Schluss

Mit diesem Wissen haben wir das Mittel an der Hand, die Banken auf die ihnen gebührenden Größe des Finanzkarpfens zurechtzustutzen, wenn es an die Verteilung der Jahresbeute geht. Das gilt auch für den Immobilienhering, solange es ihn gibt.1 Was wir jedoch dem Hering verdanken, ist die Neubestimmung des Kredit-Zinses im sozialen Kapitalismus, die Zahlung seines Zehnten nach der Ernte und allein aus den Überschüssen der Ernte.

Der Jahresabschluss ist noch nicht fertig. Der Zins fehlt noch. Der Unternehmer muss aus seiner Kapitalistensteuer noch dem Geldkapitalitsten den Zins bezahlen (die Kreditraten sind wie der Händlerrabatt in die verkauften Waren eingepreist und sind hier nicht von Interesse). Der Geldkapitalist hat dem Unternehmer etliche Millionen vorgeschossen, damit er seine Kapitalistensteuer erwirtschaftet. Der Bankier will nun nicht nur »sein« Geld zurück, sondern er will vor allem einen Teil vom Gewinn des Kapitalisten abhaben. Denn ohne Vorschuss keinen Gewinn. Also steht ihm ein Anteil am Gewinn zu. Den soll er auch haben, wenn er richtig auf den produzierten und realisierten Überschuss spekuliert hat. Aber das wird ab jetzt das Einzige sein, das er bekommt. Denn das ist das Einzige, das er durch seine eigene Arbeit des Geldweggebens verdient.

Aber nun stehen wir hier wie durch ein Wunder, ganz am Ende des ökonomischen Jahreskreislaufs, vor einer unüberwindlichen Hürde, dem Geldkapital. Vom über die Jahrhunderte verachteten Stand der Wucherer am Rande der Gesellschaft ist es den Banken gelungen, den Staat von der Hure zur Kreditbetrügerin zu machen und sich zu den Herren über die Industrien und die Völker der Welt aufzuschwingen. Der »Finanzmarkt« macht Dinge, deren Absurdität zum Himmel schreit, aber es herrscht völlige Ratlosigkeit, wenn es um die Frage geht, wie dieses Theater zu beenden ist.

Diese Unüberwindlichkeit hat ihren Grund in einem Geheimnis, das die G23 Geldbesitzer seit dem Altertum wie ihren Augapfel hüten, der Entstehung und dem Wesen des Zinses. Dabei haben sie in Wahrheit selbst keinen blassen Schimmer, was der Zins ist. Der Zins ist zwar dank Marx' Enthüllung im dritten Band des »Kapital« so wenig ein Geheimnis wie der Staatslohn, der Kapitalistenlohn oder der Arbeiterlohn: Der Zins ist ein Teil des Kapitalistenlohns. Es ist der Lohn der Bank dafür, dass sie dem industriellen Kapitalisten die Produktion eines Überschusses ermöglicht hat. Dafür steht ihr nicht nur die Rückzahlung der Kreditraten aus dem Verkaufserlös zu, sondern auch ein Bruchteil der Kapitalistensteuer. Das ist der Zins. Nicht weniger. Aber auch nicht mehr.

Aber so groß die Mühe der Ökonomie-Clowns an den Universitäten war, den Mehrwert wegzuwissenschafteln, so wenig müssen sie sich um diese zweite große Entdeckung von Karl Marx kümmern, weil die Marxisten damit nichts anzufangen wissen, die Enthüllung des Wesens des Zinses.

Weil es das Geldkapital Jahrtausende vor dem produktiven Kapital des Industriellen gab, so der schlagende Beweis der Ökonomen der Geld-Dealer, hat er nichts mit der Überschussproduktion aus der Fabrik zu schaffen. Es ist eine Welt für sich, in der eigene Gesetze gelten. Der Preis dafür, dass sich die normalen Kapitalisten dem Mehrwert verweigern, ist, dass sie vom Wucherer gefressen werden. Fast könnte man dem Wucherer guten Appetit wünschen, angesichts der Blödheit der Kapitalistenökonomen, aber der Appetit des Wucherers besteht darin, das Fleisch der Völker der Welt zu fressen und das Blut der wehrfähigen Männer und Frauen zu saufen, so dass einem dieser Wunsch nach dem guten Appetit versagt bleibt.

Das einzige wirkliche Gesetz aber, das es hier gibt, ist die Lizenz zur Schnapsbrennerei, die Verdünnung von Arbeiterblut mit Zins-Fusel und als vereldeltes Arbeiterblut zu verhökern, die Brühe jedemal mehr mit Fusel zu verdünnen und kurz vor dem Dilirium dem Säufer reinen Sprit als Blut anzudrehen. Diese Lizenz muss dem Geldkapitalisten entzogen werden, bevor er wieder in die Gemeinschaft eingegliedert werden kann.

Da die Dummen und die Schlechten lieber sich selbst und die ganze Welt in den Rachen dieses nimmersatten Vielfraßes werfen, muss das Volk gegenüber dem Wucherer ein wenig energischer auftreten als bei der Zahlung der Staatssteuer und der Kapitalistensteuer. Die Politik stellt seit acht Jahren ihre abgrundtiefe Dummheit unter Beweis. Sie ist weltweit zu einer Klofrau geworden, die seit acht Jahren um den Riesenhaufen Scheiße herumwischt, den sie gemeinsam mit den Banken ausgeschissen haben, ihn aber nur an den Rändern verschmiert und munter Monat für Monat Milliarden Tonnen Fraß in den Schlund schüttet und ihn weiter Scheiße produzieren lässt. Das Nichtanwachsen des eigenen Scheißhaufens durch die Aberkennung der Kreditbetrugsfähigkeit durch den Bankenkadaver gegenüber den Staaten heißt seit neuestem »Konsolidierung des Haushalts«. Aber wir wollen nicht weiter klagen, denn der Geldkapitalist wird noch gebraucht. Zwar nicht wie der produktive Kapitalist, um Reichtum zu erzeugen, aber dazu, die Mittel zur Erzeugung des Reichtums zur Verfügung zu stellen. Dass dies nicht dasselbe ist, wird sich gleich zeigen.

Der Grund, warum der Geldkapitalist zur Zeit der babylonischen Türme, genau wie zur heutigen Zeit sein Auskommen hat, warum wir ihn nicht einfach G24 zum Teufel jagen können, ist die Überschussproduktion . Die Überschussproduktion macht den Geldkapitalisten zum gleichermaßen verhassten wie benötigten Akteur im Wirtschaftskreislauf.

»<607> Das zinstragende Kapital, oder wie wir es in seiner altertümlichen Form bezeichnen können, das Wucherkapital, gehört mit seinem Zwillingsbruder, dem kaufmännischen Kapital, zu den antediluvianischen Formen des Kapitals, die der kapitalistischen Produktionsweise lange vorhergehn und sich in den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen vorfinden.« Das Kapital Band 3, 36. Kap. Vorkapitalistisches

Ist dies erst einmal erkannt und anerkannt, dann wird ihm auch die Möglichkeit genommen werden, die Menschheit zum Komasaufen zu zwingen, weil er dann nur noch den Überschuss sammeln und verteilen darf und nicht mehr. Und dies wird einfach dadurch geschehen, dass er vom Anfang ans Ende des Kreislaufs versetzt wird, wo er hingehört.

