Der Mehrwert morgen

Der Mehrwert ist der zweite Teil des primären Eigentums der Arbeiter. Aus dem Mehrwert - und allein aus ihm - erhält der Kapitalist seinen Lohn, wenn er im abgelaufenen Jahr gut gewirtschaftet und viel Reichtum und viel Mindestlohn gescheffelt hat, je mehr, desto mehr.

Die Zeit zur Erzeugung einer bestimmten Warenmenge, so hat Marx gefunden, ist in drei Teile geteilt, was den Wert der Waren betrifft. Die Zeit t = 8 ist die Zeit, in der der Wert des konstanten Kapitals von der Maschine und den Rohstoffen anteilig auf das Produkt übergeht. S5

Dies kann man als Abnutzung, Abschreibung oder als Übertragung vergangener Arbeit auf das Produkt der gegenwärtigen Arbeit bezeichnen. Die erste Zeit t = 4 ist die Zeit, in der der Arbeiter den Mindestlohn erarbeitet, den Marx als den Wert der Arbeitskraft bezeichnet. Die zweite Zeit t = 4 ist die Zeit, in der der Arbeiter den Mehrlohn oder den Mehrwert erarbeitet. Die Wertabgabe des konstanten Kapitals findet gleichzeitig mit der ganzen Arbeitszeit statt. Dagegen ist der Teil, den der Arbeiter für sich und der Teil, den er für den Kapitalisten arbeitet zweigeteilt und nacheinander und getrennt von diesem. An dieser Dreiteilung wird sich auch im sozialen Kapitalismus nichts ändern, nur werden beide t = 4 ihrem primären Eigentümer gehören, er wird also in beiden Teilen für sich arbeiten. Der Kapitalist bleibt der Eigentümer des Werts von t = 8, und er erhält aus den zweiten t = 4 seine Vergütung als Kapitalist. Die Höhe der Vergütung richtet sich zum einen nach dem Verhältnis, in das der Arbeitstag in notwendige Arbeit und Mehrarbeit geteilt ist. Das Verhältnis der beiden ts, die Mehrarbeit zur Mindestarbeit, nennt Marx die Mehrwertrate. Sie beträgt im vorliegenden Fall 100%, weil 4 : 4 = 1 ist. Zum anderen muss der in der Zeit t = 8 übertragene konstante Kapitalteil, aber auch die Beziehung zum gesamten konstanten Kapital und dem Mehrwert in Rechnung gestellt werden (Profitrate). Die Aufstellung der Kapitalistenlohntabelle wird daher das wichtigste neue Gesetz sein, das ich naturgemäß nur andeuten konnte und das die Herren des sozialen Kapitalismus mit Inhalt füllen werden.

Über die Höhe des Kapitalistenlohns wird es weiterhin zum Konflikt zwischen den Arbeitern und den Kapitalisten kommen, weil jeder von beiden Anspruch auf die zweiten t = 4 erhebt, die es nur einmal gibt. Aber ab jetzt steht fest, dass der Kapitalist immer nur einen Teil der zweiten t = 4 bekommt und dass die ersten t = 4 nicht mehr verhandelbar sind. Das ist ein guter Anfang.

Analog zur Zeit der Werterzeugung und -übertragung lassen sich die drei Wertbestandteile der Ware darstellen, die Marx das konstante Kapital c, den Wert der Arbeitskraft oder das variable Kapital v und den Mehrwert m nennt. Der Wert in Mark und Pfennig lässt sich genauso teilen wie die S6 Dreiteilung der Zeit. Hier handelt es sich aber um drei getrennte Teile, die zu 100 aufaddiert werden, was oben nicht der Fall ist, sonst hätten wir dort 16 Stunden statt 8.