Kr.8.250-267 Die Bewegung des Ganzen - KrSc

KrK.8.1.250b11

Voneinander, Zueinander, ewige Bewegung

Haben wir bisher den vorwiegend Teil untersucht und darauf vertraut, dass sich der Teil des Ganzen in das Ganze fügt, so gehen wir nun den umgekehrten Weg und richten den Blick auf das Ganze. Wir betrachten wie im ersten Buch nicht mehr diesen oder jenen einzelnen Teil, sondern den allgemeinen Zusammenhang aller Teile des Ganzen, nun aber nicht mehr nur nach ihrem Sein, sondern in ihrer Bewegung.

Ziel des letzten Buchs ist das Ziel des ersten Buchs, aus dem Voneinander und dem Zueinander, dem Vollen und dem Leeren, die Ursache der Bewegung selbst zu finden. Weiter müssen wir erklären, wie die Bewegung ewig sein kann. Von der Einzelbewegung geht es zur Geschichte der Gesamtbewegung in der Zeit oder der Ewigkeit. Zur Verfügung stehen uns allein Raum, Materie und Leeres und die Gewissheit, dass es sich beim Ganzen wie bei dem Teil verhält, den wir als Teil des Ganzen erkannt haben.

Das erste Bewegende unseres Teilalls ist nach heutigem Erkenntnisstand das Voneinander der Sternensysteme. Wir machen die Ursache dafür an der Peripherie unseres Teilalls aus und sagen auch meist, dass es die ursächlich erste oder überhaupt die erste Bewegung sei, was Unsinn ist, solange wir nicht an Gott glauben.1 Die Bewegungen der Galaxien können aber keine sich gegenseitig verursachenden Bewegungen durch Berührung sein, wie die Bewegungen der Sterne innerhalb einer Galaxis, die um einen gemeinsamen Punkt rotieren, sondern müssen vor etlichen Milliarden Jahren von einer einzigen Ursache hervorgerufen worden sein.

Ist die Welt ewig in der Zeit, so muss vor dem Voneinander ein Zueinander gewesen sein, muss sich die Materie zu einem Klumpen gesammelt haben. Das Zueinander muss eine Kette von sich gegenseitig verursachenden Bewegungen gewesen sein, wie Aristoteles sie im siebenten Buch geschildert hat: Eines bewegt das Andere durch Berührung, das Ziehen am Bettlaken. Da die Hintergundstrahlung vor einer endlich langen Zeit und zugleich mit der einen Ursache des Voneinander entstanden ist, wäre es unsinnig, eine räumlich unendlich grosse Ansammlung des vorherigen Zueinander anzunehmen. Bei der Kette des Zueinander kann es aber kein erstes Bewegendes wie beim Voneinander geben, da alle auf alle wirken. Das erste bei der Kette des Zueinander ist entweder der Mittelpunkt, der tut gar nichts, er ist nicht einmal. Oder es ist der Raum mit aller in ihm befindlichen Materie. Entweder Alles oder Nichts.

Kr.8.1.250b-252b Ist die Bewegung ewig oder entstanden?

Kr.8.2.252b-253a Von Nichts kommt nichts

Kr.8.3.253a-254b Bewegung und Nicht-Bewegung im All

Kr.8.4.254b-256a Bewegung durch ein Anderes, die Gewalt

Kr.8.5.256a-258b Bewegter Beweger und unbewegter Beweger

Kr.8.6.258b-260a Verteilung der Beweger im All

Kr.8.7.260a-261b Die Ortsbewegung

Kr.8.8.261b-265a Die gradlinige Bewegung

Kr.8.9.265a-266a Die Bewegung des Alls

Kr.8.10.266a-267b Die Ursache der Bewegung des Alls


1. Und glaubten wir an ihn, dann wäre es ein Satansbraten, der erst einen Klumpen hinschöpft, platzen lässt und ihn dann eines ewigen Todes sterben lässt, nachdem er in ein paar Krümeln für ein paar Jahre Leben leben lässt. So ein Paradies kannst du dir an den Hut stecken, lieber Gott.