnützige Unternehmen. Sie sollten nicht verstaatlicht werden, damit der Staat nicht zu ungunsten der Arbeiter und Kapitalisten manipulieren kann.

Die Macht, den Zins zu bestimmen, steht den Geldbesitzern nicht zu, weil sich der Zins aus der Überschussproduktion bestimmt. Geld arbeitet nicht, der Arbeiter arbeitet. Der Staat nimmt sich von den Früchten der Arbeit, was er zu Erfüllung aller Gemeinschaftsaufgaben benötigt. Der produktive Kapitalist bekommt seinen Teil von der Frucht der Arbeit als Arbeitszins oder Kapitalistensteuer ab. Ähnlich der Handelskapitalist, der als ausgegliederte Abteilung der Industrie zu betrachten ist. Die Bank bekommt von der Kapitalistensteuer ihren Teil als Geldzins ab. So ist die Reihenfolge richtig. Und die Finanzkrise gehört der Vergangenheit an. Bekommt der Kapitalist 25 % Kapitalistensteuer von seinen Arbeitern, so zahlt er etwa 0,25 % Zinsen auf die Restsumme des laufenden Kredits, wenn der Zinssatz auf 1 % der Kapitalistensteuer festgelegt ist. Der Kredit wird nicht mehr logarithmisch berechnet, sondern jährlich neu aus der Restsumme des Kredits und dem Zehnten der Kapitalistensteuer.

Bekommt der Industrielle 30 % der Steuer, zahlt er 0,3 %. Bekommt er 2 %, zahlt er 0,02 % der Restsumme. Bekommt er 0 %, zahlt er 0 % der Restsumme. Mehr kriegt der Banker nicht, und wenn er mault, dann jagt ihn die kapitalistische Partei zum Teufel.

Die Gesellschaft muss dem Bankier den Rahmen seiner Aufgaben vorgeben und sanktionieren, wenn er seinen Aufgaben nicht nachkommt oder seine Befugnisse überschreitet. Die Kreditvergabe wird einerseits zur Pflicht des Bankiers, wenn genügend Überschüsse in der Kasse sind und wenn der Schuldner kreditwürdig ist, also die künftige Überschussproduktion schlüssig darlegen kann. Der Staat muss seine Notlage schlüssig darlegen, wenn er außerordentliche Kredite (2015: Steuern) haben will.

Auch hier wird es zu Konstellationen kommen, die bisher undenkbar sind.

Die Kredite werden allein aus den Überschüssen vergeben und nie mehr aus bedrucktem Papier, das keinen Wert hat. Ist kein Überschuss mehr da, gibt es keinen Kredit mehr. Aber das Neue wird sein, dass jedermann das Ganze des gesellschaftlichen Überschusses überblicken kann. Neu sein wird auch das Staunen darüber, wie viele Überschüsse in der Kasse sind. Gesamtüberschuss und Gesamtkreditsumme stehen tragesaktuell im Internet. Verschwendung ist ebenso ausgeschlossen wie sich der Zwang zum Haushalten allein durch das Dasein des Ganzen ergeben wird.

Die Kapitalbeschaffung wird vollkommen transparent, und sie hat ihre natürlichen Grenzen im erarbeiteten Überschuss. Das schließt ein, dass die Banken nicht mehr »in eigener Sache« handeln dürfen. Geld gebiert nicht und arbeitet nicht. Das tut der Mensch. Das bedeutet auch, dass es außer den Aktien und den Handelswechseln keine Wertpapiere mehr geben wird.

Statt der gähnenden Leere, die das leere Wuchererhirn nun an die Wand malt, die die fehlenden Papierschipsel in den Seelen der Fuseldealer hinterlassen müsse, wird eine Fülle von sinnvollen und nützlichen Aufgaben auf das Anlage suchende scheue Rehlein oder das zarte Pflänzchen zukommen.

Anlage suchendes Geld kann stets nur in produktives, handelndes, wissenschaftliches, soziales oder kulturelles Kapital fließen. Finden sich beim besten Willen keine Anlagemöglichkeiten, so bleiben der normale Sparzins, der Arbeiter oder der Staat als dankbare Abnehmer.

