Kr.8.2.252b-253a Von Nichts kommt nichts - KrSc

KrK.8.2.252b7.a

Erzeugung von Bewegung, »ohne im geringsten [vorher] schon vorhanden zu sein« [G260] oder Vernichtung von Bewegung ist nicht möglich. Dazu müsste die Materie vernichtet oder geschaffen werden. Unter der jeweiligen Gesamtbewegung, z. B. der Erde um die Sonne, finden viele kleine Bewegungen statt, ohne dass sich an der Gesamtbewegung etwas ändert. Daher ist es auch unsinnig, etwa von der Bewegung der Lebewesen auf die Erdrotation zu schliessen, zumal es so komplizierte und zusammengesetzte Bewegungen wie die der Lebewesen und die Bewegungen in den Lebewesen im Grossen nicht gibt. Zwar bringe ich die Erde beim Hochhüpfen ein klein wenig aus dem Gleichgewicht, aber das fällt nicht ins Gewicht. Umgekehrt sieht es etwas anders aus. Denn ich bestehe ja zum weitaus grössten Teil aus Raum, und meine dickeren Teile waren auch einmal Raum. Zwar ist es auch da problematisch, die Gesamtbewegung in der kleinen Bewegung zu suchen. Fest steht aber, dass das Einfache im Zusammengesetzten steckt, nicht umgekehrt das Zusammengesetzte im Einfachen. Das erste und einfache, das in Allem steckt, ist die ewige Bewegung der Atome im Leeren. Für den einzelnen Gegenstand, die Sonne oder den Menschen, wissen wir das bereits. Sie bestehen nämlich zum grössten Teil aus Raum. Für die Sternensysteme, die sich durch das gegenseitige Ziehen am Bettlaken in Bewegung halten, wissen wir das ebenfalls. Für die Gesamtbewegung wissen wir es noch nicht so recht zu deuten, weil das Voneinander und das Zueinander nicht zusammenpassen.

Die Materie und damit die Bewegung kann nicht aus dem Nichts erzeugt werden. Da es den Geisterglaube der Autogenese von Materie 'und' Bewegung in der Physik gibt, müssen wir ihn kurz besprechen.1

drei Gründe für Bewegung aus dem Nichts KrK.8.2.252b7.b

Drei gewöhnlich vorgebrachte Argumente für die Erzeugung der Bewegung aus dem Nichts:

erster Grund: jede Bewegung ist endlich Kr.8.2.252b7-12

»Was dem entgegensteht, ist nicht schwer zu widerlegen. Aus folgenden Gesichtspunkten heraus scheint es hauptsächlich möglich zu sein, dass eine Bewegung entsteht, ohne im geringsten schon vorhanden zu sein. Erstens ist keine Wandlung ewig, 10 da jede Wandlung aus einem Zustand in einen andern erfolgt, so dass jede Wandlung begrenzt ist durch die Gegensätze, zwischen denen sie stattfindet« »und es somit keinen unendlichen Prozess an einem Gegenstand geben könne.« [G260,W220]

zweiter Grund: Nichtbewegung des Bewegbaren Kr.8.2.252b12-16

»Auch sehen wir ja, dass es möglich ist, dass sich irgendetwas bewegt, ohne vorher in Bewegung zu sein noch irgendeine Bewegung an sich zu haben, z. B. bei unbelebten Dingen, die weder zum Teil 15 noch im ganzen bewegt sind, sondern ruhen, und dennoch mit einem Male sich bewegen. Diese müssten doch eigentlich immer in Bewegung sein oder immer ruhen, wenn keine Bewegung entstehen kann, die nicht schon vorhanden ist.« [G260]

