Ka.4.1b-2a Die Kategorien (nur info: Bejahung und Verneinung, wahr und falsch)

25 Von den ohne Verbindung gesprochenen Worten bezeichnen die einzelnen entweder ein Ding (ousia), oder eine Größe (poson), oder eine Beschaffenheit (poion) oder eine Beziehung (pros ti), oder einen Ort (pou), oder eine Zeit (pote), oder einen Zustand (keisthai1), oder ein Haben (echein), oder ein Tun (poiein), oder ein Leiden (paschein).

Ein Ding ist, um es im Umriss anzudeuten, z. B. der Mensch, das Pferd; eine Größe ist z. B. das Zweiellige, oder Dreiellige2; eine Beschaffenheit ist z. B. weiß, 2a sprachgelehrt; eine Beziehung ist z. B. doppelt, halb, größer; ein Ort ist z. B. im Lykeion, auf dem Markte; eine Zeit ist z. B. Gestern, vorm Jahre; ein Zustand z. B. das Liegen, Sitzen; ein Haben z. B. Schuhe anhaben, bewaffnet sein; ein Tun z. B. er schneidet, er brennt; ein Leiden z. B. er wird geschnitten, er wird gebrannt.

Jede der hier genannten Kategorien enthält an sich 5 weder eine Bejahung noch eine Verneinung; aber durch die Verbindung derselben mit einander entsteht eine Bejahung oder Verneinung. Jede Bejahung oder Verneinung ist entweder wahr oder falsch; aber Worte, die ohne Verbindung gesagt werden, sind weder wahr (alethes) noch 10 falsch (pseudos); z. B. Mensch, weiß, läuft, siegt.


1. Lage

2. Das poson ist für Aristoteles in der Metaphysik die zählbare Quantität, und zwar sowohl die Größe habende wie die Elle, als auch die größenlose wie die Zahl (Me.x.y). Die stets ausgedehnte Größe ist dort die megethos. Hier nimmt das poson beide Rollen an (vgl. Ka.6).