Um aber zu verstehen, dass wirklich nicht mehr dahintersteckt und vor allem, um die richtigen Schlussfolgerungen daraus für den Umgang mit den Geldkapitalisten zu ziehen, müssen wir am Ende des Kapitalistischen Manifests nun doch einen Blick in die Geschichte und die Ökonomie werfen. Die Schlussfolgerungen gegen die Banken, so viel ist klar, können hier nicht ganz so moderat ausfallen wie bei der Kapitalistensteuer. Hier muss der Staat seine Autorität als Gesetzgeber und vielleicht auch physische Gewalt einsetzen. Aber, liebe Frau Merkel, so lange die Bundeswehr noch nicht in eine Söldnerbande umgewandelt ist, die für den schießt, der zahlt, so lange haben Sie nichts zu befürchten und können mit der Parole Von den Arabern lernen heißt siegen lernen! in die Schlacht ziehen. Trauen Sie sich!2

Um den Zins als einen Teil des Kapitalistenlohns zu verstehen, muss man den Überschuss verstehen, von dem die die Kapitalistensteuer ein Teil ist. Unsere bisherigen Betrachtungen des Überschusses als Differenz zwischen Aufwand und Ertrag ist zwar in der Summe korrekt und für den Jahresabschluss völlig ausreichend, erklärt aber nicht viel. Um den Gewinn machen die Kapitalisten, seit es sie gibt, das gleiche Gewese, wie die Wucherer um den Zins. Sie haben ganze Stäbe von Denkern, die sich Ökonomen oder Philosophen nennen. Deren einzige Aufgabe ist es, aus dem Gewinn ein unergründliches Geheimnis zu machen, das dem kleinen Erdenmenschen verwehrt ist zu erblicken. Glücklicherweise können die alle mit der Einführung der Kapitalistensteuer entlassen werden. Sie werden dann nicht mehr gebraucht.

Diese Heimlichtuerei wird durch die mehrwertorientierte Aufteilung des Volkseinkommens überflüssig. Der Kapitalist wird nun bekanntlich im Gegenteil jedes Jahr voller Stolz bei Ablieferung des Haushaltsgeldes G25 verkünden lassen, wie groß der Gewinn ist und woraus er sich zusammensetzt. Aber damit sind die Schandtaten der Zinsdealer noch nicht abgegolten.

Der Zins als Teil des Überschusses

Um die ökonomische Funktion des Zinses zu verstehen, muss seine ökonomische Quelle untersucht werden, der Überschuss.

Das Ziel eines Unternehmens ist es, Gewinne zu erwirtschaften, heißt es im Handelsgesetzbuch.

Der Überschuss ist das zentrale Motiv der chinesischen Kaiser, der Pharaonen, der Sklavenhalter, der Päpste und Feudalherren, der Kapitalisten. Daher spielt der Überschuss auch die zentrale Rolle des rationalen Kapitalismus. Zunächst das Wichtige: Was für den industriellen Kapitalisten gilt, das galt nicht für den Geldkapitalisten. Eine Überschüsse erwirtschaftende Bank war einmal die gleiche Absurdität wie ein Überschüsse erwirtschaftender Kindergarten.

Das wird auch im sozialen Kapitalismus wieder gelten. Das Bankgeschäft erwirtschaftet keinen Überschuss. Eine Bank macht keine Überschüsse. Eine Bank sammelt die Überschüsse, die die Kapitalisten und ihre Arbeiter gemacht haben. Eine Bank hat kein Eigentum. Einer Bank wird Eigentum anvertraut. Vorübergehend und vielleicht sogar auf Dauer müssen wir jedoch mit der Tatsache leben:

Durch den Aufkauf der Aktien der Industrieunternehmen ist die Bank zur produktiven Kapitalistin geworden. Es bleibt zwar die Aufgabe der industriellen Unternehmen, die Überschüsse zu erwirtschaften. 07/16 Hat sich die Bank jedoch in den Besitz des produktiven Kapitals gebracht, so steht ihr auch der Kapitalistenlohn zu.

Als produktiver Kapitalist, der sie durch den Kauf anteilig geworden ist wird sie genauso entlohnt wie vormals der produktive Kapitalist, den es nur noch als eine sterbende (ausgestorbene) Art gibt. Doch dazu später.

Nach der Befreiung des Habentriebs der im produktiven Kapital Tätigen von der Barbarei durch die Kapitalistensteuer, muss die Herkunft des Überschusses von 399,97 näher untersucht werden, um schließlich die Rolle der Banken zu bestimmen.

Der Überschuss, den der Kapitalismus produziert, ist das Großartigste, was die Menschheit seit ihrem Bestehen zustandegebracht hat.

»Die Bourgeoisie hat in der Geschichte eine höchst revolutionäre Rolle gespielt.Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose 'bare Zahlung'. Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt.

...

Die Bourgeoisie hat enthüllt, wie die brutale Kraftäußerung, die die Reaktion G26 so sehr am Mittelalter bewundert, in der trägsten Bärenhäuterei ihre passende Ergänzung fand. Erst sie hat bewiesen, was die Tätigkeit der Menschen zustande bringen kann. Sie hat ganz andere Wunderwerke vollbracht als ägyptische Pyramiden, römische Wasserleitungen und gotische Kathedralen, sie hat ganz andere Züge ausgeführt als Völkerwanderungen und Kreuzzüge.« Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei

Das Eigentum und die Mehrung des Eigentums durch die Erwirtschaftung eines Überschusses haben den Kapitalismus großgemacht. Das Eigentum kann daher nicht ohne Nutzen sein. Die Voraussetzung für das Funktionieren einer Wirtschaft und zugleich das stärkste Handlungsmotiv ist die Produktion eines Überschusses. Und das stärkste Motiv zur Erwirtschafung eines Überschusses ist das Eigentum ( Die Formen des Eigentums ).

Überschuss bedeutet zunächst nur, dass mehr produziert wird, als aufgegessen werden kann.

Die Überschussproduktion ist aber darüber hinaus die Voraussetzung aller Entwicklung materieller kultureller, wissenschaftlicher und ideeller Art. Ohne Überschussproduktion keine Wissenschaft, keine Kultur. Dieses Gesetz ist so alt wie die Produktion des Überschusses selbst. Dies hat den einfachen Grund, dass man zwar essen kann, ohne zu denken, aber nicht denken, ohne zu essen, wie schon Aristoteles in seiner Psychologie sagt: »Dieses Vermögen [der Nahrungsaufnahme] kann von den anderen [Sinneswahrnehmung und Vernunft] getrennt sein. Unmöglich können aber bei den sterblichen Wesen die anderen getrennt von jenem bestehen.« Aristoteles Über die Seele 2.2.

Erst wenn eine Gesellschaft mehr produziert, als sie verzehren kann, kann sie Menschen mit Aufgaben betrauen, die nicht dem unmittelbaren Broterwerb dienen.

Der Bauer im Zweistromland, in Ägypten oder in Indien vor 4.000 Jahren erarbeitet den Überschuss mit dem Beistand von drei mächtigen toten Arbeitern, dem Feuer, dem Wasser und der Erde, wie Empedokles sagen würde, der Sonne, dem Euphrat und Tigris, dem Indus und Ganges und dem Monsun, dem Nil und dem Schlamm. Der Überschuss ist sicher. Über Jahrtausende. Denn jedes Jahr wird der Ackerboden erneut von fruchtbarem Schlamm überschwemmt, vom Monsun getränkt oder von den damals mit Kanälem durchzogenen Schwemmland bewässert, wie Herodot berichtet - quelle -. Mehrere Ernten im Jahr sind garantiert. So können sich die Sumerer und Babylonier, die Ägypter und die Inder eine hochentwickelte Verwaltung und die Anfänge der Wissenschaften, prächtige Tempel und Grabmäler leisten, über deren Trümmer wir heute noch staunen. »Daher bildeten sich in Ägypten zuerst die mathematischen Wissenschaften, weil dort dem Stande der Priester Musse gelassen war.«, Aristoteles Metaphysik 1.1. Staatsbeamte, Priester, Wissenschaftler und Huren3 kann eine Gesellschaft erst dann durchfüttern, wenn sie etwas zum Füttern hat, den Überschuss.

In Ländern, die nicht so reich von der Natur beschenkt werden, in Griechenland oder in Rom, mussten statt der toten Arbeiter die lebendigen Arbeiter in G27 Form der Sklaverei und später von Hörigen und Leibeigenen für die Produktion des Überschusses sorgen. Da Not bekanntlich erfinderisch macht oder das Sein das Bewusstsein bestimmt, blieb es auch diesen Ländern vorbehalten, die Wissenschaften und Künste (griech: techne) weiter zu entwikkeln, als es den Pharaonen, Brahmanen, den chinesischen Kaisern und Nebukadnezar gelingen konnte.