Das ist in unserem jetzigen idiotischen Kreislauf bereits der Fall, nur dass heute allein die Banken profitieren: Der Kapitalist gibt sein Geld, das er durch die bessere Maschine und die dadurch freigesetzten 1.000 Arbeiter gemacht hat, der Bank. Die Bank gibt ihm Fusel dafür und leiht das Geld dem Staat. Der Staat füttert mit dem Geld die Arbeiter, die der Kapitalist auf die Straße gesetzt hat. Allein die Bank kassiert, alle anderen müssen Sprit saufen oder zur Armenspeisung gehen.

Der wirtschaftliche Umgang, das Haushalten mit den vorhandenen Gütern, wird sich bei der Verteilung des Volkseinkommmens, wie es die Kapitalistische Partei durchsetzen wird, Nov. 2015 sowohl beim Staat, bei den industiellen Kapitalisten, den Handelskapitalisten und bei den Geldkapitalisten von allein ohne erhobenen Zeigefinger einstellen. Es wird nicht mehr verbraucht als da ist. Aber aus dem Vorhandenen wird alles herausgeholt, was herauszuholen ist, da der Überschuss das treibende Motiv aller Handelnden ist. Erstmals in der Geschichte der Überschussproduktion wird das gemeinsame Interesse Aller keine Lüge sein.

Dass die Banken zu gemeinwirtschaftlichen Unternehmen werden, geschieht nebenher, ohne dass es dazu eines Verwaltungsaktes (bis auf die Staatspleite) bedarf. Denn da es keine blödsinnigen »Emissionen« von Papierschnipseln mehr geben wird, und die Banken allein die echten Überschüsse einsammeln, die nicht verzehrt werden können, wird jederzeit der volle Überblick gewahrt sein, wie hoch der gesellschaftliche Überschuss ist, wieviel Kredite vergeben werden können. Alles eingesammelte Kapital dient dazu, es an anderer Stelle wieder zu vergeben beziehungsweise Rücklagen zu bilden.

Anreiz zur Abgabe des überschüssigen Kapitals an die Banken wird zum einen der Aktienhandel sein (ein bisschen Spass muss sein). Zum anderen der Sparzins. Alle Zinseinnahmen, die nicht für die Verwaltung und den Zahlungsverkehr benötigt werden, muss die Bank als Sparzins auszahlen. Grund: Die Bank darf als Bank keine Gewinne machen, damit der Blick für die zur Verfügung stehende Gesamtkreditsummme nicht verfälscht wird.

Der Tag der Abrechnung mit dem jetzigen System des Kapitalismus und hier für die Banken muss daher alle Verbindlichkeiten gegen die Banken anullieren. Staat, Kapitalisten und Private fangen schuldenfrei neu an.

Auch die blödsinnige Überproduktion wird verschwinden, die heute eine natürliche Folge der Maßlosigkeit der Banken und der produktiven Kapitalisten ist, denen das Schuldenmachen leicht gemacht wird, wenn die Geschäfte gut laufen. Wird nämlich der Bank durch die Solidarhaftung der Unternehmer das Interesse an der Enteignung der Industrie genommen, dann wird sie nur noch dann Kredite vergeben, wenn Überschüsse wahrscheinlich sind und nicht mehr auf die Pleite des Unternehmers spekulieren. Das wiederum verringert das Risiko für die Unternehmen, zu oft für Pleitiers in die Haftung genommen zu werden. Geldkrisen können nicht mehr entstehen, weil das Gelddrucken, angefangen von den Kommunalbligationen (»Ich bin Land«, »Ich bin Papsteigentum«), den Staatsanleihen, den Bankanleihen und all den wertlosen Papierschnipseln, die die vorherigen Schnipsel wieder und wieder verdauen, nicht mehr erlaubt sein wird. Ob Industrieanleihen noch nötig sein werden, oder ob die Gesamtkreditsumme genügt, muss die Zukunft zeigen <-besser!

Die Ausschüttungen der Überschüsse aus dem produktiven Kapital werden im jährlichen mehrtägigen Fest der Ausschüttung vom ganzen Volk ausschweifend gefeiert.