dritter Grund: Selbstbewegung der Tiere Kr.8.2.252b17-28

»Am deutlichsten ist diese Erscheinung doch bei den beseelten Dingen. Denn ohne dass wir uns in irgendeiner Bewegung befänden, vielmehr aus der Ruhe heraus bewegen wir uns bisweilen dennoch, und die Bewegung entsteht 20 aus uns selbst, auch wenn kein Antrieb von aussen wirkt. Das beobachten wir nämlich bei den unbeseelten Dingen so doch nicht, vielmehr ist immer eine äussere Bewegungsursache vorhanden. Ein Geschöpf [zoon] aber, so sagen wir, bewegt sich selbst, so dass es bisweilen auch bei völliger Ruhe aus sich und nicht von aussen her in Bewegung kommt. Wenn dies aber 25 bei einem Lebewesen möglich ist, warum soll es nicht auch im All so geschehen können? Denn was in der kleinen Welt [mikros kosmos] geschieht, geschieht auch in der grossen, und wenn in ihr, dann auch im Unendlichen, falls das Unendliche im Ganzen sich bewegen und ruhen kann.« [G260/61]

zu b7-12 Kr.8.2.252b28-a2

»Was nun die erste Meinung angeht, dass ein zwischen zwei 30 Gegensätzen spielender Prozess als numerisch einer und derselbe nicht immerzu dauern könne, so ist sie völlig im Recht. Sie ist ja vielleicht sogar zwingend, wenn es sich als möglich erweisen sollte, dass ein an einem und demselben Gegenstand spielender Prozess (in Wahrheit) nicht immerzu einer und derselbe ist ... 35 ... Aber wie dem auch sein möge, 253a nichts steht dem entgegen, dass es eine Prozessart gibt, welche dank ihrer Kontinuität numerische Identität wie ständige Dauer besitzt. Im folgenden wird sich dies weiter klären.« [W221]

KrK.8.2.253a2

Die ewige Bewegung ist für Ar der Zahl nach Eine, die ewige Kreisbewegung der obersten Himmelssphäre und aller darunterliegenden. Die unbewegte Erde erwähnt er im achten Buch nicht, weil sie ein Fremdkörper in der Physik ist.

Wie lautet die Frage nach der Einheit der Bewegung des Ganzen für uns?

Sind die entstehenden und vergehenden Blasen des kochenden Wassers im Topf eine Bewegung oder viele Bewegungen? Betrachten wir nur die werdende oder vergehende Blase, in der wir sitzen, so sind es viele Bewegungen, die sich ähnlich wie unsere Blase verhalten. Stehen wir vor dem Topf als Ganzem, so ist es eine aus vielen Blasen zusammengesetzte Bewegung. Wie beim Wind oder beim Raum kommt es auf die Zeit und den Teil des Raums an, die untersucht werden. Wird die den Sinnen zugängliche Blase als die Welt selbst erklärt und als ewig, so ist das ewige Werden und Vergehen auf natürliche Weise nicht möglich. Denn wir wissen, dass sie geworden ist und wieder vergeht, also entweder wieder werden muss, wenn sie ewig ist. Oder sie platzt und aus der Traum. Ewigkeit in der Zeit ohne Gott gäbe es entweder nur durch die Vorstellung eines pulsierenden Alls, was zum einen eher unwahrscheinlich ist, wenn es stimmt dass die Galaxien, je weiter sie voneinander weg sind, desto schneller auseinanderfliegen und man den ungeheuer grossen Raum zwischen ihnen betrachtet. Wie soll da das Zueinander die Oberhand gewinnen? Zum andern wäre das ein perpetuum mobile, nicht nur unwahrscheinlich, sondern unmöglich. Stimmt dagegen die andere Möglichkeit, nämlich dass die Galaxien nicht wieder kontrahieren, so muss weitergedacht werden. Wenn unsere Weltinsel nicht die einzige Insel ist, dann brauchen wir den Satanskult nicht, weil dann unser Voneinander das Zueinander einer Nachbarinsel sein könnte.

Denn eine in Zeit und Raum endlich grosse Blase im Topf sagt ja nichts über die Endlichkeit oder Unendlichkeit des Topfs aus. Dass wir am Rand des Topfs (in E) sitzen und in die Unendlichkeit nach innen schauen, haben wir uns selbst erlaubt. Hier sitzen wir mit Keplers Optik und schauen nach Chicago, wo zwei Jungs mit ihren Taschenlampen spielen. Was sehen wir? Nichts, zu weit weg, zu lange her. Wir müssen denken.