Im bäuerlichen Europa des Mittelalters garantierten neben dem Acker und dem Bauern bald auch die toten Arbeiter Windmühlen und Wassermühlen die Überschussproduktion. Das war zwar wesentlich mühseliger als die Überschussproduktion in Ägypten, hat aber gerade dadurch die Erfindungsgabe mehr gereizt, als es der bequeme Schlamm vermochte. Mit der Windkraft und der Wasserkraft konnten auch Räderwerke und automatische Hämmer für viele andere Zwecke nutzbar gemacht werden.

Die ersten Jahrtausende nach der Aneignung des Mehrwerts durch die Schlechten, die damals meist in Personalunion auch noch die Dummen waren, war die Überschussproduktion kein Geheimnis, weil der Überschuss als Selbstverständlichkeit anerkannt und erkannt wurde. Er war handgreiflich und lag jedermann vor Augen. Die Sonne, der Schlamm, der Nil, die Leibeigenen und die Heuschrecken waren die Ursachen für den Überschuss bzw. dessen Ausbleiben. Der Überschuss war naturgegeben und abgesehen von den Heuschreckenplagen und renitenten Sklaven oder Bauersleuten unwiderruflich. Die Erklärungen des Überschusses und seines Ausbleibens als Geschenk oder als Strafe der Götter waren völlig ausreichend.

Mit zunehmender Differenzierung gingen dann die Göttergeschenke Erde, Luft, Wassser, Feuer, aber auch Mensch in die Hände von Menschen über, die damit das Gute und das Schlechte, was in einer Wirtschaft geschieht, bewerkstelligten.

01/16 Hier muss der Mehrwert hin, eine Kurzfassung von MEW 23. Wie betäubt stand die Menschheit vor dem explosionsartigen Wachstum des Überschusses im 19. Jahrhundert. Das Geheimnis hat schließlich Karl Marx gelüftet. Er hat herausgefunden, dass es die Naturgabe der menschlichen Arbeitskraft ist, durch ihre Betätigung mehr Wert zu erzeugen, als sie selbst wert ist. Durch alle Aneignungsperioden der Geschichte ist die Aneignung des Mehrwerts gleichgeblieben. Daher war durch alle Perioden hindurch das Auskommen der Wucherer gesichert. Denn ohne Mehrwert keinen Wucherer.

Der Zins als Teil des Ganzen

Neben den Elementbesitzern und Menschenbesitzern enstand aber schon sehr früh eine noch findigere Kaste, nämlich die Geldbesitzer. Sie griff nicht mehr roh zur Peitsche oder zu den Namen Gottes, um die Bauern auszusaugen, sondern spezialisierte sich auf den Handel mit dem Überschuss. Zunächst brachte sie - wie, das geht uns nichts an - in den Besitz eines Teils des Reichtums in Form von Geld. Mit diesem Teil des Reichtums trieb sie nun Handel. Das war ein unerhörter Eingriff in die Natur, dessen tatsächlichen Konsequenzen erst Jahrtausende später klar werden konnten. Nämlich der Handel mit nicht Gegenwärtigem, sondern mit Zukünftigem, dem Zins G28 auf geliehenes Geld:

Dem Bauer geht der Pflug kaputt. Also braucht er Geld, um sich einen neuen Pflug zu kaufen, der ihm die Jahresernte ermöglichen wird. Das hat er jetzt aber noch nicht, weil er die Ernte erst einbringen und verkaufen muss. Dann hat er es. Die Fürsten und Landbesitzer wollen mehr Land, weil sich aus ihrem Boden und aus ihren Bauern nicht mehr herausholen lässt, sie aber mehr wollen. Also müssen sie einen Krieg führen, um mehr Land und mehr Bauern zu kriegen. Um seine Söldner zu werben und zu bewaffnen, benötigen der Fürst und der Landbesitzer Geld. Das haben sie aber erst, nachdem sie das fremde Land und seine Bauern erobert haben und sie für sich schuften lassen. Der Rest wie beim Bauern. Das Geld leiht ihnen der Geldbesitzer, dem nichts Menschliches fremd ist. Ihm steht als Leihgebühr ein Teil des Überschusses vom neuen und vom alten Land zu. Um diese Gebühr ranken seit seiner Geburt die buntesten Geschichten. Die meisten wurden von den Geldbesitzern erfunden, weil sie um ihre »Erträge« fürchten müssen, wenn der Zins allgemein als das erkannt wird, was er ist, ein Bruchteil des Überschusses. Das hat Marx erkannt.

../sgmlwerke/me25/me25_350.html#S351

»<351> ... Gesetzt, die jährliche Durchschnittsprofitrate sei 20%. Eine Maschine im Wert von 100 Pfd.St. würde dann, unter den Durchschnittsbedingungen und mit dem Durchschnittsverhältnis von Intelligenz und zweckmäßiger Tätigkeit als Kapital verwandt, einen Profit von 20 Pfd.St. abwerfen. Ein Mann also, der 100 Pfd.St. zur Verfügung hat, hält in seiner Hand die Macht, aus 100 Pfd.St. 120 zu machen oder einen Profit von 20 Pfd.St. zu produzieren. Er hält in seiner Hand ein mögliches Kapital von 100 Pfd.St. Überläßt dieser Mann für ein Jahr die 100 Pfd.St. einem andern, der sie wirklich als Kapital anwendet, so gibt er ihm die Macht, 20 Pfd.St. Profit zu produzieren, einen Mehrwert, der ihm nichts kostet, wofür er kein Äquivalent zahlt. Wenn dieser Mann dem Eigner der 100 Pfd.St. am Jahresschluß vielleicht 5 Pfd.St. zahlt, d.h. einen Teil des produzierten Profits, so zahlt er damit den Gebrauchswert der 100 Pfd.St., den Gebrauchswert ihrer Kapitalfunktion, der Funktion, 20 Pfd.St. Profit zu produzieren. Der Teil des Profits, den er ihm zahlt, heißt Zins, was also nichts ist als ein besondrer Name, eine besondre Rubrik für einen Teil des Profits, den das fungierende Kapital, statt in die eigne Tasche zu stecken, an den Eigner des Kapitals wegzuzahlen hat.«4

Marx hat erkannt, dass der Zins erst nach der Produktion des Überschusses fällig ist und dass dessen Höhe sich nach der Höhe des erwirtschafteten Überschusses richtet, nicht nach der Höhe des vorgeschossenen Kapitals. Jeder über den Teil des Überschusses hinausgehende Betrag zahlt etwas, was es nicht gibt. Jedoch beziehen sich Marx' Untersuchungen im dritten Band des »Kapital« hauptsächlich auf die kurzfristigen Wechselkredite, deren »Zins« (Diskont) dem im Nachhinein entrichteten Zins mitunter nahekommt und nicht auf die langfristigen Anschaffungskredite, mit denen die Banken ihr Enteignungsgeschäft betreiben. Hier muss Marx' Erkenntnis auf diese Kredite übertragen werden.

Alles, was der künftige Bankier aus dem Kreditgeschäft sein eigen nennen G29 darf, ist ein Teil des Teils des Mehrwerts. Und den erhält er auch nur dann, wenn der produktive Kapitalist im vorangegangenen Jahr ein Mehrwert produziert und realisiert hat. Alles andere, das verliehende oder nicht verliehene Kapital in seinen Händen, ist nicht sein Eigentum, sondern das Eigentum der Mehrwertproduzenten, die es dem Bankier leihen. Wenn sie es ihm verkaufen, weil sie nur noch an der Börse spielen wollen, dann kauft der Bankier das konstante und das »variable« Kapital der Firma mit dem Geld der Eigentümer des Mehrwerts, den sie bei ihm deponiert haben, wird aber dadurch zum produktiven Kapitalisten. Wenn dieses Kapital Überschüsse erwirtschaftet, so hat der Bankier daher Anspruch auf den Kapitalistenlohn. In seiner Doppelrolle als produktiver Kapitalist und Bankier streicht er von seinen Arbeitern seine Kapitalistensteuer ein, will aber nun nicht mehr deren Blut saufen, sondern kennt keine größere Sorge als ihr Wohl, so dass wir dessen Macht über die lebendige Arbeit mit einem weinenden und einem lachenden Auge sehen.

