Kr.1.184-192 Der Anfang der Bewegung - KrSc

Anfänge, Elemente und Ursachen

Die Welt als Ganze besteht aus den Anfängen , und die wiederum sind aus den Elementen zusammengesetzt. Ein Anfang ist die Materie, der andere Anfang ist das Leere. Das Element der Materie ist das Atom. Der Anfang Materie ist das Ganze, das Element Atom ist der kleinste Teil. Das Leere hat kein Element, weil es sowohl als Ganzes als auch als Teil unendlich teilbar ist.

Die Ursachen erklären, wie und warum sich die Teile des einen Anfangs bewegen. Ursachen sind die Bewegung der Atome im Leeren, das Zueinander zweier oder mehrerer materieller Gegenstände oder das Voneinander der Galaxien, sowie alle daraus zusammengesetzten Bewegungen.

Die Anfänge oder archai stehen dabei 'über' den Elementen in dem Sinn, dass die Gesamtheit der Elemente die archai sind. Die Anfänge und Elemente stehen über den Ursachen in dem Sinn, dass die Ursachen nur an den Elementen und deren Zusammensetzungen sein können. So steht das Atom über der Bewegung, weil sich das Atom bewegt und nicht die Bewegung atomt. Das Atom ist - zumindest theoretisch - ohne Bewegung, die Bewegung dagegen weder theoretisch, noch praktisch ohne das Atom möglich. Die Anfänge sind ewig, ihre aus den Elementen zusammengesetzten Gegenstände und deren Bewegungen werden und vergehen.

Daher zunächst die Anfänge und Elemente. Woraus besteht die Welt?

Aber ist diese Frage nicht eine Vermessenheit? Wie sollen wir als Staubkorn im All das Ganze erkennen? Genau so. Als Staubkorn. Erkennen wir das Staubkorn richtig , dann erkennen wir es als Teil des Ganzen. Was wir richtig erkennen, ist wahr. Aus Wahrem kann aber nichts Falsches folgen, so dass die richtige Erkenntnis des Staubkorns weitreichende Folgen hat.

Kr.1.1.184a-184b Die erste Arche, die Materie

Kr.1.2.184b-186a Kapitel 2 bis 5: Der zweite Anfang, das Leere

Kr.1.3.186a-187a Fortsetzung der Kritik an Parmenides

Kr.1.4.187a-188a Die Lehren der Alten

Kr.1.5.188a-189a Das Leere

Kr.1.6.189a-189b Kapitel 6 bis 8: Der dritte Anfang, der Raum

Kr.1.7.189b-191a Das erste Werden

Kr.1.8.191a-191b Werden aus Nicht-Seiendem

Kr.1.9.191b-192b Platon und Aristoteles