Wir denken also, wir könnten die (FG) -Parallaxe und die (ML) -Parallaxe sehen und beide miteinander vergleichen. Sähen wir sie, so kämen wir zu dem Ergebnis, dass beide gleich, nämlich gleich 0 wären, dass also FG = ML im unendlichen und doch begrenzten All nicht falsch wäre.

»Wenn nur ein einziger Punkt leuchtete, der von der Wand und dem ihr nahegelegenen Fenster durch einen unendlich grossen Abstand getrennt ist, dann wird das Licht auf der rechtwinklig gegenüberstehenden Wand nicht nur die Gestalt wiedergeben, sondern auch die Grösse des Fensters. Es sei in der Figur [10] E der leuchtende Punkt, FGH das Fenster, MKL der beleuchtete Teil der Wand, und es sei das Verhältnis von EO zu OF unendlich gross; ... [wobei] OF aber der winzige Durchmesser des Fensters wäre ... Ich behaupte, es werden FGH und MKL für den Augenschein gleich sein ... Deshalb sind die Strahlen EF und EO , die durch die im Verhältnis zu ihnen verschwindend kleine Basis FO verbunden sind, für den Augenschein unter sich parallel.« Johannes Kepler, Grundlagen der geometrischen Optik (1604), Leipzig 1922, S. 18

Sollen wir hier mit Kepler bei der Parallelität der Sonnenstrahlen ein wenig schwindeln, oder den Euklid wegen einer optischen Täuschung neu erfinden, oder sollten wir vielleicht den Euklid wie Kepler studieren? Oder sollen wir uns freuen, dass uns die Sinnestäuschung zu einer neuen Erkenntnis verholfen hat, ganz so wie sich Klein-Einstein über Mamas rundes Gesicht freut? 'Nicht-euklidisch' bedeutet nur für einen kleinen Kreis von Mathematikern Wissenschaft. Für die weitaus grösste Menge der Menschen, die ich und die Sie kennen ist 'nicht-euklidisch' ein Synonym für nicht (Euklid) gelesen, nicht (Gauss) studiert, nicht gedacht. Eine hohle Phrase, mit der nur noch Dümmere als der Dumme sich beeindrucken lassen.

Das ewig expandierende All ist Unsinn. Es wäre nicht nur die anmassendste Form des Geozentrismus, sondern auch ein zimlich tristes All, das für eine Sekunde der Ewigkeit Leben gebiert, um dann in alle Ewigkeit ohne Ziel auseinanderzufliegen. Ausserdem setzt es einen Anfang ohne Ende, also eine Absurdität oder einen etwas vertrottelten Schöpfer.

Nein, das Woher und das Wohin einer Blase kann nur im Kochtopf betrachtet werden, vom Rand des unendlichen und doch begrenzten All aus.

Kr.8.2.253a2-7 zu b12-16

»Dass sich aber etwas bewegt, was sich vorher nicht bewegt hat, ist gar nicht verwunderlich, wenn die äussere Bewegungsursache einmal da ist, ein andermal nicht. Wie das freilich sein kann, muss untersucht werden, ich meine, dass derselbe Gegenstand 5 von derselben Bewegungsursache einmal bewegt wird, das andere Mal nicht. Denn mit dieser Frage will man nichts anderes wissen, als warum nicht die einen Dinge ewig ruhen, die andern immer in Bewegung sind.« [G261]

KrK.8.2.253a7

Wenn im Mikrokosmos eine Bewegungsursache erkannt wurde, die Teil des Ganzen ist, wie etwa der Zusammenhalt der atomaren Materie durch den Raum, dann gilt sie auch für den Makrokosmos, weil für den Teil gilt, was für das Ganze gilt. Aber nur, weil sie Teil des Ganzen ist. Das können wir von der Bewegung Sokrates', der auf dem Stuhl sitzt und dann aufsteht, nicht sagen. Diese willentliche Selbstbewegung wird nun für Aristoteles zum Ärgernis.