Stand der Dinge ist jedoch: Das produktive Kapital (Industrie und Landwirtschaft) und das Geldkapital scheinen zwei völlig verschiedene Welten zu sein. Hier reale Werte zum Anfassen und zum Verzehr. Dort Zahlen, deren Irrationalität und Transzendenz selbst dem Eingeweihten mehr Rätsel aufgeben als Fragen beantworten. Und dennoch hat das Irrationale die vollständige Herrschaft über die realen Werte übernommen.

»Die Banken sind dazu da, um die Kreditnot zu lindern«, so die Banken über die Banken. Ihr eigentliches Ziel ist aber die Enteignung aller Besitzenden, die das Geheimnis des Überschusses nicht lüften wollen oder können. Die Linderung beginnt hierzulande mit der Not der verarmten Ritter des 18. Jahrhunderts, deren Böden ohne Leibeigenschaft und Hörigkeit keinen Überschuss mehr abwarfen. »Als erstes Institut wurde 1770 die 'Schlesische Landschaft' in Breslau als juristische Person des öffentlichen Rechts gegründet. Ihr wurde die Aufgabe übertragen, den Kreditbedarf der in der Provinz Schlesien gelegenen Rittergüter zu befriedigen« (Der Bankbetrieb, Bände I-III von Karl Fr. Hagenmüller, Wiesbaden 1964, Band I, S. 152, S. 178 5. Auflage) . Die Linderung der Not hatte zum Ziel die Enteignung der Ritter, weil klar war, dass sie die Zinsen nicht zahlen konnten. Nach 1848 war es auch den vormals Frondienst leistenden Bauern gestattet, Hypotheken auf ihre mageren Böden aufzunehmen, und so statteten sich die daraus entstehenden Hypothekenbanken mit »realem« Kapital aus, Nov. 2015 weil ihnen klar war, dass weder der arme Ritter, noch die Parzellenbauern ihre Kredite bedienen können. Da der Staat stets klamm ist und die Not erfinderisch macht, probierten die Banker ein Instument aus, mit dem die französischen Revolutionäre in die Pleite geschliddert sind und bedruckten Papier mit der Aufschrift »Ich bin Land«. So entstanden die Pfandbriefe und Kommunalobligationen. Die können verkauft und danach an die Bauern als Kredite weitergereicht werden, und so statteten sich die daraus entstehenden Hypothekenbanken mit Kapital aus. So ist allen gedient. Die Not ist gelindert, das Briefedrucken kostet nichts, der Pfandbriefbesitzer kriegt ein Stück papierne Erde, seinen Zins und das Versprechen auf Rückzahlung, wenn er das Papier wieder loswerden will. Und die Bank kriegt den Boden für die nicht gezahlten Kreditraten. Denn hätte unser Raubritter gewusst, dass seine Zeit nur da war, als sich die Bauern seines Landes G30 unentgeltlich für ihn abgerackert haben, so hätte er keinen Kredit aufgenommen, nachdem seine Bauern frei waren und die Überschüsse dahinschwanden. Denn er hätte gewusst, dass er die Raten nicht zurückzahlen kann.

Im Drucken von Zetteln, auf denen stand, »ich bin Papsteigentum«, bestand auch die »Enteignung« der Kirchengüter in der Französischen Revolution (»Assignaten«), ein Erbe, an dem wir bis heute zu tragen haben. Die Brüder Grimm müssen neidisch auf die von nun an erfundenen Märchen der Geldbesitzer sein, die den Zusammenhang von Zins und Überschuss verhüllen.

Wenn nämlich niemand weiß, dass der Zins nur ein Teil des Teils des Überschusses ist, dann ist es ein leichtes Spiel, den Kredit mit einem doppelt so hohen Zins wie den Überschuss zu vergeben und dann den besicherten Gegenstand zu kassieren, wenn der Gläubiger nicht mehr zahlen kann. Schon früh gerieten daher die Geldbesitzer in Verruf und Aristoteles wettert noch in der Politik : »so ist ein drittes Gewerbe, das des Wucherers, mit vollstem Rechte eigentlich verhaßt, weil es aus dem Gelde selbst Gewinn zieht und nicht aus dem, wofür das Geld doch allein erfunden ist. Das Geld ist für den Umtausch aufgekommen, der Zins aber weist ihm die Bestimmung an, sich durch sich selbst zu vermehren. Daher hat er auch bei uns den Namen tokos (Junges) bekommen; denn das Geborene (tiktomenon) ist seinen Erzeugern ähnlich, der Zins aber stammt als Geld vom Gelde. Daher widerstreitet auch diese Erwerbsweise unter allen am meisten dem Naturrecht (para physin).« , - Aristoteles Politik 1.10.1258b -

Aristoteles verwechselt hier das Motiv des Wucherers mit der ökonomischen Funktion des Kredits. Und er verkennt die Rolle des Überschusses, die er im ersten Buch der Metaphysik bei den müßigen Priestern in Ägypten erahnt. Sein »wider die Natur«, para physin, hat natürlich nichts mit dem Naturrecht zu tun, das damals eine absurde Vorstellung gewesen wäre.

Zur vollen Blüte konnte der Zins erst mit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts kommen, als die Überschussproduktion auf bisher nie dagewesener Stufenleiter die Grundlage der gesellschaftlichen Produktion wurde. Die ist unter den heutigen Bedingungen ohne den Kredit nicht möglich. Und der Kredit ist ohne eine Sammelstelle von freiem Kapital, nicht verzehrbarem Mehrwerert, nicht möglich. Das sind die Banken.

Volkswirtschaftlich gesehen sind die Banken auf den ersten Blick nur ausgegliederte Abteilungen der Industrie, genau wie der Handel eine ausgegliederte Abteilung der Industrie ist. Wie der Handel die produzierten Waren sammelt und verkauft, sammeln und verleihen die Banken die nicht reinvestierbaren, nicht verzehrbaren Überschüsse der produktiven Kapitalisten und seit sie selbst zu produktiven Kapitalisten geworden sind (»Imperialismus«) auch die Überschüsse aus den in ihren Büchern befindlichen Firmanateilen. Aber ganz anders als der Handel, der zum Eigentümer der Waren wird, die er anschließend verkauft, ist die Bank nicht Eigentümerin des ihr anvertrauten Geldes, sondern nur die Besitzerin (Aufbewahrerin). Und anders als die Handelskapitalisten übernehmen die Geldkapitalisten mit dem ihnen anvertrauten Kapital auch eine Verantwortung der restlichen Kapitalistenklasse und dem ganzen Volk gegenüber.

Aber kommen wir zur Sache und bringen den Kreislauf zu einem guten Ende. G31

Kreditbetrug

Reden wir über den bandenmäßig über Jahrzehnte an den Völkern begangenen Kreditbetrug, der vor einigen Jahren wieder einmal aufgeflogen ist.

Reden wir darüber, dass die Völker der Welt den bandenmäßig von den Banken und den Staaten begangenen Kreditbetrug in 100 Jahren bereits zweimal mit ihrem Leben büßen mussten.

Reden wir darüber, dass die Völker der Welt nicht ein drittes Mal den Bankrott einer Betrügerbande ausbaden wollen.

Reden wir - mit einem Wort - darüber, dass sich die Völker der Welt aus der Geiselhaft der Bilanzen einiger Schlächter befreien.

Angefangen hat der Kreditbetrug - wie könnte es anders sein - im Mutterland des Kreditbetrugs noch vor der Zeit des großen Römischen Resteessens, das die Franzosen Renaissance , wir die Reformation und die Italiener das Cinquecento nennen. Dort taucht zum ersten Mal in der neueren Zeit (von Marx erfahre ich im dritten Band des Kapital, dass es den Wechsel schon bei den Römern gab) das Urbild des Kreditbetrugs auf, der Wechsel: »Einer der ersten, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Wechsel hat z. B. folgenden Wortlaut 'Ich erhielt 10 Genuesische Lire in Wechsel gegen das Versprechen, sie in Tunesi auszuzahlen'.« Hagenmüller II S. 34, fehlt in 5. Aufl. 1987. Mit dem Wechsel liehen sich die italienischen Kaufleute untereinander Geld, das sie noch gar nicht hatten und handelten mit Waren, die es noch gar nicht gab. Der Wechsel ist ein Stück Papier mit der Aufschrift: »Ich glaube (credo) , ich bin 1.000 Gramm Gold wert. Drei Monate lang. Danach bin ich wertlos. Ehrlich.« Tatsächlich ist das Wechselgeld die ehrlichste Form des Kredits, weil es bei Erfüllung des Versprechens keinen Schaden anrichtet und mehrfachen Nutzen bereiten kann.

