Ka.3.1b-1b hnam

10 Wenn Etwas von einem Andern als von seinem Unterliegenden ausgesagt wird, so wird Alles, was von dem Ausgesagten gilt, auch von seinem Unterliegenden gelten.

(+)Mensc=[+]Sokra
(+)Gesch=[+]Mensc
(+)Gesch=[+]Sokra

So wird »Mensch« von einem bestimmten Menschen ausgesagt und »Geschöpf« wird vom Menschen ausgesagt; folglich wird Geschöpf auch von diesem bestimmten Menschen ausgesagt werden können; denn dieser bestimmte Mensch ist ein Mensch und 15 auch ein Geschöpf.

Bei verschiedenartigen ( heterogenon ) und einander nicht untergeordneten Gegenständen sind auch deren Unterschiede ( diaphorai ) der Art nach verschieden; so z. B. die Unterschiede bei den Tieren und bei der Wissenschaft; denn die Unterschiede bei den Tieren sind das »auf dem Lande lebende« und das »Zweifüßige« und das »Flügel habende« und das »im Wasser lebende«; die Wissenschaft dagegen hat keinen dieser Unterschiede; denn keine 20 Wissenschaft unterscheidet sich von der andern durch das zweifüßig sein. Dagegen steht bei den einander untergeordneten Gattungen dem nichts entgegen, dass die Unterschiede bei ihnen dieselben sind; denn die oberen Gattungen werden, von den unteren ausgesagt und folglich werden alle Unterschiede, die bei dem Ausgesagten bestehen, auch bei dem Unterliegenden vorhanden sein.

KaK.3.1b24

Die »Unterschiede« gehen aus einer bestimmten Methode der Teilung eines Ganzen hervor. So kann das ganze Tier in die Land-, Wasser- und Lufttiere dreigeteilt werden oder in die befußten und die unbefußten Tiere zweigeteilt. Jedes innerhalb einer dieser Gruppen lebende Tier hat an einem oder mehreren dieser Unterschiede Anteil. Dinge, die von den Tieren getrennt sind, wie die Wissenschaft, unterliegen anderen Teilungen wie physikalische, mathematische oder logische Wissenschaften und haben ihre nur für sie geltenden Unterschiede, wie theoretische und praktische Wissenschaften.