Das Weltbild der Zeit, in der Aristoteles lebt, wird im achten Buch auf Schritt und Tritt mit der Physik des Aristoteles kollidieren. Denn die Physik verlangt, dass Jedes Bewegte von einem anderen bewegt werde, dass aus absoluter Nichtbewegung nicht Bewegung werden kann und verweist damit auf die Absurdität einer nicht bewegten Erde. Die Existenz eines ewig Unbewegten und eines ewig Bewegten, wird hier etwas ungelenk eingeführt. Denn Aristoteles hat bisher nichtbewegte organische und anorganische Dinge auf der Erde nur als ruhend angeführt, Dinge, die nichts mit dem unbewegten Beweger ab dem fünften Kapitel zu tun haben.

Wir richten den Blick von Anfang an aufs Ganze, wie wir es von Ar gelernt haben. Alle Übergänge von Nichtbewegung zur Bewegung eines Vollen sind relativ zu einem bewegten Bezugssystem, nur die Bewegung des ganzen brodelnden Wassers im Kochtopf und die Nicht-Bewegung des Topfs sind absolut. Und der Kochtopf darf kein endlich grosser Raum sein, wenn die Bewegung in der Zeit ewig sein soll, weil im endlich grossen Kochtopf einmal alles Wasser (wohin?) verdampft ist. Ausserdem muss die Energie - oder wie auch immer wir die noch zu findende Ursache der Bewegung des Ganzen benennen werden - aus dem Topf selbst und nicht von der Herdplatte kommen, also nicht von aussen, sondern von innen. Aber das Problem der Bewegungsquelle im unendlichen Ganzen haben wir doch bereits seit dem ersten Buch gelöst. Die einzige Bewegung, die aus sich selbst erzeugt wird und von der alle nachfolgenden Bewegungen abhängen, ist die unendlich schnelle gradlinige und ewige Bewegung der Atome im Leeren, die Gleichzeitigkeit der beiden Anfänge der Welt. 'Energie' im Sinne von Masse mal Quadratgeschwindigkeit können wir diese Ursache nicht nennen, weil Energie nur da ist, wo Masse ist, Masse aber erst dort ist, wo die dicke träge Materie am Raum zieht, die dicke träge Materie aber erst aus dem Raum werden muss. Aber wie soll das vor sich gehen, wenn die Bewegung der Atome im Leeren nur eine Richtung mit nur einer Geschwindigkeit kennt? Wie wird der Raum abgebremst? Was ist die Ursache, dass die dicke träge Materie entsteht?

Kr.8.2.253a7-21 zu b17-28

»Am meisten Schwierigkeit scheint der dritte Gedankengang zu machen, die Beobachtung an den Lebewesen, dass in ihnen Bewegung entsteht, ohne dass solche vorher vorhanden war. 10 Aus völliger Ruhe heraus fängt es nämlich an zu laufen, ohne dass ein äusserer Antrieb zu erkennen wäre. Aber dies ist nicht richtig. Wir sehen nämlich an den inneren Teilen im Geschöpf ständig Bewegung, an der das Wesen nicht schuld ist, sondern vielleicht die Umgebung. Sich selbst bewegt es nicht in jeder Hinsicht, sondern nur 15 von Ort zu Ort. Es hindert also nichts, ist vielmehr vielleicht notwendig, dass dem Leib von der Umgebung viele Bewegungen aufgenötigt werden, von denen einige den Verstand und das Begehrungsvermögen [orexis: Streben, Trieb] erreichen und reizen, während dieses wieder nunmehr das ganze Geschöpf in Bewegung setzt, was ja auch im Schlaf geschieht«; »denn während keine sinnlich wahrnehmbare Bewegung in ihnen ist, aber doch 20 irgend eine in ihnen ist, erwachen die lebenden Wesen wieder. Aber auch in diesem Betreffe wird es aus dem Folgenden [C.6] augenfällig werden.« [G261f,P391]

KrK.8.2.253a21

Das Schöne an solchen Stellen ist wieder zugleich das Problematische, der waldursprüngliche Versuch, die Bewegungen der Natur als Ganzer von den Himmelskörpern bis zur Traumdeutung zu begreifen, schlägt leicht in mechanischen Materialismus oder Irrationalismus um.