Jeder, der den Zettel in die Hand kriegt und das Credo akzeptiert, gibt dem Überbringer des Zettels Waren im Wert von 1.000 Gramm Gold. Jeder neue Besitzer des Papiergoldes geht zu seinem Geschäftsfreund und veranstaltet mit ihm das gleiche Spiel. So bringt es das Papier fertig, bei jedem Händewechsel, einen Berg von Waren im Wert von 1.000 Gramm Gold in Bewegung zu setzen, ohne selbst einen Pfifferling wert zu sein. Nach drei Monaten zahlt der Letzte 1.000 Gramm Gold für den Wechsel und holt sie sich vom Aussteller des Wechsels bei Gelegenheit zurück. Zahlt der nicht, so ist das eine lässliche Sünde, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Die für Kreditbetrug angedrohten Hundebisse für den Ersten fallen daher moderat aus. Denn jeder, der den Wechsel vor dem Letzten in der Hand hatte, weiß, dass er bei dem nächsten Wechsel der Erste sein könnte. So wäscht eine Hand die andere und man deckt sich gegenseitig. Das ist die Grundlage für den industriellen Kredit, der modernen Verschuldung der Staaten, der Banken und der selbst »emittierenden« Industrieunternehmen, dem organisierten Kreditbetrug.

Zunächst bei den Händlern der Medici-Päpste feierte das selbstgedruckte Geld seinen Siegeszug. Schon bald erkannten die italienischen Banker, dass sich hier eine ganz neue Möglichkeit bot, die Überschüsse zu sammeln, nämlich durch den Aufkauf aller im Umlauf befindlichen Wechsel. In der modernen Industriegesellschaft schließlich wurde der Kredit nun nicht mehr zur Quelle des Betrugs, sondern die revolutionäre und in abrupten <-schlechter Übergang-> Schüben vor sich gehende Entwicklung der modernen Maschinerie machten die Herbeischaffung von großen Mengen Geldes zu G32 einer Frage von Leben und Tod ||::|| für den einzelnen Kapitalisten, wenn er im Konkurrenzkampf mithalten wollte. Die Entwicklung des Industriekapitalismus hatte daher im Gefolge eine Überschwemmung von Zetteln mit der Aufschrift »Ich bin drei Monate Gold. Ehrlich.« Welches der Credos gelogen war und welches nicht, war nicht zu unterscheiden. Das war am Beispiel Deutschlands die Stunde des David Hansemann. Er kaufte sämtliche Wechsel der Industriekapitalisten des Deutschen Reiches auf und gründete 1851 die Disconto Gesellschaft , damals der schärfsten Konkurrentin der Deutschen Bank (Hagenmüller II, S. 67, 5. Aufl. nicht zu finden). Gegen den Widerstand des damals noch in Resten vorhandenen ökonomischen Sachverstands gründete er eine Aktienbank. Das Gelddrucken war nun Sache der Bank. Nun trugen die Banknoten die Aufschrift: »Ich bin Gold. Ewig. Ehrlich.« Im 20. Jahrhundert übernahm der Staat das Monopol, Geld zu drucken. Die Lizenz Banknoten zu drucken wurde den Banken bei uns in den dreißiger Jahren von den Nazis in ihrem heldenhaften Kampf gegen das internationale jüdisch-bolschewistische Finanzkapital entzogen.

Der Staat, wie immer klamm und wie die Armen von den Reichen an der kurzen Leine gehalten, hob nun die Erfolgsgeschichte des Wechsels auf eine höhere Stufe. Das war die Geburtsstunde des unsagbaren »Reichtums« der Banken und die Geburt der Weltkriege als finaler Schuldenentsorgung, wenn auffliegt, dass es mit dem Imperium der »Imperialisten« doch nicht so weit her ist. Denn nun gab der industrielle Kapitalist seine nicht verzehrbaren Überschüsse der Bank, die Bank gab sie dem Staat als Kredite, dann als Kredite zur Bezahlung der Kredite, als Kredite zur Bezahlung der Bezahlung der Kredite. Alle waren glücklich, und niemand fragte mehr nach dem Geheimnis des Zinsfusels. Aus den Huren des produktiven Kapitals wurden die Staaten der Welt von den Banken zu Säuferinnen gemacht, die sich nicht mehr um ihre Kinder kümmern, sondern nur noch ans Saufen und an die Prozente denken. Das ist das Geheimnis des Zinses.

Und so begab sich die Begebung der ersten Anleihe im neuen Stil. Die Banken, der Staat, die industriellen Kapitalisten druckten Papierstücke mit der Aufschrift: »Ich bin zehn Milliarden Euro für zehn Jahre. Ehrlich. Wer's glaubt, kriegt zehn Prozent.« Nach zehn Jahren wirft man die Papiere in den Müll und begibt eine neue Anleihe mit der Aufschrift: »Ich bin zwanzig Milliarden Euro für zehn Jahre. Ehrlich. Wer's glaubt, kriegt 11 Prozent.« Damit bezahlt man den Müll. Nach weiteren zehn Jahren wirft man die Papiere wieder in den Müll und druckt »Ich bin 100 Milliarden für zehn Jahre. Ehrlich. Wer's glaubt, kriegt 20 Prozent.« Damit bezahlt man erneut den Müll, der immer mehr wird. Die jeweiligen Ehrlichs werden unterfüttert mit wachsenden Zinsversprechen. Denn ohne den sinnebenebelnden Zins würde selbst der Dümmste irgendwann einmal merken, dass er kein Gold, sondern Zellulose in den Fingern hat.

../sgmlwerke/me25/me25_493.html#M6

(fn6) »Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil G33 dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.« (Sismondi, »Nouveaux Principes«, II, p. 229, 230.)

Jeder, der tausend Milliarden und tausend Milliarden zusammenzählen kann, kann sich am Po abfingern, dass das Versprechen der Rückzahlung nicht eingehalten wird. Mögen die Gangster ihre Näschen noch so hoch halten, damit sie ihre eigene Scheiße nicht riechen: Der Finanzmarkt ist eine kriminelle Vereinigung, die zum Zweck des Kreditbetrugs, der eigenen Vernichtung und der Ermordung der Völker gegründet ist. Die Zeche des Bankrotts der Banken, Staaten und »emittierenden« Unternehmen zahlt das Volk, das vom Sprithandel ausgeschlossen ist, einschließlich derer, die so dumm sind, die Zettel im Kleinen aufzukaufen. Die Strafe für das Verbrechen folgt im umgekehrten Verhältnis zur Schuld. Das Volk wird in die Armut, den Krieg, den Tod gehetzt, der Kleinbürger verliert alle Ersparnisse und wirft sich von die Eisenbahn oder er macht Revolution und ruft den Sozialismus der Reichen aus, der Nationalsozialismus heißt. Der industrielle Kapitalist meldet Konkurs an, ruht sich auf den Bahamas aus, bis das Gröbste vorüber ist und gründet dann ein neues Unternehmen. Der Staat drückt dem Volk sein ehrliches Mitgefühl aus. Die Banken werden fürstlich belohnt und lachen sich krank über die Dummheit der Dummen und der Schlechten.

