Kr.7.1.241b-243a Alles Bewegte wird von Etwas bewegt - KrSc

KrK.7.1.241b24.b

Ohne Bewegung des Ganzen gäbe es keine Bewegung der Teile, also der Galaxien und der Bewegung darunter und damit auch keine Bewegung auf den Himmelskörpern, z. B. unserem Planeten.

Der Volks- und Aberglaube sieht das schon immer, etwa wenn er auf den direkten Zusammenhang der Bewegungen der Gestirne auf das Schicksal des Menschen schwört. Das Ganze wird in der im ersten Buch angedeuteten Weise bewegt. Der Raum ist der gestaltende Beweger der Welt. Im Kleinen ist seine Gewalt unvorstellbar groß. Im Großen ist er eher ein schlafender Riese.

Umgekehrt haben die Einzelbewegungen auf die Gesamtbewegung keinen Einfluss und werden auch in ihrem Ablauf nicht messbar von ihr beeinflusst. Wir bleiben zunächst auf der Erde. Hier stellen wir fest:

Jede Bewegung hat eine Ursache Kr.7.1.241b24-26

»Alles, was sich bewegt, muss von etwas bewegt werden. 241b25 Wenn es nämlich nicht in sich selbst den Ursprung der Bewegung hat, muss es offenbar von einem anderen bewegt werden; dann nämlich wird das Bewegende ein anderes sein.« [G222]

KrK.7.1.241b26.a

Da wir die Selbstbewegung durch die Seele, den Willen, den Reflex, den Trieb oder das Ziel aus der Physik ausschliessen, muss die Bewegung des einen immer durch ein anderes zustande kommen.

Wir wollen im siebenten und achten Buch auf ein Gemeinsames aller naturgesetzlichen Bewegungen hinaus. Bewegungsursache kann uns daher weder der Begriff des Naturgesetzes selbst sein, denn die Formung des Stoffs gilt ja für den Raum wie für das Gänseblümchen gleichermassen (Buch 2). Es gibt zu viele Naturgesetze. Sie entstehen zwar aus der Bewegung des Ganzen, können aber die Bewegung des Ganzen nicht erklären. Auch die Verwirklichung des Möglichen aus Buch 3. oder As vier causae aus Buch 2 (Anfang, Mitte, 2xEnde) genügen nicht.

Berührung KrK.7.1.241b26.b

Ursache wird nun im engsten Sinne des Wortes genommen: Zweiseitige Berührung zweier Voller bzw. allseitige Berührung des Vollen und Leeren. Beides ist Bewegung Eines durch ein Anderes. Bei der zweiseitigen Berührung durch äusseren Anstoss, bei der allseitigen Berührung durch inneren und äusseren Anstoss.

Es gibt keine Bewegung ohne Ursache, ohne Bewegendes. Das Bewegte ist ein Etwas, das Bewegende ist ein Etwas. Das Bewegte ist immer die Materie, und die ist immer bewegt. Das Bewegende des Raums ist das Leere. Das Bewegende der Materie ist entweder der Raum durch zweiseitige Berührung und/oder Stoffwechsel mit der dicken trägen Materie. Oder ein Materielles bewegt ein anderes Materielles durch zweiseitige Berührung.

Bewegungskette Kr.7.1.242a15-19

» 242a15 ... Da also alles Bewegte von etwas bewegt werden muss, so muss, wenn es sich um eine Ortsveränderung handelt, die von einem anderen eingeleitet wird, das nun wieder von einem anderen bewegt wird, und dies wieder von einem anderen, schliesslich ein erstes Bewegendes da sein, und es darf nicht ins Unendliche gehen.« [G223]

KrK.7.1.242a19

Die Frage nach der endlichen oder unendlichen Bewegungskette einander Bewegender wollen wir erst im achten Buch stellen. Hier verkürzen wir die Bewegungskette zunächst auf zwei Gegenstände. Und da stellen wir erneut fest, dass jede Einzelbewegung begrenzt ist, einen Anfang, ein Ende und sich selbst mittendrin hat,

Kr.7.1.242a30-31

» 30 denn alle Bewegung ist aus einem Etwas in ein Etwas, und vermöge der äussersten Enden ist sie nicht unbegränzt.« [P341]