Ka.1-15 Die Bestimmung eines Gegenstandes oder die Kategorien des Aristoteles

Neu gelesen von Lothar Seidel

ISBN 978-3-9801802-8-3

Frankfurt am Main 2017

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Deutsch von J. H. von Kirchmann Leipzig 1883. Die Numerierung folgt Bekker mit dem vorangestellten »Ka.kapitel«, so dass z. B. aus 15a20 aus dem 14. Kapitel der Kategorien Ka.14.15a20 wird. Meine Kommentare sind mit »KaK« statt mit »Ka« markiert.

Vorwort

Während Aristoteles in der Metaphysik den Gegenstand allgemein definiert, bestimmt er in den Kategorien das einzelne Exemplar des Gegenstandes, den er dort in der Übersetzung von Bonitz als das »Wesenswas« bezeichnet.

Die Annahme, die Kategorien seien ein Frühwerk des noch unfertigen Denkers, muss falsch sein, weil Aristoteles keinen Bereich seiner Forschung häufiger als Beleg einer Behauptung anführt, als die Kategorien.

Dass Aristoteles die Arbeit zigfach in seinem Werk zitiert, zeugt von der Bedeutung, die er ihr selbst beimisst. Sie kann nicht mit der Genauigkeit und Vorsicht geschrieben sein, wie die Spezialuntersuchungen in der Physik, der Metaphysik oder der Analytik zu denselben Themen, geben aber dadurch Aristoteles beispielsweise die Freiheit, das Ineinander der Gattungen und Arten oder das Nacheinander der bewegten Dinge ohne Rücksicht auf die damit zusammenhängenden formalen Probleme darzustellen.