Jedoch genauso wenig, wie die Kapitalistische Partei die Kapitalisten Nov. 2015 und die staatlichen Kreditbetrüger abmurksen wird, genauso wird sie nicht die Türme der Banken abfackeln, sondern sie wird die Banker wieder zu nützlichen Gliedern der Gemeinschaft machen. Und all dies ist möglich und die notwendige Folge davon, dass das Volk erkannt hat, dass es das Kapital ist und dass es die Dummen und die Schlechten bezahlt und dass sie demnach schön nach seiner Pfeife zu tanzen haben und das Volkseinkommen am Jahresende an einer Stelle ist und restlos aufgeteilt wird. Der letzte Rest geht nun in das Eigentum der Bank aus dem Kreditgeschäft über. Der Zins auf die erwirtschafteten und realisierten Überschüsse und nichts anderes ist das Eigentum der Bank, mit dem sie sich zu Essen kaufen kann. Für alles andere in ihrem Besitz Befindliche, ist sie den Eigentümern Rechenschaft pflichtig und darf ihre Aufgabe nur so lange wahrnehmen, so lange sie sie richtig ausführt.

Die Lizenz zum Schnapsbrennen wird ihr ein für allemal entzogen. Und für den nächsten Schritt sind Sie wieder am Zug, liebe Frau Merkel. Sie machen pleite.

Alle »Verbindlichkeiten« der Staaten und alle »Zinsverbindlichkeiten« der Kapitalisten und Privaten gegen die Banken werden annuliert. Der Staat macht Bankrott und zieht den Banken eine lange Nase. Da sich der Staat ab nun aus dem Volkseinkommen bedient, um alle seine Lieben für das nächste Jahr bei Laune zu halten, hat auch die Prostitution und die Erpressbarkeit ein Ende. Der Staat braucht keine Kredite mehr zum Überleben. Für Sonderausgaben erhebt er Nachtragssteuern und keine Kredite. Dafür werden die G34 Eigentümer des Fonds dem Staat nun genauer auf die Finger schauen.

Die Industriekapitalisten können ebenfalls alle Kredite zur Bezahlung von Krediten annulieren. Sie schulden der Bank allein noch die Kreditraten für Anschaffungen, also für die langfristigen Kredite. Und für nichts anderes werden sie in Zukunft mehr Kredite bekommen. Die kurzfristigen Wechselkredite werden zu einer Serviceleistung der Bank. Unter den auf die langfristigen Kredite anfallenden Zinsen werden die Produktiven nicht mehr zu leiden haben, weil sie nur noch auf die tatsächlich erwirtschafteten Überschüsse im Nachhinein erhoben werden.

Die Bank hat nur noch zwei Aufgaben. Sie sammelt wie bisher das überschüssige Kapital und verwaltet es im Auftrag seiner Eigentümer (Zahlungsverkehr einschließlich Wechsel). Und sie verleiht das überschüssige Kapital gegen Entgelt. Der Zins für den Einzelkapitalisten wird am Jahresende rückwirkend als Bruchteil der Kapitalistensteuer für das vergangene Jahr fällig. Je höher der Gewinn, desto höher der Bankierslohn zum allgemeinen Zinssatz, je niedriger, desto niedriger. Macht der Unternehmer mit dem geliehenen Geld keinen Gewinn, gibt es keinen Zins oder den Zins Null zum allgemeinen Zissatz für die Bank, also nur die Kreditrate ohne Zins. Zahlt der Unternehmer jedoch auch die Raten nicht, dann wird er wie bisher von der Bank enteignet. Die Bank verkauft den Betrieb umgehend entweder an Kapitalisten, oder, wenn sich kein Kapitalist finden lässt, an den Staat. Nov. 2015 Oder sie behält den Leckerbissen und kauft sich fähiges Führungspersonal, das in der Vergangenheit bewiesen hat, dass es in der Lage ist, die Arbeiter ihres Betriebes sattzubekommen und wird so selbst zum produktiven Kapitalisten. Als Lohn erhält sie dann zusätzlich zum Zins die Kapitalistensteuer von ihren Arbeitern. Der Preis ist entweder die ausstehende Kreditsumme ohne Zinsen, da der enteignete Betrieb keine Überschüsse erwirtschaftet hat. Oder die restlichen Kapitalisten werden in Solidarhaftung genommen, und der Verlust muss abgeschrieben werden.

Die Genesis der Zinsen aus dem Teil des Teils des Überschusses hat auch für den Privatmann die erfreuliche Folge, dass er für seine Kredite Zinsen ebenfalls nur aus dem Mehrlohn zahlt, sofern er ihn erhalten hat. Und der Staat ist ganz fein raus, denn er zahlt überhaupt nichts mehr zurück, wenn er sich etwas aus dem Banktopf holt. Denn alles, was er holt, verteilt er als Schulen und Straßen. Dafür schuldet er niemandem etwas. Vielmehr ist der Bau und die Unterhaltung von Schulen und Straßen seine Schuldabtragung an das Volk. Anders die produktiven Kapitalisten. Sie zahlen die Kredite zur Erwirtschaftung von Überschüssen zurück, und sie müssen der Bank jährlich ebenfalls einen Teil des Mehrlohns abgeben, den Zins. Aber dieser Zins wird seinen Schrecken verlieren, wenn die Bank das bekommt, was ihr zusteht und nicht mehr. Auch werden wir bald das Muttertier in den Banken sehen, das sich Jahrtausende schamhaft vor uns verborgen hat. Denn als produktive Kapitalistin wird sie keinen größeren Wunsch als das Wohlergehen ihrer Arbeiter kennen. Und falls sie mit ihrer neuen mütterlichen Rolle nicht so recht klarkommt und sie sie ihre Industrieanteile doch lieber wieder an produktive Kapitalisten verkauft, die etwas von ihrem Handwerk verstehen, um so besser. G35

Die Banken morgen

Ein Gesetz, das die Höhe des Zinses regelt (seine Masse, nicht die Höhe des Zinssatzes), gibt es noch nicht und gab es noch nie. Hier herrscht seit Jahrtausenden die Anarchie. Und dass die Anarchos Randale machen, wenn es ihnen ans Fell geht, ist bekannt. Aber bei den Geldkapitalisten wird es nicht ohne Einschnitte gehen. Wie bei den richtigen Anarchisten, so wird sich aber auch die Randale der Banker schnell legen, wenn ihnen das Gewand der Königskobra ausgezogen wird, mit dem sie die Menschen in Schrecken versetzen und die harmlose Blindschleiche darunter sichtbar wird. Die Banken werden gemeinnützige Unternehmen. Sie werden nicht verstaatlicht, damit der Staat nicht zu ungunsten der Arbeiter und Kapitalisten manipulieren kann. Außerdem sind hier hartherzige Menschen gerfordert und Menschen, die ihr Handwerk beherrschen.

Die Macht, den Zins zu bestimmen, steht den Geldbesitzern nicht zu, weil sich der Zins aus der Überschussproduktion bestimmt. Und der Überschuss ist erst da, wenn er da ist. Wenn nicht, nicht. Das ist das unternehmerische Risiko der Bank.

Der Staat nimmt sich von den Früchten der Arbeit, was er zu Erfüllung aller Gemeinschaftsaufgaben benötigt. Der produktive Kapitalist bekommt seinen Teil aus dem Mehrlohn als Kapitalistensteuer ab, dessen Höhe sich nach der Summe aus Mindestlohn und Mehrlohn richtet.Ähnlich der Handelskapitalist, der als ausgegliederte Abteilung der Industrie zu betrachten ist.

Die Bank bekommt von der Kapitalistensteuer ebenfalls ihren Teil als Geldzins ab. So ist die Reihenfolge richtig. Und die Finanzkrise gehört der Vergangenheit an. Bekommt der Kapitalist 25 % Kapitalistensteuer von seinen Arbeitern, so zahlt er etwa 0,25 % Zinsen auf die Restsumme des laufenden Kredits, wenn der Zinssatz auf 1 % der Kapitalistensteuer festgelegt ist, 2,5 %, wenn der Zinssatz auf 10 % steht. Der Kredit wird nicht mehr logarithmisch berechnet, sondern jährlich neu aus der Restsumme des Kredits und dem »Zehnten« der Kapitalistensteuer.

Bekommt der Industrielle 30 % Steuer von seinen Arbeitern, zahlt er 0,3 %. Bekommt er 2 % bei dem Zinssatz von 1 %, zahlt er 0,02 % der Restsumme. Bekommt er 0 %, zahlt er 0 % der Restsumme. Mehr kriegt der Banker nicht, und wenn er mault, dann jagt ihn die kapitalistische Partei zum Teufel.