Literatur: Der Bankbetrieb, Bände I-III von Karl Fr. Hagenmüller, Wiesbaden 1964

Anlage

Rechnen wir das Beispiel mit den gegebenen Zahlen des Statistischen Bundesamtes von 1992 bis 2010 einmal durch. Wir nehmen das Jahr 1992, in dem der Staat genau die Hälfte des Volkseinkommens für sich vereinnahmt hat, als das Jahr der Gerechtigkeit und übersehen, dass dies das Jahr 20 nach Beginn des Raubzugs gegen die Löhne unter Schmidt und Lambsdorff war.

Aufteilung des Beriebseinkommens auf Staat, Kapitalist, Arbeiter und Bank

Betrieb Staat Rest Kapitalist Arbeiter Restschuld Zins
Jahr Tsd EUR Tsd Eur Tsd Eur Tsd Eur Tsd Eur Tsd Eur Tsd Eur
1991 1.192,57 596,27 596,30 172,93 423,37 1900 5,51
1992 1.269,78 651,88 617,90 179,19 438,71 1800 5,22
1993 1.287,66 680,98 606,68 175,94 430,74 1700 4,93
1994 1.341,00 720,94 620,06 179,82 440,24 1600 4,64
1995 1.397,22 744,32 652,90 189,34 463,56 1500 4,35
1996 1.417,73 776,35 641,38 186,00 455,38 1400 4,06
1997 1.438,62 792,57 646,05 187,35 458,70 1300 3,77
1998 1.466,09 818,72 647,37 187,74 459,63 1200 3,48
1999 1.487,26 854,76 632,50 183,43 449,08 1100 3,19
2000 1.524,43 877,44 646,99 187,63 459,36 1000 2,90
2001 1.560,85 861,37 699,48 202,85 496,63 900 2,61
2002 1.576,12 868,19 707,93 205,30 502,63 800 2,32
2003 1.599,61 878,05 721,56 209,25 512,31 700 2,03
2004 1.672,30 877,79 794,51 230,41 564,10 600 1,74
2005 1.694,68 889,68 805,00 233,45 571,55 500 1,45
2006 1.779,10 930,74 848,36 246,02 602,34 400 1,16
2007 1.837,81 976,60 861,21 249,75 611,46 300 0,87
2008 1.871,02 997,92 873,10 253,20 619,90 200 0,58
2009 1.791,83 974,37 817,46 237,06 580,40 100 0,29
2010 1.901,25 988,54 912,71 264,69 648,02 0 0,00
55,1

Unser Betrieb, der das Volkseinkommen auf sich vereint, sei ein mittelständischer Betrieb, so dass die 40 % Gewinn vom vormaligen Gesamtbruttolohn (2016: Kapitalist:Arbeiter) (das sind netto 29 % Kapitalistensteuer aus der Restsumme, nachdem sich der Staat bedient hat) gerechtfertigt sind. Dann nehmen wir zu Gunsten des Unternehmers an, dass sein Steuersatz von 29 % nicht sinkt, obwohl die Lohnsumme stetig steigt (Ich nehme es nur deswegen an, um die Rechnung zu vereinfachen. Die degressive Steuertabelle müssen die Behörden erstellen.) Die Einnahmen des Staates kosten, was sie kosten. Sie sind die gleichen wie die in der Statistik. Schulden spielen keine Rolle mehr, weil der Staat keine Schulden mehr macht. Staat, Unternehmer und Arbeiter sind nicht mehr erpressbar.

Der Kapitalist bekomme also 19 Jahre 29 % des Arbeiter- und Kapitalistenlohns . Dementsprechend erhalten die Arbeiter 19 Jahre lang knapp das zweieinhalbfache der Kapitalistensteuer. Der Kapitalist hat 1990 einen Kredit von 2 Millionen EUR aufgenommen und zahlt jährlich 100.000 EUR zurück. Der allgemeine Zinssatz betrage 1 % der Kapitalistensteuer. Auf die jeweilige Restsumme hat er konstant 0,29 % Zinsen zu entrichten, weil seine Steuer konstant 29 % ist. So zahlt er insgesamt 55.000 EUR Zinsen, die bei einprozentiger Verzinsung nach Wuchererart 440.380 EUR gewesen wären (1,01 20 * 2.000.000).