Auch lenkt Aristoteles ab. Die Selbstbewegung der Tiere interessiert den Physiker nicht im Geringsten, wenn er die Unendlichkeit der Bewegung des Alls erkennen will. Ebensowenig die Nichtbewegung des Bewegbaren, weil die Ruhe stets nur relative Ruhe ist. Das eigentliche Problem ist der erste Grund, dass jede Einzelbewegung einen Anfang und ein Ende hat.

Bei der Frage nach der ersten Bewegung in den letzten Dingen, dem Gewusel der Raummaterieteilchen, begnügen wir uns vorerst mit dem Dass und mit der Glaubensgewissheit, dass sie es sind, die Leib und Seele zusammenhalten.

Wenn es eine ursächlich erste Bewegungsursache aller Bewegung gibt und die Welt eine lückenlos zusammenhängende Einheit ist, dann muss diese ursächlich erste Bewegung sich auch in den der Zeit nach letzten Bewegungen finden, ganz gleich, wie endlich oder unendlich vermittelt sie ist. Das Erwachen ist also letztlich auf die Atome, den Raum und das Leere zurückzuführen. Wir versuchen aber keine Traumdeutung mit den Raummaterieteilchen und bleiben wiegesagt von Anfang an beim Gegenstand des achten Buchs, beim Blick auf das Ganze. Zwar kommen die Bewegungen der Tiere nicht ohne Physik zustande, aber die diversen Wissenschaften ihrer Bewegungen wie Biologie, Medizin, Psychologie usw. heissen nicht 'Physik', sondern Biologie, Medizin, Psychologie.

Auch Kapitel 2 hat keinen Beweis geliefert, dass Bewegung nicht aus dem Nichts geschaffen werden kann. Er kann auch nicht geliefert werden. Der Heide und Materialist kann dem Theologen und dem Physik-Schamanen nicht nachweisen, dass die Welt nicht von Gott geschaffen wurde oder dass die Autogenese einer Blase im Kochtopf aus einem Punkt erfolgt. Genauso umgekehrt. Die Behauptungen aller drei sind reine Glaubenssache. Es kann aber nur eine wahr sein, die anderen sind falsch. Die Welt kann nicht zugleich von Gott geschaffen und nicht von Gott geschaffen sein. Das »Nichts« kann nicht zugleich sein und nicht sein. Die Materie kann nicht zugleich ausgedehnt und unausgedehnt sein. Einen kleinen Schritt weiter sind wir aber doch schon, denn das sich aus dem Punkt selbst gebährende All haben wir als ein Nichseiendes nachgewiesen. Die Form wurde von der reinen Wirklichkeit zur reinen Möglichkeit und schliesslich zur reinen Unwirklichkeit. Viele »Atom«-Physiker spielen hier eine traurige Rolle. Sie weigern sich beharrlich, zwischen dem Atom und der Grenze des Atoms zu unterscheiden. Denen geht es um Platons Dreiecke, also wie gehabt um die Widerlegung Demokrits, nur jetzt im Mantel des »Atomismus«. Sie lassen auch munter die Materie aus dem »Nichts« entstehen, sind aber gegen das Leere so ekel , wie es sich seit über zweitausend Jahren 'gehört'. Das ist so physikalisch wie der Atomismus Gassendis, der auch (Epikurs Fehlern folgend) die Grenzen des Atoms mit dem Atom konfundiert. Immerhin stand im Frankreich Gassendis noch die Todesstrafe auf die Verbreitung des Atomismus, dass man da noch ein gewisses Verständnis für die Gleichsetzung von Atom und Form haben kann.

Uns genügt die ewige Bewegung der Atome im Leeren und die Gewissheit, dass zwei Atome nicht zugleich denselben 3d-Ort einnehmen können. Laufen wir an den Grenzen der Atome und der Zusammensetzungen Gefahr, uns in unseren Spekulationen zu verheddern, so haben wir hier den Halt, aus dem nichts Falsches, sondern nur Wahres folgen kann und der für den Teil wie für das Ganze gleichermassen gilt.


1. Denn die »spontane Entstehung« von Materie aus Energie ist so lange die Übertragung der Urzeugung in den anorganischen Bereich oder der Schöpfung aus dem Nichts, so lange die Energie als ein Immaterielles behauptet wird. Materie wird aus Materie.