Die Gesellschaft muss dem Bankier den Rahmen seiner Aufgaben vorgeben und sanktionieren, wenn er seinen Aufgaben nicht nachkommt oder seine Befugnisse überschreitet. Die Kreditvergabe und die Vergabe der Nachtragssteuern wird einerseits zur Pflicht des Bankiers, wenn genügend Überschüsse in der Kasse sind und wenn der Schuldner kreditwürdig ist, also die künftige Überschussproduktion schlüssig darlegen kann. Der Staat muss seinen Bedarf schlüssig darlegen, wenn er Nachtragssteuern haben will.

Auch hier wird es zu Konstellationen kommen, die bisher undenkbar sind.

Die Kredite werden allein aus den Überschüssen vergeben und nie mehr aus bedrucktem Papier, das keinen Wert hat. Ist kein Überschuss mehr da, gibt es keinen Kredit mehr. Aber das völlig Neue wird einmal sein, dass jedermann das Ganze des gesellschaftlichen Überschusses überblicken kann. Neu sein wird auch das Staunen darüber, wie viele Überschüsse in der Kasse sind. G36 Gesamtüberschuss und Gesamtkreditsumme stehen tragesaktuell im Internet. Verschwendung ist ebenso ausgeschlossen wie sich der Zwang zum Haushalten allein durch das Dasein des Ganzen ergeben wird.

Die Kapitalbeschaffung wird vollkommen transparent, und sie hat ihre natürlichen Grenzen im erarbeiteten Überschuss. Das schließt ein, dass die Banken nicht mehr in eigener Sache handeln dürfen. Geld gebiert nicht und arbeitet nicht. Das tut der Mensch. Das bedeutet auch, dass es außer den Aktien (und den Handelswechseln, die vielleicht durch den kostenlosen Überziehungskredit für gute Gläubiger überflüssig werden) keine Wertpapiere mehr geben wird.

Statt der gähnenden Leere, die das leere Wuchererhirn nun an die Wand malt, die die fehlenden Papierschipsel in den Seelen der Fuseldealer hinterlassen müsse, wird eine Fülle von sinnvollen und nützlichen Aufgaben auf das Anlage suchende Kapital zukommen.

Anlage suchendes Geld kann stets nur in produktives, handelndes, wissenschaftliches, soziales oder kulturelles Kapital fließen oder in Aktien. Finden sich beim besten Willen keine Anlagemöglichkeiten, so bleiben der normale Sparzins, der Arbeiter oder der Staat als dankbare Abnehmer.

Das ist übrigens in unserem jetzigen idiotischen Kreislauf bereits der Fall, nur dass heute allein die Banken profitieren: Der Kapitalist gibt sein Geld, das er durch die bessere Maschine und die dadurch auf die Staße gesetzten 1.000 Arbeiter gemacht hat, der Bank. Die Bank gibt ihm Fusel dafür und leiht das Geld dem Staat. Der Staat füttert mit dem Geld die Arbeiter, die der Kapitalist auf die Straße gesetzt hat. Allein die Bank kassiert, alle anderen müssen Sprit saufen oder zur Armenspeisung gehen.

Der wirtschaftliche Umgang, das Haushalten mit den vorhandenen Gütern, wird sich bei der Verteilung des Volkseinkommmens, wie es die Kapitalistische Partei durchsetzen wird, Nov. 2015 sowohl beim Staat, bei den industiellen Kapitalisten, den Handelskapitalisten und bei den Geldkapitalisten von allein ohne erhobenen Zeigefinger einstellen. Es wird nicht mehr verbraucht als da ist. Aber aus dem Vorhandenen wird alles herausgeholt, was herauszuholen ist, da der Überschuss das treibende Motiv aller Handelnden ist. Erstmals in der Geschichte der Überschussproduktion wird das gemeinsame Interesse Aller keine Lüge sein. Denn das oberste Ziel aller ist das Essen der Armen, die nun wieder ihren ursprünglichen Reichtum zurückgewonnen haben.

Dass die Banken zu gemeinwirtschaftlichen Unternehmen werden, geschieht nebenher, ohne dass es dazu eines Verwaltungsaktes (bis auf die Staatspleite) bedarf. Denn da es keine blödsinnigen »Emissionen« von Papierschnipseln mehr geben wird, und die Banken allein die echten Überschüsse einsammeln, die nicht verzehrt werden können, wird jederzeit der volle Überblick gewahrt sein, wie hoch der gesellschaftliche Überschuss ist, wieviel Kredite vergeben werden können. Alles eingesammelte Kapital dient dazu, es an anderer Stelle wieder zu vergeben beziehungsweise Rücklagen zu bilden und Sparzinsen zu zahlen.

Anreiz zur Abgabe des überschüssigen Kapitals an die Banken wird zum einen der Aktienhandel sein (ein bisschen Spass muss sein). Zum anderen der Sparzins, der nun so etwas wie ein Aktienfonds ist. Alle Einnahmen, die nicht G37 für die Verwaltung, Kredite und den Zahlungsverkehr benötigt werden, muss die Bank als Sparzins auszahlen. Grund: Die Bank als Bank darf keine Gewinne machen, damit der Blick für die zur Verfügung stehende Gesamtkreditsummme nicht verfälscht wird.

Vermutlich wird auch die blödsinnige Übersproduktion verschwinden, die heute eine natürliche Folge der Maßlosigkeit der Banken und der produktiven Kapitalisten ist, denen das Schuldenmachen leicht gemacht wird, wenn die Geschäfte gut laufen. Wird nämlich der Bank durch die Solidarhaftung der Unternehmer das Interesse an der Enteignung der Industrie genommen, dann wird sie nur noch dann Kredite vergeben, wenn Überschüsse wahrscheinlich sind und nicht mehr auf die Pleite des Unternehmers spekulieren. Das wiederum verringert das Risiko für die Unternehmen, zu oft für Pleitiers in die Haftung genommen zu werden. Geldkrisen können nicht mehr entstehen, weil das Gelddrucken, angefangen von den Kommunalbligationen (»Ich bin Land«, »Ich bin Papsteigentum«), den Staatsanleihen, den Bankanleihen und all den wertlosen Papierschnipseln, die die vorherigen Schnipsel wieder und wieder verdauen, nicht mehr erlaubt sein wird.

Der Tag der Abrechnung mit dem jetzigen System des Kapitalismus und hier für die Banken muss daher alle Verbindlichkeiten gegen die Banken anullieren. Staat, Kapitalisten und Private fangen schuldenfrei neu an.

Die Ausschüttung der Überschüsse wird im jährlichen mehrtägigen Fest der Ausschüttung vom ganzen Volk ausschweifend gefeiert.

Literatur: Der Bankbetrieb, Bände I-III von Karl Fr. Hagenmüller, Wiesbaden 1964

Das Kapital, Band 3 von Karl Marx, Marx Engels Werke Band 25, Dietz Verlag Berlin.

Anlage

Rechnen wir das Beispiel mit den gegebenen Zahlen des Statistischen Bundesamtes von 1994 bis 2013 einmal durch.

Der Staat bekommt dieselbe Steuer, der Kapitalist und die Arbeiter bekommen denselben Bruttolohn wie in der Statistik. Beide werden aus dem Rest (v+m) nach der Staatsentnahme zum selben Steuersatz, der Staatsquote, besteuert. Denn das Volkseinkommen ist bis hier das ungeteilte Einkommen des Volkes, das nur als Ganzes besteuert werden kann.

Der Nettolohn ist der unantastbare Mindestlohn. Der Nettomehrwert wird zwischen Arbeiter und Kapitalist geteilt. Die Staatsquote ist der Teilungsfaktor, weil so der Kapitalist nicht nur ein Interesse an einem hohen Arbeiterlohn, sondern auch ein Interesse an einem hohen Staatslohn hat. Der Kapitalistenlohn ist also der Nettomehrwert mal dem Staatsfaktor

Die Differenz zwischen Nettomehrwert und Kapitalistenlohn ist der Jahresbonus der Arbeiter.

Die Mehrwertrate, das Verhältnis von Mehrarbeit zur Mindestarbeit, was früher die Rate der Ausbeutung war, dient nun zur Berechnung des Zinses. Im Beispiel ist der allgemeine Zinssatz zu 1 % angenommen. Dann ist der Jahreszins ein Prozent der jeweiligen Mehrwertrate bezogen auf die Restschuld. G38

A Jahr B Volkseink. C Staatslohn D Staats-
quote
C/B
E Rest
B - C
F Brutto-
Mindest-
lohn
G Netto-Mindest-
lohn
F-F*D
H Brutto-Mehrwert I Netto-Mehrwert
I-D*i
J Mehr-
wert-
rate
H/F
K Kapitali-
stenlohn
D*I
L Jahres-
bonus
I-K
M Rest-
schuld
200-n*10
N Zins
M*J/100
1994 1.375,51 733,12 0,5330 642,39 975,54 455,60 399,97 186,80 0,41 99,56 87,24 190,00 0,78
1995 1.429,16 761,81 0,5330 667,35 1.010,68 471,94 418,48 195,41 0,41 104,16 91,25 180,00 0,75
1996 1.449,01 780,43 0,5386 668,58 1.019,83 470,55 429,18 198,02 0,42 106,66 91,37 170,00 0,72
1997 1.471,81 795,40 0,5404 676,41 1.024,16 470,68 447,65 205,73 0,44 111,18 94,55 160,00 0,70
1998 1.501,18 819,50 0,5459 681,68 1.045,82 474,90 455,37 206,78 0,44 112,88 93,90 150,00 0,65
1999 1.520,20 855,76 0,5629 664,44 1.075,96 470,27 444,25 194,17 0,41 109,30 84,87 140,00 0,58
2000 1.554,90 872,42 0,5611 682,48 1.117,39 490,45 437,51 192,03 0,39 107,75 84,29 130,00 0,51
2001 1.596,85 855,71 0,5359 741,14 1.134,33 526,47 462,52 214,67 0,41 115,03 99,63 120,00 0,49
2002 1.606,65 857,42 0,5337 749,23 1.141,86 532,48 464,80 216,75 0,41 115,67 101,08 110,00 0,45
2003 1.612,68 869,15 0,5389 743,53 1.143,60 527,26 469,08 216,27 0,41 116,56 99,71 100,00 0,41
2004 1.692,54 867,75 0,5127 824,79 1.146,15 558,53 546,39 266,26 0,48 136,51 129,75 90,00 0,43
2005 1.716,84 878,71 0,5118 838,13 1.144,02 558,49 572,83 279,64 0,50 143,13 136,52 80,00 0,40
2006 1.811,12 920,52 0,5083 890,60 1.164,38 572,57 464,75 228,53 0,40 116,16 112,38 70,00 0,28
2007 1.882,31 967,30 0,5139 915,01 1.197,19 581,96 685,13 333,05 0,57 171,15 161,90 60,00 0,34
2008 1.896,90 993,59 0,5238 903,31 1.241,65 591,28 655,28 312,05 0,53 163,45 148,60 50,00 0,26
2009 1.821,55 965,82 0,5302 855,73 1.246,67 585,66 574,87 270,06 0,46 143,19 126,87 40,00 0,18
2010 1.923,21 977,96 0,5085 945,25 1.283,81 630,99 639,41 314,27 0,50 159,81 154,46 30,00 0,15
2011 2.028,09 1.036,78 0,5112 991,31 1.339,73 654,85 688,36 336,46 0,51 172,00 164,46 20,00 0,10
2012 2.051,68 1.073,80 0,5234 977,88 1.391,52 663,23 660,16 314,65 0,47 164,68 149,97 10,00 0,05
2013 2.096,61 1.102,31 0,5258 994,30 1.430,77 678,53 665,83 315,77 0,47 166,02 149,75 0,00 0,00
Summe 8,23
des Mehrwerts da ist.

Von unserem Betrieb, der das Volkseinkommen auf sich vereint, behält der Staat zwischen 50 % und 56 % ein.

Der Kapitalist bekommt seinen Anteil aus dem Mehrlohn netto zum Satz der jeweiligen Staatsquote, wenn die »Kapitalistensteuer« mit derselben Tabelle berechnet wird wie die Staatssteuer.

Die Arbeiter bekommen neben ihrem Mindestlohn einen Jahresbonus aus dem Mehrlohn.

Unser Kapitalist habe sich 200.000 EUR auf 20 Jahre ausgeliehen, zahlt also jährlich 10.000 EUR zurück. Bei einem Zinssatz von einem Prozent hat er zusätzlich noch 1 % Zins zur Mehrwertrate auf die jeweilige Restschuld zu zahlen. Das sind in 20 Jahren 8.230 EUR.

Auf die »erste Restschuld« von 200 ist kein Zins zu entrichten, weil mit ihr noch kein Überschuss erwirtschaftet werden konnte. Erst mit Rückzahlung der ersten Rate von 10.000 fällt der erste Zins auf die Restschuld von 190.000 an, weil erst nach einem Jahr ein verzinsbarer Überschuss des Mehrwerts da ist. G39

Ein zu 1% verliehenes Kapital von 200.000 nach der Zinsformel des asozialen Kapitalismus wirft nach 20 Jahren statt 8.230,-- 5,4 mal soviel Zins ab: 44.403,80, nämlich: 200.000*(1,01) 20 .

Die Einnahmen des Staates sind der allgemeine Konsumtionsfonds des Volkes, das, was aus dem jährlich erwirtschafteten Reichtum an öffentlichen Konsumtionsgütern vom Staat an das Volk zurückgegeben wird. Sie kosten, was sie kosten und sind zugleich der Indikator für andere ökonomische Größen wie den Kapitalistenlohn. Schulden des Staates spielen keine Rolle mehr, weil der Staat keine Schulden mehr macht. Staat, Kapitalist und Arbeiter sind nicht mehr erpressbar, weil der Zins ist, was er ist, ein Teil des Teils des Mehrwerts. G40


1. Der Handelskapitalist ist gewissermaßen eine ausgegliederte Abteilung des produktiven Kapitals, die sich um den Verkauf der produzierten Ware kümmert. Die Kosten, die der produktive Kapitalist sich dadurch erspart, muss er dem Händler ablassen. Und darüber hinaus bekommt der Händler einen entsprechenden Anteil am produzierten Mehrwert, der zum Eigentum der Handelsarbeiter wird und mit dem diese ihren Kapitalisten genauso entlohnen wie die produktiven Arbeiter ihren. Hier bleibt der Mehrwert sozusagen in der Familie. Anders dagegen bei den Grundkapitalisten und den Geldkapitalisten. Die einen gehören einer überlebten Klasse an. Und den anderen ist es gelungen, ihre blutsauergischen Potenzen exponentiell so zu steigern, dass selbst der steinherzigste Wucherer des Altertums und des Mittelalters vor Neid erblassen müsste.

2. »Kapitalistisches Manifest 2011 + Verrücktheit verleiht kein Recht«, das ich zur Zeit des »arabischen Frühlings« geschrieben habe und das zum großen Teil wortgleich mit der vorliegenden Arbeit ist, war abschließender Teil einer vierzehnteiligen Serie von offenen Briefen an die Vertreter von Arbeit, Staat und Kapital über den Umgang der Politik mit den Arbeitslosen, über die Staatsverschuldung und den endlich eingetretenen Kollaps der Wucherer. Die »liebe Frau Merkel« war dort die fiktive Ansprechpartnerin. Ich lasse sie hier als Andenken stehen.

3. Wenn ich gelegentlich von den Huren des Kapitals oder ähnlichem spreche, so will ich damit nicht den durchaus ehrenwerten Stand der Huren beleidigen. Denn sie bereiten Vielen eine lebensnotwendige Freude, was man von den Huren des Kapitals nicht sagen kann.

4. Die Begriffe Mehrwertrate, Profitrate, Durchschnittsprofitrate müssen hier nicht bekannt sein, sondern nur, dass der Zins im Nachhinein als ein Teil des Überschusses gezahlt wird